Elronds Geburtstag
Hm… Am Anfang hieß es noch Elrond feiert seinen Geburtstag und Arwen richtet die Feier aus.’ Doch ich hab beschlossen euch die Anreise der Gäste nicht vorzuenthalten. Und auch Arwens Organisationstalent muss unbedingt vorgestellt werden!!! Also viel Spaß beim lesen!!! // Widmung: Diese Fanfiction ist dem, laut seinem Darsteller Hugo Weaving, “edlen, weisen, mächtigen, gutmütigen und - schönen” Elbenherrscher Elrond gewidmet! Ich hoffe ihm gefällt der Geburtstag genauso gut, wie allen Lesern dieser Geschichte! // Teil 1 der Serie Elronds Geburtstag

Hallo! Also, für alle, die es interessiert, hier ein Personenregister zu meiner Geschichte. Da ja Elrond Geburtstag feiert, werden natürlich auch nur die engsten Verwandten und Bekannten eingeladen! Aber da es nicht gerade wenige sind, hab ich mir gedacht, zum besseren Verständnis sollte ich ein Personenregister erstellen… Et Voila! Hier ist es!
Später kommt dann auch noch ein Stammbaum!

Personen
Aragorn - König von Gondor, Mann von Arwen, Ex-Gefährte
Arwen - Frau von Aragorn, Tochter von Celebrían und Elrond
Ancalime - Heilerin, Assistentin von Arwen, lebt in Gondor
Gimli - Zwerg, Ex-Gefährte
Legolas - Sohn von Thranduil, Prinz des Grünwaldes, Ex-Gefährte
Elladan - Sohn von Celebrían und Elrond, ältester Bruder von Arwen, lebt in Bruchtal
Haldir - Elb aus Lothlórien, lebt in Bruchtal
Dr. Lecter - Therapeut
Frodo Beutlin - Ex-Gefährte, Ringträger, Hobbit
Bilbo Beutlin - Ringträger, Hobbit
Gandalf - Der Weiße Zauberer, Ex-Gefährte, Ringträger
Elrond - Herr von Bruchtal, Ringträger, Geburtstagskind
Galadriel - Herrin von Lothlórien, Frau von Celeborn, Ringträgerin
Meriadoc Brandybock - Herr von Bockland, Ex-Gefährte, Hobbit
Peregrin Tuk - Tuk und Thain, Ex-Gefährte, Hobbit
Samweis Gamdschie - Bürgermeister des Auenlandes, Ex-Gefährte, Ringträger, Hobbit
Faramir - Fürst von Ithilien, Statthalter Gondors, Mann von Eowyn
Eowyn - Frau von Faramir, Schwester von Eomer
Eomer - König von Rohan, Mann von Lothíriel, Bruder von Eowyn
Lothíriel - Frau von Eomer
Elfwine - Sohn von Lothíriel und Eomer
Eldarion - Thronerbe von Gondor, Sohn von Arwen und Aragorn
Engwaarda - ältere Tochter von Arwen und Aragorn
Elenath - jüngere Tochter von Arwen und Aragorn
Elrohir - Sohn von Celebrían und Elrond, älterer Bruder von Arwen
Tanwethiel - Schwester von Haldir, lebt in Lothlórien
Celeborn - Herr von Lothlórien, Mann von Galadriel
Orophin - Bruder von Haldir, lebt in Lothlórien
Rúmil - Bruder von Haldir, lebt in Lothlórien
Celebrían - Frau von Elrond, Tochter von Galadriel und Celeborn
Falathwen - Elbe, stammt aus einem Randgebiet des Grünwalde
Quelleving - Tochter von Thranduil, Schwester von Legolas,lebt im Grünwald
Thranduil - König vom Grünwald
Lúthanell - lebt im Grünwald
Cirdan - Herr der Grauen Anfurten
Laerion, Lindiel, Geliriel, Cuina und Glîrion - Musiker aus Valinor
Baumbart - Ent aus dem Fangornwald
Melima Enyalie - Mädchen aus Bruchtal
Innmanadh - Junge aus Bruchtal
Mireyen - Mädchen aus Bruchtal
Nazgûl - Ringgeist
Glorfindel - ehemaliger Berater Elronds, lebt an den Grauen Anfurten

Kapitel 1
Wir befinden uns im westlichen Teil Mittelerdes im Jahr 18 des vierten Zeitalters, also 20 Jahre nach der Zerstörung des EINEN Rings. Überall ist es nun friedlich.

Der neue König von Gondor meistert seine Aufgaben brillant, unterschreibt Verträge, vergibt Land und kümmert sich aufopferungsvoll um seine Bevölkerung.

Auch im Auenland ist die Ordnung wieder hergestellt, und dank Sam blüht auch alles prächtig.
In Edoras, der Hauptstadt von Rohan, steht dank dem erneuerten Bund mit Gondor auch alles zum besten.

Einzig und allein in Lothlórien hängen die Regenwolken tief, sehr tief.

Denn als Galadriel im Januar 3021 (Drittes Zeitalter) aufbrach um in den Westen zu segeln, hatte sie leider Celeborn vergessen, ob Absicht oder nicht war nicht klar zu erkennen, aber seitdem ist Celeborn einfach nicht mehr der Selbe. Er schreit die Elben um ihn herum ohne Grund an und entbindet auch gelegentlich den ein oder anderen von seinen Pflichten (im Klartext: er entlässt sie fristlos). Aus diesem Grund ist in Lothlórien natürlich nicht mehr viel los, denn die Elben, die noch da sind, werden sich auch bald auf den Weg zu ihren Verwandten oder Bekannten nach Bruchtal, Düsterwald oder sonstwohin in Mittelerde begeben.

Aber reden wir nicht mehr von Celeborn, sondern begeben uns lieber nach Minas Tirith, der Hauptstadt von Gondor. Dort lebt seit 3019 der neue König Elessar Elbenstein, manche nennen ihn Aragorn oder sogar Streicher (wegen seiner Vergangenheit als Waldläufer), aber bleiben wir lieber bei dem Namen Aragorn. Also, dieser muskulöse, ‘gutaussehende’, kampferprobte Mensch regiert nun schon seit 20 Jahren den Westen von Mittelerde und an seiner Seite, die hübsche, elegante und sehr temperamentvolle Elbin Arwen Undómiel, übersetzt Arwen Abendstern und der Kürze halber Arwen.

Frau Arwen diskutiert gerade mit ihrem Gemahl über die Geburtstagsfeier ihres Vaters am 04.04. diesen Jahres:

Arwen: … bitte Schatzi, ich möchte doch nur diese eine Party geben, meinem Vater zuliebe sag bitte ja. Schau mal der Thronsaal ist groß genug um alle Leute unterzubringen. Und genug Gästezimmer haben wir auch. Bitte, bitte, bitte sag ja!!!!!!!!!….

Aragorn hörte sich die Bitte seiner Frau jetzt schon seit drei Stunden an und überlegte, ob er nicht doch lieber zu der Sitzung des Rats gehen sollte die schon vor einer Stunde begonnen hatte. Aber er konnte seiner Frau nicht einfach so zustimmen. Das hatte er nämlich zur Weihnachtsfeier vor drei Jahren schon gemacht und das ging dann kräftig in die Hose. Er hatte ohne die Sache zu bedenken ‘ja’ gesagt und hinterher sah das Haus, oder sagen wir besser die ganze Stadt, wie kurz nach dem Ringkrieg aus. Aragorn schüttelte angewidert den Kopf. Arwen sah das und stellte ihren Mann zur Rede:

Arwen: Ich seh schon, so komme ich bei dir nicht weiter, warum willst du mir nicht noch mal eine Chance geben, das vor drei Jahren war nicht meine Schuld. Die Party lief doch hervorragend…

Aragorn: … bis diese sagen wir Hundert Ostlinge…

Arwen: … Einhundert und dreiundzwanzig um genau zu.. (ein strafender Blick von ihrem Mann ließ sie zusammenzucken) OK ich hätte besser aufpassen sollen, aber was kann ich dafür, dass deine Wachen nicht eingegriffen haben….

Aragorn: …. du hast ihnen doch gesagt, dass sie für den ganzen Tag frei haben und du kennst doch unsere Wachen, ist der König nicht da wird’s nicht so genau genommen und als die Ostlinge kamen, waren schon alle viel zu betrunken um etwas zu unternehmen. Also, auch wenn ich diesmal anwesend wäre, sage ich nein (da Arwen gerade anfangen wollte, lauthals los zu heulen, ließ er sich schnell etwas einfallen um die Situation zu retten), aber… ich hätte eine Idee, wo du die Party geben könntest (schon hatte sich Arwen wieder gesammelt und war ganz Ohr) wie wäre es mit Bruchtal, da stört mich keiner, Minas Tirith bleibt unbeschädigt und außerdem kannst du dort alles in Ruhe aufbauen und vorbereiten. Und ich muss jetzt ganz dringend zu dieser verdammten Sitzung.

Doch er kam nicht weit, denn Arwen musste ihn nun erst noch zehn Minuten danken und umarmen. Aber er schaffte es dann doch irgendwie aus dem Zimmer und schließlich zu seiner Sitzung.

Arwen war derweil schon am Kofferpacken um nach Bruchtal aufzubrechen.

Da sie schon seit 18 Jahren nicht mehr dort war, musste sie sich die Gegebenheiten erst einmal genauer betrachten. Seit ihre beiden Brüder das Haus für sich hatten, konnte sie sich schon ausrechnen, wie es dort aussah und sie hatte nur noch knapp drei Monate um Einladungskarten zu schreiben, ganz Bruchtal von Elladans Freunden zu säubern, er hatte nämlich die Angewohnheit die Nächte durchzufeiern und alle möglichen Kumpel aufzunehmen. Elrohir hatte ihr in übermäßig vielen Briefen das gelegentliche Chaos beschrieben. Und dann musste sie die Antworten zusammenzählen um berechnen zu können wie viele Menüs sie eigentlich brauchte, ganz Bruchtal dekorieren musste sie auch noch und überhaupt das wichtigste: für die Schlafgelegenheiten sorgen. Sie hatte also noch viel vor und nur wenig Zeit. Nachdem sie ihre Sachen gepackt hatte, ging sie zu ihrem Schreibtisch nahm einen schönen Bogen Briefpapier und schrieb ihrem Gemahl folgenden Brief:

*

Lieber Ari,
wenn du diesen Brief hier liest, werde ich wahrscheinlich schon auf dem Weg nach Bruchtal sein, um mir alles genau anzuschauen und zu planen.

Ich bitte dich, während ich weg bin, nicht zu lange aufzubleiben und zu den Leuten höflich zu sein. Außerdem könntest du dich bitte darum kümmern, dass meine Blumen immer genügend Wasser bekommen?

Ich danke dir und werde die immer lieben.

Deine Arwen

PS: Bitte wasch dich immer gründlich und zieh dir jeden Tag frische Sachen an!

*

Arwen war mit dem Brief zufrieden und steckte ihn in einen Umschlag. Darauf schrieb sie aber nichts, sondern küsste ihn, sodass nur ein Kussabdruck darauf sichtbar wurde. Dann ging sie an die Tür und rief nach einem Boten, der den Brief zu ihrem Schatzi ins Büro bringen sollte, einen Diener, der die Koffer zur Eingangstür bringen sollte und nach ihrer Assistentin, die sie mit nach Bruchtal mitnehmen wollte.

Nach einer halben Stunde war alles organisiert und Arwen, die Königin von Gondor, erhob sich auf dem Rücken eines Adlers in Richtung Westen nach Bruchtal mit Umstieg in Moria in einen Schnellzug. Da Arwen das Fliegen überhaupt nicht mochte, sie aber einsah, dass es die schnellste Möglichkeit war von A nach B zu kommen, schlief sie die ganze Strecke bis nach Moria.

Dort angekommen wurde sie von zwei freundlich aussehenden, in eleganten Anzügen steckenden Zwergen begrüßt und für die Fahrt durch das Nebelgebirge vorbereitet. Man musste sich in ein hochmodernes Zug-Abteil setzten und anschnallen. Während der Fahrt konnte man viele hell-neonerleuchtete Orte sehen, man konnte aber auch, wie Arwen, die ganze Fahrt über schlafen. Ihre Assistentin, Ancalime, die Gondor zum ersten mal verließ und dann gleich durch Moria hindurch fuhr, hing die ganze Zeit am Fenster und staunte über die vielen neuen, ihr unbekannten Gegenden. Als Arwen aufwachte bemerkte sie, dass Ancalime nicht mehr im Abteil saß und da sie nicht mehr schlafen konnte, beschloss sie nach ihrer Assistentin zu suchen. Sie fand sie zwei Abteile neben dem ihren mit einem Zwerg und einem schlanken großen Wesen, zumindest im Vergleich zu dem Zwerg. Da es etwas schummerig war erkannte sie nur Ancalime genau und war überrascht, als die große Person sie ansprach:

Bitte setzt dich doch Arwen! Ancalime erzählte uns gerade, dass du vorhast eine Geburtstagsfeier für deinen Vater zu organisieren und zwar in Bruchtal.

Der Zwerg mischte sich ein und meinte: Da braucht ihr sicher tatkräftige Unterstützung, denn als wir vor knapp einem Monat dort waren, hatte Elladan gerade einen Partymarathon angefangen und wie ich die Elben kenne müssen sie es immer übertreiben.

Die erste Person fiel der zweiten ins Wort: Was soll das heißen Gimli ‘wie ich die Elben kenne müssen sie es immer übertreiben’, schau dir doch mal deine eigenen Artgenossen an, wer hat denn einen Gräuel aus dem Schlaf geweckt, hier in Moria, he???

Gimli (etwas peinlich berührt): Musstest du das jetzt ansprechen, Legolas mein Junge, außerdem hab ich doch nicht alle Elben gemeint. Nur Elladan übertreibt es immer mal ein bisschen. Beim letzten Wettsaufen hat der mich doch tatsächlich unter den Tisch gesoffen.
Daraufhin prustete Legolas los und bekam sich fast nicht mehr ein.

Gimli: So lustig ist das auch nicht Herr Elb. Ich hatte am nächsten Tag einen mordsmäßigen Kater, aber dein Bruder Arwen, der wollte schon den nächsten herausfordern. Ich glaub, der braucht mal eine Entziehungskur.

Legolas (noch immer mit einem Grinsen im Gesicht bemerkte, dass Arwen immer noch in der Tür stand): Arwen bitte setz dich und erzähl uns, was dich hier nach Moria treibt.
Arwen, die während der Unterhaltung verzweifelt versuchte die ihr bekannten Stimmen einzuordnen, war freudig überrascht, Gimli und Legolas hier vorzufinden. Allerdings hatte sie nicht vor schon alles auszuplaudern, wie Ancalime, aber da sie Gimli und Legolas sowieso einladen wollte und noch Unterstützung bei den Vorbereitungen brauchte, konnte sie sie ja bitten gleich mitzukommen.

Arwen: Also, ich bin, wie Ancalime euch sicher schon berichtet hat, auf dem Weg nach Bruchtal. Ich möchte eine wunderschöne Party für meinen Vater geben. (Als sie dies erklärte, sah sie die grinsenden Gesichter von Legolas und Gimli) Was schaut ihr denn so amüsiert?
Legolas: Na ja, ich erinnere mich ja nur ungern an deine letzte Party zu Weihnachten vor, Gimli hilf mir, wann war das noch mal?

Gimli: Vor ca. drei Jahren, glaub ich, aber Legolas hat Recht, willst du wirklich noch mal eine Party riskieren und dann noch mit deinem Vater!

Legolas: Außerdem, wieso willst du eigentlich in Bruchtal feiern, in Minas Tirith…
Arwen (der es nun zu bunt wurde): … ist nicht genügend Platz und außerdem ist Bruchtal zentraler, da ist es egal, ob man aus dem Auenland, aus Rohan, aus Lothlórien oder aus Valinor kommt.

Gimli: Wer soll denn alles aus Valinor kommen?

Arwen die ein Glänzen in Gimlis Augen sah als sie Valinor sagte, erkannte ihre ersten Opfer für das Partyservice-Team.

Arwen: Wenn ich euch das erzählen soll, müsst ihr mir nach Bruchtal folgen und mir bei den anstehenden Vorbereitungen helfen!

Legolas und Gimli, die eigentlich gerade auf dem Weg waren die Ents zu besuchen, stimmten ein und waren schon gespannt was Arwen da wieder fabrizieren würde.

Es dauerte noch zwei weitere Tage bis sie endlich das letzte heimelige Haus betraten. Die Gruppe musste nämlich wegen Gimli warten. Er musste erst noch durch den Zoll von Hulsten gehen, da er Moria-X in seinem Koffer hatte.

Kapitel 2
Nachdem Gimli die Zollbeamten dank Legolas Hilfe nicht zu Brei geschlagen hatte, denn sie wollten ihm sein Moria-X wegnehmen, ein wirklich vorzüglich schmeckendes Gebräu, solange man ein Zwerg ist, ging die Reise der inzwischen vier Leute nach Bruchtal weiter.
Da Arwen keine Lust hatte wieder mit dem Adler zu fliegen und Gimli anscheinend auch nicht begeistert war sich auf so ein Federvieh zu setzten, nahmen sie den ERIADOR-EXPRESS. Dieser Schwebebahn-ähnliche Bau fuhr direkt und ohne Halt von Moria nach Bruchtal, und zurück. Die Fahrt dauerte fünf Stunden, also hatten unsere Freunde genügend Zeit, sich von vergangenen Erlebnissen zu berichten.

Arwen fing an. Sie wohnte ja nun schon seit fast 20 Jahren in Minas Tirith und dort war natürlich immer ein reges Treiben. Sie erzählte z. B. von dem saumäßig schlechten Zustand des Verkehrs, der dank Aragorn nun wieder reibungslos lief.

Nach drei Stunden hörte sie endlich wieder auf zu reden, oder schien es nur so, denn Legolas griff jetzt ein und versuchte mit Gimlis gelegentlichen Entrüstungen und Verbesserungen die letzten drei Jahre zu rekapitulieren. Er war mit Gimli in den Minen von Moria gewesen und in den Höhlen von Helms Klamm und danach wollten sie eigentlich zu Fangorn und seinen schönen Wald durchwandern. Auf Gimlis Gesicht zeichnete sich bei Legolas Worten eine kleine Blassfärbung, anscheinend war er von der Idee nicht so ganz begeistert.

Und jetzt wollten Gimli und Legolas, da sie sie noch nicht kannten, alles von Ancalime und ihrem bisherigen Leben wissen.

Allerdings fuhr der Zug gerade im Bahnhof von Bruchtal ein. Na ja Bahnhof von Bruchtal konnte man nicht direkt sagen, denn man musste noch eine halbe Stunde laufen.

Aber jetzt waren die vier Reisenden endlich am Ziel. Arwen erkannte schon von weitem die vielen Müllkippen rund um das Haus, aber besonders die unter dem Fenster zum Festsaal. Sie war bestürzt und rannte sofort los um ihre Brüder oder jemanden mit Verstand zu suchen. Alle Räume die sie aufsuchte waren leer. Arwen war schon fast verzweifelt als Ancalime sie darauf aufmerksam machte, dass aus einem sehr abgelegenen Teil des Hauses undefinierbare Geräusche kamen. Alle vier suchten nun nach der Geräuschquelle.

Es waren Elladan und, das konnte Arwen gar nicht fassen, Haldir. Die beiden lagen mit Shorts bekleidet am Boden und, was Arwen noch weniger ertragen konnte, überall waren Zigarrenkippen und leere, teilweise zerbrochenen Bierflaschen verstreut!

Nachdem Arwen und der Rest sich wieder gefasst hatten, hoben sie die beiden sturzbetrunkenen und total eklig stinkenden Elben auf und setzten sie erst einmal in einen der leeren Räume.

Danach suchten sich die vier ihre Zimmer für die vorübergehende Unterkunft, wenn erst mal wieder Ordnung in Bruchtal herrschen würde, würden sie sich andere Zimmer aussuchen.
Da es schon gegen Sonnenuntergang ging, entschieden sie erst am nächsten Morgen mit dem Saubermachen anzufangen. Sie widmeten die Zeit bis zum Schlafengehen den beiden immer noch recht stark lallenden Elben. Arwen beauftragte Ancalime zwei Bäder einzulassen und Legolas und Gimli sollten sich darum kümmern, dass Elladan und Haldir für das Bad fertig gemacht wurden. 15 Minuten später saß Haldir mit Ancalime und Gimli in dem einen Badezimmer und wurde von unten bis oben gesäubert. In dem anderen Zimmer saßen Elladan, seine Schwester Arwen und Legolas. Arwen versuchte verzweifelt ein paar nützliche Informationen aus Elladan zu bekommen, aber dieser lallte nur. Hier ein kurzer Auszug:

Arwen: Na komm schon Dan, stell dich nicht so an und erzähl mir bitte, wo Elrohir ist.
Elladan: Häh? Elllohier? Wer isss’n dassssssss? Den kennn isch nisch! (dabei platschte er immer wieder in das Badewasser, welches sich so gleichmäßig auf das Bad und Arwen und Legolas verteilte)

Arwen war nun verzweifelt und wusste sich nicht anders zu helfen als:
Arwen: Legolas, versuch du es mal. Ich geh mal zu Haldir, vielleicht spuckt der mehr aus!
Legolas: Ist OK!
Arwen ging ab. Legolas versuchte nun ein paar Fakten aus Elladan zu bekommen und sprach deshalb zu ihm wie zu einem Kind.
Legolas: Also Elladan, erzähl mir mal wo sind wir hier?
Elladan (da er die Antwort darauf wusste, freute er sich riesig und verteilte noch mehr Badewasser): Bei mir zu Hause!
Legolas (glücklich über seinen Erfolg, versuchte er es weiter): Und wer wohnt hier noch, außer dir?
Elladan (überlegte eine Weile): Halier?
Legolas: Und wer noch?
Elladan (überlegte wieder eine Weile): Du?
Legolas trieb dieses Spielchen noch eine Weile, aber kam auch nicht wesentlich weiter als Arwen. Er gab es schließlich auf und ließ Elladan mit seinem gelben Quietscheentchen spielen und versuchte nebenbei das ganze Wasser aufzuwischen.

In dem anderem Badezimmer saß Haldir. Wie Ancalime und Gimli feststellten, war er nicht so betrunken wie Elladan und wesentlich redseliger, was Arwen feststellte, als sie ihn zur Rede stellte:
Arwen: Also, Haldir erzähl du uns doch bitte, wo Elrohir ist!
Haldir: Der hat sich einfach so verdrückt. Isch glaub dem wars hier ‘n bischen zu voll. Hat was mit Kühlschrank und Zettel gefaselt und dann war er weg. Aber die Party war trotzdem suuuuuper.
Arwen reichten diese Informationen schon und so ging sie mit Ancalime in die Küche um nach diesem Zettel zu suchen.
Natürlich war auch hier ein Chaos angerichtet worden und die beiden Elbinnen brauchten geschlagene fünf Minuten um zum Kühlschrank zu kommen. Dort angekommen nahm Arwen den Zettel und las ihn laut vor:

Hallo “geliebter” Bruder,
wenn du das hier liest, gratuliere ich dir, dass du mal wieder einigermaßen nüchtern bist!
Ich habe beschlossen mir diese Schweinereien nicht mehr länger anzuschauen und nach Lórien zu gehen, egal, ob da Großvater lebt und ziemlichen Trübsal bläst, aber wenigstens ist es dort sauber (hoffentlich). Wenn du dich wieder gefangen hast, kannst du mir ja eine Nachricht zukommen lassen.
Elrohir!

Arwen war von dieser Nachricht betrübt und Ancalime musste sie erst einmal zu ihrem Schlafgemach führen. Sie kümmerte sich darum dass Arwen sich umzog und ins Bett schlüpfte.

Danach schaute sie noch einmal in den Bädern nach, allerdings waren sie schon leer. Sie suchte nach den vier Männern und fand Elladan und Haldir schon friedlich schlafend vor. Legolas und Gimli unterhielten sich noch auf der Terrasse. Ancalime wünschte ihnen eine gute Nacht und begab sich auch zu Bett.

Legolas und Gimli beschlossen nach einer Weile des Schweigens und Sterneguckens auch zu Bett zu gehen.

Kapitel 3
Arwen wachte nach einem schönen angenehmen Traum auf. Ein Sonnenstrahl fiel in ihr Zimmer. Sie stand auf, zog sich putzgerecht an und ging die anderen suchen. Sie fand sie schon tüchtig arbeitend vor. Sogar Haldir und Elladan halfen, zwar widerwillig, da sie lieber etwas Hochprozentiges trinken wollten, aber Gimli ließ sie nicht aus den Augen. Ancalime bemerkte Arwen sofort.

Ancalime: Einen wunderschönen guten Morgen, Arwen. Das Frühstück steht in der Küche. Wir haben schon einmal angefangen und wollten dich nicht wecken.
Arwen: Danke. Das ist lieb von euch.
Sie ging in die Küche. Jetzt war alles aufgeräumt und geputzt und überhaupt nicht mehr mit gestern vergleichbar. Auf dem großen Tisch stand ein Gedeck für sie mit Kaffee, Brötchen und Marmelade.

Nach dem Frühstück ging sie zu den fleißigen fünf zurück.
Sie schnappte sich Ancalime und machte erst einmal einen Rundgang durch Bruchtal. Dabei ließ sie Ancalime aufschreiben, was alles gemacht werden musste.
Arwen: Also, erst mal müssen die ganzen Müllhaufen weggeräumt werden und dafür brauchen wir sicher eine Woche.
Ancalime: Sollten wir nicht lieber einen Müllservice bestellen oder wenigstens Container anfordern?
Arwen: Also, einen Müllservice nicht gerade, aber einen großen Container kannst du vorsichtshalber auf den Zettel schreiben. So, gehen wir mal rein und schauen uns die Zimmer an.

Sie gingen durch Flure, lange Gänge und schauten in alle Räume. Am Ende ihres Rundgangs, hatte Ancalime zehn A4 Seiten mit allen möglichen Sachen, die noch zu machen waren. Arwen beschloss, sich sofort in ihr Zimmer zu begeben und alles zu organisieren. Ancalime wurde beauftragt, ein ordentliches Mittagessen zu kochen.

Nach einer halben Stunde klopfte es an Arwens Tür.
Legolas: Arwen, kann ich reinkommen? Ich hab hier noch dein Gepäck!
Arwen: Ja! Stell sie da neben das Bett!
Legolas tat wie ihm befohlen und ging dann zum Schreibtisch. Er hatte etwas, dass er loswerden wollte, aber er wusste nicht wie er anfangen sollte. Arwen half ihn auf die Sprünge:
Arwen: Ist noch irgendetwas Legolas?
Legolas: Ja, ich soll dir sagen, dass das Essen fertig ist!
Arwen: Noch irgendwas?
Legolas: Ähm, ja. Ich hab eine Frage!
Arwen (lächelte): Na dann raus damit!
Legolas: Ähm, kann es sein, dass Ancalime…. ähm… schwanger ist?
Arwen (nickte): Ja das stimmt! Aber bitte, schweig darüber. Sie mag es nicht, wenn man ihr das, ähm, wenn man ihr das schon ansieht!
Legolas: Ist gut! Aber sie sollte dann keine schweren Tätigkeiten mehr übernehmen!
Arwen: Schon gut Legolas! Wie war das, das Essen war fertig, dann komm. Ancalime kocht sehr gut!

Wenige Minuten später saßen alle in der Küche und lobte Ancalime in den höchsten Tönen.
Gimli: Das schmeckt köstlich, Ancalime. Du musst Arwen überreden das Essen für Elronds Festessen mitkochen zu dürfen.
Ancalime: Danke Gimli! Ich werde es mir überlegen!

Als alle fertig waren, fing Ancalime an den Tisch abzuräumen und den Abwasch zu machen. Der Rest der Gemeinschaft begab sich auf seine Zimmer und ruhte sich aus.
Gegen drei Uhr nachmittags rief Elladan recht aufgeregt nach seiner Schwester. Als sie zu ihm kam, sah sie, dass ihre ersten verschickten Nachrichten Erfolg hatten. Denn im Vorgarten stand eine ganze Truppe Elben, mit Eimern, Besen und einem großen leeren Container.
Arwen begrüßte sie hektisch und zeigte ihnen sofort ihre Arbeitsstellen. Die Elben machten sich auch sogleich an die Arbeit. Nur Elladan war nicht so begeistert, er mochte Bruchtal so wie es war und konnte seine Schwester absolut nicht verstehen, warum für Vaters Party alles auf den Kopf gestellt werden musste.

Da nun jeden Tag hektisches Leben in Bruchtal herrschte, sahen sich die sechs Freunde nur noch gelegentlich und zu den festen Mahlzeiten.
Haldir und Elladan waren mit einem Therapeuten beschäftigt, den Arwen engagiert hatte. Elladan und Haldir sollten nämlich von ihrer Alkoholsucht bis zu Elronds Feier befreit sein, so sah das zumindest Arwen. Also gingen Elladan und Haldir, immer mehr oder weniger begeistert, zu ihrer Therapie. Gimli und Legolas kümmerten sich deshalb gelegentlich um die beiden, wenn sie schon wieder zur Flasche greifen wollten. Haldir machte sich sogar sehr gut, nur Elladan fand man des öfteren in einer Ecke liegen und vor sich hin lallend.
So zum Beispiel am 29. Februar:

Elladan torkelte durch einen Flur in der Gegend von Ancalimes Zimmer. Durch Elladans Geräusche aufgeschreckt ging sie aus ihrem Zimmer.
Elladan: Hey du, disch kenn isch doch. Kannse mir ma sagen wo isch noch so ne Flasche von den scharfen Zeuch hergriege???
Ancalime (bemerkte, dass Elladan eine Flasche von Gimlis Schnaps in der Hand hielt): Zeig mir mal was du da trinkst.

Sie nahm ihm die Flasche ab und stellte sie auf ein Fensterbrett. Danach stützte sie Elladan und führte ihn zur Eingangshalle, da sie dort Arwen vermutete.
Ancalime: Na los, ich bring dich erst mal zu deiner Schwester, die hilft dir sicher weiter. Sag mal, wo hast du die denn eigentlich her?
Elladan: Ach die, die stand da an so ‘nem Fester und da hab ich mir gedacht, die nehm ich mir und (dabei sah er Ancalime an) du bist aber hübsch….
Ancalime: Ja ja schon gut. Oh schau mal wer da kommt. Hey Legolas, hilf mir mal bitte.

Legolas kam gerade eine Seitentreppe hinunter und bemerkte Ancalime. Er nahm ihr Elladan ab und so gingen die beiden mit dem lallenden Elladan zu Arwen. Als Arwen sie entdeckte, rannte sie ihnen sofort entgegen.

Arwen: Oh mein Eru. Elladan, kannst du dich nicht einmal beherrschen. Immer musst du einen Ärger machen. Na ja, Legolas kannst du ihn zu seinem Therapeuten zurück bringen, ich werde noch später mit ihm darüber reden.
Daraufhin verschwand Legolas den Elben über der Schulter tragend. Ancalime erklärte derweil Arwen, wo sie Elladan fand.

Ancalime: Also, ich fand ihn im Flur vor meinem Zimmer und er hatte eine von Gimlis Flaschen in der Hand. Er meinte, er hätte sie von einem Fensterbrett genommen.
Arwen: Danke Liebes, ich werden mich mal mit Gimli unterhalten. Da haben wir schon zwei Drogensüchtige und dann lässt der das Zeug noch zugänglich stehen, so dass jeder dran kann. Tze tze tze.

Und damit ging sie ab und ließ Ancalime allein zurück. Diese ging zurück in ihr Zimmer und schrieb ihren Brief, den sie wegen Elladan unterbrechen musste, zu Ende:

Hallo mein Liebster,
ich hoffe du vermisst mich schon schmerzlich. Ich tue das nämlich. Mir geht es aber trotzdem gut. Dank Arwen ist Bruchtal schon fast wieder ein ansehnlicher Fleck Erde. Gerade hatte Elladan wieder einen Rückfall. Hoffentlich geht es ihn in zwei Monaten besser.
Hier läuft übrigens auch alles gut voran. Arwen hält uns ganz schön auf Trapp. Ich durfte sogar die Einladungen schreiben. Manche Anschriften hatten ganz schön komische Namen, aber was soll man dagegen machen. Na ja ich mach jetzt Schluss. Schreib mir bitte schnell zurück, was so in Minas Tirith los ist und wie es unseren Freunden und wie es deinem Vater geht.
Deine Ancalime

Als sie ihn versiegelt hatte, ging sie einen Boten suchen und dann weiter in die Küche. Es war nämlich gerade Elf Uhr und Zeit zum Essen machen.
Aber als sie die Küche betrat, sah sie, dass schon eine Menge Elben darin zu tun hatten und sie wahrscheinlich nur stören würde.
Also setzte sie sich wieder in Bewegung und schaute bei der Therapie der beiden Elben vorbei.

Kapitel 4
Als sich Ancalime nun dem Therapie-Zimmer näherte, ganz in Gedanken, da sie immer noch an ihren Liebsten dachte, bemerkte sie den laufenden Meter von Zwerg nicht und stieß mit ihm frontal zusammen. Gimli war gerade auf dem Weg zu seinem Elbenfreund.

Ancalime (rot angelaufen): Oh Entschuldigung, Gimli. Ich hab dich gar nicht kommen gesehen. Da ich vorhin Elladan getroffen hatte, wollte ich mir seine und Haldirs Fortschritte mal anschauen. Kommst du gerade von dort?
Gimli: Mmh, ja, ich bin auf dem Weg zu Legolas.
Ancalime: Schön, wir sehen uns dann später.

Die beiden trennten sich und Ancalime ging in Richtung Therapieraum weiter. Schon von weitem hörte sie einen ohrenbetäubenden Krach der, für empfindliche Ohren, wie ihre es waren, eigentlich hochgradig gesundheitsgefährdend war. Doch sie ging mutig weiter, der Geräuschquelle immer näher kommend.
Plötzlich brach der Lärm ab und Ancalime setzte, mit einem Anflug von Tinnitus, ihren Weg fort. Nach einem kurzen Umweg in den Garten, wo sie ein paar Blumen pflückte, kam sie endlich vor dem Therapie-Zimmer an. Sie legte ihre Hand auf die Türklinke und schon ging der Krach wieder von vorn los. Allerdings war er jetzt noch intensiver und Ancalime wäre fast in Ohnmacht gefallen, hätte sie nicht die Türklinke schon in der Hand gehabt. Aber sie hielt sich tapfer und öffnete die Tür. Dabei kam ihr ein erneuter Schwall des Lärms entgegen.

Als sie in das Zimmer trat, sah sie einen völlig ruhig dasitzenden Elb hinter einem massiven Schreibtisch und als sie nach links schaute einen wie verrückt abrockenden Elladan an der E-Gitarre und einen ziemlich überanstrengten Haldir am Schlagzeug.
Erst nachdem Ancalime den Stecker der E-Gitarre gezogen hatte, bemerkte sie der Therapeut und bedeutete den beiden Elben doch mit ihrem Spiel aufzuhören. Übrigens, Elladan spielte seine Gitarre noch immer, obwohl kaum noch Töne von ihr kamen.

Ancalime: Guten Tag, Herr äh…, wie war euer Name noch mal?
Therapeut: Wenn Sie auf meine Tafel geschaut hätten, wüssten Sie, dass mein Name Dr. Lecter ist. Aber trotzdem, auch ich wünsche Ihnen einen guten Tag. Was kann ich für Sie tun meine Dame?
Ancalime: Ich wollte mich eigentlich nur erkundigen, wie es Elladan geht und wie es überhaupt mit der Therapie läuft, Dr. Lecter!
Dr. Lecter: Schön, ich habe gerade angefangen eine neue Behandlung durchzuführen. Ich nenne sie die “Musik-durch-Körper-und-Geist” - Therapie, Sie haben ja schon einen Teil davon gehört. Was halten Sie davon?
Ancalime (mit einem gezwungenen Lächeln): Ich finde sie ehrlich gesagt etwas laut und unkoordiniert, aber ansonsten eine super Idee.

Da Ancalime nicht noch einmal in den Geschmack kommen wollte ihre Freunde spielen zu hören, drückte sie dem Doktor die Blumen in die Hand und verließ das Zimmer. Allerdings öffnete sie die Tür etwas zu stürmisch und ein großer blonder Elb und ein kleiner Zwerg gingen durch den Zusammenstoß mit der Tür zu Boden.

Ancalime: Oh nein nicht schon wieder! Entschuldigung, Gimli und Legolas, das war keine Absicht, wirklich, es tut mir sehr leid!
Während sie das sagte, half sie den beiden auf und ging dann, ohne die beiden zu Wort kommen zu lassen, den Flur hinunter.

Gimli und Legolas schauten sich noch kurz verwundert an und Legolas rief sogar ein ‘Ist doch nichts passiert!’ hinterher, dann gingen die beiden in den Behandlungsraum von Dr. Lecter.
Der begrüßte sie herzlich und bat sie, sich doch zu setzten. Und bald darauf vernahm man wieder in halb Bruchtal das schrille Geräusch der E-Gitarre und das “Bang Bang” der Drums.

Adufalathiel: Disclaimer, wo bist du? Diiisclaiiiiimeeeer? Wo kann der denn nur stecken? Ich geh ihn mal suchen, vielleicht find ich ihn ja irgendwann einmal!

Kapitel 5
Währendessen, weiter weg. Um ehrlich zu sein, sehr viel weiter weg. Wir befinden uns nämlich auf Valinor, der Insel, wo die Ringträger jetzt ihr Leben verbringen.

Überall stehen Luxusvillen mit riesengroßen Gärten, die natürlich auch Pflege brauchen. Also sitzen die meisten Bewohner in ihnen und säen, jäten und buddeln in der Erde. Die Bewohner dieser Luxusvillen sind natürlich alles Elben.

Stopp!

Sind wirklich alle Bewohner von Valinor Elben?
Waren da bei der Fähre vom 27.Oktober 3021 nicht auch drei ‘Nicht-Elben’ dabei?

Ja, genau! Zwei haarige kleine Biester und ein griesgrämiger alter Waschmittelfanatiker waren dabei. Sie bewohnen jetzt Immobilien am Rande der Siedlung. Natürlich sind die zwei haarigen kleinen Biester keine solchen, sondern zwei sehr gut erzogene und immer höflich auftretende Hobbits, die aufgrund ihrer Gene eine einstöckige in der Erde liegende Villa bauen ließen. Und der alte griesgrämige Waschmittelfanatiker stellte sich als Gandalf der Weiße vor, der eine Elbenwohnung nicht ablehnte.

Aber, auch zwei wichtige Elben befanden sich auf der Fähre vom 27.10., nämlich Galadriel, die Trägerin von Nenya, dem Ring des Wassers und Elrond, der Träger von Vilya, dem Ring der Luft. Mit Gandalf, dem Träger von Narya, dem Ring des Feuers, bildeten die drei, die Ringträger der Drei Ringe (der Ringe, die vor langer Zeit den Elbenherrschern geschenkt wurden). Frodo und sein Onkel Bilbo wurden mit dem Aufenthalt auf Valinor belohnt, da sie beide die Träger des Einen Rings gewesen waren und somit unendliche Strapazen ertragen mussten. Natürlich genossen sie das Leben jetzt und waren total überrascht, als sie eine Einladung aus Mittelerde in ihrer Mail-Box hatten. Sie hatten schon lange nicht mehr an ihre alte Heimat gedacht, behaupteten sie in der Öffentlichkeit. Im Stillen mussten sie allerdings ständig an ihre Freunde denken. Besonders Frodo vermisste seine allerbesten Kumpanen Merry, Pippin und natürlich Sam. Merry und Pippin vermisste er, weil sie ihn immer zum Lachen gebracht hatten. Selbst in brenzligen Momenten konnten sie ihre Kommentare nicht zurückhalten (”Asche auf meinen Tomaten”). Aber Sam vermisste er wegen seiner engen freundschaftlichen Beziehung. Sam war immer zur Stelle und Frodo mochte ihn auch wegen seines gärtnerischen Talents. Denn jetzt saß er immer im Garten und musste die ganze Arbeit selbst machen. Sein Onkel rührte sich keinen Zentimeter mehr, er behauptete immer wegen seines Rheumas könne er sich nicht mehr bücken.

Aber Frodo sah ihn immer tüchtig trainieren, mit Fünf-Kilo Hanteln! Er fand heraus, dass sein Onkel wegen den vielen Elbinnen, die hier in der Umgebung wohnten, seinen Körper in Top-Form hielt. Bilbo, aber auch Gandalf dachte, sich so mehr Chancen auf ein Date zu verschaffen. Aber die beiden merkten schnell, dass sie auf der falschen Spur waren. Denn die hübschen Elbinnen waren eher von Frodo, dem kleinen niedlichen blauäugigen und nachdenklichen Hobbit angetan.

Der saß aber täglich im Garten und ackerte sich die Seele aus dem Leib und hatte außerdem kein sonderliches Interesse an einer zwischenartlichen Beziehung.

Und so fand ihn der Briefträger auch am 29.Februar vor. Der völlig begeisterte Frodo, der schon lange keine Post mehr gesehen hatte, riss dem Postboten den Brief regelrecht aus der Hand und nachdem er ihn gelesen hatte, rannte er vor Freude erst einmal quer durch den Garten. Allerdings hatte er vergessen, dass auch er nicht mehr der Jüngste war und so erlitt er einen kräftigen Atemnotstand und kam keuchend und nach Luft ringend wieder an der Haustür an. Der Post-Elb, der immer noch an der Tür stand, befürchtete schon Frodo würde das Zeitliche segnen, aber der fing sich nach fünf Minuten kräftigen Luftholens wieder und ging dann etwas verlegen ins Haus.
Dort legte er den Brief seinem Onkel vor, der ihn aufmerksam studierte.

Frodo: Und Onkel Bilbo, fahren wir zu Elronds Geburtstag?
Bilbo: Was sollen wir denn dort. Dem Alten können wir doch auch hier gratulieren, da müssen wir nicht erst noch Tausende von Hobbit-Talern für die lange Reise ausgeben.
Frodo: Das du an jeder Sache gleich das Negative hervorheben musst! Außerdem hat Arwen in ihrem Brief geschrieben, dass sie uns bei den Reisekosten unterstützt! Und überhaupt, bist du nicht gespannt die anderen wiederzusehen? Ich werde jetzt jedenfalls in mein Zimmer gehen und meinen Koffer packen!

Daraufhin verließ Frodo das Zimmer. Fast zur gleichen Zeit klopfte es an der Tür. Bilbo, der einsah, dass Frodo auf ihn sauer war und wahrscheinlich auf seine Rufe, doch bitte die Tür zu öffnen, nicht reagieren würde, begab sich selbst zu ihr. Dort stand Gandalf und auch er schien vollkommen aus dem Häuschen zu sein. Er wedelte mit seiner Einladung in der Hand wild in der Luft herum und war schon dabei sein Vorhaben zu erläutern (er hatte nämlich von Arwen den Auftrag bekommen, das Feuerwerk zu übernehmen). Aber leider vergaß er, dass er fast doppelt so groß wie ein Hobbit war und krachte erst einmal gewaltig gegen den Dachbalken.
Das bewirkte, dass das ganze Haus wackelte und so kam Frodo kreischend aus seinem Zimmer gerannt.

Nach kurzer Aufregung war aber wieder Ruhe in Beutelsend II eingekehrt. Gandalf wurde von Bilbo verarztet und Frodo machte erst mal einen Beruhigungstee. Danach unterhielten sich die beiden, denn sie freuten sich natürlich riesig auf das Wiedersehen mit allen. Nur Bilbo blieb griesgrämig in seinem Ohrensessel sitzen und tat so als lese er ein Buch.

Gandalf: Und Bilbo hast du schon deine Koffer gepackt?
Bilbo: Nein.
Es entstand ein unheimliches Schweigen.
Gandalf: Wieso denn nicht, freust du dich denn nicht darauf alle wiederzusehen?
Bilbo: Wen denn? Elrond und Galadriel sehe ich doch hier tagtäglich. Aragorn und diese Schnepfe Arwen können mir gestohlen bleiben. Und die restliche Gesellschaft kenne ich ja kaum, oder sie ist schon unter der Erde. Also, was soll’s?
Frodo: Also, was soll’s? Du solltest mal wieder dringend unter Leute kommen Onkel Bilbo!
Gandalf: Ja genau. Frodo hat recht. Du wirkst in letzter Zeit etwas gestresst.
Bilbo (plärrt plötzlich los): ICH BIN NICHT GESTRESST!!! Ihr geht mir in letzter Zeit nur alle so dermaßen auf *zensiert*zensiert*, dass ich froh wäre, wenn ihr mich mal in Ruhe lassen würdet!

Frodo und Gandalf gingen daraufhin betrübt aus dem Haus.
Gandalf: Also, wenn er meint, dass er keine Reise braucht, tze tze tze. Frodo, ich hoffe, du hältst es noch die drei Tage aus bis wir abfahren. Ich wünsche dir noch einen schönen und geruhsamen Tag.
Frodo: Danke Gandalf und Onkel Bilbo kann mir gestohlen bleiben. Bei seiner Laune würde ich ihn sowieso nicht mitnehmen. Bis in drei Tagen dann.

Also hatte Frodo noch zwei Tage Zeit alles zu organisieren. Er brauchte einen Gärtner, jemand der alle zwei Tage bei seinem Onkel vorbeisah und dann musste er immer noch packen. Deswegen ließ er keine Zeit verstreichen und fing sofort an alles vorzubereiten.
Währendessen, in einer anderen Ecke der Insel.

Elrond kam gerade in das Zimmer seiner über alles geliebten Schwiegermutter [haha] gestürzt. Die war allerdings gar nicht erfreut, dass er, ohne anzuklopfen, hier so reinstürmte. Also bekam Elrond erst mal eine gewaltige Standpauke von Galadriel.
Galadriel (wütend): … Noch nie was von Anstand gehört… So eine Unverschämtheit…
Elrond ließ die Schimpftirade wie immer über sich ergehen und versuchte ihr dann zu erklären warum er sie unbedingt sprechen musste.
Elrond: Galadriel, bitte hör mir doch mal zu.
Galadriel (immer noch wütend): Gib mir wenigstens mal mein Etui, wenn du schon keine Erziehung hast.
Elrond (folgte ihren Anweisungen und überhörte den letzten Gesprächsfetzen): Musst du immer rauchen! Und hör mir doch jetzt bitte endlich mal zu!
Galadriel (zündete sich gerade genüsslich eine Zigarette an): Na gut mein Lieber, was hast du denn auf dem Herzen?
Elrond: Also, ich hab gerade einen Brief bekommen und zwar aus, das kannst du dir bestimmt nicht vorstellen woher.
Galadriel: Aus Mittelerde?
Elrond: Hey das is gemein immer die Gedanken von anderen zu lesen!
Galadriel (entrüstet): Entschuldige mal, das mach ich nich mehr, schon seit, mmh, seit zehn Tagen nicht mehr. Ich hab übrigens auch einen Brief aus Mittelerde bekommen. Soll mich dringend bei Círdan melden.
Elrond (total enttäuscht, da Galadriel schon alles wusste): Stimmt, ich auch. Na prima (er schlägt sich mit den Händen gegen die Stirn) und wer passt nun auf meine Wohnung auf? Ich wollte dich eigentlich fragen, aber das hat sich ja dann erledigt!

Er ging enttäuscht aus Galadriels Wohnung, da sie schon wieder zu qualmen anfing und er den Gestank nicht mehr aushalten konnte. Seine schöne Kleidung, dachte er sich, alles verraucht, so konnte er doch nicht auf die Straße gehen. Da kam ihm plötzlich der Gedanke, dass doch Gandalf die Pflege seiner Pflanzen und seiner Korrespondenz übernehmen könnte. Also setzte er sich sofort ans Telefon und wählte Gandalfs Nummer. Allerdings war keiner zu Hause. Er versuchte es weiter bei den Hobbits, da sie ja eigentlich für Pflanzenpflege berühmt sind, aber auch dort nahm keiner ab. Über den Misserfolg deprimiert ging Elrond an die Bar und gönnte sich, überhaupt nicht nach seinen üblichen Normen, schon vor drei Uhr einen Tee. Schwarz. Mit einem Löffel Zucker und einer fünf Millimeter dicken Zitronenscheibe.

Kapitel 6
Drei Tage später. Elrond hatte endlich jemanden gefunden, der sich um seine Wohnung kümmerte. Und er hatte herausgefunden, dass Gandalf und auch Frodo mit nach Mittelerde fuhren. Auf dem selben Schiff, auf dem selben Deck und um Elendils Willen gleich nebenan in der Kabine. Elrond war einem Nervenzusammenbruch sehr nahe.
Aber die Schiffscrew half ihm wieder auf die Beine und so war die Überfahrt kein weiteres Problem.

Wir berichten bei Gelegenheit über wichtige Ereignisse an Bord und begeben uns wieder zurück nach Bruchtal zu Arwen und ihren Vorbereitungen zur Party.

Es ist inzwischen der 4. März, also noch genau ein Monat bis zum Ereignis des Frühjahrs. Na gut, eigentlich ist das Zwanzigjährige Jubiläum zum Ende des Ringkrieges das Ereignis des Frühjahres, aber wir befinden uns ja fast auf der anderen Seite des Kontinents und außerdem gibt Arwen die Party und das kann man schon als Großereignis bezeichnen. Wenn man sich nur einmal die Gästeliste anschaut. Da stehen Namen wie König Eomer von Rohan, Herr Faramir und Frau Eowyn von Ithilien, König Thranduil, König Théoden, ups, da hat Arwen wahrscheinlich übersehen, dass der nur noch als tote Leiche auftreten könnte. Na ja kein Wunder, dass die Einladung wieder an den Absender zurückgeschickt wurde. Mmh, wer steht noch so auf der Gästeliste? Ach ja, der Herr von Bockland, auch unter dem Namen Meriadoc oder Merry bekannt, der Thain (Peregrin Tuk oder Pippin) und der Bürgermeister des Auenlandes, Samweis Gamdschie. Der Herr von Lothlórien nebst Gattin, der Herr Frodo Beutlin, der Herr Bilbo Beutlin, wie aber schon erwähnt, wird der nicht anwesend sein. Anwesend sind hingegen schon Prinz Legolas vom Wald des grünen Laubes (Eryn Lasgalen, wie er von zwei hohen Elben umbenannt wurde), Gimli Glóins Sohn, Elladan und Elrohir (die Söhne des Elrond), [gut, Elrohir ist noch nicht da kommt aber noch! Bestimmt!] und Haldir von Lórien. Und Arwen ist auch schon da. Wer fehlt denn noch? Da waren doch noch mehr Leute, ach na klar, Gandalf der Weiße und der König von Gondor. Wie kann man die denn nur vergessen.

Na schön, kommen wir von der Gästeliste nun wieder zum Geschehen im heimeligen Haus.

Heute regnet es mal, wie schon fast den ganzen Februar.
Arwen ist natürlich überhaupt nicht begeistert. Aber sie denkt sich, wenn es jetzt regnet, regnet es vielleicht zu Papas Geburtstag nicht. Allerdings sind durch den Regen die Aufbauarbeiten wesentlich eingeschränkt. Man kann nichts außerhalb des Hauses vorbereiten, also sitzen die meisten Elben im großen Saal, schauen aus dem Fenster, unterhalten sich, lauschen dem Krach der Therapie-Stunde Elladan und Haldirs oder arbeiten in quietsch-gelben Regenmänteln im Garten.

Doch an diesem Morgen wurde die Stimmung etwas aufgelockert, denn Bruchtal bekam seine ersten Besucher. Man hörte sie schon von weitem streiten:
Merry: Schaut mal da ist es ja endlich!
Pippin: Hoffentlich gibt’s was zu Essen, ich sterbe gleich vor Hunger.
Merry: Reiß dich zusammen Pippin.
Sam: Genau, außerdem hattest du doch vor zehn Minuten erst was zu futtern. Wie kannst du da jetzt schon wieder ans Essen denken?
Pippin: Ich hab eben Hunger! Kommt, wer zuerst am Haus ist, bekommt den ersten Pilz!
Pippin läuft daraufhin wie vom Affen gebissen los.
Merry: Hey warte auf mich, ich will auch was abhaben.
Auch er läuft los, allerdings übersieht er ein Erdloch und fällt bäuchlings hin. Da es ja schon seit längerer Zeit regnete und der Boden deswegen recht schlammig war, sah Merry auch dementsprechend aus, als er sich wieder aufrappelte. Sam konnte sich beim Anblick Merrys nicht mehr halten und prustete laut los.
Sam: Hey Merry, der Schlamm steht dir, solltest du öfters tragen!
Merry: Danke Sam! (er wirft, als Rache, eine Hand voll Schlamm in Sams Richtung, verliert dabei allerdings das Gleichgewicht und landet wieder auf dem Boden, diesmal aber auf dem Rücken)
Als Entschuldigung hilft Sam dem armen Merry auf. Pippin, der ja schon vorgerannt war, bekam von dem Schlammgerangel nicht sonderlich viel mit. Aber er wartete an der nächsten Ecke auf seine Freunde. Als er Merry sah, musste auch er anfangen zu lachen. Und er bekam sich fast nicht mehr ein. Erst als er auf dem Boden lag, keine Ahnung, wie man beim Lachen auf dem Boden landen kann, aber auf jeden Fall war jetzt auch Pippin von oben bis unten mit Schlamm bedeckt.

Die Hobbits gingen nach Pippins Lachanfall im strömendem Regen weiter. Dadurch wurden ihre schönen Regenmäntel, in modischen Farben wie gelbbraun, türkis und pflaume, wieder einigermaßen sauber.

Fünfzehn Minuten nach diesem Ereignis kamen sie nun endlich in Bruchtal an. Sie wurden schon von einer ganzen Horde von Elben und Gimli erwartet. Sie wurden von allen freundlich begrüßt und sechs Elben kümmerten sich um die nassen und an einigen Ecken immer noch dreckigen Mäntel.

Arwen (freudestrahlend): Hallo meine Lieben. Ich freue mich, dass ihr den langen Weg zum letzten heimeligen Haus wieder gefunden habt. Kommt, ich zeige euch eure Zimmer, die ihr ja jetzt für einige Zeit in Beschlag nehmen werdet. (bei einem Blick in Sams Gesicht fügte sie hinzu) Ihr seid übrigens die ersten Gäste, aber wir erwarten täglich die nächsten.

Und damit ging sie vorneweg. Die Hobbits eilten ihr mit großen Schritten nach, wobei sie schlammige Fußabdrücke hinterließen. Allerdings schien das keinen zu stören.

Legolas: Hey Merry, was ist denn mit deiner Hose passiert?
Gimli: Ja und Pippin, deine Sachen sehen auch nicht besser aus!
Sam: Oh, Merry ist hingefallen, weil Pippin Hunger hatte und dann hat der sich auch noch hingelegt, weil er einen Lachanfall bekam, aber der Regen hat sie dann schon fast wieder sauber gemacht.
Legolas und Gimli schauten etwas irritiert bei Sams Erläuterungen. Ancalime hingegen lief sofort zu Arwen.
Ancalime: Arwen, soll ich schon mal den Tee aufsetzten lassen und ein paar Kekse bereitstellen? Unsere kleinen Gäste scheinen ein klein wenig hungrig zu sein!
Pippin (mischte sich ein): Was nur Kekse? Ich hätte gern eine ganze Schüssel voll Pilze, fünf bis fünfzehn Scheiben Toast, Käse, Tomaten…
Merry (unterbrach Pippin): Und was ist mit Möhren?
Ancalime (schaute irritiert, wegen den ungewöhnlichen Kaffeewünschen): Meint ihr das ernst, ihr wollt all diese Sachen zu Kaffee oder Tee trinken?
Pippin: Was Tee? Nein, dazu braucht man natürlich einen ordentlichen Bierkrug, bis obenhin mit leckerem frischem Bier.
Arwen: Na schön, Ancalime geh schon mal und versuch, etwas zusammenzustellen.
Ancalime ging daraufhin mit einem immer noch irritierten Blick in Richtung Küche.
Sam: Was ist denn jetzt mit unseren Zimmern, müssen wir auf dem Flur übernachten?
Arwen: Nein natürlich nicht. Kommt, wir sind gleich da.
Nach wenigen Augenblicken erreichten sie tatsächlich ein großes, aber hobbitgerechtes Zimmer. Arwen hatte geplant die fünf Hobbits (sie hatte die Absage von Bilbo noch nicht erhalten) in ein Zimmer zusammenzulegen. Im Moment schienen die bisherigen drei damit auch zufrieden. Die Elbenmenge ließ die drei nun alleine.
Merry: Also mich wundert es, dass diese Elbin noch nichts von den Essgewohnheiten der Hobbits gehört hat.
Pippin: Stimmt, und dann will sie uns auch noch Tee servieren, zu Pilzen!
Sam: Ich fand sie eigentlich ganz nett, sie hat doch Arwen den Vorschlag gemacht uns etwas zu Essen bereit zu machen.
Pippin (schüttelt den Kopf): Aber Sam was soll ich davon halten, die arme Rosie sitzt zu Hause, macht sich um dich Sorgen und du läufst jungen Elbinnen hinterher.
Sam: Entschuldigung, dass ich sie nett finde, darf man denn hier niemanden sympathisch finden?
Merry (beschwichtigend): Aber natürlich Sam. Komm, geh schon mal die Koffer auspacken, das machst du doch immer so toll.
Sam: Na gut.

Er ging ins Nebenzimmer und beschäftigte sich dort mit den Koffern. Merry und Pippin schlichen sich derweil aus dem Zimmer und besichtigten Bruchtal. (sie waren ja schon fast zwanzig Jahre nicht mehr da gewesen und da zuerst Elladan und Elrohir dort wohnten und nun Arwen ‘alles’ für die Party umbauen ließ, hatte sich viel verändert)

Sie gingen zuerst einen langen Flur entlang. Er war überall mit Schlingpflanzen umrankt und mit Blumengestecken, die jede Woche erneuert wurden, geschmückt.

Auch die Beleuchtung hing schon in Form von Lampions über den Köpfen der Hobbits. Sie staunten und waren schon gespannt, was sie hinter der nächsten Ecke sehen würden.

Auch der abbiegende Weg war festlich geschmückt. Die Hobbits gingen weiter. Als sie an einer Tür vorübergingen, merkten sie, dass sie nicht geschlossen war. Sie stand circa fünf Zentimeter offen. Da Hobbits ja schon immer recht neugierig sind, schlichen sich Merry und Pippin natürlich in den Raum.

Kapitel 7
Pippin: Hey Merry! Schau mal was da steht. (Pippin zeigte in die linke Ecke des Raumes)
Merry: Wow, das gibt’s doch nicht. So was hier in Bruchtal. Ein Schlagzeug und guck mal hier, eine E-Gitarre.
Pippin: Und hier hinten ist noch ein Mikrofon. Mit Verstärker!
Merry: Komm Pippin, probieren wir’s mal aus. Du hattest doch Gitarrenunterricht.
Pippin: Stimmt. Setz du dich ans Schlagzeug.
Merry: Hier das Mikro!
Pippin: Danke.

Und einen Augenblick später hörte man in ganz Bruchtal eine exzellent gespielte Gitarre und ein phänomenales Schlagzeug. Nach zehnminütigem Spiel hörte die Musik auf. Merry und Pippin waren gerade dabei, die Instrument wieder an ihre Plätze zu befördern, als Dr. Lecter ins Zimmer stürmte.

Dr. Lecter: Was haben Sie hier zu suchen? Das ist mein Behandlungszimmer. Sie können doch hier nicht so mir nichts dir nichts einbrechen und sich dann noch an fremden Sachen vergreifen!
Pippin wollte eine Entschuldigung aussprechen, aber der Doktor ließ ihn nicht zu Wort kommen.
Dr. Lecter: Ich gehe jetzt zur Frau Arwen und werde den Vorfall sofort melden. Also einfach hier einbrechen!
Gerade als Dr. Lecter den Raum verlassen wollte, stürmte ihn Arwen in die Arme.
Dr. Lecter: Oh Verzeihung, Frau Arwen! Aber schön, dass Sie hier sind. Ich habe gerade beobachtet wie sich diese zwei Übeltäter an meinen Therapieinstrumenten vergriffen und…
Arwen: Was, ihr beide wart das?
Merry und Pippin stammelten etwas unverständliches vor sich hin.
Arwen: Das ist ja fantastisch.
Alle schauten Arwen verdutzt an.
Arwen: Ich hab schon seit Monaten nach einer Band für den Geburtstag gesucht und irgendwie gehofft, dass Elladan und Haldir Talent haben, aber das trifft leider gar nicht zu. Dr. Lecter, wäre es möglich diese beiden Herrschaften in ihre Therapie als Musiklehrer einzubinden?
Dr. Lecter (wegen der Frage verwirrt): Ähm… Ja… Sicher. Das wird sicher machbar sein.
Arwen: Toll! Also, Merry und Pippin hiermit ernenne ich euch offiziell als Musiklehrer. Bitte, könnt ihr Haldir und Elladan das Spielen beibringen?

Merry und Pippin stimmten Arwen einerseits begeistert (sie konnten so noch mehr Zeit mit den Instrumenten verbringen) andererseits aber eher ablehnend (sie fühlten sich in Dr. Lecters Nähe unwohl) zu.

Als das geklärt war, schob Arwen die zwei Hobbits aus dem Behandlungszimmer des Doktors um ihn nicht weiter zu belästigen. Er konnte nämlich manchmal sehr ungewöhnlich reagieren, wenn man ihn in einem ungünstigen Moment störte.
So gingen die drei in den kleinen Saal um die versprochene Mahlzeit einzunehmen. Dort trafen Merry und Pippin auch wieder auf Sam. Der sah allerdings etwas missgelaunt aus, schließlich hatten sich Merry und Pippin einfach so aus dem Zimmer geschlichen.

Ancalime: Schön, dass ihr den Weg in unsere kleine Stube gefunden habt. (kleine Stube war allerdings etwas untertrieben, denn der kleine Saal hatte eine Länge von 15 Metern) Bitte lasst es euch schmecken! (dabei zeigte sie auf den reichlich gedeckten Tisch)

Da man mit vollem Mund ja nicht reden soll, war es in den letzten Minuten sehr still am Tisch, nur gelegentlich unterbrach ein Schmatzer von Pippin oder ein “Die Schüssel bitte hierher!” von Merry die Ruhe.

Zehn Minuten später:
Der Tisch war bis auf zwei Krümel leergefegt.
Ancalime konnte es nicht fassen. Von drei nur ca. 90 Zentimeter großen Wesen weggeputzt. Ein 15-Personen-Menü! Sie zog Arwen in eine Ecke des Raumes.
Ancalime: Arwen willst du die wirklich an der Feier teilnehmen lassen?
Arwen (ohne zu zögern): Natürlich!
Ancalime: Ich glaub, dann brauchen wir noch dreimal soviel, wie wir schon bestellt haben.
Arwen: Nicht nötig, wenn sie mein Spezialmenü essen, werden sie nach nur einer Portion pappsatt sein.
Sie ging wieder an den Tisch.
Ancalime (zu sich selbst): Na da bin ich ja mal gespannt!
Sie folgte Arwen.

Legolas, Gimli und Sam waren in ein Gespräch über Elben vertieft. Merry und Pippin unterhielten sich derweil mit Elladan und Haldir. Die Elben sollten ja zusammen mit den Hobbits die musikalische Umrahmung des Geburtstages übernehmen.
Merry: Also, was wollen wir denn überhaupt spielen? Eher was ruhiges oder…
Pippin (vollendet Merrys Satz): … eher was aufgedrehtes, was zum Tanzen?
Elladan: Ich würde sagen, in Anbetracht, dass mein Vater Geburtstag feiert, doch eher was ruhiges.
Haldir & Hobbits: Schade!!!!
Arwen: Was ist schade?
Haldir: Ach wir haben gerade über den Musikstil geredet der am 4. gespielt werden soll.
Elladan: Wir haben über was ruhiges so zur Umrahmung gedacht, oder doch lieber was rockiges zum Tanzen. Damit man nicht einschläft.
Arwen: Also Dan, wer soll bitte bei meiner Organisation einschlafen? (Merry und Pippin schauten sich an, so nach dem Motto: “War das jetzt eine ernst gemeinte Frage?”) Ich schlage vor, ihr macht eine Mischung. Mal was von dem, mal was von dem Stil. O.K.?

Währendessen führten die anderen eine hitzige Debatte.
Sam: Das kann doch nicht sein, dass alle ‘Voll-Elben’ blond sind. Das kann ich mir einfach nicht vorstellen.
Legolas: Glaub’s mir aber. Es ist so. Erinnere dich an Elronds großen Rat. Alle blonden Elben waren, wie du sagst ‘Voll-Elben’! Schau mich an, ich bin blond und ein echter Elb!
Sam schaute immer noch ungläubig.
Ancalime (die den letzten Fetzen noch mitbekam, fügte hinzu): Ich bin auch eine Elbin und habe brünettes Haar. Allerdings hatte ich auch einen sterblichen Vater.
Sam (fing wieder an): Und wieso gibt es bei euch nur Blonde oder Dunkelhaarige? Bei den Hobbits gibt’s ja auch Rothaarige.
Legolas: Ihr seid halt vom Land. Wir Elben leben ja bevorzugt im Wald oder in Lothlórien sogar auf Bäumen. Da sind die Gegebenheiten ganz anders.
Gimli: Oh ja! Aber bitte Legolas red nicht weiter von hohen Bäumen und Wohnungen darauf. (an Ancalime gerichtet) Ich bevorzuge lieber die Höhlen und Minen tief in der Erde.
Legolas: Deshalb seid ihr wahrscheinlich auch so klein. Zwerge, wie auch Hobbits!
Bevor Gimli und Sam etwas entgegnen konnten, unterbrach sie Arwen.
Arwen: Wie wäre es, wenn wir jetzt in die Halle gehen. (damit war das Kaminzimmer gemeint) Dort ist es doch viel gemütlicher als hier am leeren Tisch.
So ging die Gesellschaft in den vorgeschlagenen Raum. Nun unterhielten sich Merry, Pippin, Sam und Gimli. Haldir und Elladan besprachen mit Arwen noch einmal die Gästeliste und Legolas wollte mit Ancalime gerade über ihre Herkunft sprechen. Allerdings war sie verschwunden. Er ging aus dem Zimmer und hörte Ancalime im Gang.

Ihr schien es schlecht zu gehen, denn sie lehnte an der Wand und keuchte. Legolas rannte zu ihr und bat seine Hilfe an.
Ancalime: Danke Legolas. Bitte, kannst du mir zu meinem Zimmer helfen. Mir geht es so schlecht! Ich hätte den Hobbits nicht beim Essen zusehen sollen.
Legolas: Ist schon gut! Warte ich rufe nur noch Elladan. Er hat sicher irgendein Mittel für dich!
Legolas rief Elladan und hoffte, dass der seine Ohren gespitzt hatte und seinem Ruf folgte. Und tatsächlich nach zwei Minuten war er bei den beiden. Er erfasste die Situation sofort und lief in das Heilzimmer um etwas gegen Übelkeit zu holen. Legolas half derweil Ancalime in ihr Zimmer zu kommen und sich dort in einen Sessel zu setzten.
Ancalime: Danke Legolas! (sie lächelte, allerdings fing ihr Magen an zu rebellieren) Entschuldige mich kurz!

Sie stand wieder auf und ging ins angrenzende Bad. Nach ein paar Minuten hörte man das Wasser rauschen! [Ja Bruchtal ist schon so fortschrittlich und hat schon Klospülung und fließendes Wasser] Die Tür öffnete sich und Ancalime kam wieder heraus und durch die Zimmertür kam auch gerade Elladan herein. Er gab Ancalime einen Löffel von seiner Medizin und die beiden Elben ließen sie dann allein um sie ausruhen zu lassen.
Elladan: Weißt du wer ihre Eltern sind?
Legolas: Nein! Sie spricht wenig über sich! Selbst das sie schwanger ist, verbirgt sie sehr gut!
Elladan: Das stimmt. Es dauert bestimmt noch vier Monate, aber wenn man es nicht wüsste…
Legolas: Wieso fragst du?
Elladan: Was?
Legolas: Na, nach ihren Eltern!
Elladan: Ach so. Na ja, sie ist eine Halb-Elbin und das elbische Blut kommt mir sehr bekannt vor!
Legolas: Ja? Wen hast du im Verdacht?
Elladan: Denkst du, dass verrat ich dir? Nein, mein Lieber! Ich will keinen Streit anfangen! Es gab schon genug Tränen…
Haldir: Da seid ihr ja! Was ist mit Tränen? Na egal! Kommt mit und schaut euch das mal an!

A/N: Ja ja, jetzt haben Merry & Pippin endlich mal was vernünftiges zu tun! Mal schauen, wie der Unterricht so verläuft!
~#~#~

Adufalathiel: Ach so, der Disclaimer will noch was los werden, also bitte!
Disclaimer: *räusper* also wie schon bekannt gehören alle bekannten Personen dem ehrenwerten Herrn Tolkien, aber der Herr Doktor Lecter wurde vom ehrenwerten Herrn Thomas Harris geborgt (s. Das Schweigen der Lämmer,…) ja das war’s dann auch schon wieder, bis zum nächsten mal….
Adufalathiel: O.K. danke Disclaimer, du kannst jetzt wieder zu deiner Mami gehen…

Kapitel 8
Haldir zerrte die beiden regelrecht hinter sich her und zwar in die Halle. Dort herrschte ein absolutes Durcheinander.

Sie erkannten, dass die Hobbits der Auslöser waren. Sie versuchten mit Hilfe der Elben ein Geburtstagslied für Elrond zu schreiben. Da jeder Elb einen anderen Vorschlag hatte und in Bruchtal ja bekanntlich sehr viele Elben wohnen (noch), verstanden die Hobbits natürlich keinen einzigen Vers. Verzweifelt versuchte der kleine Sam Ordnung in das Chaos zu bringen. Das sah von weitem recht ulkig aus, da er auf einen Stuhl gestiegen war und nun wie ein Fluglotse die Elben dazu zu bringen sich doch in eine Reihe zu stellen. Da aber keiner den wild fuchtelnden Sam wahrnahm, bis auf ein, zwei Elben, kam natürlich keine Reihe zustande und Merry und Pippin versuchten so, die Verse, die sie halbwegs verstanden aufzuschreiben.

Legolas überlegte, dass es das Chaos noch perfekt gemacht hätte, wenn jetzt der Herr des Hauses anwesend gewesen wäre. Elrond hätte sich sicher die Seele aus dem Leib gebrüllt, wie vor reichlich zwanzig Jahren, als hier der Rat gehalten wurde. Schließlich nahmen daran auch Elben teil und da man ja jetzt sah, was für ein Chaos sie veranstalten können, konnte man sich sicher auch vorstellen wie es damals war. Er selbst war ja dabei gewesen. Er konnte es bestätigen.

Aber um wieder auf den Tumult zurück zu kommen, Legolas musste feststellen, dass Haldir und Elladan sich auch ins Geschehen mit eingemischt hatten. Sie versuchten mit, die Vorschläge aufzuschreiben und bald wirkte das Bild, wie auf dem Börsenparkett, wo Aktienhändler und andere Leute ihre Tätigkeiten vollführten. Legolas stand erst dumm in der Gegen rum und überlegte, was er tun könnte bis er mit all seiner Kraft einen schrillen Pfiff ertönen ließ, der alle Anwesenden aufhorchen ließ. Er stellte sich neben die Hobbits.

Legolas: Also Leute so wird das selbst in fünf Jahren nichts. Hört doch auf die Hobbits, wenn sie euch schon Anweisungen geben. Dem armen Sam hier ist schon ganz schwindelig. Ihr stellt euch jetzt bitte in ein oder zwei Reihen…

Das ‘auf!’ hörte man schon gar nicht mehr, denn die Elben machten wieder so einen Lärm bei dem Bilden der zwei Reihen, dass man kein Wort mehr verstand. Aber zustande kam trotzdem keine einzige. Wieder ertönte ein schriller Pfiff, aber diesmal nicht von Legolas, der sich schon fast die Haare raufte, aufgrund des Verhaltens seiner Artgenossen, sondern von Arwen.

Arwen: Das ist ja hier schlimmer, als im Kindergarten! Was ist denn hier los?
Merry & Pippin: Wir suchen doch nur einen Text für Elronds Geburtstagslied!
Arwen: Und das muss mit so einem Lärm vonstatten gehen?
Sam: Ich hab ja versucht die da (dabei zeigte er auf die Elben hinter Arwen) zur Ordnung zu rufen (Legolas nickte zustimmend).
Arwen: O.K! Also lasst mich überlegen! Das ganze Theater hier, nur wegen ein paar lächerlicher Verszeilen? (in Gedanken) jetzt bloß nicht aufregen, sonst wirst du als Elrond 2 abgestempelt!

Nach wenigen Sekunden des Schweigens ordnete Arwen endlich, natürlich ganz gelassen, an, dass sich die Elben, die eine Idee hatten, in eine Reihe aufstellen sollten. Der Rest sollte in die Küche gehen um schon mal für das Abendmahl zu sorgen.

Aufgrund Arwens Anweisungen hob sich der Tumult sofort auf. Legolas sah Arwen erstaunt an. Sie hatte diesen Konflikt so ruhig und problemlos gelöst. Sie hatte zwar das Durchsetzungsvermögen ihres Vaters inne, aber setzte es mit einer Gelassenheit durch, die für das Hause Elrond sehr unüblich war.

Noch immer in Gedanken, bemerkte er gar nicht, wie sich der Raum langsam leerte. Alle Elben, die an den Hobbits, ihm selbst oder Arwen vorbei gingen, entschuldigten sich noch einmal für das eben geschehene.

Als alle weg waren:
Haldir: Mein Eru, was war das denn eben?
Elladan: Texte sammeln leicht gemacht. (er deutete auf einen Packen Zettel in seiner Hand)
Haldir: Stimmt! Sag mal, was hattest du vorhin mit Tränen?
Elladan: Ach nichts. Ancalime ging es nur nicht gut und so….
Haldir: Ahja!
Währendessen unterhielten sich Arwen und Legolas:
Arwen: Legolas! Könntest du mir einen riesen Gefallen tun? Könntest du bitte schon mal deine Reisesachen packen?
Legolas schaute ungläubig. Wollte ihn Arwen rausschmeißen? Hatte er etwas falsch gemacht?
Arwen: Hey, mach dir keine Sorgen, ich will dich nicht auffordern, Bruchtal für immer zu verlassen, du sollst nur mit Gimli, Sam und ein paar Elben nach Lothlórien gehen und meinen Großvater und meinen Bruder herholen. Sie zeigen keinerlei Reaktion auf die Briefe und der Geburtstag ist doch schon bald. Bitte Legolas, könntest du das für mich tun?

Dem Hundeblick konnte Legolas nichts abschlagen. Und außerdem war er es leid hier in Bruchtal rumzusitzen.
Legolas: O.K. Ich mach’s. Kommen Elladan und Haldir auch mit?
Arwen: Nein, Dan und Haldir müssen mit Merry und Pippin lernen, wie man die Gitarre möglichst nicht zertrümmert und trotzdem noch wohlklingende Laute aus ihr bekommt! Und ich kann leider auch nicht mit, da ja ohne mich hier eh nichts funktioniert.

Damit ließ sie den etwas enttäuschten Legolas stehen. Es hätte ihn gefreut, wenn seine Freunde mit ihm gegangen wären, jetzt musste er mit Sam und Gimli alleine fertig werden.

Drei Stunden später saßen die Hobbits wieder einmal vor, wie könnte es anders sein, überfüllten Tellern. Alle waren in guter Stimmung. Es fehlte nur Ancalime, der es immer noch schlecht ging.

Legolas, Gimli und Sam überlegten sich schon, wie sie ihre Reiseroute legen sollten. Der Elb hatte beschlossen, auch bei seinem Vater vorbeizuschauen und ihn gleich nach Bruchtal mitzunehmen. Allerdings erst auf dem Rückweg.

Was Gimli mehr Sorgen bereitete, war, dass sie einen sturen Elben davon überzeugen mussten zu einem Fest zu kommen, wo er seine Frau wiedersah. Ach ja Galadriel, sie war so unbeschreiblich schön und anmutig. Der Zwerg fing schon fast an zu sabbern, aber als er sein Ungeschick bemerkte, schluckte er seine Spucke ruckartig runter. Dabei verschluckte er sich aber und musste anfangen zu husten. Und ein Zwergenhusten war laut. Das gesamte Geschirr vibrierte schon auf dem Tisch. Endlich erbarmte sich Elladan und schlug Gimli heftig auf den Rücken. Dieser, von der Berührung des Elben erschrocken, konnte sich nicht mehr auf dem Stuhl halten und landete schlussendlich auf dem Hosenboden unter dem Tisch.

Daraufhin brach ein herzhaftes Gelächter im ganzen Raum aus. Elladan half Gimli wieder auf und entschuldigte sich mit einem unterdrückten Lachen bei ihm. Dieser fand das ganze eigentlich gar nicht so lustig musste dann aber auch lachen. So verging der Abend und alle anwesenden begaben sich zu ihren Zimmern.

A/N: ELBEN!!!! Ein sich die Haare raufender Legolas, ein Anblick den man sicher nicht all zu oft zu sehen (lesen) bekommt!
Und dann die Hobbits. Also, kaum fünf Stunden an einem der herrlichsten Orte Mittelerdes verweilt und schon wieder weg, der arme Sam, na ja, da muss er wohl oder übel durch. Aber bei seinen Reisegefährten weiß er ja was er hat!

Kapitel 9
Jetzt war es noch genau ein Monat bis zu Elronds Geburtstag. Arwen schaute aus dem Fenster. Es war ein schöner Morgen, denn es hatte aufgehört zu regnen. Na gut, eigentlich hatte es schon gestern Abend aufgehört zu regnen. Aber endlich mal wieder nicht vom Plätschern des Regens, sondern vom Gesang der Vögel geweckt zu werden war einfach herrlich. Doch da war noch ein anderes Geräusch. Es konnten auf keinen Fall Vögel sein, es klang so unnatürlich.

Arwen stieg aus ihrem Bett und legte den dunkelblauen Morgenmantel an, den ihr Aragorn mal zum Geburtstag geschenkt hatte. Als sie die Tür öffnete und auf den Gang trat, wurde sie von einem Bediensteten angerempelt. Der entschuldigte sich vielmals, suchte die heruntergefallenen Sachen zusammen und verschwand wieder. Die Herrin Bruchtals wunderte sich. Was war hier los? Der Diener hatte den ganzen Arm voll Lembas gehabt. Wollte da jemand Essen bunkern?

Arwen verdächtigte die Hobbits und ging sogleich zu ihnen. Allerdings waren dort schon alle aufgestanden. Das Zimmer war leer, eigentlich ungewöhnlich für Hobbits, so früh schon auf den Beinen zu stehen. Normalerweise schliefen sie doch immer bis zehn Uhr und gingen dann erst mal zwei Stunden Frühstück essen. Na ja was soll’s, dachte sich Arwen und ging zurück zu ihrem Zimmer, da sie ja noch immer im Nachthemd war.

Sie zog sich schnell ihre Sachen an. Ein hochgeschlossenes hellblaues Kleid mit dazu gehörendem Gürtel und natürlich die farblich passenden Schuhe. Arwen besaß zu jedem Kleid bzw. Kleidungsstück Schuhe in der gleichen Farbe. Das erleichterte die Auswahl enorm, denn wer steht schon gerne vor einem 100-Paar-Schuhregal und überlegt sich innerhalb von einer Minute, welche Schuhe jetzt am besten zum Outfit passen würden?
Als sie am Frisiertisch ankam, fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. Sie hatte doch Legolas, Gimli und Sam gebeten heute nach Lothlórien aufzubrechen, deshalb der Bedienstete mit dem Lembasvorrat und das komische Geräusch kam Arwen auch wieder in den Sinn.

Sie ließ Kamm, Kamm sein und stürzte sofort in Richtung Foyer. Die Sonne war schon aufgegangen und die Abreisenden warteten bestimmt schon.
In aller Eile band sie sich die Haare dann doch noch zusammen. Allerdings wurde sie von den Umherstehenden in der Eingangshalle etwas komisch angeschaut als sie völlig außer Puste und recht unordentlich, für Arwens Verhältnisse, ankam.

Arwen: Entschuldigt die Verspätung, hab ganz vergessen, dass ihr heute abreisen wolltet.
Gimli (missgelaunt wegen dem frühen Aufbruch): Zuerst uns die Reise aufs Auge drücken und dann so tun als…
Weiter kam er nicht, denn Legolas gab ihn einen Schubs und deutete ihm ruhig zu sein.
Legolas: Schön, dass du doch noch gekommen bist, aber wir sind noch nicht ganz fertig. Sam sucht noch sein Kochgeschirr und wir haben noch einen Mitreisenden, für den noch Verpflegung geholt werden muss.

Arwen sah ihn irritiert an.
Arwen: Was hast du da eben gesagt, noch ein Mitreisender? Merry, Pippin, Haldir und Elladan können es aber nicht sein! Wer ist es dann?
Gimli: Da kommt er unser ‘Mitreisender’!

Arwen drehte sich in die von Gimli angedeutete Richtung. Ihr entgegen kam auch eine etwas verstrubbelte Ancalime!
Arwen: Was du willst mit? Traust du dir das zu?
Ancalime: Ja, Arwen. Ich werde schon mit den Jungs klar kommen. Außerdem hab ich hier in Bruchtal eh nichts mehr zu tun und ich bin jetzt schon 20 Jahre alt und hab noch fast gar nichts von Mittelerde gesehen und wenn sich schon mal die Gelegenheit dazu begibt, dann sollte man die doch beim Schopfe packen, oder?.
Arwen (noch zweifelnd): Na ich weiß ja nicht! Aber wenn du unbedingt mit willst.
Ancalime fällt Arwen dankend um den Hals.
Arwen: Aber nehmt vorsichtshalber noch drei Wachen mit!
Sam: Alles schon erledigt! Ancalime hat schon gestern alles organisiert!
Arwen: Na schön. Legolas, Gimli, Sam und Ancalime wir sehen uns spätestens in vier Wochen wieder. Eine schöne und ruhige Reise wünsche ich euch!

Alle Umstehenden verneigten sich und die Reisenden begaben sich zu ihren Pferden bzw. Ponys. Man ritt los, in Richtung Süden. Man wollte einen neu gebauten Pass über das Nebelgebirge nehmen. Und da man es ja nicht eilig hatte und einige Mitreisende sowieso Höhenangst hatten, verzichtete man auf einen erneuten Flug mit Gwaihir oder einen anderen der Adler. So konnten sie alle die Natur genießen und sich schon mal seelisch auf das Treffen mit Celeborn vorbereiten.

Während des Ritts herrschte Stille, na ja, fast Stille, na gut, es ging zu wie auf einem Bahnhof. Andauernd wurde Legolas von irgendwem mit Fragen durchlöchert. Ancalime fragte ihn immer, welche Pflanze das sei und wo sie jetzt vorbeiritten und er antwortete auch immer höflich. Aber Gimli und Sams Fragerei war schon etwas nervtötender! Sam wollte alle zwanzig Minuten wissen, wie viel zu essen noch da war und wann sie denn endlich eine Pause machen würden. Gimli nervte auf eine ganz andere Weise: Er ließ sich jede freie Minute, die er mit nicht vom Pferd hinunterfallen verbrachte, über sein Reittier und allgemein über alle Vierbeiner auf denen man eventuell reiten könnte aus.

Legolas verlor so langsam die Beherrschung und verstand auch endlich warum Arwen ihn mit dieser Reise beauftragt hatte. Ihr schienen Gimli und Sam nämlich auch auf die Nerven zu gehen! Aber er holte tief Luft und ordnete seine Vorhaben.

Ancalime schickte er ab sofort zu einer Wache, die sowieso nichts weiter zu tun hatte, und ließ diese mit ihren Fragen löchern und Sam zwang er einfach seine Ration Essen auf und meinte:

Legolas: Hier Sam. Das ist deine Ration, bis nach Lothlórien. Teil sie dir ein und pass auf, dass du sie nicht verlierst!

Damit war auch Sam endlich ruhig. Jetzt brauchte er nur noch Gimli zu umsorgen. Und dies tat er indem er ihm gut zuredete und ihm genau erklärte, wie man richtig saß und welche Worte man dem Pferd lieber nicht sagen sollte, denn auch Pferde hatten Gefühle! Selbst das klappte und Legolas war richtig stolz auf sich. Endlich hatte er seine wohlverdiente Ruhe!
Der erste Abend rückte immer näher. Legolas hielt nach einem geeigneten Schlafplatz Ausschau. Endlich hatte er ihn in Sicht. Es war ein kleiner vom Weg abgelegener Winkel mit weichem Rasen. Legolas ließ alle absitzen und das Lager aufschlagen. Zwei der ‘Wachelben’ kommandierte er zum Holzsuchen ab. Ancalime meldete sich freiwillig zum Wasserholen. Sam begleitete sie. Legolas, Gimli und die restlichen Elben kümmerten sich um das Herrichten des Lagers.

Als Sam und Ancalime vom Wasserholen zurückkamen, brannte das Feuer schon und Sam begann sofort mit der Zubereitung des Essens. Es dauerte nicht lange und alle saßen um das Feuer herum und aßen das Mahl. Danach verabredeten sich Legolas und die anderen Elben zum Wachen. Der Rest legte sich hin und schlief ein.

Legolas saß nun allein am Feuer und wachte über seine Mitreisenden. In Mittelerde war es zwar wieder ruhig, aber es konnte trotzdem nichts schaden über Nacht wenigstens eine Wache aufzustellen. Und da er das Los gezogen hatte, die erste Wache zu übernehmen, saß er nun da und konzentrierte sich auf seine Umgebung.

Alle schliefen. Die Wachen mit offnen Augen - elbentypisch - Selbst Ancalime schlief mit offnen Augen. Sam und Gimli schnarchten um die Wette. Aber plötzlich bewegte sich jemand. Es war Ancalime. Sie konnte anscheinend nicht schlafen!

Ancalime: Kann ich mich zu dir setzten? Bei dem Geschnarche kriegt man kein Auge mehr zu!
Legolas: Sicher! Hier nimm die Decke und wickel dich darin ein!
Ancalime: Danke!… Darf ich dir eine Frage stellen?
Legolas: Ja!
Ancalime: Warum…, nein, wie kommt es eigentlich, dass du immer mit Gimli reist? Hast du zu Hause keine Pflichten denen du nachgehen musst?
Legolas: Ähm…. na ja, eigentlich schon, aber ich nehm mir immer mal ein, zwei Jahre wo ich nur so in der Gegend rumreite!
Ancalime: Du hast’s gut!
Legolas: Wieso?
Ancalime: Na ja, ich wohne in Minas Tirith und mache gerade eine Ausbildung in den Häusern der Heilung und du hast gehört, was ich gestern gesagt hab!
Legolas (nickte leicht): Darf ich dich auch was fragen?
Ancalime: Ja sicher!
Legolas: Wie kommt es, dass eine so schöne junge Elbin in einer Menschenstadt wohnt?
Ancalime: Ich wohne schon immer da! Ich hab auch erst vor zwei Jahren erfahren, dass ich elbisches Blut in mir habe. Meine Ohrspitzen sind bei mir nämlich nicht so stark ausgeprägt!
Legolas: Wohnst du denn nicht bei deinen Eltern?
Ancalime: Nein! Ich hab sie nie kennen gelernt. Ich bin bei Arwen im Palast aufgewachsen.
Legolas: Wie alt bist du?
Ancalime: Knapp 20. Wieso?
Legolas: Ach nur so! Du bist also im Palast aufgewachsen! Da kennst du ja sicher Eldarion und Engwaarda!
Ancalime: Natürlich. Ich durfte sogar mit den beiden spielen und leider auch lernen. Und seit zwei Jahren helfe ich Arwen und Aragorn sogar mit Elenath!
Legolas: Elenath?…….. Ich seh’ schon ich war viel zu lange mit Gimli unterwegs! Na ja! Versuch noch ein wenig zu schlafen, der morgige Tag wird wieder anstrengend!
Doch Ancalime war schon an seiner Seite eingenickt. Nachdem er den nächsten Wachenden geweckt hatte, legte auch er sich hin und versuchte von etwas anderem zu träumen, als von der anliegenden Begegnung mit Celeborn.

Kapitel 10
Nun da wir so einigermaßen informiert sind, was unsere Freunde so machen, wollen wir einmal zu den Gästen schauen. Zuerst wenden wir unsere Aufmerksamkeit nach Ithilien. Ein kleiner Streifen, na gut er ist vielleicht nicht gerade klein (immerhin ca. 40 Meilen Ost-West-Ausdehnung und ca. 250 Meilen Nord-Süd-Ausdehnung, wenn man Nord- und Süd-Ithilien zusammenzählt), aber doch wesentlich kleiner als Gondor oder Rohan!

Dort haben sich der edle Herr Faramir und seine bezaubernde Frau Eowyn niedergelassen. Herr Faramir bekleidet das Amt des Statthalters von Gondor. Immer, wenn sein König, also Aragorn, außer Landes ist, muss er ran. Aber da Arwen ja meist in Minas Tirith verweilt und Aragorn nicht lange ohne seine Frau sein kann, gab es noch nicht viele Gelegenheiten für Faramir seines Amtes zu walten.

Und darüber war wiederum Eowyn glücklich, denn sie liebte ihren Mann über alles. Die beiden hatten sich nach der Schlacht auf dem Pelennor kennen gelernt. Sie war schwer verletzt in die Häuser der Heilung in Minas Tirith gekommen. Auch Faramir war schwer verletzt und dem Tod sehr nahe. Aber nachdem Aragorn sie einigermaßen geheilt hatte und wieder in die Schlacht zog, kamen sich die beiden näher. Eowyn hing zuerst immer noch ihrer großen Liebe Aragorn nach. Aber als sie Faramir traf, vergaß sie all ihre Sehnsüchte nach Kampf und Ruhm und widmete sich lieber dem Statthalter und einer Ausbildung als Heilerin.

Und heute leben die beiden in Henneth Annûn. Dort hatte Faramir Frodo und Samweis das erste Mal getroffen, also natürlich nicht dort, aber in der Nähe! Na egal, auf jeden Fall wohnen die beiden jetzt dort und haben ein schönes Leben.

Als Faramir vor einem Monat eine Einladung zu Elronds Geburtstag aus dem Briefkasten holte, war er zuerst überrascht. Er hätte nicht damit gerechnet, zu so einer Feier eingeladen zu werden, aber er freute sich natürlich riesig darüber. Eowyn natürlich auch! Doch nun stellten sich die beiden langsam die Frage “Was um Himmelwillen schenkt man einem werweißwiealten Elben mit wahrscheinlich schon allem fünffach vorhandenem Krimskrams?”

Sie suchten jetzt schon seitdem sie die Einladung in die Hände bekamen und waren immer noch nicht fündig geworden. Und viel Zeit blieb ihnen auch nicht mehr, wenn sie pünktlich zum Geburtstag erscheinen wollten!

Man kann schließlich nicht als geladener Gast erstens zu spät kommen und zweitens dann kein Geschenk dabei haben. Da würde man sofort wieder auf die Straße gesetzt werden. Und da das Geburtstagskind oder besser der Geburtstagselb auch noch der Schwiegervater vom König war, von ihrem König war, mussten sie sich schnellstens was einfallen lassen.

Eowyn hatte schon vorgeschlagen eine Kreuzfahrt zu verschenken. So eine mit allem drum und dran, aber Faramir war dagegen. Elrond kam ja erst aus dem Westen per Schiff und hatte danach sicher keine Lust gleich wieder aufzubrechen um sich Mittelerdes Küste anzusehen, mal davon abgesehen, dass er die Küste sicher schon kannte. Er war ja schließlich schon ein paar Jährchen alt und hatte genug Gelegenheit mal so durchs Land zu streifen, genau wie Aragorn früher zu seinen Waldläuferzeiten.

Jetzt saßen die Herrschaften über Ithilien in ihrem Wohnsitz und grübelten sich ihre Köpfe wund. Eowyn musste Faramir schon mal mit Wasser übergießen, weil er schon ganz heiß angelaufen war. Das gab danach einen Aufstand. Faramir klitschnass und dabei hatte er gerade einen so guten Einfall gehabt, den er bei dem Schreck allerdings wieder vergessen hatte. Eowyn bedauerte den Zwischenfall sehr, aber Faramir konnte ihr nicht lange böse sein, da sie sein Ein und Alles war.

Es wurde schon wieder dämmrig und wieder verging ein Tag ohne den erlösenden Einfall. Sie legten sich in ihr Bett und hingen noch kurz ihren Gedanken nach. Da kam Eowyn die Idee.
DAS perfekte Geschenk für den edlen Herrn Elrond. Sie erzählte sofort Faramir davon und er war ebenfalls begeistert. Da das Gedächtnis einem meist einen Strich durch die Rechnung macht, stand Faramir nochmals auf um die Idee schriftlich festzuhalten. Man weiß ja nie, nachher wacht man auf und denkt und denkt und hat die Idee einfach vergessen, obwohl sie so gut war.

Am nächsten Morgen gingen die beiden sofort los. Sie wollten nach Minas Tirith um dort das Geschenk zu besorgen. Außerdem war es auch langsam Zeit zu Aragorn zu stoßen um mit ihm gemeinsam nach Bruchtal zu ziehen. Auch Eowyns Bruder, den amtierenden König von Rohan, würden sie dort treffen. Eowyn freute sich schon richtig darauf. Sie hatte Eomer schon seit zwei Jahren nicht mehr gesehen.

*

Wenden wir nun unsere Aufmerksamkeit kurz nach Rohan, besser gesagt nach Edoras, der Hauptstadt des Landes. Dort herrscht seit nun fast zwanzig Jahren König Eomer. Er hat sein Reich durch das Bündnis mit Gondor wieder auf Hochglanz gebracht. Es waren keine Spuren mehr von Orks oder anderem Gesocks zu entdecken und die Menschen konnten sich wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung widmen, nämlich der Pferdezucht.

Aus Rohan stammen schließlich die besten Pferde. Sie sind ausdauernd, vertrauenswürdig und wenn man erst mal eine Beziehung zu dem Tier, ähm nicht so eine Beziehung, wie vielleicht jetzt einige Leute denken, aufgebaut hat, dann hat man sie bis zum Tod an den Hacken kleben. Na gut, in manchen Situationen sind sie gut zu gebrauchen, aber stellt euch vor, man will in einer friedlichen Nacht schlafen und ein Pferd kommt angetrabt und lässt einen nicht pennen! Was würdet ihr denn machen? Die…… nein ich sprech’s lieber nicht aus! Und außerdem weiche ich vom Thema ab.

O.K. Also wir sind nun in Edoras in der Goldenen Halle der Stadt. Dort wohnt König Eomer mit seiner Familie. Seine Frau, Lothíriel, und sein Sohn, Elfwine der Schöne, sind seine Sterne in der Nacht. Er stellt immer alle eigenen Belange zurück um sich um seine Familie zu kümmern. Natürlich vernachlässigt er sein Volk ebenso wenig. Er war halt ein, nein, der Nachfolger Théodens.

Auch die Familie Rohan [ok, das klingt bescheuert, aber habt ihr einen besseren Namen?] bekam vor einem Monat eine Einladung zum Geburtstag des Herrn Elrond, Ex-Herr Bruchtals, Ex-Ringträger (zumindest offiziell) und nun Anwohner Valinors.

Auch Eomer machte sich, wie seine Schwester, mit seiner Frau Gedanken über das entsprechende Präsent. Es sollte ja schließlich was immer in Erinnerung Bleibendes sein. Denn ein Elb wird nicht oft zurück nach Mittelerde bestellt und dann noch aus dem Paradies….. Also war auch hier Rat teuer. Elfwine fing schon an und meinte, man könnte ihm doch ein Pferd schenken.

Aber seine Eltern fanden das für zu vorausschaubar, denn sie kamen aus Rohan und dort wurden schließlich die Pferde gezüchtet!
Also stiegen auch über Meduseld, das ist die Goldene Halle, welche diese Herrschaften eben bewohnen, bald Rauchwolken auf. Wegen dem vielen Denken natürlich. Und man fand einfach kein Geschenk für den edlen Herrn Elrond.

Deshalb brach man mit etwas betrübtem Sinn auf. Eomer wurde durch Arwens Einladung eindringlich damit beauftragt mit ihrem Mann, Aragorn zu kommen. Also begab sich die Familie in Richtung Minas Tirith, der Hauptstadt Gondors. Dort würde Eomer auch endlich seine Schwester wieder sehen. Bei dem Gedanken an seine Schwester kam ihm plötzlich der erlösende Einfall. Sie waren gerettet. Eomer erzählte die Idee umgehend seiner Frau, die sich gerade mit dem Hauptmann der Leibgarde über etwas sicher unwichtiges unterhielt.

Also ritt der “Trupp” aus Rohan nun etwas erleichterter dem Zwischenstopp der Reise entgegen. Auch der “Trupp” aus Ithilien war unterwegs.

Nun schauen wir mal, was der König persönlich so macht, er hat ja jetzt schon seit fast zwei Monaten sturmfreie Bude. Gut, mal davon abgesehen, dass das ganze Haus, ähm ich meine der ganze Palast, bis unter die Decke mit Dienstpersonal eingedeckt ist, aber die Königin war nicht da und da konnte man schon mal die Etikette ein wenig schleifen lassen. Mann war schließlich früher mal Waldläufer und da schlagen die Gewohnheiten halt manchmal so durch.

Z. B. an einem Morgen am Ende des Februars. Es war zehn Uhr dreißig, ein Dienstag und der König saß gemütlich in seinem Arbeitszimmer und las die Zeitung.

Sein Sohn, Eldarion, war in der Schule. Na gut, nicht direkt in der Schule, nicht mehr mit zwanzig Jahren! Aber er war der Kronprinz und musste schließlich lernen, wie man das Schwert richtig führte, tanzte….. was ein Prinz eben so lernen muss.

Seine erste Tochter, Engwaarda, stolze achtzehn Jahre alt, wurde ebenfalls gerade in den Umgangsformen einer Prinzessin gelehrt.

Und seine zweite Tochter und somit letztes Kind, Elenath [Sternenhimmel], fast zwei Jahre alt, lag in ihrem Zimmerchen und wurde hoffentlich von ihrer Amme beaufsichtigt.

Aragorn ließ die Tage seit Arwens Abreise jetzt ein wenig ruhiger angehen. Er stand erst ziemlich spät auf, so um acht Uhr, kümmerte sich dann trotz der Bediensteten und Helfer persönlich um seine Kinder, er wollte ja nicht als schlechter Vater abgestempelt werden, und zog sich dann bis zum Mittagsmahl zurück in sein Arbeitszimmer. Dort erledigte er die Post, Staatsangelegenheiten und empfing auch gelegentlich ein paar Bürger, die etwas auf dem Herzen hatten. Danach ging er zum Speisezimmer und aß dort sein Mahl, gemeinsam mit seinen beiden großen Kindern. Elenath war noch viel zu klein um schon am großen Tisch mitzuessen und wurde deshalb in ihrem Zimmer gelassen. Nachdem Aragorn sich nach dem Wohlbefinden all seiner Kinder erkundigt hatte, ritt er manchmal mit Eldarion aus oder ging mit Engwaarda in den Gärten umher. Sie vermisste ihre beste Freundin Ancalime. Sie war mit seiner Frau jetzt schon fast zwei Monate weg, in Bruchtal, auf der anderen Seite des Kontinents. Aragorn vermisste seine Frau schrecklich, aber er bekam fast täglich Post von ihr.

Darauf freute er sich tagtäglich. Ihre parfümierten Briefe zu öffnen und zu lesen, was für Probleme sie mit ihrem doch manchmal etwas seeeeher angeheiterten Bruder Elladan hatte. Aber es freute ihn, dass er schon auf dem Weg der Besserung war, denn er verstand sich mit Arwens Brüdern recht gut. Sie waren eben eine Familie und da sind Unstimmigkeiten schlecht. Es freute ihn auch, dass Arwen Unterstützung von seinen besten Freunden bekam. Ihr wisst wen ich meine. Und es freute ihn auch, dass trotz des anhaltend schlechten Wetters in Bruchtal die Aufbauarbeiten gut voran gingen und die gute Laune keinesfalls abnahm.

*

Wir befinden uns jetzt in Minas Tirith. Es war ein herrlicher Morgen! Die Sonne war gerade aufgegangen und das Schloss war noch in Ruhe gehüllt. Natürlich arbeiteten schon einige Bedienstete hektisch und rannten durch die Gänge. Das Herrscherpaar, welches zur Zeit getrennt auskommen musste, bewohnt die Gemächer im süd-östlichen Flügel. Deshalb wurde Aragorn auch immer von den ersten Sonnenstrahlen wachgekitzelt.

Die Kinder hatten ihre Gemächer im westlichen Flügel. Und von dort kam auch schon ein Lärm, der durchs ganze Schloss hallte.

Eldarion war in das Zimmer seiner Schwester getreten und wollte sie wecken, allerdings war sie schon längst wach und nun flogen die Kissen nur so durch die Gegend. Bald sah das ganze Zimmer aus, als hätte ein Schneesturm darin gewütet. Und mittendrin zwei Königskinder, die sicher nichts gegen eine Dusche gehabt hätten.

Und da kam auch schon der Vater der beiden. Noch etwas schläfrig, aber doch schon wach genug um sich seine Kinder zur Brust zu nehmen.
Aragorn: Was habt ihr denn jetzt schon wieder angerichtet? Müssen denn eure Zimmer immer wie Schweineställe aussehen? Und vor allem dein Zimmer Engwaarda! Du bist eine Prinzessin! Und du Eldarion, verwüste nicht immer deine gesamte Umgebung! Du wirst schließlich mal König und da soll Minas Tirith doch sicher noch heil stehen, oder?

Engwaarda & Eldarion (mit gesenkten Köpfen): Entschuldigung Papa, das war nicht unsere Absicht!
Eldarion: Ich wollte Engwaarda nur wecken! Und da wir nun mal sind wie wir sind, kann dann schon mal das ein oder andere Missgeschick geschehen!
Aragorn: Na gut…… Ich hoffe ihr benehmt euch heute. Eowyn, Faramir, Eomer, Lothíriel und Elfwine kommen heute hier an und werden dann gemeinsam mit uns nach Bruchtal reisen. Also Eldarion, zieh dir was vernünftiges an, du auch Engwaarda, und räumt das Zimmer wieder ein bisschen auf. Wenn eure Mutter das gesehen hätte. (ein leichtes Schmunzeln) Aber zum Glück ist sie nicht hier und ich muss mich um euch kümmern…… Also ein bisschen Beeilung bitte!!!!

Damit verließ er seine großen Kinder, die seinen Anweisungen folgten und wendete sich seinem kleinen Spatz zu. Seinem Sternenhimmel.
Elenath schlief noch. Eigentlich ein Wunder bei dem vorherigen Lärm, aber Babys haben eben einen tiefen Schlaf. Er betrachtete sie. Sie hatte dunkles Haar und wenn ihre Augen offen waren, sah man einen funkelnden Sternenhimmel.

Aragorn war sehr glücklich, diese drei Kinder und Arwen seine Familie nennen zu dürfen. Allerdings war ihm auch bewusst, dass es irgendwann eine Zeit geben würde in der er nur noch eine Erinnerung war. Deshalb nutzte er jeden freien Augenblick sich mit seinen vier ‘Juwelen’ zu beschäftigen. Also weckte er Elenath ganz sanft und trug sie mit in den Speiseraum. Dort warteten schon Eldarion und Engwaarda, diesmal ordentlich gewandet.

Nach dem Frühstück verabschiedeten sich die beiden von ihrem Vater und ihrer kleinen Schwester und gingen zu ihren Lehrern. Natürlich nicht ohne wieder ein wenig Lärm dabei zu machen. Aragorn schaute ihnen nach.

Aragorn: Na, wenn ich mir die beiden so anschaue, dann weiß ich nicht, was noch aus ihnen werden soll. Na schön! Und was machen wir jetzt Elenath?

Dabei hob er seine Tochter aus dem Kinderstühlchen heraus auf seine Arme. Sie lachte fröhlich und deutete auf eine Tür die in Richtung Kinderzimmer führte.
Aragorn: O.K., dann bringen wir dich zurück zu deinem Zimmer.

Und damit verließ er den Raum, welcher sofort vom Dienstpersonal bestürmt und gesäubert wurde.

Später an dem Morgen, so gegen 10.30 Uhr. Der König saß wie gewohnt in seinem Arbeitszimmer. Plötzlich klopfte es an der Tür.
Aragorn: Herein!
Die Tür öffnete sich und ein Bote kam herein.
Bote: Majestät, soeben wurden der König von Rohan und sein Gefolge gesichtet.
Aragorn erhob sich bei dieser Nachricht.
Aragorn: Schicke sofort nach meinen Kindern, ich erwarte sie in der Empfangshalle!
Der Bote verneigte sich und ging, Aragorn verließ das Zimmer ebenfalls.

Während er zur Halle lief, rief er nach seiner Chefhaushälterin. Als diese nach kurzer Zeit neben ihm herlief, erklärte er ihr, dass sofort der Gästeflügel vorbereitet werden müsse. Er erwarte heute noch Gäste, sehr hochrangige Gäste, also dürften natürlich nur die besten Zimmer ausgewählt werden!

Herthmain eilte sofort, nachdem ihr Aragorn alle Anweisungen gegeben hatte, los und trieb das Dienstpersonal zu Höchstgeschwindigkeit an.
Davon merkte Aragorn allerdings nicht viel. Er stand nun in der Empfangshalle und wartete auf seine Kinder.
Nach fünf Minuten kam die Amme mit Elenath auf dem Arm. Sie übergab ihm das Kind und stellte sich in den Hintergrund, immer bereit, Aragorn von Elenath zu entlasten.

Nach weiteren sieben Minuten kamen Eldarion und Engwaarda. Eldarion hatte zu Aragorns Leidwesen noch seine Trainingsuniform an, er war nämlich gerade beim Kampfunterricht gewesen. Aragorn schickte ihn sofort wieder auf sein Zimmer und gab ihm sieben Minuten Zeit sich umzuziehen. Also zog er muffelnd ab und murmelte einige böse Worte gegen diese dooooooofe Etikette.

Engwaarda dagegen hatte prinzessinnengerecht ein dunkelblaues Kleid an. Es war mit funkelnden Steinen besetzt, die ihr noch mehr Ausstrahlung verliehen. Sie stellte sich neben ihren Vater und wartete mit ihm geduldig auf die Gäste und natürlich auf ihren Bruder.
Dieser kam nach genau sechs Minuten und achtundvierzig Sekunden wieder in der Empfangshalle an. Diesmal geschniegelt und gebügelt. Auch er stellte sich neben seine Schwestern und seinen Vater und wartete mit den restlichen Leuten, die auch in der Empfangshalle standen, auf den ankommenden Besuch.

Kapitel 11
Nach so ca. zehn Minuten kamen die ersten Reiter von der Garde Rohans am Stadttor an. Zur selben Zeit stießen die Begleiter, oder besser gesagt Kofferträger, der Lady Eowyn zu den dort stehenden Menschen.

Man beäugte sich und grüßte sich nach kurzem Schweigen. Die Wachen des Tores kamen nun auf die doch recht große Gruppe zu und ließ sie, nachdem sie sich verbeugt hatten, durch. Wohlgemerkt nur die ‘Kofferträger’ bzw. Begleiter der beiden Herrscherpaare.
Denn diese trafen sich, mit einem großen Abstand zum Tor, und mussten sich erst mal ausgiebig begrüßen.

Eowyn war sofort vom Pferd gesprungen und rannte ihrem Bruder nun aufgeregt entgegen. Der stieg gemächlich von seinem hohen Ross und wurde auch sogleich von seiner Schwester umgerannt.
Eomer ging durch den Schwung Eowyns in die Knie und konnte es gerade noch vermeiden, vor allen Umstehenden auf den Boden zu kullern.

Eowyn: Endlich sehe ich dich wieder, geliebter Bruder (ihr standen die Tränen in den Augen) Ich hab dich so vermisst!
Eomer versuchte nicht gerade elegant mit seiner Schwester im Arm aufzustehen und war erstaunt, dass er es auch irgendwie schaffte. Danach betrachtete er Eowyn.
Eomer: Ich hab dich auch vermisst, kleine Schwester, aber nicht traurig sein, ich bin ja jetzt da und wir werden uns jetzt sicher öfter über den Weg laufen.

Damit schob er sie etwas von sich und begrüßte auch Faramir, der derweil Eomers Familie willkommen hieß.

Während sich die Geschwister und ihre Familien gegenseitig begrüßten, stand Aragorn, langsam etwas ungeduldig werdend, im Hof. Sie hatten sich jetzt, nachdem alle in der Empfangshalle angekommen waren, nach draußen begeben und warteten nun dort.

Wie gesagt, der sonst so geduldige König bekam langsam Flöhe im Hintern und lief hin und her. Seine drei Kinder betrachteten dieses Schauspiel jetzt schon seit fünfzehn Minuten. Engwaarda wurde das dann zuviel.

Engwaarda: Reite ihnen doch entgegen, wenn du die Zeit nicht ruhig wartend verbringen kannst!
Aragorn sah seine Tochter an, so einen Vorschlag hätte ihm sicher auch Arwen gemacht. Er rief nach seinem Pferd, was komischerweise schon da stand und ritt zum Tor. Engwaarda hatte es schon kommen sehen, dass ihr Vater es nicht abwarten konnte seine Freunde wiederzusehen und hatte deshalb Hasufel schon bereitstellen lassen.

Erleichtert sah sie ihrem Vater nach.
Engwaarda: Wenn das so weiter gegangen wäre, dann hätte er im ganzen Hof noch eine Schneise gelegt.

Damit grinste sie ihren Bruder, der sie wissend ansah, an. Er hatte es schon oft erlebt, dass sein Vater wie wild im Hof herumschritt, weil er es nicht erwarten konnte, alte Freunde oder überhaupt alle Leute, die einen Besuch im Schloss angekündigt hatten, zu sehen.

Nun standen Engwaarda mit Elenath im Arm, Eldarion und der Rest des Hofes da und warteten gespannt auf den Besuch.

Währendessen raste Aragorn die Straße zum Tor hinunter und hielt mit einer Vollbremsung vor den etwas verwirrten Wachen. Ein König erwartete seinen Besuch doch eigentlich in der Empfangshalle und kam ihm nicht bis vor die Haustür entgegen.
Na ja, ihr König war ja eh ein bisschen anders als andere Könige, da wunderte das normalerweise keinen mehr.
Also ritt Aragorn, nun im seichten Tempo, den beiden Gastfamilien entgegen. Als er sie fast erreicht hatte, sprang er von Hasufel und führte ihn am Zügel zu den Umherstehenden.

Mit einem Grinsen im Gesicht gab er zuerst Eowyn einen Handkuss und umarmte sie dann doch noch, obwohl es sich als König eigentlich nicht gehörte so etwas zu tun. Faramir reichte er herzlich die Hand. Vor Lothíriel verbeugte er sich tief und gab ihr ebenfalls einen Handkuss. Eomers Sohn gab er auch die Hand. Eomer begrüßte er ebenfalls herzlich und bat seine Gäste daraufhin ihn doch ins Schloss zu begleiten.
Dieses Angebot nahmen sie dankend an, denn obwohl der Tag noch nicht alt war, waren sie von der Reise doch ein wenig angespannt.
Im Schlosshof angekommen, wurden die Herrschaften ebenfalls von den Kindern des Königs herzlich begrüßt.

Eowyn: Aragorn, du hast mir gar nicht gesagt, was für große Kinder du hast. Und du mein kleiner Spatz (damit ging sie auf Elenath zu) wer bist du denn?
Engwaarda: Das ist Elenath, meine kleine Schwester. Sie ist fast zwei Jahre alt. Möchtest du sie mal nehmen?
Eowyn: Ja natürlich, wenn mir der König es erlaubt?
Aragorn (lachend): Ja, natürlich Eowyn, natürlich. Aber beschwer dich nicht, wenn sie anfängt zu schreien!
Eowyn: Entschuldige mal, traust du mir etwa nicht zu, mit Kindern umgehen zu können.
Aragorn: So war das gar nicht gemeint Eowyn. Ich wollte dich nur warnen, Kinder können sehr schnell anfangen zu weinen….
Eowyn: Das weiß ich auch, dass Kinder weinen können. Los Engwaarda, gib mir mal deine Schwester. (zu Elenath) Na du kleine, komm mal her!
Damit wiegte sie Elenath in ihren Arm und diese blieb sogar ruhig. Aragorn war erstaunt. Bei Fremden weinte seine Jüngste stets.
Aragorn: Wie bringst du das nur fertig Eowyn, du bist bestimmt die erste, die Elenath unbekümmert in den Arm nehmen konnte.
Eowyn: Tja, Herr König, ich kann halt mit Kindern umgehen.

Bei Eowyns letzten Kommentar lachten alle Umstehenden, die zuvor nur gespannt dem Gespräch des Königs mit der Herrscherin Ithiliens lauschten.
Nachdem sich alle wieder einigermaßen beruhigt hatten, zeigte Aragorn ihnen ihre Zimmer.

Aragorn hatte veranlasst, dass die Gemächer von Eomer und Lothíriel, und von Eowyn und Faramir im Gästeflügel untergebracht werden und ebenfalls die Gemächer der Begleiter der beiden Herrscherpaare. Elfwines Zimmer sollte bei den Zimmern seiner Kinder untergebracht werden, damit sie nicht immer durchs ganze Schloss hetzen mussten.
Dafür waren ihm Engwaarda und Eldarion auch irgendwie dankbar. Besonders Engwaarda war ihrem Vater dankbar. Denn irgendwie mochte sie Elfwine und freute sich auf ihre langen Diskussionsabende, die sie wie bei jedem Treffen der Herrscherpaare abhielten.

Aber egal, noch war es nicht Abend, noch nicht mal ansatzweise, es war gerade so um die Mittagszeit als die Gäste Minas Tirith erreicht hatten.
Also ließ Aragorn den Saal herrichten und bat seine Gäste nach einer Stunde ausruhen und frisch machen zum Mittagsmahl. Es gab Kartoffelpüree, Mischgemüse und Schweineschnitzel. Nur für Elenath ließ er einen Brei servieren, der ihr auch irgendwie zu schmecken schien. Alle langten kräftig zu, sodass nur noch wenige Reste übrig waren.

Nach einer gepflegten Siesta wollten die Gäste etwas in der Stadt bummeln gehen und die Geburtstagsgeschenke endlich kaufen.
Aragorn musste ablehnen, als ihn Eowyn fragte ob er mitkäme. Er hätte noch etwas dringendes zu erledigen, was leider keinen Aufschub duldete.
Also verabschiedete sich der König von seinen Gästen und rannte panisch in sein Arbeitszimmer. Er verrammelte die Türen und ließ sich entgeistert in seinem Stuhl nieder. Wie hatte er das nur vergessen können!

Er hatte selbst noch gar kein Geburtstagsgeschenk für Elrond!!!!

Kapitel 12
Vom ersten Schock erholt, richtete sich Aragorn wieder königgerecht im Stuhl auf und griff sofort nach Papier und Feder. Er wollte sich von seiner Frau Rat geben lassen, da sie sich immer um so was kümmerte. Also schrieb er:

Hallo Arwen,

ich bin gerade zu der Erkenntnis gekommen, dass ich als König, als Herrscher über Tausende von Leuten, der eigentlich immer alles in der Hand hat, noch kein Geburtstagsgeschenk für deinen Vater habe.
Erbitte Rat von dir!
Schreib so schnell es geht wieder zurück.

Dein Schatzi!

PS.: Eomer und Eowyn sind heute mit ihren Familien angekommen.

Als die Tinte endlich getrocknet war, rollte er die Nachricht zusammen und pfiff kräftig nach einem Falken. Seinem Falken. Celeg Roval war sein Name und erledigte meist die Luft-Post von Aragorn.
Nach wenigen Minuten war Celeg Roval am Horizont verschwunden und Aragorn ließ sich erneut in seinem Sessel sinken.
Er entschied, sich erst einmal keine weiteren Sorgen zu machen und auf Arwens Antwort zu warten.

Am selben Tag, kurz vor Sonnenuntergang, in Bruchtal…
Celeg Roval hatte es fast geschafft. Er sah schon von weitem das Heimelige Haus. Nach einem schier endlosen Flug kam er endlich an seinem Ziel an. Jetzt musste er nur noch seinen Empfänger finden und der brüllte gerade zwei davon flitzenden Elben nach.

Der Falke ging sofort in einen Sturzflug über und landete neben Arwen auf einer Mauer. Diese schaute immer noch etwas wütend ihrem Bruder und Haldir hinterher. Die beiden hatten sich mal wieder vor ihrer Therapie gedrückt. Doch jetzt wandte sie ihre Aufmerksamkeit dem Falken und der Nachricht zu. Sie las sie und begab sich zu ihrem Zimmer. Dort nahm sie sich einen Bogen ihres Briefpapiers und schrieb eine Antwort.

Hallo Schatzi,

schön, dass deine Gäste schon eingetroffen sind und mach dir wegen dem Geschenk bitte keine Sorgen, ich hab schon alles vorbereitet. Ach, Ancalime ist heute mit Legolas, Gimli und Sam aufgebrochen. Sie wollen versuchen meinen Großvater zurück nach Bruchtal zu holen. Wenn ihr euch beeilt, könnt ihr sie ja dort vielleicht treffen und gemeinsam nach Bruchtal kommen?
Grüße unsere Kinder von mir!

Hab dich lieb
Arwen!

Dann steckte sie den Brief in einen Umschlag und band ihn an Celeg Rovals Bein fest. Er war stark genug gleich wieder zurück zu fliegen.
Also kam er schon am nächsten Morgen wieder bei Aragorn an und dieser war über die Nachricht hoch erfreut. Nun musste er sich nicht mehr seinen Kopf zerbrechen sondern konnte mit seinen Gästen viel unternehmen.

Da er aber immer noch der König war, musste er zumindest am Vormittag arbeiten. Auch seine Kinder mussten weiterhin zur ‘Schule’ gehen. Elfwine, zwar auch Gast, wurde aber von seinen Eltern dazu überredet mit Eldarion zu trainieren. Engwaarda kam eine Stunde vor Unterrichtsschluss zu ihnen und beschloss in ihren Kampf mit einzugreifen. Sie war, obwohl sie eine Prinzessin war, in der Kampfkunst sehr geübt. Das verdankte sie dem Willen ihres Vaters, der sich entschieden hatte, sie auch in der Technik des Kampfes zu unterweisen.
Jetzt kämpften sie schon eine halbe Stunde und keiner schien darauf erpicht zu sein aufgeben zu wollen.

Nach weiteren zehn Minuten erklärte Eldarion den Kampf für unentschieden. Die beiden jungen Männer mussten sich eingestehen, dass Engwaarda ein sehr starker Gegner war, der gut ausgebildet wurde (bei dem Vater kein Wunder!). Aber nun begaben sich die drei, doch sehr verschwitzt, zu ihren Gemächern um sich frisch zu machen. In einer halben Stunde sollte schließlich das Mittagsmahl eingenommen werden.

Als sie fertig waren trafen sie sich auf dem Flur und gingen gemeinsam zum Saal. Engwaarda hatten die beiden Jungen in ihre Mitte genommen und schlenkerten mit verbundenen Händen durch die Gänge. Sie kamen, etwas in der Zeit verschätzt, zu spät im Saal an. Alle saßen schon da und schauten nun auf die drei. Auf allen Gesichtern sah man ein Schmunzeln.

Engwaarda und Elfwine wunderten sich wieso, aber sie erkannten sofort den Grund. Sie hielten immer noch ihre Hände. Eldarion hatte sich kurz vor der Tür heimlich von der Hand seiner Schwester gelöst und lief nun kurz hinter ihnen. Die beiden hatten gar nicht gemerkt, dass sie so in den Saal kamen und konnten sich schon vorstellen, was das jetzt wieder für Gesprächsstoff bei ihren Eltern bringen würde.

Deshalb setzten sich die beiden mit etwas rötlich angehauchter Gesichtsfarbe auf ihre Plätze. Sie waren eigentlich nur Freunde!
Das Essen verlief recht ruhig. Nachdem sie fertig war nahm Engwaarda ihre kleine Schwester und verließ den Saal. Elfwine und Eldarion verabschiedeten sich kurz darauf.

Die Eltern schauten ihren Kindern hinterher. Dann räusperte sich Aragorn:
Aragorn: Ähm, ich hätte es vielleicht in Anwesenheit von den Kindern erzählen sollen, aber was haltet ihr von einem sofortigen Aufbruch?
Eowyn: Wieso sofort? Wir sind doch heute erst angekommen!
Aragorn: Nun, ja nicht jetzt sofort aber spätestens übermorgen…
Eomer: Ist in Bruchtal irgendetwas vorgefallen?
Aragorn: Nein, in Bruchtal nicht, aber Arwen hat von Celeborn noch keine Antwort erhalten und bat mich im Brief von heute Morgen indirekt mal bei ihm vorbeizuschauen…
Faramir: Du meinst also, wir brechen meinetwegen morgen schon auf, nur um nach Lothlórien zu reisen, wo wir dann Arwens Großvater dazu überreden müssen mit auf die Feier zu kommen?
Aragorn: So in etwa! Und außerdem treffen wir dort dann vielleicht noch auf Legolas, Gimli, Sam und Ancalime!
Eomer: Na schön, dann gehen wir schon mal Koffer packen und geben den Kindern bescheid.
Aragorn: Lasst euch Zeit! Es ist doch noch nicht einmal zwei Uhr! Außerdem können wir einen der Adler nehmen, oder fliegt von euch jemand nicht so gerne?
Eomer: Also wir haben nichts dagegen!
Eowyn: Ich auch nicht! Und ich freue mich jetzt schon, den Goldenen Wald zu sehen!
Aragorn: Gut! Ich gehe zu unseren Kindern und ihr könnt ja noch etwas in der Stadt promenieren.

Aragorn erhob sich und begab sich auf den Weg zu Elfwine, Engwaarda und Eldarion.
Elfwine und Engwaarda traf er im Park, sie saßen auf einer Bank und scherzten miteinander.
Aragorn: Entschuldigt bitte, wenn ich euch unterbreche, aber ich wollte euch nur Bescheid geben, dass wir morgen schon abbrechen! Wir machen noch einen kurzen Zwischenstopp in Lothlórien und nehmen von dort vielleicht Legolas, Gimli, Sam und Legolas noch mit!
Engwaarda: Was machen die denn dort?
Aragorn: Sie versuchen deinen Ur-Großvater zu überreden zu der Geburtstagsfeier seines Schwiegersohnes zu kommen!
Engwaarda: Ah ja! Wir werden dann später noch unsere Sachen packen…
Aragorn: Aber nur das nötigste!
Engwaarda: Ja ja! Schon gut Papa! Und falls du Eldarion suchst, der ist in seinem Zimmer!
Aragorn: Danke!

Er ging weiter und überließ dem beiden ihr Schicksal. Eldarions Zimmertür stand offen und so trat er ohne zu klopfen ein. Sein Sohn saß an seinem Tisch und schien irgendetwas zu schreiben. Aragorn schaute über seine Schulter.
Aragorn: Das wird keinen Sinn haben, Eldarion.
Eldarion: Vater, was? Musst du einen immer so erschrecken?
Aragorn: Entschuldige, aber die Tür stand offen!
Eldarion: Na gut! Was machst du hier?
Aragorn Wir haben eben besprochen, dass wir morgen schon aufbrechen und das wollte ich dir berichten. Außerdem treffen wir in Lórien auf Legolas, Gimli und Sam.
Eldarion: Schön! Ähm ich muss das hier noch fertig machen!
Aragorn: Den kannst du dann aber gleich mitnehmen.
Eldarion: Wieso? Ich wollte ihn eigentlich nach Bruchtal schicken!
Aragorn: Der Empfänger ist aber gerade auf Reisen!
Eldarion: Was? Wieso?
Aragorn: Nimm ihn einfach mit und überreich ihn persönlich. Glaub mir, das geht schneller!
Eldarion: Na schön! Ich verstehe zwar nicht ganz wie, aber wenn du meinst!

Aragorn hatte schon längst das Zimmer seines Sohnes wieder verlassen und ging zu Herthmain! Ihr musste ja schließlich auch erzählt werden, dass das Schloss für ca. zwei Monate ohne König auskommen musste. Auch der Stellvertreter des Statthalters musste benachrichtigt werden!

Nachdem das alles und das Kofferpacken und Flugbuchen erledigt war konnten sich die Abreisenden noch einwenig ausruhen. Erst am Morgen würde es dann wieder hektisch. Der Adler musste bepackt werden, die Schlüssel der Stadt mussten übergeben werden und der Stellvertreter hatte auch noch verschlafen!!!
Aber nachdem man fertig war und alles auf dem Adler, welcher als Flieger diente, verstaut hatte ging die Reise los. Unsere Herrschaften waren also in acht Stunden in Lothlórien. Der selbe Tag, an welchem Ancalime und Co auch dort eintreffen sollten.

Kapitel 13
Es war noch sehr früh als Ancalime erwachte, die Sonne war noch nicht am Horizont zu erblicken, alles war in ein leichtes Dämmerlicht getaucht. Sie stand auf, da sie sowieso nicht mehr schlafen konnte und begab sich zum nahegelegen Fluss. Dort wusch sie sich ihr Gesicht und nahm etwas Wasser zum Kochen mit.

Als sie wieder im Lager ankam, waren immer noch alle im Schlummer versunken, bis auf die Wache, die schlief natürlich nicht.

Da es so aussah, als wenn eh noch keiner Lust auf Frühstück hatte, machte sie sich erneut auf und suchte sich ein kleines Plätzchen von dem aus sie den Sonnenaufgang betrachten konnte.

Heute würden sie im Laufe des Tages nach Lórien kommen. Bald waren sie für kurze Zeit das ewige Meckern Gimlis los. Er hatte nämlich jetzt angefangen auch über andere Sachen zu nörgeln. Und man merkte, wie die Reisegruppe darunter litt. Alle ließen sie ihre Köpfe hängen und wurden recht aggressiv! Einer der Wachen war sogar schon von seinem Pferd gefallen deswegen und musste nun seinen Arm in einer Schlinge tragen.
Ancalime bereute schon langsam ihren Übereifer doch unbedingt mitkommen zu wollen! Aber daran ließ sich jetzt auch nichts mehr ändern! Sie sah wieder auf und betrachtete eine goldleuchtende Sonne, die gerade am Horizont aufging und hinter sich nahm sie eine Person wahr!

Es war Legolas, der anscheinend von der Wache den Wink bekam, dass sie hier war.
Legolas: Schon so früh wach?
Ancalime: Ja! Ich konnte nicht mehr schlafen. Gimli…
Legolas: Am besten du ignorierst ihn, oder stoppst dir ein bisschen Moos ins Ohr!
Ancalime: Und das funktioniert?
Legolas: Ähm, wie bitte?
Er fummelte gerade einen grünen Büschel aus seinem Ohr.
Ancalime: Tatsächlich! Und das sagst du mir erst jetzt!
Legolas: Entschuldige, aber…
Ancalime: Schon O.K.!……. Auuuuuuuuuu!
Legolas: Was ist?

Ancalime zeigte ihm ihren rechten Arm. Er zeigte deutliche Bissspuren… von einer Schlange!

Legolas: Wo ist sie?
Ancalime (umsehend): Dort im Gebüsch! Eru sei dank! Es ist keine giftige!
Legolas: Wir müssen das trotzdem behandeln, komm mit! Wir haben noch ein paar Kräuter im Lager!

Sie gingen zurück zum Lager. Dort waren jetzt schon alle wieder auf den Beinen. Ancalime hielt ihren Arm, da der Biss doch etwas schmerzte!

Gimli: Da seid ihr ja! Ancalime was ist denn mit dir passiert? (er sah den Biss) Hat Legolas wohl etwas zu fest zugebissen?
Legolas: Gimli, lass diese Witze! Eine Schlange war’s! Aber zum Glück keine Giftschlange!

Ancalime setzte sich auf ihr Lager und ließ sich von Legolas die Wunde auswaschen und verbinden. Danach brachen sie ihr Lager ab und ritten ihrem Ziel entgegen!

Kapitel 14
Elrohir!…… Elrohir! Verdammt wo bist du???

Das war Tanwethiel. Die Schwester von Haldir. Sie suchte Elrohir, da er sich am besten mit Celeborn verständigen konnte. Seit er wieder da war, war die Stimmung in Lórien ein wenig besser geworden.
Celeborn ließ wieder ein wenig mehr Elben in seine Nähe treten ohne gleich loszubrüllen oder mit dem Mobiliar um sich zu werfen.
Eigentlich ein Wunder, dass es noch ein heiles Möbelstück in Lothlórien gab, denn Galadriel war jetzt schon fast zwanzig Jahre weg. Na gut. Die ersten vier Jahre saß Celeborn nur schmollend in der Ecke und trauerte seiner Frau nach. Aber seit Thranduil mal zu Besuch da war, fing der Herr des Goldenen Waldes an seine Trauer in Wut umzuwandeln. Und es gab nur noch wenige, die sich in seiner Nähe aufhalten wollten.

Unter anderem Tanwethiel. Sie war jetzt schon 2859 Jahre alt und von diesen vielen Jahren verbrachte sie fast 2000 Jahre im Goldenen Wald. Sie hatte die Verwandlung von Celeborn mit angesehen und war froh, dass sie nicht mehr ganz alleine hier war.

Ihr bester Freund Elrohir war seit drei Monaten wieder hier und half ihr wo er konnte. Er hatte ihr von den Eskapaden Elladans erzählt und sie konnte gut nachvollziehen, warum er ausgezogen war. Haldir war schließlich nicht besser.
Gut, Elrohir hatte ein Herz und verpetzte Haldir nicht, sonst wäre er toter als tot, wenn er ihm jemals wieder über den Weg laufen sollte. Denn Tanwethiel hatte ein Temperament, dass besonders Haldir sehr gut kannte. Kein Wunder also, dass sie sich in der näheren Umgebung Celeborns aufhalten konnte. Er respektierte sie, seit es mal eine heftige Auseinandersetzung zwischen den beiden gegeben hatte.

Aber seit Celeborn eine Einladung zu Elronds Geburtstag erhalten hatte, in der seine Enkelin schrieb, dass sie auch die ehemaligen Ringträger eingeladen hatte, war es mit der bisherigen Ruhe in Lothlórien wieder zu Ende. Und dann kam soeben auch noch ein Brief aus Minas Tirith, dass der König sich für heute samt Familie und Gäste für die Party anmeldete. Na, das konnte ja was werden.

Und Tanwethiel musste alles vorbereiten. Zimmer beziehen, möglichst weit weg von Celeborn! Und da ja der König kam, musste auch noch ein wenig aufgeräumt werden. Und Elrohir war auch noch verschwunden. Der Tag verlief für Tanwethiel immer besser. Sie hatte noch zehn Minuten um zur Landebahn zu gehen. Und da kam schon ein Signal, dass ein Adler im Landeanflug war.

Tanwethiel: Mist, zehn Minuten zu früh! Na ja, dann müssen die Gäste eben kurz warten bis sie in ihre Zimmer können, wenn man sich auch erst so kurzfristig ankündigt. Tz, tz, tz!

Und so rannte sie mehr als sie ging zur Landebahn und da kam ihr auch schon Aragorn mit Elenath auf dem Arm entgegen und mit dem Rest der Passagiere hinter sich. Sie begrüßte sie alle herzlich im Namen des Herrn des Goldenen Waldes und bat sie ihr zu folgen. Nach wenigen Minuten erreichten sie die Treppe, die zu einem Empfangszimmer führte.

Doch plötzlich vernahm Tanwethiel hastiges Getrappel. Von Pferden. Hufgetrappel im Goldenen Wald? Das konnte doch eigentlich gar nicht sein, das war doch verboten!

Also ließ sie Aragorn und Co stehen und kletterte einen Wachtposten hoch. Sie erkannte Elrohir gefolgt von Legolas, der jemanden im Arm hielt. Und hinterdrein kamen Gimli, Sam und noch ein paar Elben aus Bruchtal.

Tanwethiel: Was ist denn da schon wieder los?
Sie stieg wieder vom Baum und da kamen auch schon die von ihr gesehenen Personen. Nun erkannten auch die eben erst gelandeten, dass etwas passiert sein musste.

Tanwethiel: Elrohir, da bist du ja endlich, was ist passiert, Legolas?
Legolas: Sie ist ohnmächtig geworden! Heute früh wurde sie von einer Schlange gebissen, aber bis vor fünf Minuten ging es ihr noch gut!
Tanwethiel: Elrohir, nimm sie und kümmere dich bitte um sie!
Elrohir sprang vom Pferd und nahm Legolas das Mädchen ab. Schnell ging er zum Heilerzimmer und behandelte sie. Die Gruppe folgte ihm.

Aragorn und Eowyn boten Elrohir ihre Heilerfähigkeiten an. Er dankte den beiden und ließ sie mit ins Zimmer kommen.
Tanwethiel war zwar auf den ersten Blick etwas erschrocken gewesen, das arme Mädchen bewusstlos in Legolas Armen zu sehen, aber sie fing sich schnell wieder und zeigte dem Rest der Angereisten ihre Zimmer. Sie sollten sich von ihrer Reise erholen und sich keine weiteren Sorgen um das Mädchen machen. Sie war schließlich in den besten Händen. Doch nach einer halben Stunde saßen alle wieder vor dem Heilerzimmer.

Sie konnten es nicht abwarten zu erfahren, wie es ihr ging.
Tanwethiel fragte nach kurzer Zeit, wer da überhaupt gerade behandelt wurde und was Legolas, da er sie ja her gebracht hatte, dachte, ob es ihr bald wieder gut ginge.

Engwaarda: Sie ist unsere beste Freundin und kommt wie wir eigentlich aus Minas Tirith! Doch unsere Mutter meinte, es wäre an der Zeit, dass sie etwas von Mittelerde sehe! Und deshalb ist sie mit nach Bruchtal gereist!
Eldarion: Und das schon vor zwei Monaten!
Tanwethiel: Aha! Und deshalb hast du sie auch mit nach Lórien gebracht, Legolas?
Legolas: Was,… nein, das war ihre Idee!
Tanwethiel: Sag mal, hast du sie noch alle? (zu sich selbst) Ich hoffe nur, der alte Drachen regt sich nicht wieder auf wie das letzte Mal.

Faramir: Wie, das letzte Mal?
Tanwethiel: Ähm ja, da kam Elrohir! Zum Glück konnte er Celeborn wieder beruhigen! Fragt lieber nicht nach, was passiert ist! Und hofft, dass ihr es nicht erleben werdet!

Die Tür öffnete sich und Aragorn und Elrohir gefolgt von Eowyn und Ancalime kamen aus dem Zimmer. Etwas überrascht blieben die vier stehen. Sie hatten nicht so einen Besucherandrang erwartet!

Elrohir: Ist noch irgendjemand verletzt oder wieso sitzt ihr hier alle rum?
Tanwethiel: Wir haben auf euch gewartet! Eowyn und Aragorn wollen sich sicher etwas frisch machen! Ich zeig euch den Weg!
Gefolgt von Eowyn, Faramir und Aragorn ging sie einen Weg zu den Gästeunterkünften. Eomer und Lothíriel waren vorhin gar nicht wieder zum Heilerzimmer mitgekommen. Sie wollten den Goldenen Wald in aller Ruhe genießen.

Nun blieben nur noch Sam, Gimli, Legolas, Elrohir, Elladan, Engwaarda, Elfwine und Ancalime übrig.
Der Zwerg und der Hobbit folgten nach kurzer Zeit den anderen zu den Unterkünften. Sie wollten sich nur kurz versichern, dass es ihrer Weggefährtin gut ging.

Legolas und Elrohir verließen die Gruppe ebenfalls, aber erst nachdem Elrohir Ancalime noch ein Mittel gegen die Kreislaufbeschwerden gegeben hatte.

Nachdem alle gegangen waren umarmten Engwaarda, Elfwine und Eldarion ihre gemeinsame Freundin. Sie waren etwas bestürzt gewesen, dass sie ohne Bewusstsein im Wald ankam und erst nach einer halben Stunde Behandlung wieder einigermaßen gut aussah.

Engwaarda: Wie geht es dir? Du siehst etwas blass aus!
Ancalime: Mir geht es gut! Ich hab nur kleine Kreislaufstörungen, zum Glück bin ich nicht vom Pferd gefallen!
Elfwine: Dann ständest du jetzt sich nicht hier vor uns!
Ancalime: Danke Elfwine! Das weiß ich auch selbst! Aber erzählt, was macht ihr hier?
Eldarion: Unser Vater meinte, es wäre das beste, wenn wir euch Unterstützung leisten, bei dem Versuch Celeborn umzustimmen!
Engwaarda: Ich hab Ur-Großvater schon lange nicht mehr gesehen!
Eldarion: Ancalime! Bist du wirklich sicher, dass es dir wieder gut geht?

Sie hatte eben wieder einen Schwindelanfall gehabt und musste sich setzten.
Ancalime: Ja! Mir geht es gut!
Eldarion: Egal, ich bring dich jetzt auf dein Zimmer! Du bist sicher auch von der Reise erschöpft!
Ancalime: Na gut, wenn es sein muss, aber nur eine Stunde!
Sie wusste zwar selbst, (sie war schließlich Heilerin) dass das gar nicht gut für sie war, aber sie wollte den Leuten nicht zeigen, dass sie schwach war. Aber eine Stunde Ruhe konnte sie sich ruhig eingestehen. Sonst lag sie heute noch mal auf dem Heilersofa und wurde wieder von Aragorn, Eowyn und dem Onkel von Engwaarda und Eldarion verarztet.

~#~#~

Derweil auf dem Schießstand. Elrohir und Legolas hatten sich geeinigt etwas zu trainieren, damit ihnen nicht langweilig wurde.
Elrohir: Wie geht es eigentlich Elladan? Du kommst ja schließlich gerade erst aus Bruchtal!
Legolas: Nun, er hält sich. Er hat vor kurzem mit jemanden, den du kennst eine Therapie angefangen!
Elrohir: Mit jemanden den ich kenne? (er überlegte kurz) Ach du meinst Hal…
Legolas: Psssst! Bist du des Wahnsinns! Wenn Tanwethiel das erfährt, reißt sie ihm den Kopf ab. Und er uns, wenn er herausfindet, von wem sie es weiß!
Elrohir: Wenn er das dann noch kann. Wäre doch eigentlich die perfekte Gelegenheit, es ihm abzugewöhnen!
Legolas: Ich bitte dich, Haldir ist einer unserer besten Freunde! Willst du ihm das wirklich antun? Du weißt ganz genau, wie Tanwethiel reagiert, wenn sie sauer ist!
Elrohir: Wie geht es eigentlich deiner Schwester?
Legolas: Weich nicht immer vom Thema ab! Und, ich weiß es nicht! Ich war schon seit längerem nicht mehr zu Hause!
Elrohir: Schade! Sie hätte es sicher auch interessiert, dass es meinem Bruder wieder besser geht!
Legolas: Ja! Ich hab schon überlegt, ob ich nicht doch noch mal im Grünwald vorbeischaue, bevor es zum Fest geht.
Elrohir: Mach das am besten! Irgendjemand muss ja die Leute zusammentrommeln!
Legolas: Wie meinst du das?
Elrohir: Na ja, wäre es nicht nett, wenn Elladan eine Begleitung zur Party hätte? Und du weißt ganz genau, dass Quelleving nicht freiwillig kommen würde!
Legolas: Ja, ja! Aber Elladan hat sowieso genug zu tun! Er wurde dazu verdonnert in einer Band zu spielen!
Elrohir: In einer Band. Am besten noch mit Haldir zusammen! (er begann zu lachen)
Legolas: Woher wusstest du das?
Elrohir: Hatte ich etwa recht! Oh Eru, wofür hab ich das verdient? Kann ich nicht einfach hier bleiben?
Legolas: Nein, mein Freund, da müssen wir alle durch! Komm schieß du den nächsten Pfeil!

~#~#~

Eldarion und Ancalime waren inzwischen an einer Tür der Gästequartiere angekommen.
Ancalime: Ganz schön hoch hier oben!
Eldarion: Wir sind halt in Lórien! Genieß einfach den Ausblick und denk nicht dran! Ah ja! Hier wäre es!

Er öffnete eine Tür und begleitete sie in das Zimmer. Es sah anders aus als in Bruchtal. An der linken Seite stand ein Bett, was richtig zum Schlummern einlud, aber es gab noch andere interessante Dinge zu betrachten. Zum Beispiel stand da eine Kommode mit Spiegel an der anderen Wand. Er war mit Blattmotiv umrandet und passte wunderbar in dieses Zimmer. Sie setzte sich vor die Kommode und betrachtete sich im Spiegel. Ihre dunklen Haare waren durch die Reise etwas glanzlos geworden. Sie nahm den Kamm der dalag und fing an ihre Haare zu kämmen. Sie hatte sich so in der Tätigkeit verloren, dass sie gar nicht merkte, wie Eldarion sie dabei beobachtete.

Eldarion: Ich denke, du wolltest dich etwas hinlegen?
Ancalime erschrak sich und ließ den Kamm fallen. Sie schaute Eldarion böse an und ging zum Kleiderschrank. Dort entdeckte sie viele schöne Kleider und einen noch größeren Spiegel, in dem sie sich ganz sah. Sie nahm sich ein Schlafgewand und zog sich um, ohne dabei zu beachten, dass Eldarion immer noch im Zimmer war!

Sie drehte sich um und erschrak erneut, denn Eldarion hatte sich nun hingestellt um ihr Platz auf dem Bett zu machen. Auch diesmal ließ sie ihn kommentarlos stehen und legte sich ins kuschelige Bett und augenblicklich fielen ihr die Augen zu!

Kapitel 15
Sie hörte etwas. Sprach da jemand zu ihr?
Sie hatte jetzt keine Lust aufzuwachen, also drehte sie sich auf die andere Seite und schlief weiter. Als sie das nächste Mal aus der Tiefschlafphase erwachte, hörte sie etwas Rauschen.
Regnete es etwa?

Sie öffnete ein Auge und sah aus dem Fenster. Dort war es bereits dämmrig. Aber regnen tat es nicht! Also, was hatte da ihren Schlaf gestört?

Ancalime wurschtelte sich aus ihrem Bett. Dort war es so gemütlich, aber sie musste herausfinden, was da rauschte. Die Geräuschquelle kam aus dem kleinen Nebenraum, was sie vorhin noch gar nicht besichtigt hatte. Also ging sie in das Nebenzimmer, sie nahm an, dass es ein Bad oder so etwas ähnliches war. Und richtig, es war ein kleines Badezimmer mit so etwas wie einer Badewanne mit Vorhang. Und darin stand doch tatsächlich eine Person, die irgendein Lied vor sich hin summte!
So eine Unverschämtheit, in ihr Bad einzubrechen und sie dann auch noch aus dem Schlaf zu reißen.

Ancalime überlegte, was sie jetzt tun sollte! Zum Vorhang schreiten und die Person zur Rede stellen? Allerdings würde das dann sicher peinlich werden, denn wer badete schon mit Sachen?

Sie entschied sich dafür einfach das vorhandene Handtuch zu schnappen und sich ganz leise wieder in ihr Bett zu legen. Mal sehen, wer da ihr Wasser verschwendete!

Sie lag kaum fünf Minuten im Bett, da kam ein leises Fluchen aus dem Nebenzimmer. Anscheinend wurde bemerkt, dass das Handtuch fehlte. Sie hatte es strategisch günstig neben das Bett gelegt, um die Person nicht zu verpassen, sie selbst stellte sich schlafend.

Die Tür öffnete sich und es kam jemand ins Zimmer, entdeckte das Handtuch und schnappte es sich. Ancalime gab der Person noch drei Sekunden um keine Peinlichkeiten entstehen zu lassen.
Ancalime: Dürfte ich erfahren, wer da so einfach mein Wasser verschwendet und mich noch dazu aus dem Schlaf reißt?
Eldarion: Schön, dass du endlich wach bist!
Ancalime: Eldarion!… Hast du kein eignes Bad?
Eldarion: Nein! Und, es gibt gleich Frühstück!
Ancalime: Was? Es ist schon wieder Tag?
Eldarion: Ja, du hast seit gestern durchgeschlafen!
Ancalime: Woher willst du das wissen?
Eldarion: Weil ich den ganzen Tag hier war! Du hast geschlafen wie ein Baby. Ich hab zwar versucht dich zum Abendessen zu wecken, aber du hast dich einfach rumgedreht und weiter geschlafen.
Ancalime: Du warst das? Ich hab gedacht ich hätte das nur geträumt. Sag mal, kannst du dir nicht endlich mal was anziehen? Du triefst richtig vor Nässe!
Eldarion: Nö! Und außerdem, wenn du mir das Handtuch klaust! Das muss bestraft werden!

Er ging auf das Bett zu und ließ sich in die Kissen fallen. Dann schnappte er sich Ancalime und küsste sie. Dabei wurde natürlich das Bett und sie selbst auch nass.

Ancalime: Eldarion! Du machst alles nass!
Eldarion: Ich weiß, aber daran bist du schuld!
Ancalime: Na schön!

Jetzt ließ sich sowieso nichts mehr retten und so genoss sie seine Küsse. Allerdings hielt diese traute Zweisamkeit nicht lange an, denn es klopfte an der Tür!
Aragorn: Eldarion, ist sie jetzt endlich wach?
Eldarion: Ja! Wir kommen gleich!

~#~#~

Nicht weit entfernt von den beiden kam plötzlich ein lauter Schrei aus einem Zimmer.

Tanwethiel: Was fällt dir ein, mir einfach einen Eimer Wasser über den Kopf zu schütten!
Elrohir: Entschuldige, aber es ist schon zehn durch und ich hab dich bestimmt zehn Mal angesprochen, irgendwann ist meine Geduld auch mal am Ende!
Tanwethiel: Na gut, danke fürs Wecken, aber jetzt RAUS hier!

Wenige Sekunden später befand sich Elrohir wieder draußen auf dem Flur. Und da lief ihm ein etwas besorgt aussehender Legolas entgegen.

Legolas: Was war denn hier los? Ich dachte schon, es wär jemand vom Baum gefallen!
Elrohir: Nein, nicht ganz, ich hab nur eben Tanwethiel wach gemacht!
Legolas: Ach du auch? Als sie bei uns war kam sie auch nie aus dem Bett! Welche Methode wendest du an?
Elrohir: Wasser - aus - Eimer - ins - Gesicht! Ist recht effektiv, wenn der Nebeneffekt nicht so extrem wäre. Sie kann nämlich ‘ne sehr hohe Tonlage anschlagen!
Legolas: Ja, das hat unser Palast auch schon sehr oft mitbekommen!
Elrohir: Hast du schon gefrühstückt?
Legolas: Nein! Ich dachte mir, lieber auf die anderen zu warten!
Elrohir: Komm, wir gehen schon mal vor. Tanwethiel braucht sicher noch ‘ne Weile.

Da lag er aber vollkommen falsch. Plötzlich stand Tanwethiel in ihrer Tür und griff auch sogleich Elrohirs rechtes Ohr.
Tanwethiel: So Freundchen, wenn du noch einmal in mein Zimmer kommst und mir eiskaltes Wasser ins Gesicht kippst, dann, dann…
Elrohir (unter Schmerzensklage): Was dann?
Tanwethiel: Dann zieh ich wieder nach Eryn Lasgalen!

Jetzt schaute Legolas etwas geschockt. Er hatte es damals schon nicht ertragen können, diese Elbe um sich zu haben. O.K. sie war nett und hatte auch ein paar gute Eigenschaften, aber sie konnte manchmal schon recht gemein sein! Er bemitleidete Elrohir, der sich in ihrem Griff wand.

Elrohir: Bitte Tanwethiel! Lass das! Legolas, hilf mir doch mal!
Sam: Na, gibt’s hier irgendwelche Probleme?
Tanwethiel: Nein, ich hab alles im Griff, nicht wahr, Elro?
Elrohir: Ich glaub, da muss ich dir im Moment leider recht geben, bitte lass mein Ohr wieder los, ich versprech dir auch… dass ich dir nie wieder eiskaltes Wasser ins Gesicht schütte!
Tanwethiel: Na schön, komm, ich hab jetzt Hunger!

Damit schleifte sie Elrohir mit sich, zwar nicht mehr am Ohr, worüber der Elb dankbar war, aber sie hatte ihn immer noch im festen Griff. Legolas und Sam stiefelten hinter ihnen her. Auf dem Weg zum Frühstück sammelten sie noch Gimli und Tanwethiels andere Brüder Rúmil und Orophin auf. Sie kamen gerade von ihrer Wachschicht zurück und wollten noch schnell etwas zu sich nehmen, bevor sie sich in die Federn warfen.

Am Tisch, unter freiem Himmel, saßen schon die rohanische und gondorianische Königsfamilie. Auch Eowyn und Faramir kamen gerade um eine Ecke. Tanwethiel schimpfte immer noch mit Elrohir. Als alle saßen, begann das Gelage. Tanwethiel hatte wirklich sehr viel auftafeln lassen. Aber man bekam ja nicht mehr so viele Gäste in Lothlórien!

Und der Auslöser dafür kam auch gerade am Tisch an.
Sofort sprangen Engwaarda und Eldarion auf um ihren Ur-Großvater zu begrüßen. Er wirkte heute sehr fröhlich und lachte sogar. Tanwethiel und Elrohir warfen sich irritierte Blicke zu. Auch Rúmil und Orophin waren erstaunt und ließen glatt ihre Marmeladenbrote fallen.

Nachdem sich Aragorns Kinder wieder hingesetzt hatten, begrüßte Celeborn auch den Rest der Anwesenden. Tanwethiel stellte sie ihm vor.
Tanwethiel: Lord Celeborn, dies sind Lady Lothíriel und Elfwine von Rohan und dies ist Ancalime, sie kommt aus Minas Tirith. Den Rest der hier Anwesenden dürftet ihr kennen!
Celeborn: Danke Tanwethiel!… Und wer ist dieser kleine Sonnenschein dort?
Aragorn: Oh, das ist Elenath. Sie gehört zu Arwen und mir!
Celeborn: Schön, dann lasst uns mit dem Mahl beginnen, ich sehe schon viele hungrige Gesichter. (dabei sah er besonders Sam und Gimli an)

Sie folgten seinen Worten. Während des Essens versuchte Elrohir schon einmal das Thema Geburtstag anzusprechen.
Elrohir: Gimli, sag mal, stimmt es, dass Elladan und Haldir eine Band gegründet haben?
Gimli: Ja, sie werden von Merry und Pippin unterrichtet, aber ehrlich gesagt ich glaub nicht, dass das was wird!
Tanwethiel: Warum?
Gimli: Na ja, die ersten Versuche waren eher kläglich als klingend!
Tanwethiel: Die beiden haben eben kein Taktgefühl! Wie geht es eigentlich Arwen?
Legolas: Ihr geht es gut! Sie war nur etwas gestresst, als wir gingen, aber wir haben versucht, ihr wo es ging zu helfen!
Ancalime: Genau! Engwaarda, kannst du mir bitte mal den Käse reichen?
Engwaarda: Klar doch! Aber nur, wenn du mir das Marmeladenglas gibst!
Ancalime: Tanwethiel, hast du das Biscuit selbst gemacht? Das schmeckt lecker!
Tanwethiel: Na ja nicht ganz! Aber ich hab’s auf den Tisch gestellt!

Alle mussten lachen.
Ancalime: Kannst du mir das Rezept geben? Mir fehlen noch so Kleinigkeiten zum Fest.
Tanwethiel: Welches Fest?
Ancalime: Na Lord Elronds Geburtstag! Ich wurde zum Kochen beauftragt, dank Gimli!
Gimli: Was? Ich dachte du machst das gerne!
Ancalime: Mach ich ja auch, bloß nicht aufregen, Gimli.
Aragorn: Ancalime, du kochst zum Fest? Das wird ein kulinarischer Hochgenuss! Ihr müsst wissen, diese junge Frau hier hat dafür ein ausgesprochenes Talent!
Ancalime: Danke Aragorn!
Legolas: Lord Celeborn, es ist, glaube ich, an der Zeit euch unser Anliegen zu unterbreiten! Wir sind alle hier, um euch darum zu bitten, zu der bereits angesprochenen Geburtstagsfeier Lord Elronds zu kommen. Eure Enkeltochter machte sich Sorgen, weil von euch eine Absage kam.
Celeborn: Prinz Legolas! Ich bin im Moment nicht bereit darüber zu sprechen! Ich werde mir bis morgen darüber Gedanke machen und dann werde ich meine Entscheidung fällen! Entschuldigt mich jetzt bitte!

Und so erhob sich Celeborn und verließ den Frühstückstisch um sich in seinen, mittlerweile leeren Thronsaal, zu setzten und eine ‘Pro-Contra-Liste’ zum Thema Elronds Geburtstag anzufertigen.

Der Rest saß immer noch etwas verdattert da. Sie hätten nicht gedacht, dass es so einfach war sich in Celeborns Nähe aufzuhalten. Er wirkte erstaunlich ruhig, nur zum Schluss wurde er etwas grantig, aber immerhin schon mal ein guter Auftakt!

Nun hatte unsere Reisegruppe einen freien Tag. Tanwethiel hatte einen Badetag eingeplant. Also gingen alle auf ihre Zimmer und suchten ihre Badesachen zusammen, schließlich stand in der Einladung zu Elronds Geburtstag: ‘Ich bitte euch außerdem noch darum, eure Badesachen mitzunehmen, da es wahrscheinlich schönes Wetter wird und wir so den neu angelegten See einweihen können!’

Rúmil und Orophin legten sich erst einmal schlafen und Eomer entdeckte, dass er seine Badehose vergessen hatte. Zum Glück konnte Tanwethiel Elrohir eine abluchsen und sie Eomer leihen.

Damit war er zufrieden. Im Gegensatz dazu wäre es Faramir sehr recht gewesen seine Badehose aus Versehen vergessen zu haben. Aber nein, Eowyn hatte sie leider eingepackt!
Faramir litt nämlich leider an einer Wasserallergie und konnte deshalb nicht mit baden gehen. Aber Eowyn bestand darauf, dass er mitkam und sich wenigstens an das Ufer setzte. Und den anderen zusah wie sie im Wasser rumtobten, das war irgendwie deprimierend für Faramir. Aber zum Glück wurde er von Aragorn damit beauftragt Elenath zu ‘bewachen’! Da hatte er alle Hände voll zu tun! Elenath konnte nämlich schon laufen und verschwand öfters mal.

Und zum Leidwesen Faramirs leider auch am Strand. Er hatte sich nur kurz umgedreht um etwas zu essen aus der Tasche zu holen und da war die Kleine schon weg!

Er blickte hastig hin und her. Im Wasser, wo die anderen gerade eine Wasserschlacht veranstalten, nein, da war sie nicht! Ans Ufer entlang, wo Ancalime und Eldarion spazieren gingen, nein, da war auch kein kleines Kind zu sehen. Dann drehte er sich um und blickte in den Wald! Und dort war Elenath auch sicher verschwunden!

Wie sollte er Aragorn nur erklären, dass seine Jüngste gerade einen Waldausflug ohne Begleitung machte!

Aber das Problem löste sich von selbst, denn Aragorn kam soeben und bemerkte, dass Elenath fehlte!
Aragorn: Faramir! Sag mir nicht, dass du Elenath verloren hast!
Faramir: Ähm, na ja, verloren nicht direkt, sie ist mir nur zur Zeit, ähm, abhanden gekommen. Ich, ähm, schätze, ähm, dass sie im, ähm, Wald ist!
Aragorn: Oh, du meine Güte! Komm schon, wir müssen sie suchen gehen. Hol Legolas und Elrohir aus dem Wasser! Sie sollen uns helfen!

Faramir nickte und ging ans Ufer. Zum Glück haben Elben gute Ohren, weil Legolas und Elrohir gerade weit weg vom Ufer schwammen. Aber sie hörten Faramir und leider nicht nur die beiden, auch der Rest kam aus dem Wasser und Faramir musste ihnen erklären, dass Elenath verschwunden war.
Natürlich erklärten sich sofort alle dazu bereit mitzuhelfen. Sie teilten sich in kleine Gruppen auf und durchforsteten den Wald. Plötzlich kam ein Gekreische aus einem der Elbenapartments.

Es war eine Mischung aus kläglichem Elbengeheul und Kinderwimmern. Sofort war allen klar, dass das Kind Elenath war, denn sonst lebten keine Kinder im Goldenen Wald!

Nach wenigen Minuten waren auch alle bei der Geräuschquelle angekommen, es war Rúmils Quartier. Aragorn klopfte an der Tür und sie wurde auch sofort aufgerissen. In der Tür erschien ein etwas zerzauster Elb im Schlafgewand. Auf dem Arm trug er ein Kind, Elenath!

Rúmil drückte Aragorn das Kind in die Hand und meinte:
Rúmil: Wenn diese Göre noch einmal in mein Zimmer kommt, ohne Aufforderung, und mir meine Haare verknotet, dann weiß Eru allein, was geschieht! Gute Nacht!
Er donnerte die Tür wieder zu!

Aragorn: Ähm, guten Tag! Mann, hat der eine Laune! Und du Faramir, lässt Elenath nicht noch mal aus den Augen, es sei denn du willst unbedingt einen kopflosen König haben!
Faramir: Nein Aragorn!
Aragorn: Gut!… Auf den Schreck brauch ich erst mal Ruhe. Wir sehen uns zum Nachmittagsimbiss!

Kapitel 16
Jetzt wollen wir mal zu Elrond schauen und sehen, wie er sich auf der Reise nach Mittelerde hält.

Er hatte sich inzwischen damit abgefunden, dass Frodo und Gandalf gleich nebenan wohnten. Und er war auch froh, dass seine Schwiegermutter auf der anderen Seite des Schiffes untergebracht wurde.
Sie war schließlich Raucherin und die Raucherkabinen lagen auf der anderen Seite des Schiffes. Aber immer zu den Pflichtgängen, sprich Frühstück, Mittag und zum täglichen Unterhaltungsabend musste man sich im Salon des Schiffes einfinden. Elrond hatte zwar schon versucht sich sein Essen aufs Zimmer zu bestellen, aber der Kapitän selbst musste ihm klar machen, dass dies nur in Ausnahmefällen gemacht wurde. Wenn die entsprechenden Personen z.B. schwer krank wären. Daraufhin versuchte Elrond doch tatsächlich sich krank zu stellen, allerdings flog er auf, als er sich lautstark über seine Nachbarn beim Chefsteward beschwerte. Der reichte die Beschwerde nämlich an den Kapitän weiter und der erkannte, dass er mit dem komischen Vogel aus Kabine 130 - Außenblick sicher noch mehr Probleme haben könnte.

So musste Elrond doch an den Essen im Salon teilnehmen. Er ließ sich aber sofort einen Platz weit weg von seinen Nachbarn geben. Allerdings hatte sich der Platzeinweiser vertan und nun saß Elrond sogar mit Frodo, Gandalf und Galadriel an einem Tisch… die Rauchertische waren schon alle vergeben.

Sofort fingen Frodo und Gandalf an von dem Freizeitangebot des Schiffes zu berichten. Sie hatten sich nämlich schon vor Fahrtbeginn bei der Reisegesellschaft informiert.

Frodo: Hey Elrond, hast du schon den großen Pool im Schiff gesehen, der ist so riesig, da musst du einfach mal hin…
Gandalf: Aber auch die Bibliothek musst du mal besuchen. Da sind viele sehr interessante Werke dabei.
Galadriel: Gibt es denn hier keine Aschenbecher?
Elrond: Nein, das ist der Nichtraucherbereich! Wolltest du nicht sowieso mit dem Rauchen aufhören? Und ja Frodo, ich hab schon von dem Pool gehört. Du redest schon seit Stunden von nichts anderem, und danke Gandalf, ich werde demnächst mal in der Bibliothek vorbeischauen…

Zu mehr kam er nicht mehr, denn nun begann die ‘große Unterhaltungsshow mit Tanz’. Heute sollten die ‘Ship Sisters’ auftreten. Elrond war schon vorher sooooo begeistert, dass er sich vom Schiffsarzt Schmerzmittel geben lassen musste. Deshalb bekam er von der Show auch nur die Hälfte mit und merkte nur nebenbei, dass er von einer der Sängerinnen auf die Tanzfläche gezogen wurde. Ihm fiel noch gerade so auf, dass die Frau blonde Haare hatte.

Am nächsten Morgen wachte er unter hämmernden Kopfschmerzen auf. Das Schmerzmittel vom vorherigen Abend hatte seine Wirkung aufgegeben und überließ Elrond seinen Qualen. Er lag in seinem Bett, soviel stand fest, denn er erkannte das eingerahmte Bild seiner Familie an der Wand. Aber was war das? Da lag doch jemand neben ihm. In seinem Bett? Wer konnte das sein? Hatte er etwa gestern so unter dem Einfluss der Schmerzmittel gestanden, dass er sich jemanden auf sein Zimmer mitgenommen hatte? Er bekam langsam Panik!

Plötzlich fing das Wesen neben ihm auch noch an sich zu bewegen! Und er erkannte die blonden Haare, das war die Frau, die ihn auf die Tanzfläche gezogen hatte. Aber an mehr vermochte sich sein Geist nicht mehr zu erinnern!

Er sprang mit einem Satz aus dem Bett und suchte nach seinen Sachen. Man hatte ihn nämlich in sein Nachtgewand gesteckt. Mit seinen Sachen im Arm ging er in das Badezimmer und setzte sich erst einmal aufs Klo. Er musste seine Gedanken sortieren. Da lag eine ihm völlig unbekannte Frau auf dem Bett. Er hatte seinen Schlafanzug an und konnte sich an nichts vom letzten Abend erinnern!

Er gestand sich ein, dass er diese Frau wohl fragen musste, was am gestrigen Abend noch passiert sei.
So in Gedanken versunken, bemerkte er erst spät die Rufe aus dem Zimmer.

Stimme: Elrond? Wo bist du denn?
Ihm kam diese Stimme unheimlich bekannt vor. Wo hatte er sie nur schon mal gehört? Aber bevor er sich solche Gedanken machen konnte, musste er vom Klo. Nach wenigen Minuten war er perfekt gestylt und trat aus dem Bad. Und da stand sie vor ihm. Sie war es tatsächlich. Seine Frau, Celebrían.

Elrond: Wie kommst du denn hierher?
Er war sprachlos. War diese Person aus dem Bett vorhin die selbe die jetzt vor ihm stand?

Celebrían: Ich bin dir aufs Schiff gefolgt, konnte dich doch nicht alleine nach Mittelerde reisen lassen. Außerdem will ich endlich mal meine Kinder wiedersehen.
Elrond: Aber du warst doch auf einer Kur und solltest erst in drei Monaten wieder zurück kommen!
Celebrían: Ich weiß, aber meine Mutter hat mir geschrieben, dass du nach Mittelerde fährst. Und ich konnte es sowieso nicht mehr erwarten dich wiederzusehen.

Sie fielen sich in die Arme und die Sorgen Elronds waren im Nu verschwunden. Nun konnte er die Reise genießen, seine geliebte Frau war bei ihm und jetzt konnte ihn selbst die laute Musik von nebenan nichts mehr anhaben.

Sie verbrachten die meiste Zeit der Reise zusammen an Deck des Schiffes oder schwammen im Pool. Elrond freute sich jetzt sogar auf das Abendprogramm, denn seine Frau trat fast jeden Abend mit ihrer Band auf.

~#~#~

Auch in Bruchtal lief das Leben einigermaßen gut. Arwen scheuchte nun alle zu Hochtouren an. Es waren noch knapp vier Wochen bis zum großen Fest. Haldir und Elladan drückten sich regelmäßig vor ihren Therapiestunden. Und Merry und Pippin versuchten den beiden Elben widerwillig das Spielen der Instrumente beizubringen. Sie hatten noch nie so unmelodische Elben getroffen. Aber sie liebten es ihnen die Stücke beizubringen, denn dabei konnten sie selbst spielen und hatten riesigen Spaß.

Arwen saß derweil im großen Saal und bereitete mit ein paar anderen Elbinnen die neuen Vorhänge für die Gästezimmer und auch für den Saal vor. Sie waren pastell-rosa mit silbernen Fäden durchzogen. Arwen fand sie sehr schön!

Haldir und Elladan durften während ihrer freien Zeit, sprich, wenn sie nicht mit Merry und Pippin übten neue Betten und Schränke zusammenbauen. Die alten waren mit allen möglichen Flüssigkeiten bekleckert gewesen und mussten laut Arwen entfernt werden. Elladan und Haldir fanden sie eigentlich noch ganz in Ordnung, aber bei Arwens Blick widersprachen sie lieber nicht!

Haldir: Elladan, gib mir mal den Kreuzschraubenzieher!
Elladan: Hier, Herr Doktor!
Haldir: Mach du nur deine Scherze! Hat Arwen eigentlich auch Quelleving eingeladen?
Elladan: Wieso fragst du?
Haldir: Ach nur so!… Und?
Elladan: Ja, ich glaub schon, aber ich schätze mal, dass sie nicht mitkommen wird!
Haldir: Schreib ihr doch mal einen Brief!
Elladan: Du weißt ganz genau, dass ich so was nicht kann!
Haldir: Dann reite eben zu ihr und bitte sie herzukommen!
Elladan: Spinnst du! Arwen reißt mir den Kopf ab!
Haldir: Mhh, dann schreib ich Quelleving einen Brief!
Elladan: Und was soll das bringen?
Haldir: Sag mal, geht’s noch? Sie ist ein hübsches Mädchen und außerdem passt ihr gut zusammen, oder hast du kein Interesse mehr an ihr?
Elladan: Doch natürlich, aber ich nehme an, dass sie mich nicht mehr sehen will!
Haldir: Das kannst du nur annehmen! Du gehst jetzt sofort in dein Zimmer und schreibst ihr!
Elladan: Und die Schränke?
Haldir: Das schaffe ich schon! Außerdem wirst du ja sicher nicht den ganzen Tag dazu brauchen, oder?
Elladan: Na ja, wir werden es sehen!

Und so ging Elladan in sein Zimmer und verfasste einen Brief für seine Liebste. Haldir werkelte währenddessen weiter an den Möbeln.
Nach Stunden kam Elladan wieder und zeigte Haldir den Brief:

‘Liebe Quelleving,
ich nehme an, dass du die Einladung von Arwen bereits erhalten hast und dir Gedanken darüber machst, ob es sich lohnt mitzukommen!
Auch ich bitte dich darum zum Geburtstag meines Vaters zu kommen! Ich möchte mich mit dir unterhalten und darüber sprechen, was für ein Idiot ich damals war!

Ich hätte übrigens eine kleine Überraschung für dich, hier in Bruchtal!
Leider kann ich dir das nicht persönlich sagen, da diese Überraschung hier meine ganze Aufmerksamkeit erfordert. Aber ich würde mich riesig freuen, wenn du kommen würdest!
Grüß deinen Vater von mir und denk darüber nach
In Liebe dein Elladan!’

Haldir: Schön! Und den steckst du jetzt irgendeinen Vogel ans Bein und dann werden wir sehen, ob du deine Überraschung vorführen kannst! Und jetzt hilf mir mal beim Aufstellen! Arwen kommt sicher gleich wieder zum Kontrollgang!

~#~#~

Es war bereits Nachmittag und unsere Reisegesellschaft nahm gerade den Kaffee zu sich, da kam wieder Celeborn zu ihnen.

Celeborn: Ich habe bereits jetzt meine Entscheidung getroffen!

Alle sahen ihn abwartend an, wie sein Urteil ausfiel.
Celeborn: Ich werde nicht mit euch gehen, allerdings hätte ich einen Vorschlag, auf den ich eingehen würde! Ich bitte euch darum, meine Frau hierher zu schicken und dann werde ich mit ihr reden und eventuell nach Bruchtal reisen!
Legolas: Lord Celeborn, das ist eine weise Entscheidung! Wir danke euch für eure frühe Antwort!

Celeborn ging wieder. Er wollte sich nach dem anstrengenden Tag ein Bad gönnen und sich danach entspannen! Er war schon gespannt, ob es den Gästen dort unten gelang, dass seine Frau hierher zurückkam und sich wieder mit ihm versöhnte!

Die Gäste saßen immer noch schweigend da und überlegten, wie sie Celeborns Bitte erfüllen sollten!

Aragorn: Ich denke, es ist das Beste, wenn wir Arwen schreiben, was Celeborn gesagt hat und sie soll dann alles in die Wege leiten!
Der Rest stimmte ihm zu, schließlich war es ihre Idee gewesen den Geburtstag zu veranstalten!

Aragorn: Und ich würde auch sagen, dass wir uns dann demnächst wieder auf den Weg machen! Es dauert sicher eine Weile bis wir alle sicher in Bruchtal ankommen! Wir sind jetzt schließlich mehr als vorher!
Legolas: Aragorn, ich würde gerne noch einmal im Grünwald bei meinem Vater vorbeischauen. Irgendwie hab ich so ein Gefühl, dass er den Geburtstag verpassen würde, wenn ich nicht noch mal hinkomme!
Aragorn: Na schön, dann schlage ich vor, du benachrichtigst deinen Vater, dass er bald Gäste bekommt!
Legolas: Schön, dann werde ich das gleich mal tun! Wann wollen wir abreisen?
Aragorn: Ich denke, einen Tag könnten wir noch hier bleiben, oder?
Tanwethiel: Gerne! Ich werde euch dabei helfen eure Reiseverpflegung aufzustocken, schließlich ist es nicht gerade ein Katzensprung zum Palast des Grünwaldes!
Aragorn: Danke! Also, ist es beschlossen. Wir werden morgen packen und reisen übermorgen ab!

~#~#~

Am nächsten Tag herrschte Hektik in Lothlórien. Überall wurden Sachen zusammengesucht, die mitgenommen werden sollten. Tanwethiel war gerade dabei das Lembas zu verteilen. Elrohir und Legolas liefen hinter ihr her. Sie hatten frischgewaschene Mäntel in den Händen und unterhielten sich aufgeregt über den anstehenden Geburtstag, dabei übersah Tanwethiel eine lose Stufe in der Treppe und stolperte. Sie wäre fast vom Baum gefallen, hätte Elrohir nicht blitzschnell reagiert und sie an der Bluse festgehalten. Dabei flogen allerdings ein paar der Mäntel vom Baum und auch das Lembas machte seine ersten Flugversuche.

Plötzlich hörte man ein ‘Ratsch’ und die Bluse gab nach! Elrohir hatte jetzt das Kleidungsstück in der Hand, aber von Tanwethiel war nichts mehr zu sehen!
Sie hatte noch gerade so den Rand greifen können und hing nun an der Treppe.

Tanwethiel: Hilfe!
Elrohir: Warte, wir kommen ja schon!
Er nahm sie an den Armen und zog sie ohne Probleme hoch.
Tanwethiel: Ähm Elrohir, könntest du mir bitte einen der Mäntel geben?
Elrohir: Natürlich!… Hier hast du auch deine Bluse wieder!
Tanwethiel: Danke schön!
Gimli: Entschuldigt mal Leute, wenn ich euch unterbreche, aber welcher Idiot schmeißt hier mit Lembas und Mänteln?
Tanwethiel: Ähm, na ja. Wusstest du nicht, dass es in Lothlórien ab und zu mysteriöse Wettererscheinungen gibt?

Und so ging sie und besorgte erst einmal wieder neues Lembas. Die beiden Elben sammelten derweil die heruntergefallenen Kleidungsstücke auf und taten so, als wäre nichts damit passiert!

Kapitel 17
Im Grünwald. König Thranduil saß gerade mit seiner Tochter Quelleving beim Frühstück. Sie warteten schon gespannt auf die morgendliche Post!

Und tatsächlich nach ein paar Minuten kam ein Bote und überreichte den beiden jeweils einen Brief.
Der an Quelleving kam aus Bruchtal, der an den König aus Lothlórien.

Thranduil: Nanu! Aus Lothlórien?
Quelleving: Will Lord Celeborn etwa schon wieder, dass du zu ihm kommst?
Thranduil: Wir werden sehen! Wer schreibt dir?
Quelleving: Der Brief kommt aus Bruchtal! Ich schätze mal er kommt von Elladan!
Thranduil: Hmpf!
Quelleving: Wir werden sehen!
Beide öffneten und lasen nun ihre Briefe. Quelleving musste ihren dreimal lesen!

Thranduil: Legolas schreibt uns! Er kommt demnächst wieder nach Hause! Und er bringt Besuch mit! Ich frag mich nur, was er im Goldenen Wald treibt!… Und wer schreibt dir?
Quelleving: Ähm, Elladan! Er schreibt, sein Vater hätte demnächst Geburtstag und wir hätten bereits eine Einladung von Arwen erhalten! Vater, verschweigst du mir etwas?
Thranduil: Eine Einladung aus Bruchtal? Nein, ich hab keine bekommen!
Quelleving: Na ja! Ich werde jetzt erst einmal wieder auf mein Zimmer gehen!
Thranduil: Was schreibt er denn sonst noch?

Aber Quelleving überhörte die Frage ihres Vaters. Sie musste sich mit diesem Brief von Elladan noch einmal gründlich auseinander setzten!

Wahrscheinlich hatte Arwen Einladungen verteilt, zum Geburtstag, und Elladan nahm bestimmt an, dass sie selbst nicht kommen würde! Allerdings, würde Elladan auf solche Ideen kommen? Hinter diesem Brief steckte bestimmt einer seiner Freunde! Bestimmt Haldir!
Sie beschloss, ihm mal einen Brief zurück zu schreiben.

Liebster Haldir,
ich danke dir, dass du meinen Ex-Freund dazu aufgefordert hast mir einen Brief zu schreiben! Leider ist bei uns keine Einladung zum Geburtstag des Herrn von Bruchtal eingetroffen, aber wenn, dann werde ich natürlich kommen und mir, wenn es sein muss, auch die idiotischen Reden Elladans anhören.

Hochachtungsvoll Quelleving, Prinzessin des Grünwaldes

Ja so konnte sie es lassen! Und schon nach wenigen Minuten war ein Vogel unterwegs nach Bruchtal!
Quelleving: Mal sehen, wie die da drüben reagieren!
Thranduil: Quelleving, kommst du bitte und hilfst mir bei der Einteilung des Personals?
Quelleving: Ja Vater! Wen bringt Legolas denn alles mit?
Thranduil: Das hat er gar nicht erwähnt! Nur, dass er ein paar Gäste mitbringt!
Quelleving: Vielleicht bringt er ja schon die Gäste für den Geburtstag in Bruchtal mit!
Thranduil: Warum sollte er denn so etwas tun? Außerdem sind wir doch sowieso nicht eingeladen!
Quelleving: Ich würde da nicht drauf wetten! Aber es ist schön, dass Legolas endlich mal wieder seine alte Heimat mit einem Besuch beehrt!
Thranduil: Quelleving! Sprich nicht so über deinen Bruder! Er hatte eben viel zu tun in letzter Zeit!
Quelleving: Du nennst mit einem Zwerg durch die Kante rennen viel zu tun?
Thranduil: Er kommt ja nächste Woche wieder nach Hause!
Quelleving: Das will ich auch hoffen. Es wird langsam langweilig ohne ihn!
Thranduil: Wenn dir langweilig ist, kannst du gerne an den Ratssitzungen teilnehmen und etwas dabei lernen.
Quelleving: Ähm, nein danke Vater! Da setzte ich mich dann doch lieber in die Bibliothek und lese ein Buch!
Thranduil: Na schön! Komm jetzt das Personal wartet!

~#~#~

Währendessen in Bruchtal:
Elladan und Haldir hatten mal wieder eine ihrer Übungsstunden. Merry und Pippin saßen nur mit zugehaltenen Ohren da und konnten nicht glauben, was sie da hörten bzw. durch die verschlossenen Ohren nicht hörten!

Die beiden Hobbits hatten den Elben jetzt schon immerhin die Grundbegriffe beigebracht! Und sie hatten es sogar schon gewagt ein einfaches Lied zu spielen, was allerdings doch kräftig in die Hose ging! Und das Schlimmste war auch noch, dass Elladan und Haldir daran Spaß hatten sie mit den schiefen Klängen zu quälen.

Die Hobbits wunderte es sowieso schon die ganze Zeit, dass diese beiden Elben kein Gehör für gute Klänge hatten. Normalerweise sind Elben doch immer dafür bekannt gut musizieren zu können und zu singen wie die Nachtigal…

Doch bei Elladan und Haldir muss da irgendwo ‘ne Sicherung durchgebrannt sein. Da waren sich Meriadoc Brandybock und Peregrin Tuk einig. Und so griffen sie Elladan und Haldir jetzt unter die Arme, es war schließlich nicht mehr viel Zeit bis zur Feier!

Nach einer halben Stunde kam dann endlich die Erlösung, Dr. Lecter!
Dr. Lecter: Darf ich Ihnen die beiden Herren nun entwenden, wir müssen unsere tägliche Unterhaltung abhalten!
Merry: Ja sicher, bitte. Unsere Unterrichtsstunde ist eh fertig. Bitte, Elladan und Haldir, geht zu eurer Therapie und wir sehen uns dann morgen…
Pippin (flüsternd): Wirklich?
Merry: Ja es muss sein, so schmerzlich es ist, aber… es muss sein!
Pippin: Na gut…….. Komm lass uns noch mal kurz das Programm durchgehen!
Merry: Gut!

~#~#~

Arwen war derweil im Festsaal und beriet sich mit einer Elbe vom Partyservice.
Mereth: Arwen, das könnt ihr so nicht machen!
Arwen: Wieso nicht? Mein Vater mochte es aber immer so!
Mereth: Ja, auf den Festen, die vor über zwanzig Jahren gefeiert wurden, war diese Dekoration sicher sehr geschmackvoll… aber bedenkt, das ist ein sehr langer Zeitabschnitt und… ich möchte euch nicht zu nahe treten, aber… ich finde es sollte eine modischere Einrichtung genommen werden!
Arwen: Na schön, macht mir ein paar Vorschläge und ich werde dann bis morgen entscheiden, welche Variante ich nehme!
Und so ging Mereth und ließ Arwen in einem fast leeren Festsaal allein zurück.
Arwen (in Gedanken): Was denkt sich diese Partytante eigentlich! ‘Vor über zwanzig Jahren war diese Dekoration vielleicht geschmackvoll….’ Das ist schließlich eine Feier für meinen Vater, der Mittelerde seit knapp achtzehn Jahren nicht mehr gesehen hat… also was soll das Theater, Elrond liebt es konservativ und eher nicht so bunt, aber wenn diese Mereth meint, dass alles noch mal geändert werden müsse, na dann müssen wir eben noch mal alles von vorn anfangen!

~#~#~

Elladan und Haldir saßen nun in bequemen Sesseln und hörten sich die klugen Worte des Doktors an. Natürlich ging das Gesagte zum einen Ohr rein und zum anderen wieder hinaus, aber sie taten sehr interessiert! So waren sie, wie sie herausgefunden hatten, schneller mit der Stunde fertig. Ja, Doktor Lecter ließ sie immer schon eher gehen, wenn er sah, dass sie ‘aufpassten’. Und ihr wollt jetzt sicher mal so ‘ne Therapiesitzung mit anhören, aber nichts da, das ist streng vertraulich und untersteht der ärztlichen Schweigepflicht. Und Elladan würde es sicher nicht freuen, wenn jeder erfahren würde, was er da so ausplaudert. Das er die Schwester des Thronfolgers Eryn Lasgalens liebte, sie sich aber wegen seiner Trunksucht von ihm getrennt hatte und Haldirs große Jugendliebe, na gut seine einzige große Liebe, in den Westen gegangen war und er deshalb anfing zu trinken.

Uuuuuuuups. Das ist mir jetzt aber peinlich, da hab ich doch tatsächlich die Patientenakten vorgelesen. Hoffentlich hat das keiner gemerkt!

~#~#~

Na schön. Übersehen wir den klitzekleinen Fehler meinerseits und schauen mal kurz zu Elrond!
Er hatte es jetzt endlich geschafft, mal die kleine Bibliothek an Bord zu begutachten. Dort gab es sehr viele, sehr interessante Bücher. Er griff sich eins und ging, weil es draußen schöner war, an Deck und ließ sich in einen Liegestuhl fallen.

Er musste zugeben, dass ihm die Fahrt seit kurzer Zeit gefiel. Er hatte seine Frau dabei und leider auch Gandalf, Frodo und seine Schwiemu, aber das war seit Celebríans Anwesenheit erträglich geworden.
Plötzlich hörte er eine Stimme neben sich. Hatte ihn da etwa jemand angesprochen?

Stimme: Herr Elrond? Seid ihr das?
Elrond: Jaaa? Ich bin Elrond!
Stimme: Oh, ich hab nicht erwartet euch hier auf einem Schiff Richtung Mittelerde zu treffen. Habt ihr vor eure Familie zu besuchen?
Elrond: Eigentlich habe ich keine Ahnung, warum ich nach Mittelerde reise! Ich bekam eine Botschaft von Cirdan und nun bin ich hier! Und wie geht es dir Falathwen?
Falathwen: Ich hatte mich schon gefragt, ob ihr mich wiedererkennt!
Elrond: Ja, ich musste erst überlegen woher mir das Gesicht bekannt vorkommt. Du hast deine Haare verändert!
Falathwen: Stimmt, ich habe sie dunkel gefärbt!
Elrond: Was führt dich auf ein Schiff nach Mittelerde!
Falathwen: Ich spiele in der Schiffsband! Es freut mich, wenn ich durch meine Arbeit jemanden unterhalten kann und da hab ich mich hier beworben! Wie geht es den Hobbits? Ich hatte bis jetzt nur die Gelegenheit Frodo von weitem zu sehen!
Elrond: Oh, nun Frodo geht es gut, er begleitet mich! Auch Gandalf und Galadriel sind dabei. Bilbo ist nicht mitgekommen!
Falathwen: Lady Galadriel ist auf diesem Schiff?
Elrond: Ja!
Falathwen: Entschuldigt mich, aber ich werde sie einmal besuchen gehen! Ich habe sie schon seit 15 Jahren nicht mehr gesehen!
Elrond: Schön! Es hat mich gefreut dich einmal wieder gesehen zu haben!
Falathwen: Ja! Ich wünsche euch noch eine gute Reise, falls wir uns nicht noch einmal sehen sollten!

~#~#~

Er ist wieder daaaaaaaaaaaaa!!!!!!!!!!! Endlich ist er wieder da!
Eine kleine blonde Elbin rannte quer über den Schlosshof und informierte alle Umherstehenden über die Ankunft des Thronfolgers. Nein, sie war keine vom Volk oder gar eine Bedienstete. Sie war die Schwester von Legolas und daher auch eine Prinzessin vom Hof. Nun rannte sie den Gefährten entgegen, die immer noch von einer großen Traube von Menschen, ähm pardon, ich meine Elben, umrundet wurden. Sie drängelte sich allerdings durchs Volk und stand nach kurzer Zeit vor ihrem Bruder.

Legolas: Quelleving! Was machst du denn hier, hättest du nicht im Schloss warten können? Komm her!
Und so zog er sie auf sein Pferd hinauf und ritt weiter Richtung Schloss.

Auf dem Hof angekommen, stiegen alle ab und die Pferde wurden von Bediensteten abgeführt.
Quelleving: Endlich bist du wieder mal zu Hause. Ich hab Vater schon Bescheid gegeben, er wünscht, dass du sofort zu ihm kommst. Und wer sind die da, ist das etwa… GIMLI!!!!!!!!!
Gimli: Ja, Quelleving, ich freu mich dich auch zu sehen… Stopp nicht doch, lass mich erst mal von diesem Gefährt absteigen… nein nicht doch!

Quelleving war zu Gimli gerannt, der sich gerade dazu anschickte vom Pferd zu steigen, und wollte ihn umarmen. Der fiel dabei allerdings fast vom Pferd und konnte gerade noch so von Eldarion gerettet werden.

Gimli: So jetzt kannst du mich umarmen!…. aber nicht so fest… ich krieg keine Luft mehr…. Legolas leg deine Schwester an die Leine!
Quelleving: Na das will ich überhört haben!… Willkommen in Eryn Lasgalen König Aragorn, König Eomer und Fürst Faramir! Ach du meine Güte! Ich hab gar nicht so viele Zimmer beziehen lassen!
Legolas: Das können wir auch später noch klären! Lass uns erst einmal zu Vater gehen!
Quelleving: Na, wenn du meinst! Folgt mir bitte!

So folgten ihr alle über den Hof bis zu dem großen Schlossportal. Es war einfach unbeschreiblich, genauso wie der Rest des Palastes! Alles war in Grüntönen gehalten, sogar die Treppenstufen zum Thronsaal! An den Wänden hingen Leuchter, die den ganzen Aufgang erhellten. Es wirkte alles sehr gemütlich! Die Türen zum Thronsaal waren mit Edelsteinen und anderen funkelnden und glitzernden Gegenständen behangen, die sehr imposant wirkten. Dahinter kam dann der Thronsaal zum Vorschein!
An den Wänden hingen Bilder. Uralt wirkende Bilder von der Königsfamilie, berühmten Fürsten, angesehene Elben. An den Seiten standen lange Tische, wo wahrscheinlich die Beratungen durchgeführt wurden oder gerade angekommene Gäste sich setzen konnten!

In der Mitte, gegenüber der Tür stand der Thron und in dem saß zur Zeit Thranduil, der König des Grünwaldes!
Thranduil: Ich heiße euch alle herzlich Willkommen in Eryn Lasgalen! König Aragorn! König Eomer, Fürst Faramir und Lord Elrohir und all eure Begleitung! Und mein geliebter Sohn! Endlich bist du wieder einmal zu Hause!
Er umarmte Legolas herzlich. Alle sahen, dass er seinen Sohn sehr liebte und auch schmerzlich vermisst haben musste, all die Jahre! Nach langer Zeit entließ er ihn wieder aus der Umarmung.
Thranduil: Ach ja! Nun, sprecht, was führt so eine große Gruppe nach Eryn Lasgalen?
Legolas: Sag mir jetzt nicht, dass du nichts von Lord Elronds Geburtstagsfeier weißt!
Thranduil: Ja, Elladan hat glaub ich etwas in seinen Brief an deine Schwester erwähnt, aber von mehr weiß ich nicht! Ehrenwort!
Legolas: Soll das heißen, du hast keine Einladung bekommen?
Thranduil: Nein!
Ancalime: Ich hatte aber eine an euch verfasst, König Thranduil und ich glaube nicht, dass sie nicht abgeschickt wurde!
Thranduil: Ich zweifle nicht an euch…
Legolas: Vater, dies ist Lady Ancalime aus Minas Tirith!
Thranduil: Wie gesagt, ich zweifle nicht an euch Lady Ancalime! Ich werde veranlassen, dass ein Schreiben nach Bruchtal geht, um das ganze zu klären! Derweil können meine Gäste natürlich nicht hier stehen bleiben. Es wurden bereits schon Zimmer hergerichtet! Meine Bediensteten werden euch zu euren Gemächern führen. Legolas, bleib bitte noch kurz!

Alle verließen den Saal und folgten in Grüppchen den Elben zu ihren Zimmern. Legolas blieb währenddessen mit seinem Vater und seiner Schwester allein im Thronsaal zurück.
Thranduil: Mein Sohn! Es ist wirklich sehr schön dich wieder bei uns zu haben! Und da du nach so vielen Jahren endlich wieder einmal hier bist, haben wir noch eine kleine Überraschung für dich! Quelleving und ich wir gehen sie jetzt holen, bitte warte hier! Es dauert nicht lange!

Sein Vater und seine Schwester verließen fröhlich den Thonsaal. Legolas blieb jetzt ganz allein zurück! Auch er war glücklich endlich seine Familie wiedersehen zu können. Er war schon gespannt, was sie für eine Überraschung für ihn hatten. Doch es schien ihm ewig zu dauern, bis die Tür endlich wieder geöffnet wurde.

Herein kam wieder sein Vater. Er befahl Legolas die Augen zu schließen und ja nicht zu blinzeln! Jetzt konnte er nur noch hören was geschah!
Es schien so, als wenn noch eine zweite Person hereinkam. Wahrscheinlich seine Schwester und die Tür wurde wieder geschlossen. Jetzt hörte er nur noch ein leises Schleichen. Es schien ihm, dass nur noch eine Person im Saal war. Allerdings waren Elben ja für ihr fast lautloses Gehen bekannt.
Na wenigen Sekunden fühlte er plötzlich fremde Lippen auf seinen, die ihn küssten!

Er machte schlagartig seine Augen auf und da stand sie vor ihm! Seine Lúthanell! Jetzt erwiderte er auch ihren Kuss und er schien ewig zu dauern! Legolas fand als erster wieder die Sprache.
Legolas: Lúthanell! Meine geliebte Lúthanell! Du bist wieder hier!
Ihm standen die Tränen in den Augen.
Lúthanell: Ja, allerdings! Schon seit einem Jahr warte ich hier auf dich, Legolas Grünblatt!

Oho, das klang irgendwie gar nicht gut, dachte sich Legolas. Bis vor zwei Sekunden war er noch überglücklich endlich seinen Schatz wieder zu haben und nun sah es ganz nach Ärger aus!

Lúthanell: Was hast du dir eigentlich gedacht, über drei Jahre durch die Gegend zu gurken und dann auch noch mit einem Zwerg! Du hättest deinem Vater wenigstens schreiben können, wo du dich gerade aufhältst! Ich hab hier ein ganzes Jahr auf dich gewartet! Ein ganzes Jahr ohne dich!
Legolas: Ähm,… nun ja! Also,…
Lúthanell: Jetzt hör schon auf hier rumzustammeln und sag was Vernünftiges!
Legolas: Ich liebe dich! Und das weißt du! Ich,… ich bin einfach sprachlos!
Lúthanell: Das will ich auch hoffen! Ich komme schließlich nicht jeden Tag aus Valinor zurück, nur um mit dir mein Leben zu verbringen! Oder kennst du so jemanden, der das macht?
Legolas: Nein, und ich kann es immer noch nicht fassen! Ich hätte vielleicht doch eher heim kommen sollen!
Lúthanell: Dafür wäre ich auch gewesen, aber so konnte ich mich wenigstens in Ruhe wieder einleben! Ich habe von vielen gehört, was du so geleistet hast! Beeindrucken, beeindruckend! Den Ringträger habe ich bereits kennen lernen!… Legolas, geht es dir gut?
Legolas: Ich bin immer noch überrascht dich hier in Mittelerde vor mir in Fleisch und Blut wieder sehen zu dürfen. Ich hatte fast jede Nacht davon geträumt dich wieder zu sehen! Hab aber ehrlich gesagt nicht daran gedacht, dass das so bald passiert! Ich bin immer noch sprachlos!
Lúthanell: Dafür hast du jetzt aber schon ziemlich viel gesagt! Komm, wir gehen jetzt erst einmal etwas essen! Die anderen warten sicher schon! Du hast ja schließlich nicht gerade wenige Gäste mitgebracht!

Sie nahm ihn bei der Hand und führte ihn zum großen Saal, wo vornehmlich gespeist wurde, wenn hoher Besuch kam!
Dort angekommen wurde von zwei Bediensteten die Tür geöffnet und tatsächlich saßen schon alle am Tisch und redeten!
Doch als das Pärchen hereinkam, richteten sich alle Blick auf sie.
Thranduil: Kommt und setzt euch, wir wollen anfangen zu speisen!
Legolas: Ja! Aber darf ich euch zuerst noch Lúthanell, meine beste Freundin und Ehefrau vorstellen?

Kapitel 18
Legolas: … darf ich euch zuerst noch Lúthanell, meine beste Freundin und Ehefrau vorstellen?

Auf einmal war es mucksmäuschenstill im Saal! Keiner rührte sich, bis auf Quelleving und Thranduil! Elrohir fiel sogar der Löffel aus der Hand.
Thranduil: So, setzt euch jetzt bitte!
Aragorn: Legolas, du hattest gar nicht erwähnt, dass du bereits verheiratest bist! Da kann ich ja gar nicht mehr deinen Trauzeugen geben!
Elrohir: Lúthanell, du hast wirklich diesen Elben da geheiratet?
Tanwethiel: Seit wann bist du eigentlich aus Valinor zurück?
Lúthanell: Ich bin letztes Jahr heimgekommen! Nur war da leider ein gewisser Elb nicht da! Und ja, Elrohir, ich hab ihn vor 98 Jahren geheiratet!
Gimli: Da ist man mit diesem Elb jahrelang unterwegs und dann erzählt er einen noch nicht mal so was!
Legolas: Entschuldigt Leute, aber ich hatte eine schwere Zeit hinter mir! Erstens war Lúthanell schon vor dem Ringkrieg von einem Botenritt schwer verletzt nach Hause gekommen und wir konnten sie nur noch nach Valinor schicken, um ihren Schmerz vergehen zu lassen! Und zweitens dachte ich nicht, dass sie zurück kommt und da fand ich es nicht für notwendig euch zu sagen, dass ich eine Ehefrau habe, die eventuell nie wieder gesund wird! Ich hatte einfach keine Lust mich ständig an ihren Anblick, so zugerichtet von den Orks, erinnern zu lassen!
Lúthanell: Ist ja schon gut! Jetzt wissen es alle, gut, fast alle! Wo sind eigentlich Elladan, Haldir und Arwen?
Sam: Die sind in Bruchtal und bereiten den Geburtstag von Elrond vor!
Lúthanell: Oh, du bist sicher einer der Hobbits, die im Ringkrieg dabei waren!
Sam: Ja, ich bin Samweis Gamdschie, Bürgermeister des Auenlandes!
Lúthanell: Ich soll allen und besonders dir Samweis einen schönen Gruß von Frodo, Bilbo, Gandalf, Galadriel und Elrond ausrichten. Sie haben mich letztes Jahr von Valinor verabschiedet!
Alle bedankten sich herzlich bei ihr und fingen dann auch endlich an zu essen.

~#~#~

Ein wenig später. Die Tafel wurde aufgelöst und die Speisenden verstreuten sich. Legolas ging mit seiner Schwester in den Garten. Er wollte mit ihr dringend über den Geburtstag sprechen.

Legolas: Sag mal Quelleving, ihr habt wirklich keine Einladung aus Bruchtal bekommen?
Quelleving: Nein! Nicht das ich wüsste! Warum?
Legolas: Es ist schon komisch, dass alle anderen Einladungen bekommen haben und nur der Grünwald nicht!
Quelleving: Vielleicht ist der Bote nicht durchgekommen!
Legolas: Nein! Die Einladungen wurden per Luftboten verteilt!
Quelleving: Stimmt, Vögel kommen durch!
Legolas: Woher willst du das wissen?
Quelleving: Elladan hat mir geschrieben, obwohl ich immer noch denke, dass es Haldir war!
Legolas: Was hat er denn geschrieben?
Quelleving: Das, liebes Bruderherz, geht dich eigentlich gar nichts an!
Legolas: Ach bitte, Quelleving!
Quelleving: Na schön! Er meint, dass ich unbedingt zum Geburtstag mitkommen soll! Stell dir mal vor, Elladan hätte keinen Brief an mich geschickt und du wärst nicht nach Hause gekommen! Wir hätten Elronds Geburtstag entgehen können!
Legolas: Arwen wäre bestimmt an die Decke gegangen!
Quelleving: Na gut! Jetzt müssen wir ja eh hin!
Legolas: Sobald Arwen uns schreibt!
Quelleving: Sag mal, wie geht es eigentlich Elladan? Du warst doch erst vor kurzem bei ihm oder?
Legolas: Ja, Sam, Gimli, Ancalime und ich, wir kommen aus Bruchtal! Ich sag dir, als wir ankamen war es ein richtiger Schweinestall! Doch Arwen hat alles aufräumen lassen und Elladan und Haldir eine Therapie aufgedrückt. Zuerst hatten sie überhaupt keine Ambitionen, aber anscheinend hat Dr. Lecter ihnen Licht ans Rad gemacht und in den letzten Tagen nahmen sie die Therapie richtig ernst! Bitte, komm mit nach Bruchtal und rede mit Elladan! Er will wirklich wieder mit dir zusammensein!
Quelleving: Legolas, ich werd es mir überlegen! Geh jetzt zu Lúthanell. Ihr habt euch schließlich über 20 Jahre nicht gesehen! Ich werde mich mal mit Tanwethiel unterhalten!
Sie war bereits im Gehen, als Legolas noch etwas Wichtiges einfiel.
Legolas: Ähm, Quelleving, könntest du mir einen Gefallen tun und Tanwethiel nichts von Haldirs Therapie erzählen! Sie weiß nämlich nichts von seiner Trunksucht und sollte es auch nicht so bald erfahren! O.K.?
Quelleving: Geht klar, bis später!

~#~#~

Elrohir: Ahh, die Dame des Hauses! Wie geht es dir, Quelleving? Wir hatten noch gar keine Gelegenheit uns zu unterhalten!
Quelleving: Mir geht es gut! Und dir?
Elrohir: Na ja, abgesehen davon, dass ich noch kein Geschenk für Vaters Geburtstag, keine ordentlichen Sachen hab machen lassen und auch Celeborn Stress gemacht hat, geht es mir prächtig!
Quelleving: Na dann ist ja gut!

Sie grinste Elrohir an und setzte sich, bevor sie sich ein Glas Wein eingeschenkt hatte, zu ihm.
Quelleving: Bei der Sache mit der Kleidung kann ich dir vielleicht helfen! Auch eine Idee mit dem Geschenk könnte sich sicher machen lassen, aber Lord Celeborn kann ich dir leider nicht abnehmen!
Elrohir: Schade, dass wäre mein schwerwiegenstes Problem gewesen. Aber danke für das Angebot wegen der Kleidung! Weißt du, wenn ich Arwen damit zu Hause noch behellige, dann flippt sie vielleicht ganz aus. Legolas hat mir erzählt, wie sie sich in die Sache wieder reinhängt!
Quelleving: Arwen ist eben immer strebsam, im Gegensatz zu dir und Elladan!
Elrohir: Stimmt, leider! Aber Elladan ist schlimmer als ich!
Quelleving: Tja, so ist das halt! Ihr seid Zwillinge, da hat jeder so seine charakterlichen Ausprägungen!
Elrohir: Welche hab ich denn?
Quelleving: Och,…
Tanwethiel: … du bist einfach lieber zu mir!
Quelleving: Hi Tanwethiel! Ich hatte dich schon gesucht.
Elrohir: Schön, dass du das so siehst! Ich werde euch jetzt mal allein lassen! Ihr habt sicher ‘ne Menge zu besprechen!
Quelleving: Genau, geh zu… Gimli oder… spiel mit Aragorn Schach!
Elrohir: Das ist eine sehr gute Idee, auf Wiedersehen die Damen!

Tanwethiel und Quelleving schauten dem Elb noch zu, wie er den Raum verließ, dann fingen sie an von den vergangenen Jahren zu berichten. Sie lebten schließlich in zwei verschiedenen Elbenreichen!
Tanwethiel: Sag mal, was macht eigentlich Elladan?
Quelleving: Wieso fragt mich das eigentlich in letzter Zeit jeder? ‘Wie geht’s Elladan?’ dort, ‘Wie geht’s Elladan?’ hier, ich bin auch leidtragend!
Tanwethiel: Na schön, wie geht’s dir denn?
Quelleving: Och, eigentlich gut!
Tanwethiel: Na siehst du!
Quelleving: Außer, dass mir mein Vater wieder im Nacken liegt, ich solle mir doch endlich auch einen Ehepartner suchen. Er scheint nicht zu verstehen, dass ich Elladan immer noch sehr gern habe und nur darauf warte, dass er sich ein Herz nimmt und seine elende Trunksucht überwindet! Ich meine ein Glas Wein, darf sein, aber es sollte nicht immer in einem Saufgelage ausarten! Oder?
Tanwethiel: Da hast du vollkommen recht! Ich bin irgendwie froh, dass Elrohir diese Angewohnheit nicht hat!
Quelleving: Eigentlich komisch, sie sind Zwillinge!
Tanwethiel: Aber eigentlich von Grund auf verschieden. Als ich Elladan das erste Mal gesehen hatte, war ich sofort hin und weg!
Quelleving: Hey, ich denke du bist mit Elrohir zusammen?
Tanwethiel: Ja, ja! Lass mich ausreden! Also, ich war sofort hin und weg! Nach einer Wochen oder so stellte sich allerdings heraus, dass das mit uns beiden nichts werden würde und da kam dann auch Elrohir dazu. Am Anfang haben mir die beiden Streiche gespielt! Gaben sich als der jeweils andere aus. Aber schon nach zwei Tagen hab ich sie durchschaut und hab mich dann für Elrohir entschieden! Er passt einfach besser zu mir!
Quelleving: Wie lang seid ihr jetzt schon zusammen?
Tanwethiel: Na ja, so über den Daumen gepeilt fünfhundert Jahre!
Quelleving: Und ihr seid noch nicht verheiratet?… Ich frag nur zur Sicherheit!
Tanwethiel: Nein!
Quelleving: Ich glaub, die Zwillinge sind ein wenig zurückhaltend, was das angeht! Apropos Zwillinge, ich wollte Elrohir noch einen Anzug fertigen lassen! Könntest du ihn in die Schneiderwerkstatt holen? Ich gehe schon mal voraus!
Tanwethiel: Das ist aber nett von dir!
Quelleving: Ich brauch die Maße von Elrohir! Ich will Elladan zum Geburtstag seines Vaters auch in ordentlich Sachen sehen!
Tanwethiel: Ach so! Ich werd ihn mal holen!
Quelleving: Ach und bring Legolas gleich mit! Er könnte auch was neues vertragen!

~#~#~

Legolas ging gerade mit Lúthanell durch den Garten als er seinen Namen hörte. Tanwethiel rief ihn. Er solle gefälligst seinen königlichen Hintern in die Schneiderei schleppen!

Legolas: Quelleving will mir sicher was neues machen lassen!
Lúthanell: Ich bin dafür! Komm, ich werde dich begleiten!
Legolas: Ich hasse das aber! Da muss man immer stundenlang rumstehen!
Lúthanell: Ach, jetzt hab dich nicht so! Das wird sicher lustig!

‘Lustig?’ dachte sich Legolas. Was war daran lustig sich bis auf die Leibwäsche zu entkleiden und dann Modell zu stehen?
Aber gegen den Willen seiner Frau und seiner Schwester konnte er nichts machen, also ergab er sich seinem Schicksal und ging zur königlichen Schneiderei.

Dort angekommen standen schon ein paar Leute rum und dienten als lebende Anziehpuppe. Unter anderem sein Vater, Elrohir, Aragorn und Faramir! Eowyn hatte zwar gehofft in Minas Tirith noch schnell einen Festanzug für ihren Mann schneidern lassen zu können, aber durch Aragorns übereilten Aufbruch hatte sie keine Zeit mehr gehabt!
Aragorn hatte seinen Anzug peinlicherweise vergessen und war froh als ihm Quelleving aus dieser Zwickmühle half. Mal davon abgesehen, dass der andere Anzug ihm eh nicht mehr gepasst hätte! Ja, ja, König sein geht aufs Gewicht!

Quelleving: Na endlich! Komm, stell dich da hin! Die Schneiderinnen wollen deine Maße nehmen!
Legolas ging mit einem etwas weniger enthusiastisch Blick zur Schneiderin und ließ sie arbeiten.
Thranduil: Ja, ja mein Sohn, nicht nur du musst leiden. Ich stehe hier schon eine ganze Stunde!
Legolas: Oh!… Sagt mal, wo ist eigentlich Gimli… und Sam?
Tanwethiel: Ich hab sie vorhin mit Eldarion und Ancalime im Garten gesehen!
Legolas: Na dann ist ja gut! Nicht, dass irgendwas passiert!
Quelleving: Hier passiert gar nichts, außer dass du jetzt ruhig stehen bleibst und dich nicht rührst!
Die Männer verzogen alle das Gesicht. Sie hätten sich den Nachmittag hier im Grünwald schöner vorgestellt!

Nach wenigen Stunden wurden sie mit brandneuen Anzügen in den Armen entlassen. Nach einem kurzen Abendmahl gingen alle auf ihre Zimmer und wurden dann auch erst wieder am nächsten Morgen gesehen!

Kapitel 19
Eine Glocke erklang, hell und klar. Es war das Zeichen, dass es wieder einmal Zeit war zum Aufstehen. Die Sonne schien auch schon durch die Vorhänge. Aber Elrond fühlte sich gar nicht wohl. Er wollte lieber liegen bleiben. Doch Celebrían bestand darauf, dass er endlich aufstand. Man hatte vor wenigen Minuten Land am Horizont ausgemacht. Und so musste sie langsam daran denken, die Sachen wieder in die Koffer zu packen. Aber erst sollte es zum Frühstück gehen.

Frodo und Galadriel saßen schon am Tisch. Elrond und Celebrían setzen sich zu ihnen.
Elrond: Geht es Gandalf schon wieder besser?
Frodo: Nein, er sah heute früh immer noch recht blass aus.
Galadriel: Er wird es schon überleben. Wir sind ja bald an Land, da wird sich diese Magenverstimmung sicher wieder legen.
Celebrían: Hoffentlich hast du recht Mutter! Man sollte schon eine gesunde Gesichtsfarbe haben, wenn man weiße Kleidung trägt! Ansonsten sieht man noch aus wie ein…

In dem Moment kam jemand an ihren Tisch. Celebrían drehte sich um und erschrak sich so sehr, dass ihr Stuhl umfiel und die Tischdecke nicht mehr auf dem Tisch, sondern auf dem Boden lag.

Frodo: Oh nein, dabei hab ich mir gerade erst einen Teller am Büfett geholt, Mann!!!!
Celebrían: Gandalf, musst du einen so erschrecken! Ich dachte eben wirklich ein Gespenst würde neben mir schweben!
Gandalf: Entschuldigt, ich wollte mir etwas zu essen holen. Herr Ober, wir hätten gern ein neues Tischtuch!
Galadriel: Setzt euch erst mal wieder alle hin. Frodo, du musst dir leider einen neuen Teller… wo ist er denn?
Elrond: Frodo ist schon wieder am Büfett! Herr Ober, ich hätte gern noch einen Tee! Und für das Gespenst da einen starken Kaffee! Es ist eigentlich komisch, dass bei dir kein Mittel des Schiffarztes anschlägt, Gandalf! Du müsstest eigentlich schon wieder viel… farbenfroher aussehen!
Gandalf: Ich heiße nicht umsonst Gandalf DER WEIßE, und farbenfroh bin ich schon gar nicht! Und dieser Schiffarzt kann mir gestohlen bleiben, also wirklich ein Benehmen hat der!
Elrond: Also zu mir war er sehr nett!
Celebrían: Wann warst du denn beim Arzt?
Elrond: Ähm, ich hab mir mal seine Methoden angeschaut!…. Ich nehme keine Schmerzmittel mehr, zumindest keine starken!
Galadriel: Aber davon reichlich!
Frodo: Stimmt, das Büfett ist sehr reichlich! Habt ihr etwa keinen Hunger?
Elrond: Ja, ich hab Hunger und werd auch gleich mal was holen gehen!
Celebrían: Stopp, du wirst erst mal nicht zum Büfett gehen, du wirst mir jetzt schön erklären, was du da wieder für Mittelchen schluckst! Das geht schließlich nicht, dass du nur Medikamente zu dir nimmst!
Elrond: Ich wollte mir ja auch gerade was zu Essen holen. Aber ich durfte ja nicht!
Gandalf: Ich bitte euch, könnt ihr nicht einfach gehen und euch woanders streiten? Mir geht es nämlich nicht gerade gut! Also bitte! Und wo bleibt eigentlich dieser Ober!
Galadriel: Gandalf, reg dich nicht so auf, sonst gehen die Magenbeschwerden wieder los!

Und gesagt, geschehen. Gandalf entschied sich spontan, sich wieder auf sein Zimmer zu begeben und sich für den Rest der Reise möglichst nicht daran zu erinnern, dass er auf einem Schiff war.

Nach sieben Stunden erreichten sie endlich die Grauen Anfurten. Auf dem Pier stand schon ein Empfangskomitee. Círdan hatte einige Leute, zumeist Elben, aber auch Menschen und vereinzelte Hobbits und Zwerge, zusammengerufen und mit ihnen Willkommensplakate gestaltet. Auf denen standen dann Sprüche wie ‘Willkommen Ex-Ringträger, neue Taten warten auf euch!’ oder ‘Mittelerde ist doch die Beste!’, u.s.w.

Aber bevor es an Land ging, gab es ein kleines technisches Problem. Die Treppe ließ sich nicht ausfahren, also mussten die Reisenden noch eine weitere Stunde auf dem Schiff verbringen. Galadriel nutze diese Zeit um noch einmal ausgiebig, den Duty-free-Shop zu besuchen. Elrond und Frodo kümmerten sich derweil um Gandalf, der immer noch sehr blass war. Und Celebrían musste sich um die Ausrüstung ihrer Band sorgen.

Dann hieß es aber wirklich: welcome back to middle earth!

Círdan rannte sofort auf Elrond zu und umarmte ihn, danach ging er zu Galadriel und gab ihr einen Handkuss. Gandalf behandelte er erst einmal mit äußerster Vorsicht. Frodo dagegen begrüßte er mit einem freundlichen Händedruck.

Sofort wurden sie alle von Círdan zu einem großen Hotel geführt. Doch sie bekamen nicht erst ihre Zimmer, sondern einen großen Meeting-Raum zu sehen. Dort verkündete Círdan seine Nachricht.

Círdan: Meister Elrond, mir wurde aufgetragen euch zu berichten, dass in drei Wochen ein erneuter Rat in Bruchtal stattfinden soll und das dazu eure Hilfe benötigt wird. Es sollen alle Völker Mittelerdes vertreten sein. Der König des Grünwaldes, der König von Gondor, der König von Rohan und eine Delegation aus Lothlórien soll auch kommen, nur um die wichtigsten zu nennen. Und deshalb erbeten wir euer Talent, diesen Rat zu leiten, denn es werden auch Zwerge da sein, und mit Verlaub, da könnte es bestimmt ein paar Extremsituationen geben.
Elrond: Was ist der Grund für diesen Rat?
Círdan: Das, eure Lordschaft, wurde mir leider nicht mitgeteilt.
Elrond: Hmm. Soll das heißen ich lasse mich da jetzt auf etwas ganz Unklares ein?
Círdan: Ihr werdet sicher noch früh genug erfahren um was für eine Situation es sich handelt, ich kann euch da leider nicht mehr Informationen geben.
Elrond: Na gut, aber könnt ihr mir wenigstens berichten wie es meinen drei Kindern geht?
Círdan: Eure Tochter schien dies erwartet zu haben, denn sie sandte mir einen Brief an euch.

Lieber Vater,

willkommen in Mittelerde! Ich freue mich, dass du wieder hier bist. Mir geht es gut. Elladan und Elrohir geht es auch gut. Bruchtal steht sogar noch! Aber es hat sich sicher einiges verändert. Wenn du wieder hier bist, wirst du schon sehen, was ich damit meine! Wir sehen uns in drei Wochen in Bruchtal (ich werde mit Aragorn dort Gondor vertreten).

Deine Arwen!!!!

Elrond: Dieser Brief sagt mir zwar auch nicht viel über den Grund des Rates, aber meinen Kindern scheint es immerhin gut zu gehen!
Galadriel: Wo ist denn meine Tochter?
Círdan: Eure Tochter ist auch mitgekommen? Apropos, es gibt da ein kleines Problem mit eurem Mann!
Galadriel: Was ist denn mit Celeborn?
Círdan: Nun, er meinte, ihr müsstet ihn zu diesen Rat abholen!
Galadriel: Ist er etwa immer noch über meine Entscheidung unzufrieden?
Círdan: So wie es aussieht, ja! Prinz Legolas und Gimli Glóinssohn waren schon bei ihm um ihn zum Rat zu holen, aber er bestand darauf, auf euch zu warten!
Gandalf: Das dürfte aber knapp werden, es sind nur noch drei Wochen bis zum Rat und die brauchen wir schon um nach Bruchtal zu gelangen!
Círdan: Nun, es hat sich seit eurer Abreise einiges verändert! Die Adler haben eine Fluggesellschaft gegründet. Sie fliegen von den Grauen Anfurten bis nach Gondor! Aber leider ist der Flugplan nach Bruchtal für vier Monate gestrichen! Es gab da ein Problem mit dem Piloten! Aber die Herrschaften haben ja noch genug Zeit um dort bequem per Pferd hinzureisen! Euch, Lady Galadriel, bitte ich, in zwei Tagen am Startplatz zu sein, um nach Lórien zu reisen! Oder wollt ihr euren Mann gar nicht abholen?
Galadriel: Doch, ich werde mich mal mit ihm unterhalten, aber mit einem Adler durch die Luft fliegen, das ist wirklich eine neue Errungenschaft!
Círdan führte sie jetzt zu ihren Gemächern.
Frodo: Auf wen geht denn eigentlich die Rechnung? Oder müssen wir etwa selbst für die Unterkunft aufkommen?
Círdan: Nein, euer Aufenthalt wird vom Rat getragen!
Frodo: Schön,… dann, wo gibt’s hier was zu essen?
Círdan: Das hatte ich schon erwartet, ich lasse euch sofort etwas auf euer Zimmer bringen! Herr Elrond, dies ist euer Gemach! Gefällt es euch?
Elrond: Hmm, nein!
Círdan: Wie bitte? Was ist denn mit dem Zimmer nicht in Ordnung?
Elrond: Nun es hat nur ein Bett!
Círdan: Ihr seid doch auch nur eine Person!
Elrond: Ja, aber meine Frau ist auch da! Oder habt ihr das vergessen?
Círdan: Oh, verzeiht, daran habe ich gar nicht gedacht! Ich werde euch ein anderes Zimmer geben! Dann darf ich bitten, dass Herr Gandalf… Nanu, wo ist er denn?
Galadriel: Er sitzt sicher an der Bar und genehmigt sich ein Magenbitter!
Círdan: Schön, dann werde ich ihm das Zimmer später zeigen! Wenn ihr mir nun folgen würdet!

~#~#~

Währenddessen stand Celebrían am Flugplatz. Es wurde extra für sie ein kleiner Adler gestartet. Nein, Celebrían verließ die Grauen Anfurten noch nicht. Aber sie wollte schon einmal ihre Bandkollegen und die Instrumente nach Bruchtal schicken, heimlich versteht sich, damit es dann später keine Probleme mit der Technik gab. Als sie alles verladen und den Start beobachtet hatte, ging sie in ihr Hotel und entdeckte Gandalf an der Bar. Allerdings sah es hier ein wenig schäbig aus. Die Tische hatten alle Schrammen und Flecken von den letzten Gläsern.

Celebrían: Hallo Gandalf, was machst du hier so alleine? Kann ich mich zu dir setzten?
Gandalf: ‘Türlich! Setz dich! Ich tue gerade was gegen meinen Magen! Wusstest du, dass man Heidelbeerflecken aus Sachen nicht mehr rausbekommt, zumindest mit normalem Waschpulver?
Celebrían: Ja!
Gandalf: Und wusstest du auch, dass man sie auch nicht mit Zauberkraft rauskriegt?
Celebrían: Nein!
Gandalf: Na dann schau mal her, ich zeig’sss dir!

Celebrían musste mit ansehen, wie Gandalf seinen weißen, allerdings schon mit lila Flecken bedeckten, Mantel ein Stückchen hoch hob und ihn mit Heidelbeeren voll schmierte. Und dann versucht er die Flecken mit ein paar magischen Sprüchen zu entfernen. Allerdings passierte nichts. Die Flecken blieben wo sie waren!

Durch Zufall schaute sich Celebrían nach kurzer Zeit mal in dem Lokal um, es schien, als wäre eine Putzkolonne durchgegangen. Die Tische glänzten und auch die Schrammen und Kratzer in den Tischplatten waren verschwunden. Das konnte natürlich nicht einfach so durchs Putzen passiert sein! Als Gandalf gerade einen erneuten Versuch mit seinem Heidelbeer-Experiment starten wollte, griff ihn Celebrían unter die Arme und zog ihn zu seinem Zimmer.

Celebrían: Ich finde du hast genug sauber gemacht! Es ist zwar schön, dass deine Umgebung jetzt glänzt, aber du solltest dich dringend waschen gehen und schlafen legen! Komm schon!
Gandalf gab nach kurzem Zögern nach. Es waren immer noch Heidelbeeren da! Aber er erkannte trotz seines Alkoholkonsums, er hatte sich etliche Magenbitter gegönnt, dass er schläfrig wurde.

~#~#~

Der nächste Tag wurde erst recht spät begonnen. Gandalf musste seinen Rausch ausschlafen und hatte außerdem Kopfschmerzen und immer noch einen lila-weiß gefleckten Mantel. [Da fällt mir gerade auf, er wäre sicher gut in der Milka-Schokoladen-Werbung aufgehoben! So als Lila-Kuh!]

Der Rest entspannte sich. Galadriel war schon wieder am Koffer packen. Sie musste ja nicht ihr ganzes Gepäck mitschleppen, sondern nur Sachen für eine Woche. So hatte sie zumindest gerechnet, dass sie unterwegs wäre!
Círdan bereitete derweil schon mal die Abreise von Elrond, Frodo und Gandalf vor. Celebrían hatte sich entschieden mit ihrer Mutter ihre alte Heimat zu besuchen und Falathwen wollte sich Elrond anschließen.
Sie hatte noch keine Lust sofort wieder auf ein Schiff zu steigen. Dort wurde es ihr mit der Zeit zu langweilig. Darum ging sie mit nach Bruchtal, um ihr altes zu Hause mal wieder zu sehen. Eigentlich kam sie ja aus dem Düsterwald, aber ihre Eltern waren schon früh gestorben und so wurde sie von Elrond nach Bruchtal geholt und lebte dort eine Zeit lang.

Er wurde sozusagen ihr Ersatzvater und somit Arwen, Elrohir und Elladan ihre Geschwister! Sie war schon gespannt sie alle wiederzusehen. Außerdem hatte sie noch eine unangenehme Angelegenheit aus der Vergangenheit zu beseitigen und dies wäre der gelegene Augenblick…. obwohl Elronds Geburtstag ja eigentlich nicht der richtige Augenblick ist um solche Dinge zu klären. Denkt man an all die Leute, die dies mitbekämen, aber da sie ja nicht jedes Jahr nach Mittelerde zurückkommen würde, musste es jetzt sein!

Und so verging der Tag mit packen, sortieren, verabschieden und Kräfte für die Reise sammeln.

~#~#~

Am nächsten Tag:

Círdan: Schön, dass ihr schon so früh erscheint! Es war mir eine Freude euch hier zu empfangen und es schmerzt mich euch nun schon so bald wieder gehen zu sehen!
Galadriel: Lasst euch das Herz nicht schwer machen! Wir sehen uns bestimmt bald wieder! (sie lächelte ihn wissend an) Nun, es ist Zeit, dass wir gehen! Celebrían! Komm, der Flieger wartet nicht auf uns!
Celebrían: Ja Mutter, ich komme ja schon! Auf Wiedersehen Elrond! Wir sehen uns in zwei Wochen wieder!

Der Adler startete und war nach kurzer Zeit nicht mehr erkennbar.

Elrond: Und was machen wir jetzt?
Círdan: Ich schlage vor ihr bereitet euch auch auf eure Abreise vor. Es ist ein langer Weg bis nach Bruchtal. Ich würde sagen, dass ihr morgen abreist! So seid ihr dann garantiert pünktlich dort und könnt euch auch den Grund für den Rat noch einmal genau erklären lassen!

Elrond nickte und lud Gandalf, Frodo und Falathwen zu einem Kaffee ein. Frodo genehmigte sich auch gleich noch ein zweites Frühstück. Er wollte schließlich nicht bis zum Mittag verhungern!

Kapitel 20
Derweil in Bruchtal. Arwen saß gerade am Frühstückstisch und trank einen Kaffee. Plötzlich stürmte Haldir herein. Arwen erschreckte sich und verschüttete den Kaffee auf dem halben Tisch.

Arwen: Mensch, Haldir! Kannst du nicht langsamer in einen Raum stürmen?
Haldir: Entschuldige Arwen! Aber da ist gerade Post für dich gekommen! Hier ist sie!
Arwen: Ich hab Thranduil doch schon eine Einladung nachgeschickt. Hoffentlich ist sie diesmal angekommen!

Sie nahm Haldir die Post ab und las sie. Als sie fertig war machte sie ein sehr ernstes Gesicht und holte sich eine neue Tasse Kaffee die sie sofort austrank.
Haldir: Und, was steht drin?
Arwen: Nun, wir haben ein Problem. Kein kleines, sondern ein großes. Genauer gesagt, es herrscht AUSNAHMEZUSTAND.
Haldir: Was ist denn los?
Arwen: Also, dieser Brief ist von Círdan. Er schreibt, dass mein Vater gestern bei den Grauen Anfurten ankam. Círdan hat ihm berichtet, dass sie herreiten müssten, um für uns noch ein wenig Zeit zu gewinnen. Wir müssen alles umdenken. Die Dekoration muss wieder runter. Er soll ja nicht schon vorher alles sehen! Ich muss alles noch mal neu machen. (sie fing an zu weinen)
Haldir: Ach Arwen! (er nahm sie in den Arm und wollte sie beruhigen)
Elladan kam herein.
Elladan: Was ist denn hier los? Haldir, was ist passiert
Haldir (reichte ihm den Brief): Hier lies!
Elladan (als er fertig war): Oh!…. Arwen, beruhig dich, das ist doch nicht so schlimm. Wenn wir alle mit anpacken, dann schaffen wir das schon. Außerdem machen wir mit unserer Musik schon richtig Fortschritte!

Plötzlich ertönte ein Signal, dass ein Adler im Anflug war.
Die drei stürmten zur Landebahn. Dort sahen sie, wie die Bandkollegen von Celebrían (drei Elbinnen und zwei Elben) ausstiegen und ihre Instrumente vorsichtig ausluden.
Einer der Elben kam auf Arwen zu.

Laerion [Lied]: Ich nehme an, ihr seid die Herrin von Bruchtal?
Arwen: Ja, zumindest im Moment! Wer seid ihr?
Laerion: Nun, wir wurden von eurer Mutter geschickt…
Arwen: Entschuldigt! Von meiner Mutter geschickt? Ist sie etwa mitgekommen?
Laerion: Ja, sie wollte, dass wir auf dem Geburtstag des Herrn Elrond spielen. Eure Mutter hatte uns auf der Fahrt in euren Plan eingeweiht! Euer Vater weiß nicht, dass wir hier sind!
Arwen: Schön, dann werde ich euch ein paar Zimmer zuweisen, dies hier sind Elladan, mein Bruder, und Haldir von Lórien! Sie spielen, ähm, lernen gerade das spielen. Vielleicht könntet ihr ihnen ja helfen?
Laerion: Gern, es freut mich zwei weitere Musiker kennen zu lernen. Übrigens, dies sind Lindiel [Lied], Geliriel [lustige Person], Cuina [lebendig sein] und Glîrion [Lied]. Sie gehören, wie eure Mutter und Falathwen, zur Musikgruppe!
Haldir: Hab ich das gerade recht verstanden. Zu eurer Gruppe gehört eine Falathwen?
Laerion: Ja!
Elladan: Ich denke, wir sollten euch nun eure Zimmer zeigen! Haldir, könntest du mir bitte mal mit den Instrumenten helfen!
Haldir (schaute Laerion immer noch ungläubig an): Ja, ich komme gleich!
Elladan: Nein, bitte sofort!

Und so zog er den immer noch erstarrten Haldir am Arm mit sich. Arwen geleitete die irritieren Musiker zu ihren Gemächern.
Cuina: Geht es ihm nicht gut?
Arwen: Oh nein, er kannte nur eine Elbin mit Namen Falathwen, die ihn allerdings vor vielen Jahren verlassen hatte. Macht euch keine Sorgen um ihn! Ich werde euch nun noch zwei Musiker vorstellen. Sie heißen Meriadoc Brandybock und Peregrin Tuk und sind zwei ausgezeichnete Musiker. So da wären wir. Bitte tretet ein!

Sie stellten sich alle vor und Arwen entschuldigte sich, da sie ja noch alles umorganisieren musste.

~#~#~

Haldir: Was sollte das denn eben?
Elladan: Du hast ihn angestarrt wie einen Ork!
Haldir: Na und! Wenn er von einer Falathwen redet!
Elladan: Das hast du schon alles hinter dir! Lass das nicht noch mal mit dir machen! Komm hilf mir mal, das bringt dich sicher auf andere Gedanken!
Haldir: Ich komm ja schon! Ist dir eigentlich mal aufgefallen, dass wir die Instrumente viel besser tragen als spielen können?
Elladan: Das beeindruckt aber niemanden auf dem Fest! Komm schon, nimm du die Gitarre! Aber pass auf, es fällt sicher auf, wenn da die Saiten eingerissen sind!
Haldir: Pass du lieber auf, dass du dir die Tasten nicht klauen lässt!

~#~#~

Währenddessen weiter weg!

Thranduil hatte endlich grünes Licht für die Abreise bekommen. Arwen war so freundlich gewesen und hatte eine neue Einladung geschickt, obwohl sie überhaupt nicht verstand, wo die andere abgeblieben war!

Und so herrschte nun Aufbruchsstimmung im Palast des Grünwaldes. Legolas sollte im Auftrag seines Vaters eine geeignete Eskorte zusammenstellen. Denn im Grünwald wohnten immer noch gefährlich werdende Tiere. Und im Moment hatten die Feuerkröten und Wildschweine Saison.

Wildschweine waren nur kraftmäßig gefährliche Gegner, aber die Feuerkröte war noch übler. Wenn sie einen berührte brannte es erstens höllisch und zweitens bekam man einen Ausschlag der über zwei Wochen hielt und auch höchst ansteckend war. Deshalb mussten sie Vorsicht walten lassen. Niemand durfte kurze Kleidung tragen und die Frauen vor allem keine Kleider. Außerdem mussten sie, zumindest im Grünwald alle Handschuhe tragen! Zum Glück hatten sie davon immer einen großen Vorrat und so konnten sie schon am nächsten Tag abreisen.

Thranduil war schon ein wenig ungehalten, als sich am nächsten Tag Sam, Ancalime und Eldarion verspäteten. Er wollte keine Zeit mehr verstreichen lassen. Nur noch zwei Wochen bis zum Geburtstag und es ging über das Nebelgebirge! Es lag sicher noch Schnee und so war der Pass im Norden sicher nicht so gut zu überwinden, wie der im Süden.

Sie waren schon fast eine Stunde geritten, da fiel Thranduil plötzlich auf, dass das Geschenk für Elrond noch auf seinem Schreibtisch stand. Er konnte es nicht fassen, so eine Blamage! Erst hatte er alle zur Eile angetrieben und dann hielt er alle auf!

Er entschied sich mit zwei Wachen zurück zu reiten und die anderen weiterziehen zu lassen. Und zu seinem Glück kam ihm nach kurzer Zeit einer seiner Berater entgegen und überreichte ihm das Geschenk! Dieser hatte nämlich bemerkt, dass sein König es vergessen hatte und war ihm nachgeritten. Und zu seiner Verwunderung befahl ihm sein König, ihm mit nach Bruchtal zu folgen!

~#~#~

Wieder bei der Reisegruppe angekommen:

Quelleving: Schaut, Vater bringt jemanden mit!
Legolas: Ja, einen seiner Berater! Er hat sicher das Geschenk gebracht, immerhin kann Vater es nicht in der kurzen Zeit geholt haben!
Thranduil: So, jetzt können wir endlich los! Oder hat wer noch was vergessen?

Niemand meldete sich und so ritten sie los. Zwei Tage verbrachten sie im Grünwald. Die Wachen beobachteten aufmerksam ihre Umgebung, aber nichts regte sich. Bei ihrer letzten Rast im Wald passierte es aber. Gimli wurde von einer Feuerkröte infiziert und steckte gleich Sam mit an. Die beiden bekamen eine gerötete Haut und nach zwei Stunden waren an allen Körperteilen Pustel zu sehen. Allerdings waren sie grünlich gefärbt und stachen somit sehr von der krebsroten Haut ab.

Elrohir: Gimli, nicht immer kratzen! Das gibt Narben!
Gimli: Dann gib mir gefälligst irgendwas gegen dieses schreckliche Jucken! Selbst ein Zwerg hält das nicht lange aus!
Ancalime: Ach komm schon Gimli, Sam schafft es doch auch!
Gimli: Ja, aber nur, weil er bewusstlos ist und so nichts von dem Jucken mitbekommt!
Aragorn: Es war besser so. Er tat mir schon richtig leid!
Gimli: Und ich, ich will auch was gegen diese Schmerzen!
Legolas: Jetzt sei endlich still, oder wir bekommen auch noch Besuch von ein paar Wildschweinen!

Gimli verstummte sofort. Allerdings jammerte er im Stillen weiter vor sich hin! Ancalime tat Gimli leid und so gesellte sie sich zu ihm und versuchte ihn von seinem Juckreiz abzulenken!

Nach kurzer Zeit verließ die Gruppe den Grünwald und legte in drei weiteren Tagen den Weg zum Fuße des Nebelgebirges zurück. Dort angekommen schlugen sie ihr Lager auf. Einen Tag wollten sie dort verbringen und dann die Überquerung des Nebelgebirges wagen. Da sie ja Pferde und Gepäck dabei hatten, konnten die Elben leider nicht einfach so über den Schnee laufen, der in höheren Regionen liegt, sondern mussten sich durch ihn hindurchquälen.

Aber auch das schafften sie, zwar mit einigen Mühen. Gimli und Sam jammerten jetzt wieder im Chor. Auch Tanwethiel, Quelleving und Eowyn beschwerten sich über den ganzen Schnee. Der Rest nahm ihn als gegeben hin und versuchten die gedrückte Stimmung nicht noch mehr zu unterstützen.

~#~#~

Auf der anderen Seite des Nebelgebirges, weit im Westen, quälte sich Elrond mit seinen Gefährten und einer kleinen Eskorte in Richtung Bruchtal vor.

Frodo: Wie weit ist es denn noch?
Gandalf: Wenn du das jetzt noch einmal fragst, dann bekommst du von mir einen Knoten in die Zunge! Verstanden!
Frodo: Ähm, ja! Ja, du hast recht! Es war dumm von mir, zu fragen, wie weit es denn noch wäre! Ups…
Gandalf: Jetzt reicht’s aber! Bleib gefälligst stehen Bil… äh Frodo Beutlin!
Elrond: Oh, mein Kopf! Gandalf! Frodo! Könnt ihr euch nicht ein wenig ruhiger verhalten!
Gandalf: Entschuldige Elrond, aber dieser Hobbit!
Elrond: Ja ja, ist ja gut, alter Freund! Ich denke wir machen am nächsten Bach eine kurze Rast! Ich halt das nicht mehr länger aus!
Frodo: Geht es dir nicht gut?
Elrond: Nach was sieht es denn aus, Frodo? Ich hab jetzt schon Kopfschmerzen wegen diesem Rat!
Falathwen: Nimm dir das nicht so zu Herzen! Es wird sicher nicht schlimm!
Elrond: Sicher nicht schlimm? Es sollen Menschen, Elben, Hobbits UND Zwerge kommen. Das findest du nicht schlimm?
Falathwen: Nun, ja! Aber überleg doch mal, es müssten doch schon ein paar da sein und Arwen wird sich um alles kümmern. Du sollst doch nur den Rat leiten, ansonsten hast du keinerlei Pflichten und da drüben ist übrigens eine geeignete Stelle um eine Rast einzulegen!
Elrond: Na schön, wenn du meinst! Aber ich werde keinen Handschlag außerhalb des Rates tun! Ich werde das als Urlaub mit kurzfristiger Nebenbeschäftigung sehen!
Falathwen: Einverstanden! Und wie geht es dir jetzt?
Elrond: Schon besser! Aber, wenn Frodo noch einmal fragt, dann bekommt er wirklich einen Knoten in die Zunge!
Gandalf: Das werde ich ihm gleich ausrichten!
Falathwen: Nein, du bleibst hier, ich werde ihm die Nachricht überbringen.

A/N: Ich weiß leider nicht, ob es im Grünwald tatsächlich Feuerkröten gibt, aber ich fand die Idee recht hübsch.

Kapitel 21
In Imladris herrscht jetzt Hochbetrieb. Nur noch zwei Tage bis zum großen Fest! Arwen diskutiert immer noch mit Mereth über die Einrichtung. Die Tochter Elronds hatte ihren Willen durchgesetzt und das gefiel der Partyservice-Elbe überhaupt nicht.

Mereth: Aber Lady Arwen. Ihr könnt doch nicht überall rosa Vorhänge anbringen!
Arwen: Wieso denn nicht? Ich kann tun und lassen was ich will, ich bin hier schließlich die Chefin und nicht ihr!
Elladan: Irgendwelche Probleme, Schwesterherz?
Arwen: Nein, ganz und gar nicht!
Arwen ging wütend hinaus um sich um die Außendekoration zu kümmern. Elladan versuchte derweil Mereth zu besänftigen.
Elladan: Ich mache euch einen Vorschlag! In den Gästezimmern dürft ihr hellgelbe Vorhänge anbringen. Überall rosa ist ein bisschen übertrieben!
Mereth: Danke, Lord Elladan!

~#~#~

Arwen: Wo verdammt noch mal sind denn die ganzen Gärtner hin?
Haldir: Du hast doch gemeint, dass der Teich auch noch gemacht werden soll!
Arwen: Ach ja! Entschuldige Haldir, aber ich kann bald nicht mehr!
Haldir: Wie wäre es, wenn du dich jetzt erst mal ein wenig hinlegst und Elladan und ich regeln den Rest?
Arwen: Das wäre wunderbar, aber ich kann euch das doch nicht alles allein machen lassen!
Haldir: Wieso denn nicht?… Ach, Dr. Lecter, könntet ihr vielleicht ein strenges Wort sagen? Arwen will sich einfach nicht ausruhen gehen!
Dr. Lecter: Natürlich!… Frau Arwen, ich verordne Ihnen zumindest den Nachmittag auszuruhen. Wenn Sie so weitermachen, können Sie den Geburtstag nicht in vollen Zügen genießen! Außerdem merkt man Ihre Anspannung und wenn sich die in Ihre Arbeit einwirkt, dann spüren das die Gäste! Bitte, nehmen Sie sich den Nachmittag frei und lassen Sie sich ein wenig verwöhnen. Nehmen Sie sich ein Bad und entspannen Sie sich! Dann können Sie auch wieder ordentlich weiterarbeiten! Ach und Herr Haldir, Sie und Herr Elladan haben nachher noch eine Sitzung. Bitte vergessen Sie sie nicht!

~#~#~

Merry und Pippin arbeiteten derweil an dem Musikprogramm für den Abend. Da ja jetzt auch die Band von Celebrían da war, hatten sie ordentlich Unterstützung bekommen.

So konnten sie mehr Stücke und auch eine abwechslungsreichere Musik spielen. Und sie mussten jetzt nicht den ganzen Abend auf der Bühne stehen, denn durch die angekommenen Musiker können sie jetzt auch ab und zu eine Pause einlegen und einen Happen essen. Damit sie nicht vom Fleisch fallen!

Elladan und Haldir hatten sich in den letzten Wochen auch prächtig entwickelt. Sie konnten jetzt schon fast alle Lieder fehlerfrei spielen, obwohl man natürlich merkte, dass sie keine Profis waren.

Die beiden hatten sogar schon einige Lieblingslieder, die sie besonders gerne spielten, allerdings nervten sie natürlich die anderen damit und deshalb wurden sie bei der Wahl der Musikstücke für den Abend ausgeschlossen. Nicht, dass alle zehn Minuten die selbe Melodie erklang und somit die Gäste verscheuchte!

~#~#~

Währenddessen wieder bei der Reisegruppe aus dem Osten. Elrohir und Legolas hatten sich inzwischen ebenfalls bei Gimli und Sam angesteckt und sahen jetzt auch aus wie verbrannt.
Auch ein paar der Wachleute hatten etwas von dem Ausschlag abbekommen und kratzten sich jetzt unentwegt. Ancalime und Aragorn versuchten ihnen so gut es ging zu helfen, allerdings gingen bald die Salben aus, die gegen den Juckreiz wenigstens etwas halfen.

Es war nur noch ein Tagesritt bis Imladris!
Alle versuchten den Jammernden und Kratzenden klar zu machen, dass sie bald Erlösung fänden, aber eben erst in einem Tag!
Am nächsten Morgen erwachten auch Lúthanell und Tanwethiel mit dem Ausschlag!

Es war zum Haare raufen. Aragorn und Ancalime hatten noch allen vorher gesagt, dass sie die Betroffenen nicht mit bloßen Händen berühren sollten und auch die Betroffenen keinen von den ‘Gesunden’ anfassen sollten, aber so wie es immer ist, keiner hört auf die Fachleute! Jetzt musste über die Hälfte der Gruppe mit Ausschlag und Juckreiz rumlaufen. Zum Glück war die Krankheit nicht auf Pferde übertragbar. Sie hätten sicher noch mehr gelitten, als die Zweibeiner, die auf ihnen ritten.

Aber zum Glück war es nicht mehr weit bis zu ihrem Ziel! Noch fünf Stunden und sie waren da. Doch Sam bestand zuvor noch einmal auf eine Rast. Ihm war es egal, ob die anderen maulten, er brauchte etwas zu essen. Ihn trieb der Juckreiz zwar auch fast zum Wahnsinn, aber Hobbits hatten einen festen Kern und konnten trotz solchen Wehwehchen ungetrübt ans Essen denken.
Und deshalb hieß es erst mal eine halbe Stunde Rast.

Thranduil versuchte nochmals Aragorn zu bitten seinen Sohn endlich zu heilen, aber der konnte natürlich auch nichts dagegen tun. Wenigstens konnte Lúthanell ihm jetzt wieder ungestört berühren, obwohl sie sich natürlich auch jede freie Minute kratzten musste!

Ancalime: Aragorn, wir müssen dringen etwas gegen diese ständige Kratzerei tun! Sie bekommen alle bleibende Narben!
Aragorn: Du hast ja recht, aber ich hab keine Salben mehr!
Ancalime: Oh mein Eru! Bin ich nur…. ich hab doch… aber das ist mein Geburtstagsgeschenk! Hmm, na schön, ich hab in Lothlórien eine große Flasche Heil-Lotion erstanden, eigentlich wollte ich sie Elrond zum Geburtstag schenken, aber ich denke wir haben hier einen echten Notfall. Ich hol die Flasche und du rufst alle zusammen.
Aragorn: Du bist einfach die beste!… Nach Arwen natürlich!
Ancalime: Natürlich!

Als Aragorn alle zusammen hatte und Ancalime das Geschenk wieder ausgepackt hatte, waren alle total erleichtert endlich ihre Leiden wenigstens für kurze Zeit loszusein!
Elrohir: Ancalime, du bist ein Schatz, wo hast du Flasche denn jetzt so schnell her?
Ancalime: Das war mein Geburtstagsgeschenk für Elrond!
Elrohir: Oh… Aber wir werden schon was neues für dich finden.

~#~#~

Etwas weiter weg waren Elrond, Gandalf, Frodo und Falathwen gerade im Wald mit den Trollhöhlen angekommen. Sie ließen sich am Rand der Lichtung nieder, auf der immer noch Bilbos Trolle standen. Hier hatte Frodo erstmals Arwen getroffen. Er erinnerte sich nur ungern an diesen Tag, denn kurz davor hatte er noch eine Stichwunde von so einem blöden Ringgeist in die Schulter bekommen, der es übrigens wieder sehr gut ging!

Sie aßen das erlegte Kaninchen, das Gandalf zuvor aus Versehen übersehen und mit seinen großen Füßen getreten hatte. Daraufhin konnte es nicht mehr hoppeln und Gandalf erlöste es von seinen Leiden. Den anderen erzählte er, dass er es bereits im Wald erlegt hätte, aber Frodo hatte sein Missgeschick beobachtet und es natürlich sofort bei Elrond gepetzt.

Elrond: Frodo, danke für den Hinweis! Aber sei froh, dass wir wenigstens irgendetwas haben. Diese Eskorte von Círdan taugt nichts, ihr könnt auch nicht jagen und ich… versuchs lieber erst gar nicht!
Alle ließen auf Grund der Worte Elronds etwas die Köpfe hängen.
Elrond: Na schön, Freunde. Ist ja gut! Los, bereiten wir das Kaninchen zu und dann brechen wir wieder auf. Ich möchte heute noch in einem weichen Bett schlafen!

~#~#~

Und so beeilten sich beide Reisegruppen, um schnellst möglich in Bruchtal anzukommen.

Aragorns Reisegruppe war schneller und somit schon zehn Minuten eher da! Aber sie mussten erst mal Arwen suchen, die war nämlich gerade dabei sich mit Mereth wieder über die Vorhänge zu streiten. Als sie aber hörte, dass im Hof eine Reisegruppe auf sie warten würde, ließ sie von Mereth ab und ging diese erst einmal begrüßen.

Natürlich war sie überrascht, das mindestens die Hälfte mit Ausschlag belegt war. (Eomer, seine Frau, Eowyn und Faramir hatten jetzt auch Ausschlag) Aber sie hieß trotzdem alle herzlich willkommen, auch wenn sie den ein oder anderen nur von weiten grüßte.

Diese ganze Prozedur dauerte genau die zehn Minuten, die Elrond, Falathwen, Frodo und Gandalf brauchten um mit ihrer Eskorte anzukommen.

Elrond sah schon von weiten den großen Besucheransturm im Hof und bekam langsam aber sicher Atemnot. Falathwen versuchte ihren Ziehvater zu beruhigen und ihm gut zu zu sprechen.

Aber als Elrond genau sah, wer da alles stand wurde ihm schwarz vor Augen und er sank in sich zusammen. Nun ging alles durcheinander.
Falathwen: Elrond?
Arwen: Vater?
Sam: Herr Frodo!
Haldir: Falathwen?
Ancalime: Gimli, nicht kratzten!
Quelleving: Legolas, fass mich ja nicht an!
Merry: Pippin, schau mal, Frodo ist wieder da!
Thranduil: Dr. Lecter, was macht ihr denn hier?

~#~#~

Während der ganzen Aufregung in Bruchtal verweilte Galadriel schon längere Zeit in ihrem alten Wald und redete mit ihrem Gatten. Sie hatten schließlich fast 20 Jahre getrennt gelebt und erzählten sich nun, was sie so erlebt hatten.

Celeborn war anfangs sauer auf Galadriel gewesen, weil sie ohne ihn darauf vorzubereiten nach Valinor gegangen war.
Galadriel: Du hättest doch nachkommen können! Es war schließlich nicht das letzte Schiff, was ich genommen hatte!
Celeborn: Doch war es! Erst seit letztem Jahr hat Círdan wieder eine regelmäßig befahrene Route eröffnet!
Galadriel: Und warum bist du nicht dann nachgekommen?
Celeborn: Wieso hätte ich das machen sollen? Du warst doch sicher glücklich mit Gandalf und Elrond!
Galadriel: Was soll das denn heißen? Du denkst doch wohl nicht… also das ist ja die Höhe, ich hab doch nicht mit… sag mal hast du sie noch alle?

Jetzt war Celeborn zu weit gegangen! Galadriel reichte es und ging erst mal wieder auf ihr Zimmer. Dort schloss sie sich vier Tage ein und redete mit keinem mehr. Celebrían konnte ihre Eltern überhaupt nicht verstehen. Irgendwie stritten sie in letzter Zeit nur noch und ließen sich gegenseitig gar nicht ausreden. Sie beschloss Hilfe zu holen und zwar sofort. Deshalb setzte sie sich auf ein Pferd und ließ sich von Rúmil begleiten.

Nach drei Tagen kamen sie zurück. Galadriel war wieder aus ihrem Zimmer gekommen und stritt sich wieder mit ihrem Ehemann. Celebríans Hilfe ging sofort dazwischen:
Baumbart: Sachte, sachte, ihr Großen unter den Elbenherrschern! Ihr könnt euch doch nicht so ankeifen!
Galadriel: Wieso denn nicht? Außerdem geht dich das gar nichts an, Baumbart!
Galadriel hatte zwar ansonsten einen heiden Respekt vor dem ältesten Wesen Mittelerdes, aber im Moment war sie so in den Streit vertieft, dass es sie jetzt störte unterbrochen zu werden!

Celeborn hatte da schon etwas mehr Achtung, aber Galadriel ließ gar nicht erst zu, dass er sich mit Baumbart unterhalten konnte!

Baumbart wurde das mit der Zeit zu viel. Er schnappte sich die beiden und hob sie an ihren Kragen hoch.
Baumbart: Ruhe jetzt!!!
Galadriel und ihr Gatte verstummten sofort.
Baumbart: Schön!….. Ich wurde hier her geholt…. um euch wieder….. zu Verstand zu bringen!
Galadriel: Und? Wieso?
Celebrían: Mutter, ihr streitet in letzter Zeit nur noch! Ist euch das noch nicht aufgefallen? Ich möchte, dass ihr euch wieder vertragt und so wie vor dem Ringkrieg friedlich zusammenlebt! Ihr seid verdammt noch mal Elben und die kreischen nicht die ganze Nachbarschaft zusammen! Verstanden?

Galadriel und Celeborn ließen ihre Köpfe hängen. Ihnen war gar nicht aufgefallen, dass sich ihre Tochter solche Gedanken um sie machte. So sahen sie sich an und vereinbarten stillschweigend einen Waffenstillstand.
Baumbart ließ die beiden Elbenherrscher wieder auf den Boden. Dort sortierten sie erst einmal wieder ihre Kleider und entschuldigten sich für ihr Benehmen bei Celebrían und Baumbart.

Celeborn: Was macht ihr hier eigentlich, Baumbart? Wer passt auf euren Wald auf?
Baumbart: Ich wurde erstens…. von eurer Tochter geholt um wieder… Frieden zu bringen…. und außerdem bin ich…. zum Geburtstag des….. Lord Elrond…. eingeladen!
Galadriel: Der Geburtstag! Wir müssen langsam los um nicht zu spät zu kommen! Celebrían, wir müssen Koffer packen gehen. Celeborn, kümmere du dich bitte um eine Eskorte für uns! Baumbart, wie wäre es, wenn wir uns zusammen zur Feier begeben?
Baumbart: Sehr gern!

A/N: So jetzt sind alle wieder glücklich vereint!
Und was noch besser ist: Elrond hat’s bis nach Bruchtal geschafft! Applaus!!! Standing Ovations!!!

Kapitel 22
In Bruchtal war jetzt wieder Ruhe eingekehrt.
Elrond lag im Heilerzimmer und ließ sich von Aragorn und Ancalime pflegen. Nur ab und zu erlangte er das Bewusstsein. Arwen hoffte, dass der Geburtstag deswegen nicht ausfallen würde, aber ihr Mann versicherte ihr, dass Elrond bis zum nächsten Morgen wieder auf den Beinen stehen würde!

Die mit dem Ausschlag Befallenen saßen auch in einem Heilerzimmer und ließen sich verarzten. Durch die Bruchtal-Medizin wurde wenigstens die Ansteckungsgefahr eingedämmt. Es sollten schließlich morgen nicht alle mit diesem unangenehmen Juckreiz aufwachen!

Merry, Pippin, Sam und Frodo saßen derweil zusammen und tranken und aßen etwas auf ihr Wiedersehen. Dr. Lecter und Thranduil saßen auch zusammen und redeten über die vergangenen Jahre. Der Doktor war nämlich mal ein Ratsmitglied Thranduils gewesen.
Thranduil: Und Hannibal, was machst du hier in Bruchtal?
Dr. Lecter: Ich betreue im Moment ein paar Elben, sie haben da ein paar Probleme!
Thranduil: Aha!
Dr. Lecter: Wie ich sehe, hast du jetzt noch eine Tochter zu deinem Sohn!
Thranduil: Ja, aber sie sind beide schon groß! Mein Sohn hat sogar schon eine Frau! Aber Quelleving will sich leider noch nicht binden!
Dr. Lecter: Lass ihr Zeit! Sie wird dir sicher bald einen repräsentablen Schwiegersohn vorstellen!
Thranduil: Ich hoffe es!

~#~#~

Arwen war derweil in eine heftige Diskussion mit ihrem Bruder Elladan vertieft. Es ging um Vorhänge!
Arwen: Du kannst doch nicht einfach hinter meinem Rücken Vereinbarungen treffen ohne mich darüber zu informieren!
Elladan: Warum sollte ich das nicht können? Das ist auch mein Haus! Und wenn ich lieber gelbe Vorhänge in den Zimmern haben möchte, dann lass ich das so machen!
Arwen: Aber ich bin für die Organisation des Geburtstages zuständig!
Elladan: Und ich helfe dir ein wenig!
Quelleving: Ähm, störe ich gerade?
Arwen: Ja! Ich bin grade in einer wichtigen Besprechung mit meinem Bruder!
Elladan: Nein, sie stört nicht, außerdem sind wir gerade fertig geworden und die Vorhänge bleiben, wo sie sind! Verstanden?

Und so ging Elladan und ließ Arwen wie verdattert stehen. Langsam stieg in ihr die Wut auf. Sie hatte schließlich ihre ganze Zeit investiert und jetzt kam ihr ihr Bruder dazwischen und wollte einfach so in ihrem Werk rumpfuschen. Ihr stiegen die Tränen in die Augen. Sie konnte bald nicht mehr. Sie wollte sich schon auf den Boden setzten als sie eine starke Umarmung fühlte. Es war Aragorn, der sie jetzt mit sich nahm und sie tröstete.

~#~#~

Quelleving: Und du bist sicher, dass ich euch da eben nicht gestört habe?
Elladan: Nein, ganz und gar nicht. Komm mal her und lass dich umarmen! Es ist schön, dass du wieder hier in Bruchtal bist!
Quelleving: Wenn du meinst! Ich hab dir übrigens was mitgebracht! Wenn du mich wieder loslassen würdest, könnte ich es dir sogar geben!

Elladan ließ Quelleving wieder los und sah sie fragend an. Doch sie lächelte nur und sagte ihm, er solle ihr folgen. In ihrem Zimmer angekommen, zeigte sie ihm den Anzug, den sie mit Elrohirs Maßen anfertigen ließ.
Quelleving: Ich hoffe, er passt dir! Du dürftest ja in etwa Elrohirs Maße haben!
Elladan: Ist der wirklich für mich? Du bist ein Schatz Quelleving!… Aber woher kennst du die Maße von meinem Bruder?
Quelleving: Er hat sich im Grünwald einen neuen Anzug fertigen lassen. Er hat mit Legolas, meinem Vater und Aragorn sogar tapfer durchgehalten, als sie Modell standen.
Elladan: Da bin ich aber froh, dass ich den Anzug so bekomme! Danke Quelleving!
Er umarmte sie nochmals.
Quelleving: Willst du ihn nicht mal probieren? Du kannst mein Badezimmer benutzen!
Elladan: O.K.!

Er ging ins Nebenzimmer um sich umzuziehen. Derweil klopfte es an der Tür. Tanwethiel stand mit Elrohir vor der Tür. Sie umarmte ihr Freundin freudestrahlend.
Tanwethiel: Quelleving! Du wirst es nicht glauben, Elrohir hat mich eben gefragt, ob ich ihn heiraten will!
Quelleving: Das ist ja großartig! Herzlichen Glückwunsch!
Sie umarmten sich nochmals, dann kam Elrohir an die Reihe. Und gerade da kam Elladan wieder ins Zimmer.
Elladan: Na, wie….

Er konnte es nicht fassen. Sein eigener Bruder machte sich an seine Freundin ran! Dass Tanwethiel mit im Raum stand, hatte er ganz übersehen! Er wollte schon auf die beiden losgehen.
Quelleving: Das ist ja großartig! Wirklich…. Elladan, du wirst es nicht glauben. Dein Bruder hat sich verlobt!
Elladan blieb überrascht stehen. Seine Wut verrauchte langsam wieder, als er jetzt auch noch Tanwethiel sah.
Elladan: Was? Mit wem?
Tanwethiel: Mit mir, mein Lieber! Hübscher Anzug übrigens!
Elladan: Ahja!… Herzlichen Glückwunsch!
Nochmals umarmten sich alle, dann zog Elladan Elrohir kurz zur Seite.
Elladan: Hast du denn schon mit Vater gesprochen?
Elrohir: Ja, vorhin war er kurz wach! Er hatte nichts dagegen!
Elladan: Du traust dich vielleicht was!
Elrohir: Du hast übrigens einen hübschen Anzug an!
Elladan: Schön! Geht jetzt wieder! Ich hab hier noch was zu klären!
Tanwethiel: Was tuschelt ihr denn da so?
Elrohir: Nichts wichtiges.
Tanwethiel: Komm, wir müssen es noch Haldir sagen!
Elrohir: Ich komm ja schon!

Und so verließen Elrohir und Tanwethiel Quellevings Gemach wieder. Quelleving grinste nun Elladan an und umarmte ihn.
Quelleving: Der Anzug steht dir übrigens wirklich gut, mein Hübscher!
Elladan: Danke! Er ist mir ja auch von der schönsten Elbe geschenkt worden, die ich kenne!
Quelleving: Jetzt übertreib mal nicht mein Lieber! Am besten ziehst du den Anzug wieder aus, sonst ist er bis morgen ganz zerknittert!

Elladan ging wieder ins Badezimmer und derweil klopfte es wieder an der Tür.
Diesmal war es Thranduil mit Freudentränen in den Augen.
Thranduil: Ich bin ja so glücklich. Du hast dich mit Elrohir verlobt! Ich hätte zwar gedacht, dass du mir vorher Bescheid sagst, aber ich bin einfach glücklich.
Quelleving: Vater, wovon sprichst du?
Thranduil: Ich habe eben gehört, dass sich Elrohir verlobt hat. Du bist doch mit ihm zusammen, da dachte ich, dass er dir einen Antrag gemacht hat.
Quelleving: Ich glaub, du verwechselst da was! Ich war, bin oder werde nie mit Elrohir zusammen sein. Mein Freund heißt Elladan! Das ist der Zwillingsbruder von Elrohir. Und Elrohir hat sich mit Tanwethiel, der Schwester von Haldir verlobt, aber nicht mit mir! Verstanden? Und ich werde sicher nicht so schnell irgendjemanden heiraten. Hast du das verstanden, Vater?

Thranduil nickte nur und machte ein betrübtes Gesicht. Er hatte schon so fest mit der Verlobung seiner Tochter gerechnet, dass er schon fast das Hochzeitsarrangement bestellt hätte.
Und jetzt kam auch Elladan wieder in Quellevings Zimmer.
Elladan: König Thranduil!
Thranduil: Du! Warum kannst du nicht Elrohir heißen?
Elladan setzte einen fragenden Blick auf. Quelleving winkte ab und scheuchte ihren Vater mit einiger Mühe aus dem Zimmer.
Quelleving: Lass das, Vater! Du hast meine Entscheidung eben gehört und lass gefälligst Elladan in Ruhe! Geh jetzt!

Sie schob ihren Vater aus der Tür und versuchte die Situation mit ihrem Vater Elladan zu erklären.
Quelleving: Also, ich glaub, ich hab da eben eine mittelschwere Katastrophe verhindert. Du kennst doch meinen Vater. Er hat da schon immer ein kleines Problem mit den Namen von dir und Elrohir gehabt!
Elladan: Hat er etwa gedacht, Elrohir hat sich mit dir verlobt?
Quelleving nickte. Elladan überlegte kurz.
Elladan: Da würde ich dann aber bestimmt eifersüchtig werden!
Quelleving: Du hättest ja dann noch Tanwethiel!
Elladan: Ich glaube nicht, dass ich mit Tanwethiel glücklich werden könnte!
Quelleving: Für mindestens eine Woche in deinem Leben warst du es aber!
Elladan: Woher weißt du das?
Quelleving: Sie hat es mir erzählt! Aber nun komm, die anderen warten sicher schon mit dem Essen auf uns.

Elladan folgte ihr zum Saal. Es saßen tatsächlich schon einige an der Tafel. Besonders die Hobbits quengelten, endlich anfangen zu können. Doch Arwen hatte dies verneint und so mussten sie hungern.
Neben Elladan saßen Ancalime und Eldarion, die heimlich Händchen hielten. Daneben hatten sich Engwaarda und Elfwine niedergelassen. Gegenüber saßen ihnen seine Eltern und Faramir und Eowyn.

Elrond ging es noch nicht wieder gut und so bekam er seine Extraportion am Bett.
Neben Quelleving saßen Legolas mit Lúthanell, Thranduil, Dr. Lecter, Gimli und Gandalf. Gandalf unterhielt sich mit Falathwen und Haldir blieb dem Essen fern. Ihm ging es nicht gut!
Arwen eröffnete, nachdem alle anwesend waren, endlich das Essen. Es wurde viel gelacht und gescherzt, denn so eine große Runde kam nicht jeden Tag zusammen. Ancalime fiel auf, dass Falathwen, für sie noch eine fremde Elbe, oft zu ihr rüberschaute. Sie versuchte Elladan, der neben ihr saß zu fragen, ob er wüsste wer sie wäre.

Elladan: Das ist Falathwen, sie ist hier in Bruchtal aufgewachsen und im Ringkrieg leider schwer verletzt worden. Sie ist mit meinem Vater zurückgekommen, denn sie ging nach Valinor zur Heilung ihrer Wunden.
Ancalime: Ja, aber warum starrt sie mich so an?
Elladan: Woher soll ich das denn wissen? Geh am besten zu ihr und frag sie!
Ancalime: Na schön, dann geh ich halt!
Sie stand auf und ging zur Stirnseite der Tafel. Allerdings wurde ihr flau im Bauch. Sie mochte es nicht fremde Leute einfach so anzusprechen. Aber sie wollte unbedingt wissen, was die Fremde so interessant an ihr fand.
Ancalime: Ähm, entschuldigt bitte! Darf ich euch fragen, was ihr immer so zu mir rüberschaut? Wollt ihr irgendetwas von mir?
Gandalf: Falathwen, darf ich dir Ancalime vorstellen? Sie ist groß geworden, nicht wahr?
Ancalime: Entschuldigt, aber kennt ihr mich?
Falathwen: Ja, Ancalime! Ich… ich kann es ihr nicht sagen! Gandalf….. es tut mir leid!

Falathwen stand auf und verließ den Saal. Ancalime stand fragend neben Gandalf.
Gandalf: Darf ich euch zu einem Spaziergang einladen?
Ancalime nickte und hakte sich bei ihm ein. Sie verließen ebenfalls den Saal und gingen in den Garten, wo jetzt überall funkelnde Lichter den Weg säumten.
Gandalf: Lady Ancalime, ihr kennt mich sicher. Ich bin Gandalf der Weiße!
Ancalime: Ja, ich habe von euch gehört, aber bitte nennt mich nur Ancalime!
Gandalf: Wir sind uns schon mal vor knapp 20 Jahren begegnet. Kurz nach eurer Geburt. Ich hatte eure Mutter zu den Grauen Anfurten gebracht….. Arwen hat mir bereits berichtet, dass ihr vor zwei Jahren erfahren habt, dass eure Mutter in Valinor noch lebt. Aber den Namen eurer Mutter wisst ihr sicher noch nicht, oder?
Ancalime: Nein! Arwen meinte, dass sie eh nie wieder zurückkommen würde!
Gandalf: Da hat sich die Königin Gondors geirrt! Eure Mutter ist wieder in Mittelerde!
Ancalime: Wirklich, wo ist sie? Wo kann ich sie finden?
Falathwen: Ich bin hier, Ancalime! Ich… bin deine Mutter!
Ancalime: Wirklich? Du bist meine Mutter? Und du gehst nicht gleich wieder weg?
Falathwen: Nein, Ancalime! Ich habe schon die ersten zwanzig Jahre deines Lebens verpasst, da werde ich jetzt nicht gleich wieder gehen.

Sie umarmten sich und Gandalf trat etwas zur Seite. Er wollte sich schon abwenden, als ihm Haldir entgegenstürmte.
Gandalf: Nein, Haldir….
Falathwen: Ist schon gut Gandalf. Lass ihn!
Haldir: Ancalime, du gehst lieber!
Ancalime: Wieso?
Falathwen: Ich lasse meine Tochter jetzt nicht gehen!
Haldir: Hab ich es mir doch gedacht! Das gleiche Gesicht…. und jetzt auch die gleiche Haarfarbe!
Falathwen: Hast du was dagegen?
Haldir: Nein! Du machst doch sowieso immer das, was dir gerade gefällt!
Falathwen: Ich hab dir aber immer gesagt, was ich vorhabe!
Haldir: Ja, aber du hättest auch auf meine Situation Rücksicht nehmen können! Ich konnte meine Arbeit nicht so einfach verlassen!
Falathwen: Ich hatte dir aber schon ein halbes Jahr vorher gesagt, dass ich den Goldenen Wald verlassen würde!
Haldir: Ich hab das als Scherz gesehen. Ich dachte du wärst glücklich mit mir?
Falathwen: War ich auch, Haldir! Aber ich wollte nicht nur den Weg zu den Grenzen, sondern auch einen Weg von den Grenzen des Goldenen Waldes kennen lernen!

Ancalime ging währenddessen zu Gandalf und fragte ihn über die Beziehung ihrer Mutter zu Haldir aus. Der erzählte ihr, dass Falathwen einmal mit ihren Ziehbrüdern zusammen nach Lórien ging und dort Haldir kennen lernte. Sie waren sofort Feuer und Flamme. Doch leider wollte Falathwen nicht nur den Wald sehen, sondern auch den Rest der Welt, aber Haldir konnte sich keinen Urlaub leisten und so ließ er sie gehen. Was Haldir allerdings nicht wusste, dass sie mit einem Menschen Ancalime zeugte. Aber ihm war zu Ohren gekommen, dass Falathwen nach Valinor gesegelt war. Und jetzt standen die beiden da und stritten.

Ancalime: Entschuldigt bitte! Nur eine Frage! Haldir, du hast jetzt keine Pflichten mehr, die dich hindern Mittelerde zu erkunden und Mutter, du bist immer noch alleinstehend?
Beide antworteten mit ja!
Ancalime: Na dann ist doch alles klar!
Haldir und Falathwen verstanden nicht recht worauf Ancalime hinauswollte.
Ancalime: Oh Mann, ich geb’s auf und geh baden! Eldarion wartet sicher auch schon! Man sieht sich.
Auch Gandalf hatte sich zurückgezogen. Er wollte mit Arwen noch mal das Feuerwerk besprechen. Schließlich musste es etwas her machen. Es war der Geburtstag von Elrond, eines Elbenherrschers und musste deshalb noch gewaltiger werden, als das von Bilbos 111-ten Geburtstag!

~#~#~

Währenddessen ging Gimli gerade einen Flur entlang. Er wollte in sein Zimmer und sich zum Schlafengehen fertig machen. Auch Zwerge mussten auf ihr Schlafpensum achten!

Plötzlich erreichte ein leises Schluchzen sein Ohr. Es kam von einer Tür.
Gimli: Na nu, wer weint denn da? (er ging zur Tür und öffnete sie vorsichtig, er sah das Bett in welchem Elenath lag, sie war ganz allein und außerdem wach) Na du! Warum schläfst du denn noch nicht?

Elenath lachte und versuchte Gimlis Bart zu erreichen, er hatte ihn nämlich ins Kinderbett rutschen lassen. Elenath bekam ihn sogar zu greifen und zog daran. Zuerst fand Gimli das lustig, allerdings zerrte sie mit der Zeit immer kräftiger, sodass Gimli laut aufschrie. Elenath fing sofort zu weinen an. Gimli wollte sie wieder beruhigen und nahm sie in den Arm. Das war allerdings keine gute Idee, denn so bekam Elenath seine Augenbrauen in den Griff. Sie waren sehr buschig und das Mädchen beruhigte sich wieder.

Gimli: Na das gefällt dir, aber bitte nicht so fest ziehen!
Elenath hörte sogar auf ihn und erblickte nach kurzer Zeit wieder seinen Bart. Nun hatte sie eine Hand an Gimlis Augenbraue und die andere hing am Bart. So entdeckten ihn Aragorn und Arwen.
Aragorn: Wie ich sehe, haben dich meine Kinder fest im Griff, mein Freund!
Gimli: Sehr witzig Aragorn. Sie lässt meinen Bart nicht mehr los!
Elenath hatte ihre Hand jetzt von Gimlis Augenbraue genommen und vergrub sie ebenfalls im Bart.
Arwen: Elenath, Schätzchen, lass Onkel Gimlis Bart los und komm her! (sie wollte sie schon von Gimli nehmen, aber Elenath trennte sich nicht von seinem Bart!
Gimli: Ahhh, Arwen, lass mal gut sein, ich mach das schon selbst! Aber erst gehen wir noch ein wenig spazieren, O.K.?

Aragorn ließ den Zwerg passieren und ging mit seiner Frau in den Garten. Dort herrschte eine angenehme Temperatur und so konnte man noch ein wenig das Sternenlicht betrachten.

~#~#~

Quelleving: Sag mal, du wolltest mir doch noch eine Überraschung zeigen!
Elladan: Wollte ich das?
Quelleving: Du hast doch in deinem Brief geschrieben… oder hat doch Haldir?
Elladan: Nein, nein, der Brief kommt von mir! Haldir hat damit fast gar nichts zu tun! Und du hast recht! Ich hab tatsächlich eine kleine Überraschung für dich! Hat mich einiges an Geduld gekostet!
Quelleving: Du und Geduld? (sie lachte) Oh, entschuldige!
Elladan: Schon gut! Komm, ich brauch dazu ein paar Hilfsmittel.

Er zog Quelleving mit sich zum schon vorbereiteten Festsaal. Dort war auch schon die Bühne eingerichtet.
Elladan: Setzt dich! Ich hol nur schnell die Gitarre!
Quelleving sah in überrascht an. Was wollte Elladan mit einer Gitarre? Aber ihre Frage beantwortete sich von selbst, als er sich hinsetzte und zu singen begann.

I’ll be your dream
I’ll be your wish
I’ll be your fantasy
I’ll be your hope
I’ll be your love
Be everything that you need
I’ll love you no more
With every breath
Truly, madly, deeply do
I will be strong
I will be faithful
‘Cos I’m counting on
A new beginning
A reason for living
A deeper meaning

denn alles an dir macht mich so leicht
weil du mich überall ereichst
weil du mich siehst und mir vergibst
und du unbeschreiblich liebst
denn alles an dir macht mich so leicht

Don’t wanna close my eyes
Don’t wanna fall asleep
‘Coz I’d miss you baby
And I don’t wanna miss a thing
‘Coz even when I dream of you
The sweetest dream
Would never do
I’d still miss you baby
And I don’t wanna miss a thing

Quelleving war hin und her gerissen. Sie konnte es kaum glauben, dass Elladan so etwas Wundervolles zu Stande bringen konnte. Sie hatte immer nur einen durchgedrehten, alles ins Chaos versetzenden Elben im Gedächtnis. Aber so etwas hätte sie nie für möglich gehalten. Während sie so nachdachte, stellte Elladan die Gitarre beiseite und ging vor Quelleving in die Knie.

Elladan: Und ich will nichts mehr vermissen, Quelleving! (er nimmt ihre Hand) Ich möchte den Rest meines Lebens, jeden Tag neu mit dir beginnen, verbringen und beenden! Ich weiß jetzt, was ich falsch gemacht habe und werde das ändern. Du hast meine Liebe und hältst mein Herz in deinen Händen! Ich will dich nie wieder verlieren, möchtest du deshalb meine Gemahlin werden und jeden Tag aufs Neue mit mir verbringen?

Quelleving konnte ihre Tränen nun nicht mehr zurückhalten. Sie flossen ihre Wangen hinunter und benetzten ihr Kleid. Elladan versuchte sie mit einem Taschentuch wegzuwischen, aber Quelleving war da anderer Meinung! Sie musste ihm erst einen leidenschaftlichen Kuss geben. Als sie sich wegen Luftmangels von einander lösen mussten, wollte Quelleving Elladan ihre Antwort ins Ohr flüstern.

Doch sie wurde lautstark unterbrochen.
Merry und Pippin kamen angerannt und rissen die Tür auf.
Pippin: Da seht ihr! Ich hatte recht! Sie haben sich wieder vertragen!
Elladan kniete immer noch vor Quelleving und hielt sie in einer sanften Umarmung fest. Doch durch die lauten Rufe unterbrochen schaute er nun mit seiner Geliebten zur Tür.

Dort standen die Hobbits, sein Bruder plus Verlobte, Legolas, Lúthanell und alle Musiker, die Bruchtal gerade zu bieten hatte.
Elladan: Was macht ihr denn hier?
Elrohir: Merry und Pippin sagten uns, dass du hier Musik machst! Das wollten wir doch nicht verpassen!
Tanwethiel: Aber so wie es aussieht, darf heute nur Quelleving in den Genuss deiner Musik kommen!
Elladan: Da hast du allerdings recht!
Quelleving: Wieso sind denn die ganzen Musiker hier?
Elrohir: Merry meinte, dass sie noch mal proben könnten! Und da Elladan ja sowieso schon hier ist, wäre doch jetzt die ideale Gelegenheit dazu!
Elladan: Ähm, Haldir fehlt!
Pippin: Das wird gerade erledigt! Er kommt sicher gleich.

Elladan und Quelleving waren zwar nicht gerade erfreut über diese Störung, sie wollten eigentlich noch ein wenig allein sein, aber schließlich stimmten sie doch noch zu und so spielte die Band auf. Auch Elrohir, Frodo und Sam machten mit. Tanwethiel, Legolas, Lúthanell und Quelleving hatten sich Plätze in der ersten ‘Reihe’ gesucht und hörten amüsiert zu.

~#~#~

Währenddessen draußen im Garten. Nicht nur Falathwen und Haldir, Gimli und Elenath und Ancalime und Gandalf waren im Sternenlicht unterwegs, sondern auch Engwaarda und Elfwine spazierten durch die Grünanlage. Sie hatten im letzten Monat viel Zeit miteinander verbracht und schnell herausgefunden, dass da mehr als nur Freundschaft zwischen ihnen war. Doch es traute sich keiner von beiden so richtig seine Empfindungen kund zu geben. Deshalb liefen sie stillschweigend nebeneinander her.

Dann fasste sich Engwaarda ein Herz und ergriff Elfwines Hand. Er sah sie überrascht an, aber sagte nichts und lächelte sie nur verliebt an. Sie gingen weiter. Am See setzten sie sich auf eine Bank. Dort nahm Elfwine all seinen Mut zusammen und gab ihr einen Kuss auf den Mund. Diesmal war Engwaarda überrascht, aber das legte sich schnell und sie versanken in dem Kuss. Doch schon bald wurden sie von lauten Stimmen unterbrochen. Falathwen und Haldir waren ganz in der Nähe und stritten sich schon wieder oder immer noch?

Engwaarda: Was ist denn da los?
Elfwine: Keine Ahnung. Scheint so, als wenn da jemand einen lauten Wortwechsel führt!
Engwaarda: Da hast du sicher recht! Komm, wir schauen mal, wer es ist!
Elfwine: Du willst sie doch nicht etwa belauschen!
Engwaarda: Nein, wo denkst du hin! Ich will nur rausfinden, wer da streitet!
Elfwine stimmte widerwillig zu. Sein Vater hatte ihm immer gesagt, dass man Leute nicht belauschen sollte, da man meist nur die halbe Wahrheit erfährt. Aber Engwaarda war nicht mehr aufzuhalten. Sie schien den Kuss von eben schon ganz vergessen zu haben.

So schlichen sie hinter den hell beleuchteten Büschen zu den Streitenden. Es ging immer noch um Falathwens übereilten Aufbruch und dann noch um Ancalime. Elfwine wollte seine Freundin schon mit sich ziehen als ein interessanter Gesprächsfetzen fiel.

Falathwen: Warum machst du mir eigentlich immer wieder Vorwürfe? Du hättest mich nicht einfach gehen lassen sollen! Dann wäre der ganze Schlammassel erst gar nicht passiert! Nur wegen dir ist Ancalime jetzt da!
Haldir: Wegen mir? Du willst doch nicht etwa sagen, dass sie von mir ist?
Falathwen: Nein, leider nicht! Aber wegen dir hab ich diesen dunkelhaarigen Gondorianer kennen gelernt. Er hat mich in seinem Haus aufgenommen und versucht mich von dir abzulenken.
Haldir: Du hast dich also mit einem dunkelhaarigen Gondorianer amüsiert? Sehr interessant!
Falathwen: Jetzt hör mir doch mal zu! Er hat es ja nur versucht! Aber ich wollte dich eigentlich nicht hintergehen! Ich war zwar sauer, aber ich dachte mir ein Jahrhundert Abstand würde das wieder einrenken!
Haldir: Ein Jahrhundert?
Falathwen: Na gut, vielleicht auch ein, zwei Jahre weniger!
Haldir: Einen Moment! Wenn es dein Gondorianer nur versucht hat, warum hast du dann eine Tochter?
Falathwen: Ich verstand mich recht gut mit ihm! Er war mir mit der Zeit ans Herz gewachsen. Als ich erfuhr, dass er in den Krieg ziehen musste, war ich betrübt! Er wollte mich absolut nicht mitnehmen! Nun ja, er ist leider im Krieg verstorben und hat mich mit dem Kind allein gelassen.
Haldir: Warum bist du nicht wieder in den Wald gekommen?
Falathwen: Ich hab’s ja versucht, aber ein paar Dunländer nahmen mich gefangen und brachten mich bis nach Isengard. Doch dort wurden sie von Orks aufgehalten. Ich konnte mit mittleren Verletzungen fliehen. Bis nach Bruchtal waren es viele Tagesmärsche, aber ich hab zwischendurch ein Pony entdeckt, dass mich mitnahm! Ancalime konnte ich noch gesund entbinden, aber ich konnte einfach nicht mehr in Mittelerde bleiben! Elrond überredete mich Ancalime hier zu lassen. Er sagte eine bessere Zeit voraus, die bald kommen würde. Und da Arwen sowieso nach Minas Tirith ziehen und dort mit Aragorn gemeinsam leben wollte, gab ich das Kind in ihre Obhut!
Haldir: Das ist ja alles schön und gut, aber du hättest mir eine Nachricht hinterlassen können. Nur durch Zufall hab ich von Arwen erfahren, dass du in den Westen gezogen bist! Und das Kind! Ich hätte es aufziehen können!
Falathwen (lacht): Du und Kinder erziehen? Das will ich sehen!
Haldir: Ich könnte, wenn ich wollte! Wart’s nur ab!
Falathwen: Möchtest du einen Kindergarten eröffnen, oder wessen Kinder willst du erziehen?
Haldir schnaubte nur und ging. Er wollte sich von so einer Elbin nicht länger aufziehen lassen!
Falathwen: Och Haldir! Jetzt sei doch nicht gleich wieder eingeschnappt! Das war doch nur ein Scherz!…. Dieser Elb treibt mich noch mal in den Wahnsinn!

Sie blieb sitzen und betrachtete die Sterne. Nach kurzem Überlegen kam Engwaarda hinter dem Busch hervor.
Engwaarda: Stimmt es, dass ihr Ancalimes Mutter seid?
Falathwen: Ja! Wer will das wissen?
Engwaarda: Ich bin Engwaarda, Arwens Tochter und Ancalimes beste Freundin!
Falathwen: Schön dich kennen zu lernen, nenn mich ruhig Falathwen! Deine Mutter und ich, wir waren fast so etwas wie Schwestern! Sag, wie geht es Anca?
Engwaarda: Es geht ihr gut!
Falathwen: Will dein Freund sich nicht auch zu uns setzten?
Engwaarda: Wer? Oh! Das ist Elfwine! Wir wollten euch nicht belauschen, Entschuldigung! Wir hatten Stimmen gehört und wollten eigentlich nur wissen, wer da spricht, aber als es um Ancalime ging, konnten wir nicht mehr weghören!
Falathwen: Schon gut! Es wäre nur nett von euch, wenn ihr nichts davon weiter erzählt!
Engwaarda: Aber sollte Ancalime nichts von ihrer Mutter erfahren?
Falathwen: Natürlich! Ich möchte nur mit ihr allein darüber sprechen.
Engwaarda: Ach so!……….
Falathwen: Ich werde mal gehen und sehen, wo die anderen alle sind! Und Haldir erst!…………..

Falathwen ging lächelnd den Weg zum Haus zurück. Engwaarda und Elfwine setzten sich wieder auf die Bank und kuschelten sich aneinander.
Elfwine: Ich hoffe, du bist nicht so wie die! Denn irgendwann kann ich meine Aufgaben auch nicht mehr so einfach liegen lassen und dir überallhin folgen!
Engwaarda: Keine Sorge! Außerdem, warum bist du dir so sicher, dass ich dich als meinen Lebenspartner wähle?
Elfwine: Deswegen!
Er gab ihr wieder einen leidenschaftlichen Kuss, der ihr die Beine weich werden ließ. Zum Glück saß sie, sonst stünde sie jetzt nicht mehr!
Engwaarda: Na gut! Ich werd noch mal drüber nachdenken!

~#~#~

Ancalime war derweil noch einmal bei Elrond im Zimmer. Er sollte jede Stunde ein wenig Flüssigkeit zu sich nehmen, damit er am nächsten Tag auch wirklich wieder fit war.

Sie stand gerade mit dem Rücken zu ihrem Patienten, als sie ein Flüstern hörte. Elrond war anscheinend wieder einmal bei Bewusstsein.
Elrond: Falathwen, bist du das?
Ancalime: Nein, mein Lord! Ich bin ihre Tochter, Ancalime!
Elrond: Ancalime? Was machst du denn hier?
Ancalime: Morgen findet doch der Rat statt! Ich bin außerdem eine Assistentin von eurer Tochter Arwen! Ich durfte sie nach Bruchtal begleiten!… Woher kennt ihr eigentlich meinen Namen?
Elrond: Eure Mutter hatte mich gebeten euch in die Obhut meiner Tochter zu geben!
Ancalime: Trinkt dies nun, mein Lord! Ihr sollt doch morgen frisch und fröhlich sein!
Elrond: Fröhlich? Fröhlich wäre ich, wenn ich diesen Rat nicht leiten müsste!
Ancalime: Ach, macht euch keine Sorgen! Morgen wird sicher noch ein schöner und überraschender Tag für euch! Ich muss jetzt leider wieder gehen, aber ich könnte eure Tochter oder eure Söhne holen lassen!
Elrond: Nein, nein, es ist schon in Ordnung! Ich werde noch ein wenig die Ruhe genießen!

Ancalime verließ wieder das Heilerzimmer und ging zu ihrem um sich schlafen zu legen. Auch sie brauchte jetzt Ruhe. Schließlich war der nun endende Tag schon anstrengend genug gewesen und der morgige würde es noch mehr werden!

~#~#~

Laerion: Ah gut, dass ich dich hier treffe! Komm mit, wir sind gerade dabei noch einmal alles durchzuproben!
Haldir: Ja, ich bin schon unterwegs!
Laerion: Weißt du wo Falathwen steckt?
Haldir: Woher soll ich das denn wissen?
Laerion: Mir wurde nur gesagt, dass du eventuell wissen könntest, wo sie steckt. Entschuldige, wenn ich dir mit der Frage zu nahe getreten bin!
Haldir: Ach, ist schon gut! Sie ist irgendwo im Garten!
Laerion: Habt ihr irgendwelche Probleme?
Haldir: Nein, und wenn schon es wäre nichts, was dich angeht! Verstanden?
Laerion (hob beschwichtigend die Hände): Schon gut! Geh bitte schon mal zum Festsaal. Die anderen warten dort bereits! Ich such noch schnell Falathwen!
Falathwen: Nicht nötig! Ich bin schon da! Worum geht’s?
Haldir warf Falathwen einen missgestimmten Blick zu und ging dann schnurstracks zum Saal, ohne auf die beiden anderen zu warten.
Laerion: Ähm, wir wollen noch mal proben!… Irgendwas stimmt mit dem nicht!
Falathwen: Wem sagst du das! Aber das wird sich schon noch klären!

Auch Laerion und Falathwen gingen zum Festsaal. Der Rest der Band hatte sich schon platziert. Falathwen setzte sich so weit weg wie möglich von Haldir, um nicht auch noch die Probe zu versauen. Aber es wurde doch noch recht amüsant. Alle bewiesen, dass sie fähig waren, Elrond das ein oder andere Liedchen zu trällern. Wie Falathwen bemerkte, legte sich sogar Elladan richtig ins Zeug. Anscheinend lief da wieder was zwischen ihm und Legolas’ Schwester, denn sie warfen sich immer wieder verliebte Blicke zu!

Allerdings wurde das Musikspektakel bald aufgelöst, denn Eowyn und Lothíriel kamen und beschwerten sich über die laute Musik. Anscheinend wurden sie nicht all zu weit weg von dem Festsaal einquartiert und wurden so in ihren Schönheitsschlaf gestört!

Natürlich wurde ihre Meinung respektiert und der Musikantentrupp löste sich auf. Die beiden gestörten Frauen, übrigens in bordeauxfarbenen Plüschmorgenmänteln bekleidet und mit Lockenwicklern im Haar, planten für den nächsten Tag ihre Zimmer zu wechseln, etwas weiter weg von Festsaal. So wie Elronds Heilerzimmer! Der bekam von der Veranstaltung nämlich gar nichts mit und döste weiter vor sich hin!

~#~#~

So um zwei Uhr morgens in Bruchtal.
Der Mond schien in einem komischen Rot und alle Sterne blinkten in Regenbogenfarben vom dunkelvioletten Himmel. Es war schon eine seltsame Nacht!
Die Bewohner Bruchtal bekamen von dem Naturschauspiel allerdings sehr wenig mit, denn es schliefen alle friedlich in ihren Betten. Nun gut! Vielleicht nicht gerade alle in Betten, denn Gimli war neben Elenaths Bett eingeschlafen und daraufhin dort von Arwen mit einer Decke zugedeckt worden.

Aber ansonsten herrschte Stille und Frieden über dem Haus. Aber gegen halb drei kamen Besucher, die anscheinend auch bei Nacht nicht davor zurückschreckten sich im letzten heimeligen Haus einquartieren zu wollen.
Nach kurzem Rütteln an der Tür hatten sie es geschafft sie zu öffnen. Sie stellten ihr Gepäck in die Eingangshalle und suchten sich ein freies Zimmer, in dem sie sich ein bisschen ausruhen konnte.
Diese nächtlichen Besucher waren im Übrigen Lady Galadriel und Lord Celeborn, nebst Tochter Celebrían und einer kleinen Eskorte Elben aus dem Goldenen Wald, darunter Rúmil und Orophin, die Brüder Haldirs und Tanwethiels.

A/N: Das war mal ein recht langes Kapitel. Ich hoffe ihr kommt noch mit den ganzen Familiengeschichten mit. Aber seid beruhigt, es kommt bald noch ein Stammbaum. (Der hilft zur Übersicht)
Disclaimer: Elladan’s Lied:
1. Strophe von Savage Garden - Truly, Madly, Deeply
2. Strophe von Laith Al-Deen - Alles an dir
3. Strophe von Aerosmith - I don’t want to miss a thing

Kapitel 23
Arwen: Warum steht denn hier die Tür sperrangelweit offen? Und wem verdammt noch mal gehört das ganze Gepäck hier?

Arwen hatte gerade die Hinterlassenschaften der nächtlichen Besucher entdeckt. Sie wollte gerade in die Küche gehen und das Personal anheizen endlich das Frühstück zuzubereiten. Doch bei ihrem Gang zur Küche entdeckte sie den Kofferstapel und die offene Tür.

Rúmil und Orophin hörten sie zuerst und weckten ihre Herren. Danach gingen sie zu Arwen und begrüßten sie höflich. Nach kurzer Zeit erschienen dann auch Celeborn, Galadriel und Celebrían.
Arwen: Mutter, Großmutter und Großvater! Wann seid ihr denn angekommen? Wo habt ihr denn übernachtet? Ihr hättet mich doch wecken können!
Celebrían: Gerade das wollten wir nicht! Wir wollten euch überraschen. Sag, wie geht es deinem Vater?
Arwen: Er liegt im Heilerzimmer. Sie kamen gestern alle und da hat er einen Kreislaufzusammenbruch erlitten. Wir hoffen, dass er heute wieder fit genug ist.
Galadriel: Und wie geht es meiner Lieblingsenkelin? Hat dich dein Mann gut behandelt?
Arwen: Großmutter! Denkst du etwa, Aragorn wäre nicht gut zu mir und meinen Kindern?
Galadriel: Nein, mein Kind! Apropos, wie geht es deinen Kindern?
Arwen: Eldarion hat sich prächtig entwickelt. Er wird in ein paar Jahren sicher den Thron besteigen können! Engwaarda ist jetzt 18 und wird sicher später eine gute Ehefrau werden. Ja und Elenath ist zwei Jahre alt und bringt manchmal ganz schön Chaos in den Palast!
Galadriel: Schön und was machen deine Brüder?
Arwen: Vater hat gestern zu der Verlobung von Elrohir und Tanwethiel zugestimmt. Es war wirklich einiges los hier gestern! Ach und Elladan, nun ja…
Elladan: Ich bin hier! Was ist? Ach Großmutter, Großvater! Und Mutter! Schön, dass ihr endlich hier seid!
Quelleving: Dan, warte doch mal! Oh, Besuch! Mae govannen Lord Celeborn, Lady Galadriel, Lady Celebrían!
Galadriel: Guten Morgen, Quelleving! Wie geht es dir und deiner Familie?
Elladan: Meiner Familie und mir geht es gut, danke der Nachfrage! Dan, komm, wir müssen noch zu meinem Vater!
Elladan: Ja, ich komme! Entschuldigt mich bitte!
Elladan und Quelleving verschwanden wieder. Auch Arwen und die Besucher setzten sich in Bewegung. Arwen zeigte allen ihre Zimmer und sagte ihrer Mutter dann noch, dass Elrond bald geweckt werden dürfe!

~#~#~

Quelleving: Vater, bist du schon wach? Kann ich reinkommen?
Thranduil: Ja, du darfst eintreten!

Quelleving öffnete die Tür und zog Elladan hinter sich her. Ihr Vater saß wie gewohnt an einem Schreibtisch und verfasste irgendwelche Schreiben. Er blickte auf und war überrascht, dass auch Elladan mit dabei war.

Thranduil: Was gibt es? Kann ich euch irgendwie helfen?
Quelleving: Ja, das kannst du, du brauchst nur richtig zu antworten! Na los, Elladan!
Elladan: Ähm, König Thranduil, ich möchte euch um die Hand eurer Tochter bitten!
Thranduil: Du willst was?
Elladan: Nun, ich bitte euch hiermit um die Hand eurer Tochter!
Thranduil: Wolltest du nicht gestern noch dieses andere Mädchen heiraten?
Elladan: Ähm, nein!
Thranduil: Aber…
Quelleving: Vater… ich hab dir doch gestern schon erklärt, dass das Elrohir war! Das hier ist Elladan und jetzt sag endlich ja!
Thranduil: Na, wenn das so ist! Natürlich bin ich einverstanden! Das muss ich Hannibal, ähm, Dr. Lecter erzählen, entschuldigt mich!

Elladan und Quelleving starten Thranduil nach. So begeistert hatten sie den König des Grünwaldes noch nie gesehen!
Elladan: Wir sollten noch zu meinem Vater gehen! Immerhin sollten es die Eltern zuerst erfahren!
Quelleving: Schön, dann los!

So begaben sie sich zu Elronds Zimmer. Elladan klopfte an und betrat das Zimmer. Elrond lag noch in seinem Bett, war allerdings schon wach.
Elrond: Guten Morgen mein Sohn! Was treibt dich so früh hierher?
Elladan: Vater, ich möchte dir meine Verlobte vorstellen!
Elrond: Das hab ich mir schon gedacht! Herzlichen Glückwunsch! Ist mit Thranduil schon alles geklärt? Nicht, dass mir Klagen kommen!
Quelleving: Ja, wir kommen gerade von meinem Vater!
Elrond: Na dann ist gut! Ich werde auch langsam aufstehen. Elladan, könntest du bitte jemanden holen, der deinem alten Herrn hilft?
Elladan: Natürlich Vater! Wir sind schon auf dem Weg!
Elladan und Quelleving verließen das Zimmer wieder und stießen prompt auf Celebrían.
Elladan: Ah, Mutter! Darf ich auch dir meine Verlobte vorstellen?
Celebrían: Herzlich willkommen in der Familie, Quelleving! (sie umarmte beide herzlich) Da könnt ihr ja eine Doppelhochzeit feiern! Dein Bruder hat mir auch gerade seine Verlobte vorgestellt!
Elladan: Das werden wir uns noch überlegen! Ach so, du könntest Vater beim Aufstehen helfen. Wie sollten ihm jemanden rufen…
Celebrían: Ich war schon auf dem Weg zu ihm! Er weiß sicher noch gar nicht, dass ich wieder da bin!
Sie verabschiedeten sich und Celebrían ging zu ihrem Mann.

~#~#~

Falathwen lag noch in ihrem Bett. Die Sonne schien zwar schon in ihr Zimmer, aber im Bett war es noch mollig warm und so kniff sie die Augen zusammen und kuschelte sich wieder in ihr Kopfkissen.

Doch dann klopfte es. Falathwen versuchte es zu ignorieren, aber es wollte nicht aufhören. Also kämpfte sie sich aus ihrem Bett und schlurfte zur Tür. Nur im Pyjama bekleidete öffnete sie die und schlug sie gleich darauf wieder zu. Erneut klopfte es, aber jetzt ignorierte sie es und schmiss sich wieder in ihre Kissen.

Falathwen: Verschwinde endlich! Ich bin noch müde!
Haldir: Es ist aber schon Zeit fürs Frühstück!
Falathwen: Aber nicht für mich! Geh jemand anderen auf den Wecker!

Plötzlich hörte das Klopfen auf und Falathwen atmete tief durch. Endlich konnte sie wieder vor sich her schlummern. Nach kurzer Zeit fühlte sie einen frischen Wind in ihrem Gesicht. War etwa das Fenster offen?
Aber die Frage erledigte sich schnell, denn Haldir kniete an ihrem Bett. Er war anscheinend über die Terrassentür hereingekommen.

Falathwen (atmete tief durch): Haldir, was zum Teufel machst du in meinem Zimmer?
Haldir: Ich wollte dich nur zum Frühstück abholen!
Falathwen: Ach verdammt noch mal! Ich sagte dir bereits, jetzt nicht!
Aber Haldir überhörte ihren Protest und zog ihr einfach die Bettdecke weg.
Falathwen: Du vermaledeiter Elb! Lass mich in Ruhe!
Haldir: Na komm schon, aufstehen!
Falathwen: Gib mir meine Decke wieder! Es ist kalt hier drin! Haldir, bitte!

Doch Haldir hörte nicht. Er legte die Decke zur Seite und ging ins Badezimmer. Man hörte Wasserrauschen und nach wenigen Minuten kam er mit einem Waschlappen in der Hand ins Zimmer zurück. Der Lappen tropfte und Falathwen ahnte schon was passieren würde. Der Lappen war natürlich eiskalt und landete in ihrem Gesicht!
Haldir grinste hämisch. Falathwen hatte nachgegeben und war im Bad verschwunden. Er wartete in der kleinen Sitzecke im Zimmer. Nach kurzer Zeit erschien ihr Kopf in der Badezimmertür.

Falathwen: Haldir könntest du mir das dritte Kleid von links aus der rechten Hälfte des Schrankes geben?
Haldir schritt zum Schrank machte ihn auf und ihm purzelten erst einmal ein paar Stofffetzen entgegen, die sich als zusammengeknüllte Kleider herausstellten.
Haldir: Sag mal, wann hast du das letzte mal deinen Schrank aufgeräumt?
Falathwen: Jetzt quatsch nicht und gib mir das Kleid. Und lass meine Sachen in Ruhe. Außerdem, was interessiert dich bitte meine Ordnung in meinem Schrank?
Haldir: Nichts, nichts! Ich hab nur festgestellt, dass es etwas chaotisch in deinem Schrank aussieht! Bist du jetzt endlich fertig?
Falathwen: Was wartest du eigentlich? Kannst du nicht alleine zum Essen gehen?
Haldir: Wenn ich jetzt gehe, kann man sicher sein, dass du dich wieder in dein Bett verkrümelst!
Falathwen: Na und?
Haldir: Ach was soll’s! Ich geh schon mal raus! Beeil dich!

Nach kurzer Zeit folgte ihm Falathwen. Sie hatte ein cremefarbenes einfaches Kleid an, eine feine silberne Kette, die sie fast immer trug und hatte ihre Haare, damit sie ihr nicht im Weg waren, hochgesteckt.
Haldir: Das hat aber lange gedauert!
Falathwen: Wenn ich so gehetzt werde, kann ich mich nicht ordentlich anziehen, also reg dich nicht so auf. Außerdem ich bin doch da! Was du nur immer hast?

Sie ging voraus. Haldir konnte ihr nur kopfschüttelnd folgen.
Falathwen: Außerdem, wenn die Tür geschlossen ist, mein Lieber, kommt man nicht einfach über die Terrassentür ins Zimmer!
Haldir: Man schlägt einem auch nicht einfach die Tür vor der Nase zu!
Falathwen: Wenn man schon vor dem Aufstehen geweckt wird!
Tanwethiel: Hallo ihr beiden! Seid ihr wieder mal in eurem Element?
Falathwen: Morgen! Sag lieber deinem Bruder, dass er kein kleines Kind mehr ist und sich wie ein erwachsener Elb benehmen soll!
Tanwethiel: Haldir, ich soll dir sagen, dass du Falathwen in Ruhe lassen sollst, oder so in etwa!
Haldir: Ach… Wo ist eigentlich dein Verlobter?
Tanwethiel: Elrohir begrüßt gerade seine Familie! Lord Celeborn, Lady Galadriel und Lady Celebrían sind nämlich heute Nacht angekommen.
Falathwen. Dann kann die Party ja losgehen!… So Haldir und wo ist nun das Frühstück?

Die drei waren gerade am Festsaal angekommen, wo das Frühstück eigentlich hätte stattfinden sollen, allerdings war noch kein Handgriff getan.
Haldir: Nun, ich dachte es ist schon fertig! Dann gehen wir eben mal in die Küche! Vielleicht können wir ja noch irgendwo helfen!
Falathwen: Hmpf… ich hätte bequem noch ‘ne halbe Stunde schlafen können!
Tanwethiel: Jetzt regt euch wieder ab. Wir feiern heute einen besonderen Anlass. Also vertragt ihr beiden euch jetzt sofort!
Falathwen: Wieso? Er hat mir den Tag heute schon versaut!
Tanwethiel: Falathwen! Und Haldir, du auch! Reicht euch jetzt sofort die Hände und gebt Ruhe!

Mürrisch taten sie, was Tanwethiel ihnen befahl. Gegen sie wollten sie sich lieber nicht auflehnen. Sie konnten ja später eventuell noch weiterstreiten, sowieso ihr Lieblingssport in letzter Zeit!

~#~#~

In der Küche herrschte reges Treiben. In einer Ecke brutzelte es in Pfannen. In der anderen wurden Brötchen gebacken und in wieder einer anderen wurde der Belag für diese bereitgestellt.
Ancalime war auch schon am Werkeln. Sie passte auf, dass die Getränke richtig zubereitet wurden. Es sollte Tee, Kaffee, Milch, frisch gepressten Saft und Wasser geben.

Ancalime: Guten Morgen, Mama! Ach Tanwethiel, herzlichen Glückwunsch wegen der Verlobung!
Tanwethiel: Danke Ancalime! Bist du schon lange hier?
Ancalime: Nein, ich bin erst vor zehn Minuten hier angekommen!
Haldir: Hat sich inzwischen schon mal jemand um das Tischdecken gekümmert?
Ancalime: Ja, der ist schon seit einer halben Stunde fertig, zumindest geschirrmäßig!
Haldir: Wo bitte essen wir dann? Der Tisch im Saal ist nämlich noch nicht gedeckt!
Falathwen: Wo anders dann sicher, Haldir!
Haldir: Schlauberger!
Ancalime: Wir essen heute draußen. Die Sonne scheint so schön und es ist auch angenehm zu Sitzen!
Tanwethiel: Na dann können wir ja schon mal raus gehen.
Ancalime: Vielleicht, wenn es euch nicht all zu viel Mühe macht, könntet ihr noch dem Rest Bescheid geben, dass wir draußen essen? Gimli zum Beispiel ist bei Elenath und König Eomer, Fürst Faramir und dem Rest halt noch?
Tanwethiel: Klar! Geht schon in Ordnung!

~#~#~

Thranduil: Hannibal! Hannibal! Ich hab erfreuliche Neuigkeiten.
Dr. Lecter: Ja! Was gibt es denn?

Thranduil war, nachdem er von seiner Tochter erfahren hatte, dass sie sich verloben will, sofort zu seinem ehemaligen Berater gerannt. Der saß vor seinem Schreibtisch und arbeitete sich durch ein paar Patientenakten und Zeitungsartikeln. Als Thranduil sein Zimmer betrat sah er auf und war erstaunt den König so erfreut so sehen.

Thranduil: Quelleving, meine Tochter, hat sich endlich verlobt! Ich könnte den Himmel umarmen! So glücklich war ich schon seit Jahren nicht mehr!
Dr. Lecter: Setzt dich doch erst mal! Wer ist denn der Glückliche?
Natürlich wusste Dr. Lecter, dass Thranduils Tochter sicher Elronds Sohn erwählt hatte. Schließlich hatte ihm Elladan erzählt, was er zu tun beabsichtigte! Natürlich unter der ärztlichen Schweigepflicht gehalten.
Thranduil: Meine Tochter will Elrohir heiraten!
Dr. Lecter (erstaunt): Elrohir?
Thranduil: Ja, sie kamen heute früh zu mir und er hielt bei mir um die Hand meiner Tochter an! Ist das nicht rührend?
Dr. Lecter: Ja, sicher? Aber bist du sicher, dass Elrohir…?
Thranduil: Ja, (zweifelnd) oder denkst du, dass er nicht gut genug für meine Tochter ist?
Dr. Lecter: Doch, doch! Natürlich! Ich denke du solltest heute beim Frühstück die Verlobung bekannt geben! Es wäre der ideale Zeitpunkt!
Thranduil: Ja, ich glaub, das werde ich tun! Ich gehe jetzt wieder! Auf Wiedersehen!
Dr. Lecter: Ja, bis nachher! (zu sich selbst) Na, wenn das man gut geht!

~#~#~

Elrond: Ja, herein!
Celebrían: Wo kann ich dir helfen, guren [mein Herz]?
Elrond: Celebrían? Du bist schon zurück?
Celebrían: Ja und rate mal, wen ich noch mitgebracht habe!
Elrond (gar nicht begeistert): Deine Eltern!
Celebrían: Gleich beim ersten Mal 100 Punkte!… So, wo soll ich dir helfen?
Elrond: Ähm, du könntest mir was zum Anziehen suchen! Ich kann ja schließlich schlecht im Morgenmantel zum Frühstück erscheinen!
Celebrían: Ach, kannst du nicht? Vor ein paar Jahrhunderten hast du da noch keine Rücksicht auf deine Mitmenschen genommen!
Elrond: Mann wird eben älter! Suchst du mir jetzt was oder soll ich wirklich im Morgenmantel gehen?
Celebrían: Ja, natürlich, warte hier einen Moment.

Celebrían verließ kurz das Zimmer. Elrond ging währenddessen ins Badezimmer und machte sich schon mal fein. Schließlich musste Elb ja gut riechen! Nach fünf Minuten kam Celebrían wieder mit einer Robe über dem Arm. Sie war in einem dunklen Ton gehalten und auf ihr waren Tausende von Diamantensplittern verteilt. Sie sah einfach traumhaft aus, gerade richtig für einen heimgekehrten Elbenherrscher!
Elrond zog sich flugs um und folgte dann seiner Frau zum Frühstück.

~#~#~

Noch bevor Arwen ihrer Mutter und ihren Großeltern die Zimmer zeigen konnte, kamen ihr Tanwethiel und Elrohir entgegen. Es begrüßten sich alle herzlich und dann stellte Elrohir seine Verlobte vor. Eigentlich wollte er ja noch bis zum Frühstück warten, aber da seine Großmutter ihn fragte, was er denn alles in letzter Zeit gemacht hatte, rückte er natürlich sofort mit der Sprache raus. Seine Mutter war überglücklich, auch endlich ihren jüngsten Sohn in guten Händen zu wissen.
Tanwethiel wurde dann schon mal vorgeschickt um in der Küche nach der Ordnung zu sehen. Elrohir sollte derweil die Herrschaften aus Rohan und Ithilien wecken.

~#~#~

Aragorn: Na, ist mein kleines Spätzchen schon wach?
Der König wollte gerade seine jüngste Tochter wecken. Aber davor bemerkte er noch einen laut schnarchenden Zwerg. Gimli hatte tatsächlich die ganze Nacht bei Elenath geschlafen.
Aragorn: Gimli! Hallo, Herr Zwerg!
Aragorn versuchte verzweifelt seinen alten Freund zu wecken, aber wenn Zwerge einmal schliefen…
So nahm er nur Elenath in die Arme und ging wieder. Allerdings knallte die Tür hinter ihm zu und er hörte einen lauten Schrei aus dem Zimmer aus dem er gerade kam.
Gimli: Was, wo, wo ist der Feind?
Aragorn öffnete die Tür erneut und blickte seinen Freund lächelnd entgegen.
Aragorn: Gimli, du bist endlich wach? Dann können wir ja gemeinsam zum Essen gehen!
Gimli (noch leicht errötet): Gut!
Unterwegs trafen sie noch auf Legolas und Lúthanell.

~#~#~

Elrohir war währenddessen auf dem Weg zu Eowyn und Faramir. Aber er brauchte nicht weit gehen, da kamen ihm die beiden schon entgegen.
Eowyn: Was regst du dich so auf? Rede mit Arwen und sie wird das schon erledigen!
Faramir: Aber sie hat doch schon genug zu tun! Ich werde sie wegen so etwas nicht noch belästigen!
Eowyn: Na dann ist ja alles in Ord… Oh Elrohir! Wolltest du zu uns?
Elrohir: Ja, ich sollte euch Bescheid geben, dass wir auf der Terrasse draußen essen!
Eowyn: Schön! Das Wetter ist ja gerade richtig für so etwas!
Elrohir: Ähm, über was habt ihr eben gesprochen? Was sollte Arwen erledigen?
Faramir: Nun, ich bin allergisch gegen diese Vorhänge! Ich muss ständig niesen!
Elrohir: Ich werde das erledigen, es geht doch nicht, dass du hier noch krank wirst! Geht schon mal vor, ich muss noch Eomer und seiner Frau Bescheid geben!
Faramir: Danke Elrohir!

~#~#~

Eomer: Ja, herein!
Elrohir: Ich soll euch zum Frühstück abholen!
Lothíriel: Das ist lieb von dir. Aber wir brauchen noch ein paar Minuten. Geh schon mal, wir wollen dich nicht aufhalten!
Elrohir: O.K. Ach so, Arwen hat beschlossen, dass wir im Garten frühstücken! Nicht, dass ihr im Saal wartet!
Eomer: Danke für den Hinweis! Könntest du Elfwine auch Bescheid geben?
Elrohir: Natürlich, bis später dann.
Elrohir verließ das eine Gästezimmer und klopfte beim nächsten an. Durch die Tür hörte er laute Stimmen, doch antworten tat ihm keiner, also beschloss er hineinzugehen. Im Zimmer erblickte er Engwaarda und den rohanischen Prinzen mitten in einer Kissenschlacht.
Engwaarda (hörte abrupt auf, bekam aber noch ein Kissen von Elfwine ins Gesicht): Onkel Elrohir!
Elrohir: Engwaarda, Elfwine! Ich soll euch zum Frühstück abholen!
Engwaarda: Ähm, wir kommen… gleich! Bitte Onkel Elrohir, könntest du davon nichts Mutter sagen?
Im Zimmer flogen immer noch die Federn, von den kaputtgegangenen Kissen.
Elrohir: Wenn ihr wieder ein bisschen Ordnung hier macht, werde ich schweigen wie ein Grab. Beeilt euch! Wir treffen uns auf der Terrasse!
Engwaarda: Danke Onkel Elrohir!

~#~#~

Tanwethiel, Falathwen und Haldir waren auf dem Weg zu Elenath, als ihnen diese mit Aragorn, Gimli, Legolas und Lúthanell entgegenkamen. Sie entschieden sich schon mal auf der Terrasse vorbei zu schauen, wer schon alles anwesend war. Und tatsächlich, Quelleving, Elladan, die Hobbits und Gandalf saßen schon auf ihren Plätzen. Sie setzten sich dazu und plauderten ein wenig. Als nächstes betraten Celeborn und Galadriel die Terrasse. Sie wurden höflich begrüßt und suchten sich ihre Plätze am Tisch.

Aragorn wartete schon etwas angespannt auf seine restlichen Kinder. Er hoffte, dass ihnen jemand gesagt hatte, dass sie auf der Terrasse das erste Tagesmahl zu sich nahmen. Doch nach kurzer Zeit erschienen Elrohir, Ancalime und Eldarion. Elrohir versicherte ihm, dass Engwaarda auch gleich kommen würde. Und tatsächlich keine drei Minuten später erschien sie mit Elfwine und dessen Eltern. Eowyn und Faramir kamen auch bald, aber aus dem Garten. Eowyn hatte ihrem Mann erst einmal ein bisschen frische Luft verordnet.

Jetzt warteten schon alle gespannt und hungrig auf Arwen und ihre Eltern. Immer, wenn jemand kam, erstarben alle Gespräche und man hoffte, dass es endlich Elrond sei. Doch das erste Mal waren es nur Rúmil und Orophin. Dann wurde von Bediensteten das Essen aufgetragen, aber Aragorn verbot allen schon anzufangen. Sie sollten gefälligst auf Elrond warten. Dabei sah er insbesondere die Hobbits an.
Gehen wir derweil doch mal die Kleiderordnung durch. Wer trug welche Klamotten?

Falathwen wurde ja bereits erwähnt, mit ihrem cremefarbenen einfachen Kleid und ihrer feinen silbernen Kette! Tanwethiel trug ein marineblaues bodenlanges Kleid, welches schulterfrei war. Dazu von Elrohir eine silberne Kette mit einem kleinen, mit funkelnden Steinchen besetzten Schmetterling daran. Quelleving hatte auch ein Kleid an, es war blattgrün und ebenfalls bodenlang. Ist eigentlich bekannt, dass Quelleving als kleinste Elbenprinzessin gilt? Sie ist nämlich tatsächlich nur 1, 63 groß! Aber egal, ähm, ach ja, Ancalime trug ein weites sonnenfarbenes Kleid. Engwaarda steckte in einem knielangen dunkelroten Kleid. Ihr Vater hatte zwar einmal gemeint, sie solle sich gefälligst etwas anderes anziehen, aber sie hatte ihm dann erklärt, dass sie mit langen Kleidern einfach nicht klar komme und da hatte er dann doch nachgegeben. Eowyn und Lothíriel hatten schlichte dunkelgrüne Kleider an. Bis jetzt stach nur Galadriel mit ihrem ewig strahlenden, fast weißen Kleid hervor. In der Sonne glitzerte es und schimmerte in allen möglichen Farben.

Die Männer stachen da nicht so hervor. Elladan und Elrohir, Zwillinge, trugen wie eh und je die selben grauen Roben. Legolas trug eine grüne Robe, seine Frau Lúthanell hatte ein ebenfalls grünes Kleid an. Auch Legolas’ Vater glänzte in einer silber-grünen Robe. Celeborn trug wie immer seine silbern glänzende Robe. In der Sonne schien sie auch ein bisschen bläulich zu schimmern, aber egal. Gimli hatte seine schwere Metallrüstung abgelegt und erschien nun in einem einfachen zwergischen Festanzug. Gandalf hatte seinen Mantel endlich wieder weiß bekommen und strahlte nun. Die Hobbits hatten sich entschlossen ihre feinen Anzüge, welche sie nach dem Ringkrieg bekommen hatten anzuziehen. Sie hatten sie nämlich die ganzen Jahre über in ihren Schränken gut aufgehoben und nur für die besten Anlässe angezogen, etwa zu Pippins und Sams Hochzeit. Aragorn, Faramir und Eomer, hatten in den letzten Tag schon immer ihre besten Roben angehabt und so auch an diesem Tag. Elfwine und Eldarion trugen ebenfalls nur ihre besten Sachen und Haldir hatte seine Wachuniform in eine silberne Galauniform gewechselt. Auch seine Brüder trugen so etwas ähnliches.

Aber nun genug über die Sachen geredet, Elrond erschien gerade auf der Terrasse. Mit ihm Celebrían und Arwen. Sie setzten sich und Arwen eröffnete das Essen. Die Hobbits stürzten sich sofort auf alles Greifbare. Der Rest ging es ruhiger an und griff erst einmal zu den Getränken. Elrond verlangte sofort einen starken Kaffee damit er endlich richtig wach wurde. Dann endlich blickte er in die Runde. Auf den ersten Blick waren ihm alle Gesichter vertraut. Das ein oder andere kannte er sogar so gut, dass er sich wünschte, diese bestimmte Person würde sofort wieder abreisen!
Aber darauf hatte er leider keinen Einfluss, denn es waren schließlich alles Arwens Gäste, nahm er zumindest an!

Die Hälfte des Mahls war vorbei, da erhob sich Arwen.
Arwen: Liebe Familie und liebe Freunde, ich möchte euch jetzt schon einmal danken, dass ihr alle zu dem großen Ereignis heute Nachmittag gekommen seid! Ganz besonders danken möchte ich meinem Vater, dass er heute hier her gekommen ist. Und außerdem sollte er noch ein paar Neuigkeiten bekannt geben.

Alle hörten gespannt zu. Elrond erhob sich schließlich.
Elrond: Danke Arwen! Ich bin froh, dass ich euch alle wiedersehe, froh und munter! Außerdem darf ich die Verlobungen meiner beiden Söhne bekannt geben.
Ein Raunen ging auf der Terrasse um, schließlich wusste noch nicht jeder, dass sich beide Zwillinge entschieden hatten sich zu binden.
Elrond: Mein Sohn Elrohir hat mich gestern schon um meinen Segen bei einer Hochzeit mit Tanwethiel aus dem Goldenen Wald gebeten. Und natürlich habe ich erfreut zugestimmt. Und heute morgen ereilte mich das gleiche Bittgesuch von meinem Sohn Elladan, allerdings bei einer Hochzeit mit Prinzessin Quelleving aus dem Düs… ähm Grünwald! Nur leider muss dabei erst König Thranduil seinen Segen geben! Meinen habt ihr zumindest!

Alle klatschten. Thranduil erhob sich ebenfalls, mit etwas gerunzelter Stirn.
Thranduil: Ich kann mich Lord Elronds Segen nur anschließen und lade euch alle herzlich zu der Hochzeit im Sommer im Grünwald ein!
Erneut klatschten alle, doch Thranduil war noch gar nicht fertig gewesen.
Thranduil: Und ich habe auch soeben beschlossen, dass mein Sohn eine zweite Hochzeitsfeier bekommt! Bei der ersten waren leider ein paar Zwerge dazwischen gekommen!

Gimli wollte schon protestieren wurde aber von Legolas zurückgehalten, da Aragorn auch aufgestanden war um etwas anzukündigen.
Aragorn: Da anscheinend gerade die Zeit ist wichtige Feste anzukündigen, möchte ich das auch tun! In einem Monat möchte ich euch alle zu der Hochzeit meines Sohnes einladen. Er wird dann Ancalime heiraten, sofern Falathwen nichts dagegen hat!
Falathwen: Wieso sollte ich etwas dagegen haben! Im Gegenteil, herzlichen Glückwunsch!

Falathwen umarmte ihre Tochter und auch ihren zukünftigen Schwiegersohn. Da klagte Ancalime plötzlich über Schmerzen. Aragorn und Falathwen führten sie zu einem Heilerzimmer. Da erhob sich Arwen.
Arwen: Ancalime geht es gut! Sie ist nur schwanger und so wie es aussieht will das Baby heute noch zur Welt!

Alle waren erstaunt und blieben erst einmal mit offenen Mund sitzen. Schließlich waren das jetzt viele Bekanntgaben auf einmal gewesen. Zuerst drei Hochzeitsankündigungen, dann eine Hochzeitsfeiernachfeier, oder so und dann noch eine Schwangerschaft, die wahrscheinlich noch am selben Tag mit einer Geburt beendet wurde! Die Hobbits mussten darauf erst einmal etwas essen.

Elrond folgte sofort seinem Schwiegersohn und bot seine Hilfe an. Arwen animierte die anderen wieder zum Essen, aber irgendwie war niemandem mehr danach, außer den Hobbits. Doch Arwen erklärte allen, dass es wahrscheinlich noch Stunden dauern konnte, bis das Baby da war und sie sich doch ein wenig die Zeit mit Schwimmen gehen vertreiben sollten. Faramir war darüber überhaupt nicht erfreut!

Kapitel 24
Aragorn, Falathwen, Elrond, Eldarion und Arwen waren immer noch mit Ancalime beschäftigt. Der Rest befolgte Arwens ‘Befehl’ und ging baden.
Da gerade schönes Wetter war und die Sonne schien, war das auch eine gute Idee. Das Wasser war glasklar und reflektierte den blauen Himmel und das goldgelbe Sonnenlicht. Auch die Temperatur war sehr angenehm, da es in Bruchtal nie sehr kalt wurde, konnte man sogar im Winter baden gehen. Doch baden war in den wärmeren Jahreszeiten immer schöner! Da war die Lufttemperatur nicht so niedrig, dass man es kaum wagt, den Kopf weiter als nötig aus dem Wasser zu strecken!

Doch nun war April und Elrond hatte Geburtstag und alle Bekannten, Verwandten, Freunde und Familienmitglieder waren anwesend.
Und die waren jetzt fast alle im See um sich von dem vorangegangenen Frühstück zu erholen. Galadriel, die Freude an ihrer Urenkelin gefunden hatte, kümmerte sich um Elenath. Frodo, Merry und Pippin versuchten, Sam mal wieder eine Stunde Schwimmkurs absolvieren zu lassen. Dabei brachten sie ihn dazu, in immer tieferen Regionen des Sees zu schwimmen. Elladan, Haldir und Elrohir veranstalteten einen Tauchwettbewerb. Wer lange genug unter Wasser blieb, hatte gewonnen und Legolas machte den Schiedsrichter. Sie waren jetzt schon eine Viertelstunde unter Wasser! Ihre Freundinnen fingen schon an sich langsam Sorgen zu machen. Aber Gimli, der in einem Schwimmring über den See trieb, beruhigte sie. Er kannte die drei und hatte sie schon viel länger unter Wasser gesehen.

Doch selbst nach zwanzig Minuten waren die drei noch nicht wieder an der Wasseroberfläche aufgetaucht. Auch die anderen machten sich nun Sorgen.

Aber um ehrlich zu sein, Elben können die Luft auch nicht länger als Menschen anhalten. Jetzt fragt man sich natürlich, was die drei schon seit fast einer halben Stunde unter Wasser hält!
Ganz einfach!

Gar nichts! Sie waren nicht mehr im Wasser! Sie hatten vorgegeben eine Runde zu tauchen und waren heimlich, als keiner schaute, aus dem See geflohen und hockten nun in der Küche und aßen einen kleinen Imbiss. Allerdings durften sie die Zeit auch nicht überschreiten, da sie sonst mit ihrem Trick aufgeflogen wären! Also machten sie sich langsam wieder auf den Weg zum kühlen Nass.

Etwa zu der Zeit, als die drei mit ihrem Tauchwettbewerb begannen, erschien eine große schlanke Figur am Waldrand. Sie hatte gelbe Augen und eine etwas bleiche, fast totenähnliche Haut. Sie betrachtete das Schauspiel im See und schlich sich nach kurzer Beobachtung ganz heimlich, still und leise näher ans Geschehen. Jetzt war sie nur noch dreißig Meter von den Umherstehenden entfernt. Da drehte sich Lúthanell herum und erblickte das Wesen. Da es nicht gerade vertrauenserweckend und ‘hübsch’ aussah, begann Lúthanell zu schreien. Allerdings wurde ihr schon nach dem ersten Ton eine Hand auf den Mund gepresst. Quelleving hatte den kurzen Laut gehört und drehte sich nun zu ihr um.

Quelleving: Lúthanell? Was hast du d… Lúthanell?
Lúthanell konnte nichts mehr machen. Dieses Etwas hatte sie in seiner Gewalt und schleppte sie nun zum Schiff. Ja, auf dem See lag ein Schiff! Kein Elbenboot, welches die Gefährten von Lothlórien zu den Raurosfällen transportierte, sondern ein doch recht großes Segelschiff! Haldir und Elladan hatten es sich gebaut um sich ein wenig von ihren Saufpartys zu erholen und sich mal anderweitig richtig auszutoben.

Und durch Zufall kamen die Erbauer auch gerade wieder. Sie wollten sich eigentlich unbemerkt in den See schleichen und an der Stelle auftauchen, wo sie ihren Wettbewerb begonnen hatten. Doch da sahen sie das Elbennapping und vergaßen völlig ihren Schwindel.

Elladan: Hey, du! Was machst du denn da?
Haldir: Elladan! Er will auf das Schiff!
Tanwethiel (die die drei sah): Haltet ihn auf!

Doch leider schafften sie es nicht! Der Entführer war zu schnell. Er stieg die Strickleiter mit Lúthanell über der Schulter hoch. Eigentlich ein Kunststück, da diese um sich schlug und nicht still blieb, und zog die Leiter hinauf. So konnten ihm die Anderen nicht folgen, bzw. ließen es erst einmal nicht darauf ankommen!

Seine Verfolger waren jetzt am Schiff angekommen. Es wunderte im Moment auch keinen wo Haldir, Elladan und Elrohir so plötzlich herkamen, denn es war doch viel wichtiger zu wissen, was dieses Wesen vorhatte. Legolas fing an sich Vorwürfe zu machen, dass er nicht besser aufgepasst und schneller reagiert hatte. Schließlich war Lúthanell seine Frau!

Doch Quelleving versuchte ihn zu beruhigen und sagte ihm, dass das schon gut ausgehen würde.

Nun schaltete sich Galadriel ein. Der Herr von Bruchtal war ja schließlich nicht anwesend und von irgendjemand Intelligentem musste ja die Verhandlung geführt werden!

Galadriel (schrie zum Schiff rauf): Wer seid ihr, dass ihr es wagt, unschuldige Personen zu entführen und gefangen zu halten?
Person vom Schiff: Jetzt sei endlich still und wehe du beißt mich noch einmal!… Ah Frau Galadriel! Ich freue mich eure Bekanntschaft zu machen! Ich habe bereits schon viel von euch gehört! Aber genug der Schmeichelei… Ich bin Mullog. Der Name dürfte euch nicht viel sagen, aber meinen Vater habt ihr sicher gekannt!
Pippin: Mullog? Komischer Name!
Gandalf: Der Name schwirrte mir doch neulich erst durch den Kopf… Ach, natürlich! Mullog, Gollums Sohn! Ich habe mich schon gefragt, wann du hier auftauchst!

Alle hielten den Atem an. Gollum hat einen Sohn? Sam, aber besonders Frodo, hielt es für angebracht sich in die letzte Reihe abzusetzen. Wer weiß, was dieser Kerl alles vorhatte. Schließlich waren sie irgendwie, ganz indirekt, für den Tod seines Vaters verantwortlich!
Mullog: Ahh, Gandalf, der WEIßE! Noch ein Träger eines der drei Elbenringe!

Galadriel hatte langsam keine Lust mehr mit diesem Typsen zu reden, da er immer wieder abschweifte.
Galadriel: Was beabsichtigst du jetzt zu tun? (sie deutete auf Lúthanell, die Mullog anscheinend schon wieder vergessen hatte)
Mullog: Ohh, ja natürlich! Ich würde sie euch ja gerne wieder zurückgeben, allerdings nur, wenn ich dafür eine gewisse Gegenleistung bekomme!
Gandalf: Du vergisst, dass der Ring bereits vernichtet wurde! Und zwar schon vor zwanzig Jahren!
Mullog: Oh, darum geht es mir nicht, das war eine Angelegenheit meines Vaters! Aber ich möchte denjenigen sehen, der für seinen Tod verantwortlich ist!

Alle schauten zu Frodo! Der versteckte sich hinter Sam.
Mullog (zu Frodo): Aha! Du bist also der Halbling, der meinen Vater das letzte Mal sah?
Sam: Hey, ich war auch dabei! (er erkannte, dass das jetzt eher unpraktisch war und gesellte sich zu Frodo in die letzte Reihe zurück)
Mullog: Noch einer von den kleinen Biestern!
Pippin (mischte sich ein): Entschuldigung Meister Mullog! Wir sind keine kleinen Biester! Na gut, wir sind vielleicht klein, aber immer noch keine kleinen ‘Biester’!
Mullog: Oh, es tut mir leid, wenn ich jetzt deinen Stolz verletzt habe, aber ihr nervt! Wirklich! (Pippin zog sich beleidigt zurück; wieder zu Galadriel) Lady Galadriel, ich schlage einen fairen Handel vor! Da ich in letzter Zeit oft verfolgt wurde, da man mir alle möglichen Verbrechen zuschreibt, die ich gar nicht begangen habe, erbitte ich Asyl, hier in Bruchtal! Dann bekommt ihr das Mädchen zurück! (zu Lúthanell) Hör endlich auf zu treten!
Legolas: Wehe du krümmst ihr ein Haar, dann bekommst du es mit mir und meinem Bogen zu tun! (dabei fiel ihm gerade auf, dass er den ja gar nicht dabei hatte) Ups!.. ähm dann… später!
Mullog: Der edle Prinz Legolas aus dem Düsterwald! Na was für eine Ehre!
Galadriel: Wenn ihr um Asyl bittet, was ich natürlich nicht entscheiden kann, dann gebt uns zuerst Lúthanell zurück!
Mullog: Das kann ich leider nicht tun, ohne einen sicheren Beweis, dass ich hier unterkomme, denn Elben sind doch recht friedlebende Wesen, oder?
Gimli: Wenn man sie in Rage bringt leider nicht mehr! (der hält gerade verzweifelt Legolas fest)
Mullog: Oh! Prinz Legolas, eurer Prinzessin geht es hier oben blendend! Außerdem habt ihr sie ja bald wieder zurück!
Frodo: Kann nicht mal jemand Elrond rufen?
Galadriel (zu Frodo): Denkst du etwa ich kann die Stellung hier nicht halten?
Frodo: Doch schon, aber du sagtest doch vorhin, dass du nichts entscheiden kannst! Und da Elrond doch hier das Sagen hat, dachte ich…
Galadriel: Da hast du natürlich recht! Merry, Pippin geht und holt Elrond!
Die zwei liefen los, kamen aber nach ein paar Minuten allein wieder.
Galadriel: Und wo ist er denn?
Pippin: Die haben uns nicht reingelassen, meinten, es wäre gleich so weit, oder so!
Galadriel: Wo sind denn eigentlich Elrohir und Elladan? Seid ihr nicht auch so was wie Herrscher von Bruchtal?

Elladan und Elrohir hatten sich während der ganzen Zeit in der hintersten Reihe versteckt. Sie hatten nämlich keine Lust hier irgendwelche Entscheidungen zu fällen. Als sie Legolas jedoch flehend ansah und ihre Großmutter sie so anherrschte, musste sie wohl oder übel etwas tun.
Sie entschlossen sich dazu:
Elladan: Wir entscheiden…
Elrohir: …. nichts ohne unseren Vater!

Und schon waren sie weg und versuchten ebenfalls ihren Vater zu holen. Galadriel stöhnte auf. So eine Frechheit sich einfach vor der Pflicht zu drücken. Aber man merkte eindeutig Elronds Erziehung, einfach zu lasch! Bei ihr hätten sie jeden Tag zehn Stunden Diplomatieunterricht bekommen, dann noch fünf Stunden Kriegsführung von ihrem Mann. Nun ja, eigentlich auch nicht allzu empfehlenswert und dann noch fünf Stunden Training mit Haldir. Den Rest des Tages hätten sie dann noch ihrer Freizeit opfern können oder schlafen. Der Tag hat ja leider nur 24 Stunden! Auch in Mittelerde.

~#~#~

Elladan: Vater, könntest du bitte die Tür öffnen!
Elrohir: Es ist wichtig!
Falathwen (öffnet Tür): Das hatte Pippin vorhin auch gesagt und dann ist er wieder weggerannt! Also was ist los?
Elrond: Falathwen, ich brauch das Beruhigungsmittel!
Falathwen: Ja, aber deine Söhne meinen, es wäre wichtig!
Elrond: Das hier ist auch wichtig!
Elrohir: Vater, draußen ist ein Irrer, der sich Mullog nennt und Lúthanell auf das Schiff verschleppt hat!
Elrond: WAS? Und das sagt ihr erst jetzt? Aragorn könntest du weitermachen? Elrohir, du bleibst hier, Elladan komm mit!

Alle befolgten Elronds Befehl. Elladan erzählte, während sie zum See rannten, die Geschichte. Dabei überrannten sie aus Versehen Orophin und Rúmil, die gerade vom Trainingsplatz kamen. Elrond kam bei den zwei Elben ein Plan in den Sinn, den er den zweien auch erklärte. Sie stimmten zu und begaben sich ebenfalls zum See.
Elladan: So, da sind wir!
Mullog: Ah, Lord Elrond! Es ist mir ein Vergnügen euch kennen zu lernen!
Elrond: Was wollt ihr?
Mullog: Oh, ich erbitte um Asyl hier in Bruchtal!
Elrond: Und deswegen nehmt ihr Gefangene? Nur wegen so einer winzigen Bitte?
Mullog: Nun ja, es soll schon vorgekommen sein, dass man mit Pfeilen durchbohrt wird, obwohl man gar nichts getan hat!
Elrond: Ja, leider! Kommt nun herunter und wir reden über euren Antrag!
Mullog: Ich möchte aber jetzt sofort Gewissheit über eure Antwort haben!
Elrond: Galadriel, was meinst du?
Galadriel: Ich bin dafür ihn einzufangen und dann von Orophin und Rúmil bewachen zu lassen!
Elrond: Ja, der Gedanke ist mir auch schon gekommen! (ruft) Könntet ihr bitte!

Und in dem Moment fielen zwei Elben vom Mast. Orophin und Rúmil hatten sich auf das Schiff geschlichen und waren auf den Hauptmast geklettert. Und nun im richtigen Augenblick hatten sie zugeschlagen. Sie hüllten Mullog in ein Segeltuch und verschnürten dieses Paket ordentlich.
Rúmil: Wir haben hier ein Präsent für Herrn Elrond!
Mullog (aus dem verschnürten etwas): Das ist nicht fair, ich hab doch eine Einladung!

Jetzt mussten alle lachen. Es war wirklich komisch, wie Haldirs Brüder das zappelnde und leise fluchende Paket an Land trugen. Legolas befreite derweil seine Frau von ihren Fesseln und begleitete auch sie zum Ufer. Nun war die Frage, was sie mit dem Kerl machen sollten. Irgendwie hatte keiner Lust ihn in den Kerker zu werfen. [hat Bruchtal so was überhaupt?]
Elrond entschied schlussendlich, dass Mullog, wenn er sich benahm und niemanden angreifen würde, vorrübergehend in Bruchtal leben durfte. Natürlich sollten Elladan und Elrohir ein Auge auf ihn werfen, da er ja immer noch irgendetwas Schlimmes anrichten könnte. Und er musste zu Dr. Lecter in Therapie gehen, vorsichtshalber!

Während Mullog sich mit den Hobbits anfreundete, er wollte von Frodo und Sam genau wissen, wie sein Vater starb, mussten sich Haldir, Elladan und Elrohir kritischen Aussagen stellen.
Quelleving: Ihr Lügner!
Tanwethiel: Ihr Schwindler! Ihr wart gar nicht tauchen! Ihr habt uns hier stehen und uns Sorgen machen lassen!
Gimli: Das war nicht nett!
Tanwethiel: Halt du dich da gefälligst raus, du Zwerg, du!
Gimli: Das lass ich mir von einer Elbengöre wie dir nicht bieten!

Es sah schon so aus, als ob Gimli auf das Elbenmädchen losgehen wollte, aber Legolas hielt ihn zurück.
Legolas (flüsternd zu Gimli): Lass mal Gimli! Sie würde nur ihre Wut an dir auslassen und nicht an den Hauptangeklagten. Komm, wir wollen uns einen Tee kochen!

Gimli stimmte zu und war auch froh, dass Legolas ihn vor einer großen Dummheit bewahrt hatte. So gingen Legolas, der Lúthanell auf seinen Armen trug, da er meinte, sie sähe abgekämpft aus, zurück zum Haus.
In der Küche verteilten sich dann alle auf die wenigen Stühle. Legolas machte währenddessen den Tee.
Lúthanell: Wo bekommt Arwen eigentlich eine Torte für Elrond her?

Kapitel 25
Eowyn: Eomer, du schummelst schon wieder!
Eomer: Wie bitte?
Eowyn: Diese Karten passen absolut nicht zusammen!
Eomer: Aber Birne und Banane fangen doch beide mit ‘B’ an!
Eowyn: Ja, aber der Sinn des Spiels ist, zwei gleiche Karten aufzudecken!
Lothíriel: Das stimmt! Fangen wir noch mal neu an!
Faramir: Na schön, aber danach spielen wir endlich das Apothekenspiel!

Eomer, Lothíriel, Faramir und Eowyn waren nicht mit baden gegangen, sondern hatten sich in einem Zimmer niedergelassen und angefangen alle möglichen Spiele zu spielen. Sie waren gerade dabei mit Memory zu beginnen. Eomer mussten allerdings erst einmal die Spielregeln erklärt werden, anscheinend spielte man Memory nicht in Rohan!

Na ja, nachdem das geklärt war, fingen sie an, aber sie wurden nach kurzer Zeit schon wieder unterbrochen. Gimli, Legolas und Lúthanell standen außer Atem in der Tür.
Eomer: Was ist denn mit euch los?
Faramir: Ist euch ein Nazgûl auf den Fersen?
Gimli verneinte dies, dann begann Legolas zu sprechen.
Legolas: Wir waren eben in der Küche und da ist Lúthanell aufgefallen, dass noch gar keine Torte gemacht wurde. Ancalime sollte sie eigentlich machen, aber ich glaub nicht, dass sie das heute noch schafft!
Gimli: Und Arwen ist gerade überhaupt nicht zu stören! Da dachten wir…
Lúthanell: … ihr könntet uns vielleicht helfen! Oder seid ihr gerade allzu beschäftigt?
Eowyn: Was, noch keine Torte? Das sieht Arwen überhaut nicht ähnlich! Aber ich helfe gern!
Lothíriel: Ich komme auch mit!
Faramir: Und was ist mit uns?
Eowyn: Ihr könnt auch mitkommen, wenn ihr wollt!

Die beiden Männer stimmten zu und so gingen alle wieder zurück in die Küche. Dort legten sich alle Schürzen um. Da das Küchenpersonal gerade Pause hatte, waren auch genügend vorhanden.
Eowyn und Lothíriel rissen die Befehlsgewalt an sich und schon ging das große Backen los!

Gimli wurde damit beauftragt Schüsseln zu holen. Er brachte ungefähr zehn mit. Legolas durfte Mehl und Zucker abwiegen. Faramir musste die Bleche und Backformen einfetten. Eomer hatte das Vergnügen alle Küchengeräte wieder sauber zu machen, wenn sie nicht mehr gebraucht wurden. Schließlich wollten sie hier kein Chaos zurücklassen!
Dann legten Eowyn und Lothíriel los. Lúthanell kippte die Zutaten in die Schüsseln und die beiden rührten diese um. Dann durfte Legolas’ Frau den Backkofen heizen und schon mal die restlichen Zutaten bereitstellen, Gimli half ihr.

Nach einer halben Stunde duftete es herrlich. Doch der Kuchen war noch nicht fertig! Aber das ignorierte Gimli und so misslang der erste Versuch. Der Zwerg hatte nämlich den Ofen zu früh geöffnet und schon war der Kuchen zusammen gesunken! Danach gab es erst mal Theater von Eowyn und sie begannen von vorn. Doch langsam wurde die Zeit knapp. Das Mittagessen musste langsam zubereitet werden und das ließ das Küchenpersonal wieder anrücken.

Nach einem kurzen Handgemenge wurden die sieben Backkünstler herausgeworfen. Ihr Backversuch wurde zur Seite gestellt und nicht weiter beachtet. Gimli beschwerte sich! Er wollte jetzt zu Arwen gehen und ihr das Desaster erzählen. Legolas und Lúthanell schleifte er hinter sich her, Eowyn und Co. gingen wieder Spiele spielen.

~#~#~

Gimli: Arwen? Arwen könntest du mal kurz herauskommen?
Arwen: Nein jetzt nicht! Aber ihr könnt den Rest mal herrufen!
Legolas: Aber es ist wichtig!
Elrond: Schon wieder ein Irrer?
Gimli: Nein, aber es ist genauso wichtig!
Arwen: In zehn Minuten! Holt den Rest!

Sie gingen wieder und suchten die anderen Bewohner von Bruchtal.
Ihr erster Weg führte sie zum Schießstand. Dort trainierten, wer’s glauben will oder nicht, Thranduil und Celeborn.

Legolas: Vater, was machst du denn hier?
Thranduil: Nicht stören, mein Sohn, ich schieße gerade mit scharfem Geschütz!
Gimli: Na dann wollen wir nicht weiter stören!
Lúthanell: Wir sollen euch nur ausrichten, dass Arwen möchte, dass wir alle zu Ancalimes Zimmer kommen.

Doch die beiden ‘ältern’ Herrschaften nahmen sie gar nicht mehr wahr und so gingen sie weiter. Sie kamen am Kaminzimmer vorbei. Dort spielten Galadriel und Celebrían mit Elenath.

Lúthanell: Ähm entschuldigt bitte, aber Arwen möchte, dass wir uns alle vor Ancalimes Zimmer einfinden!
Galadriel: Schon gut, Mädchen. Wir kommen gleich.
Mit einem freundlichen Nicken nahm Lúthanell diese Antwort entgegen und gingen weiter.

Als nächstes kamen sie in den Garten. Dort saßen die Hobbits mit Picknickkorb und ließen sich die Sonne auf den Bauch scheinen.
Gimli: Hey, ihr vier, Arwen will uns alle sehen!
Pippin: Tatsächlich? Wieso?
Gimli: Nun, ja, ähm,….
Legolas: Das Baby wird sicher bald da sein!
Merry: Na dann nichts wie los!
Die Hobbits rannten los.
Legolas: Rennt nicht so, ihr könnt euch ruhig Zeit lassen!

Doch das hörten sie schon gar nicht mehr. Stattdessen hörten es Engwaarda und Elfwine.
Engwaarda: Was ist denn?
Legolas: Oh, deine Mutter möchte uns sehen.
Gimli: Vor Ancalimes Zimmer!
Engwaarda: Ist es schon so weit? Oh, ich werde Tante! Los, komm Elfwine!
Elfwine: Warte, ich komm ja schon!

Und schon waren auch die beiden weg. Gimli sah sich derweil im Garten um und erblickte Gandalf.
Gimli: Gandalf, huhu Gandalf.
Gandalf: Was, verdammt noch mal, oh, du bist es Gimli! Was ist los?
Gandalf hatte sich aufgrund Gimlis Rufs in den Finger geschnitten und mussten ihn sich verbinden.
Legolas: Wir sollen uns vor Ancalimes Zimmer einfinden, Anordnung von Arwen.
Gandalf: Ja, ja, alles mit der Zeit! Ich komme gleich, einverstanden. Nur noch zehn Minuten!
Legolas: Schön, wir erwarten dich dann!

Gandalf war schon wieder tief in sein geplantes Feuerwerk versunken als sich die drei entfernten. Plötzlich rief…
Lúthanell: Da vorne laufen die Zwillinge, wenn wir uns beeilen, erreichen wir sie noch!

Und so setzten sich Legolas, Lúthanell und Gimli in Bewegung. Die zwei Elben wesentlich zügiger als der Zwerg!
Elrohir bemerkte sie als erster und stoppte unvermittelt. In ihn hinein rannten dann noch sein Bruder, Haldir, Quelleving und Tanwethiel.
Elrohir: Warum rennt ihr denn so? Habt ihr was Wichtiges zu tun?
Legolas: Ja! Arwen will uns alle vor Ancalimes Zimmer sehen!
Gimli: Wartet auf mich, bitte!
Lúthanell: Wir warten doch!
Legolas: Du solltest öfters trainieren!
Gimli: Was denkst du eigentlich, was ich den ganzen Tag mache?
Legolas: Na sicher nicht durch den Garten joggen!
Gimli sah ihn grimmig an und sagte kein Wort mehr.

Die Zwillinge und Co. schlossen sich den dreien an und so gingen sie nur noch bei Eowyn und Co. vorbei und sagten denen Bescheid. Haldirs Brüder und Mullog hatten die Hobbits bereits gesehen und mitgenommen.
Nach und nach versammelten sich so alle vor der Zimmertür. Es wurde eng, denn der Flur war nicht gerade groß. Aber nach einer Viertelstunde wurden sie erlöst, denn die Tür öffnete sich. Elrond, Aragorn, Arwen und Falathwen betraten den Flur. Eine Spannung legte sich auf die Anwesenden, bis Merry endlich fragte:
Merry: Und hat sie es geschafft?
Falathwen: Sie hat ein gesundes niedliches kleines Mädchen zur Welt gebracht!

Alles fiel in laute Beifallsstürme aus. Haldir umarmte sie, da Falathwen ja jetzt Großmutter war, genauso wie Arwen!

Elrond räusperte sich. Es wurde wieder still, einigermaßen zumindest.
Elrond: Und einen kleinen Jungen!
Alle waren ein wenig irritiert. Falathwen hatte doch eben noch gesagt, dass es ein Mädchen wäre. Elladan und Elrohir reagierten zuerst.

Elladan: Sie hat Zwillinge bekommen?
Wieder wurde es laut. Und wieder räusperte sich Aragorn.
Aragorn: Das ist aber noch nicht alles!
Gimli: Was denn noch?
Arwen: Nun, sie hat noch ein Mädchen bekommen!

Alle schauten etwas geschockt, bis auf die, die gerade aus dem Zimmer gekommen waren.
Haldir: Deine Tochter hat Drillinge zur Welt gebracht?
Falathwen nickte stolz mit dem Kopf und wurde wieder von Haldir umarmt.
Pippin: War’s das jetzt, oder sind’s noch mehr? Können wir zu ihr rein?
Arwen: Ja, das war’s und ihr könnt zu ihr rein, aber bitte einer nach dem anderen.

Die Hobbits waren bei den Worten natürlich zu aller erst zur Tür gestürmt. Aber auch der Rest attackierte sofort den Eingang des Zimmers.
Tanwethiel: Elladan! Das war mein Fuß!
Gimli: Hey, lasst mich leben!
Haldir: Nörgel nicht, sondern drück lieber mal!

Nach wenigen Sekunden waren alle im Zimmer, allerdings lag die Mehrheit auf dem Boden und musste sich erst wieder sortieren.
Ancalime und Eldarion wussten nicht so recht ob sie eher geschockt sein oder doch lieber laut lachen sollten! Es war wirklich unmöglich zu beurteilen! Aber die Hobbits hatten sich zuerst wieder gerafft und standen auch schon drängelnd am Bett.

Sie sahen, dass Ancalime mit zwei der drei Babys auf dem Arm im Bett saß. Daneben stand Eldarion mit dem dritten Baby und versuchte es zu beruhigen.
Pippin: Och sind die süß. Und die sind wirklich alle deine?
Ancalime (lacht): Ja Pippin, das sind alles meine, ähm unsere!
Sam: Merry, schubs nicht so! Sie sehen wirklich niedlich aus! Fast wie meine! (er verfiel in seine Gedanken) Ja, meine…
Doch Merry konnte jetzt nicht mehr warten und schubste Sam einfach beiseite.
Merry: Die sind wirklich herzallerliebst!
Frodo stand derweil bei Eldarion und betrachtete dessen kleine Tochter.
Frodo: Sie sind alle drei so klein und wirken fast noch zerbrechlich! Aber süß sind…!

Frodo konnte nicht mehr ausreden. Er wurde am Kragen gepackt und von Engwaarda zurück gezogen.
Engwaarda: Lass mich auch mal sehen! Du hast recht, sie ist wirklich süüüß!
Bei Ancalime waren jetzt ihre Mutter und Arwen.
Falathwen: Schau mal, Arwen (sie schluchzte) jetzt sind wir schon Großmütter!
Arwen: Falathwen! Beruhige dich! Das ist doch kein Beinbruch!

Aragorn, der sich vor dem Ansturm gerettet hatte und noch draußen mit Elrond stand, hörte etwas von Beinbruch und kam wie ein Blitz ins Zimmer gestürmt.
Aragorn: Wer hat sich ein Bein gebrochen?
Arwen: Niemand mein Lieber!

Sie umarmte ihn wurde aber vom Ruf ihres Sohnes unterbrochen.
Eldarion: Engwaarda, gib mir sofort das Kind wieder!
Engwaarda hatte von ihrem Bruder kurz die Erlaubnis bekommen ihre kleine Nichte zu halten, allerdings wollte sie sie jetzt nicht wieder hergeben.
Engwaarda: Nein, meine kleine Nichte hat sich, seit sie in meinen Armen liegt, beruhigt. Schau, sie schläft sogar. Ach ja, so was wär doch was?

Aragorn und Elfwine schauten sie verwirrt an. Wollte Engwaarda jetzt etwa ihrer Freundin nacheifern und auch schon Kinder haben?

Elfwine: Ähm Engwaarda? Wie meinst du das jetzt?
Engwaarda sah auf und erblickte die Gesichter der männlichen Umherstehen.
Engwaarda: Na ja, das es doch schön wäre auch Kinder zu haben. (Aragorns Gesicht wurde immer besorgter)
Aragorn: Aber, aber Kind. Du bist doch erst… achtzehn Jahre alt! Das hat sicher noch Zeit…
Engwaarda: Papa! Was denkst du von mir! Ich meinte nur, dass es doch schön wäre irgendwann mal auch Kinder zu haben. Ich hab nicht von jetzt sofort gesprochen.

Man sah Aragorn an, dass er erleichtert ausatmete.
Eldarion: So da das ja jetzt geklärt wäre, könnte ich mein Kind jetzt endlich mal wieder haben?
Engwaarda: Ja natürl…, wo ist denn die Kleine?
Eldarion wollte schon in Verzweiflung geraten, da sah er, dass seine Großmutter die Kleine hielt.

Fürs erste völlig mit den Nerven fertig, setzte er sich wieder auf seinen Stuhl und betrachtete das weitere Geschehen.
Eomer und Faramir gingen, nachdem sie Ancalime alles Gute gewünscht hatten, und begaben sich in die Bibliothek, wo sie von gestern noch eine offene Partie Schach stehen hatten.

Eowyn und Lothíriel blieben ein wenig länger. Sie betrachteten die Winzlinge ausgiebig und gratulierten dem Paar zu ihrem Nachwuchs.
Eowyn: Hach ja, ich hätte auch gern so einen kleinen Winzling, aber sie machen Arbeit ohne Ende. Aber lasst euch den Spaß nicht verderben. Komm Lothíriel, wir schauen mal zu unseren Männern!
Sie verabschiedeten sich und gingen, auch Engwaarda und Elfwine verließen das Zimmer wieder.

Nun kamen endlich Lúthanell, Tanwethiel, Elladan, Elrohir, Quelleving und Legolas an die Reihe. Sie hatten sich nach kurzem Gezänke im Raum aufgestellt. Auch sie beglückwünschten das junge Paar zu ihrem Glück.
Haldir: Habt ihr euch schon Namen ausgedacht? Wie sollen sie denn alle heißen?

Ancalime schüttelte den Kopf. Sie hatte sich darüber noch keine Gedanken gemacht und auch jetzt fiel ihr spontan nichts ein.
Plötzlich kam von Galadriel ein Einwurf:
Galadriel: Wie wäre es mit ‘Mireyen’ für dieses bezaubernde Mädchen?
Galadriel gab Ancalime ihr Kind zurück. Sie überlegte kurz und sah dann Eldarion an. Der nickte nach kurzem Überlegen.
Ancalime: Das ist ein schöner Name! Danke Lady Galadriel!
Nach und nach verließen die Gratulanten das Zimmer wieder.
Falathwen: Ruh dich noch ein wenig aus, Ancalime! Wir sehen uns später!

Falathwen gab ihrer Tochter deren Tochter wieder und ging mit Haldir, Celeborn und Galadriel. Auch Arwen, ihre Brüder und deren Freunde und Freundinnen verließen das Zimmer.
Nun waren die Besucher alle fort.
Aber Elrond und Aragorn kamen noch mal kurz rein. Sie wollten sich die Babys noch einmal anschauen und überprüfen, ob auch wirklich alle gesund waren. Natürlich waren alle im besten Zustand und so verabschiedeten sich die beiden ebenfalls.

Jetzt konnte Ancalime ein wenig entspannen. Eldarion setzte sich neben sie aufs Bett und nahm sie in seine Arme, so gut das eben mit drei Kindern geht!
Ancalime schlief nach wenigen Augenblicken ein. Man hörte nur noch ein leises Plappern der Babys in ihren Armen.
Eldarion betrachtete seine Kinder. Falathwen hatte recht, sie sahen Ancalime wirklich ähnlich. Hatten dunkles Haar, bzw. Flaum auf dem Kopf und waren einfach nur hübsch anzusehen!

Nach kurzer Zeit wurde Ancalime wieder wach. Sie bat Eldarion die Babys in die Betten zulegen, da sie ihm etwas erklären wollte.
Eldarion legte alle Kinder sorgfältig in die Betten und half dann Ancalime aus dem Bett. Die stolzen Eltern stellten sich vor ihre Kinder und Ancalime begann zu erzählen.
Ancalime: Möchtest du dir meine Namensvorschläge anhöre?
Eldarion nickte.
Ancalime: Nun gut, sie hier, unsere Älteste, möchte ich Enyalie [Erinnerung] nennen. Unser Sohn soll Innmanadh [Herz, Schicksal] heißen. Und unsere Jüngste soll den Namen Mireyen [Kostbarkeit] tragen, so wie es Galadriel vorschlug! Was sagst du dazu?
Eldarion stand da und betrachtete seine Kinder, danach drehte er sich langsam zu seiner Freundin!
Eldarion: Das sind wunderbare Vorschläge, aber ich hätte noch einen Zusatz zu Enyalie! Wie wäre es mit dem Namen Melima Enyalie [schöne Erinnerung]?

Er sah Ancalime abwartend an, dann begann sie zu strahlen und warf sich in seine Arme.
Ancalime: Wenn du mit meinen Vorschlägen zufrieden bist, dann bin ich mit deinem erst recht zufrieden.
Sie küssten sich, allerdings fing Mireyen an zu weinen und so musste Ancalime ihren neugewonnenen Pflichten nachkommen. Eldarion half ihr.

Kapitel 26
Eldarion: Schön, Namen hätten wir jetzt, wie wär’s mit etwas zu Futtern für die drei?
Ancalime: Ja, du hast recht, gib mir mal Mireyen zuerst!
Ancalime setzte sich auf ihr Bett und gab ihrer Jüngsten die Brust. Danach Innmanadh, da Melima Enyalie gerade vor sich hin döste.
Während sie so dasaß, klopfte es ganz leise an der Tür. Zuerst reagierten sie nicht darauf, doch dann erkannten sie, dass jemand vor der Tür stehen musste.
Ancalime: Herein!

Die Tür öffnete sich und zum Vorschein kam ein sehr verlegener Zwerg.
Ancalime: Hallo Gimli! Was treibt dich hier her?
Gimli: Nun…, ähm…, soll… soll ich…. vielleicht später noch mal wiederkommen, oder….?
Ancalime: Nein, du kannst ruhig bleiben, Innmanadh trinkt nur gerade… oh, Entschuldigung.

Sie bedeckte ihre Brust und schaute verlegen drein.
Gimli: Ähm ist das euer… euer Sohn?
Eldarion: Ja!
Gimli: Oh, dich hab ich gar nicht gesehen Junge, Entschuldigung.
Eldarion: Ach schon gut. Warst du vorhin nicht mit bei den Besuchern? Du tust so, als hättest du die Kleinen noch nicht gesehen!
Gimli: Ich… Die… Haldir hat mich geschubst und… da hab ich Nasenbluten bekommen. Und so konnte ich ja eure Babys nicht besuchen.
Ancalime: Och Gimli! Das ist aber lieb von dir. Dafür kannst du sie jetzt ganz in Ruhe sehen und auch als erster ihre Namen erfahren!
Gimli strahlte übers ganze Gesicht und ging zu den Kinderbetten. Allerdings musste er sich auf die Zehenspitzen stellen um über den Rand schauen zu können.
Gimli: Och die sind aber unbeschreiblich niedlich und entzückend!
Ancalime (war inzwischen fertig mit Füttern): Ja, das finden wir auch. Hier, ich zeig dir mal, wer wer ist! Das ist unsere Älteste und heißt Melima Enyalie. Unsere Jüngste heißt Mireyen und dies hier ist Innmanadh.
Gimli: Hmm, sehr gute Namenswahl! Ich werd mal wieder… gehen, ach Haldir und Elladan proben gerade noch mal. Falls euch das irgendwie interessiert!
Ancalime: Danke Gimli! Aber ich schätze wir bleiben lieber hier!
Gimli ging wieder.

~#~#~

Arwen: Ach du meine Güte, schon so spät!

Sie hatte gerade Ancalimes Zimmer verlassen und wie durch Zufall schweifte ihr Blick auf die Uhr. Natürlich geriet sie sofort in Panik, da durch die ganze Hektik um die Babys noch gar nichts vorbereitet war. Eigentlich hatte Arwen einen strengen Zeitplan ausgearbeitet und gestern hatte sie auch noch geglaubt, dass sie sich an ihn halten konnte, aber ab dem Frühstück lief eigentlich nichts mehr so, wie es geplant war.

Falathwen und Engwaarda versuchten sie sofort zu beruhigen. Sie erklärten sich dazu bereit mit in die Küche zu gehen und bei dem Mittagsfestmahl mitzuhelfen, obwohl sie eigentlich keine sehr großen Küchenhelfer waren. Gut, Engwaarda bekam es gerade noch auf die Reihe, einen Tee zu kochen, oder besser gesagt, Wasser heiß zu machen. Aber was ein Mittagessen betraf, nun da sah es dann doch schon eher mau aus. Immerhin sollte Ancalime ja helfen, aber die hatte ja jetzt gerade selbst alle Hände voll zu tun. Und Falathwen konnte auch nicht gerade viel dazu beitragen, dass das Mittag gelang.

Aber als Arwen, ihre Tochter und Falathwen die Küche betraten, sahen sie schon das ganze Personal werkeln. Arwen war bereits schon einen Monat vorher mit dem Küchenpersonal den Plan für die Menüs durchgegangen, sodass da eigentlich keine Probleme entstehen durften. Aber Arwen war eben Arwen und musste alles übergenau nehmen. Natürlich hätte auch alles ganz prima funktioniert ohne ihre Anwesenheit.

Aber nun war sie da und heuerte das Personal zu mehr Leistung an. Dabei ging dann allerdings der ein oder andere Fleck auf den Fußboden.
Einem war sogar der Mehlsack runtergefallen und hatte die Küche in eine Winterlandschaft verwandelt. Allerdings war das Arwens Augen nicht entgangen und sie fauchten den Küchenjungen an diese Schweinerei sofort wieder wegzuwischen.

Engwaarda und Falathwen versuchten dann Arwen aus der Küche zu bekommen, denn es herrschte zusehends Panik in den Gesichtern der Köche. Arwen konnte nämlich sehr gereizt reagieren!
Doch es gab zum Glück keine größeren Zwischenfälle mehr und Arwen räumte freiwillig das Feld als Ancalime in der Küche erschien.
Zuerst waren Arwen und Falathwen besorgt. Ancalime solle sich gefälligst wieder in ihr Bett legen, doch sie protestierte und durfte bleiben. Sie überredete sogar ihre Schwiegermutter in Spe. endlich das Feld zu räumen und irgendwo anders Unruhe zu verbreiten, natürlich in einer höflicheren Form!

~#~#~

Gimli rannte aufgeregt den Flur entlang. Er musste die neue Nachricht unbedingt unter Leute bringen und schon traf er auf jemanden, dem er alles erzählen konnte, Legolas!
Gimli: Hallo, mein Freund. Ich war gerade bei den Babys. Wirklich herzallerliebst und sie haben auch schon Namen!
Legolas: Was? Und so was erfährt ein Zwerg vor einem!
Gimli wurde leicht sauer, aber Legolas hatte nur Spaß gemacht!
Legolas: Komm, ich will auch wissen, wie sie heißen.
Gimli: Na gut! Schau, da ist Elfwine. Huhu Elfwine, weißt du schon die Namen der Babys? (er verneinte dies) Na dann komm mit! Wir wollen noch mal kurz hin!
Elfwine: Ja, aber, die Generalprobe!
Legolas: Ach die kann auch ohne uns stattfinden. Außerdem spielen sie ja dann auf dem Fest die gleiche Musik!
Elfwine: Na gut, wenn ihr meint!

~#~#~

Eldarion: Ich seh schon, du würdest gern zur Generalprobe gehen, willst die Kleinen aber nicht alleine lassen, nicht wahr? Hör zu, du gehst jetzt da hin und ich kümmere mich um die drei, das dürfte ich doch schaffen!
Ancalime: Wirklich? Danke Rion! (sie sprang ihm in die Arme und gab ihm viele kleine Küsse) Danke, danke, danke!
Eldarion (musste lachen): Ist ja schon gut! Geh schon!
Ancalime wollte schon das Zimmer verlassen, allerdings hielt Eldarions Stimme sie noch zurück.
Eldarion: Anca, wie wär’s, wenn du dir vorher noch was anderes anziehst? Ich meine du siehst zwar so auch hübsch aus, aber ich denke, doch etwas zu aufreizend! Nicht das Thranduil noch einen Herzschlag bekommt!

Beide mussten lachen.
Ancalime (wieder ernst): Stimmt!
Nachdem sie sich ein dunkelblaues Kleid angezogen und Eldarion noch einen dicken fetten Schmatzer verpasst hatte, ging sie zur Generalprobe, oder hatte zumindest vor, dort hin zu gehen.

~#~#~

Elrond: Sagt mal Kinder, wie seht ihr eigentlich aus? Wart ihr in letzter Zeit im Düsterwald?
Elrohir: Ähm nein. Wir waren im Grünwald.
Elrond: Ach das ist doch das selbe! Kommt mit, ich habe bestimmt ein Mittel, das diese Punkte auf euerer Haut weggehen lässt. Und versucht noch die anderen Betroffenen zusammen zu suchen.

Elrond hatte jetzt, nach dem Frühstück, den Verlobungsbekanntgaben und der Geburt der Drillinge, endlich einmal Zeit gefunden sich seinen Sohn zur Brust zu nehmen. Er hatte nämlich gleich auf den ersten Blick erkannt, dass sie von Feuerkröten berührt worden waren, oder zumindest sich irgendwo angesteckt hatten.
Sein Sohn und Tanwethiel folgen ihm, unterwegs ließen sie dann noch von einem Bediensteten nach Sam, Gimli, Legolas, Lúthanell und den Wachleuten rufen.

Elrond: warum hat dein Bruder nicht den gleichen Ausschlag?
Elrohir: Nun, er war nicht mit im Grünwald!
Elrond: Aha, ich kann mich an eine Zeit erinnern, wo ihr beide nicht zu trennen wart. Anscheinend hat sich hier einiges verändert. Vielleicht findet sich ja noch die Gelegenheit darüber zu sprechen.
Elrohir: Gewiss. Mein Bruder hat mit Haldir halb Imladris auseinandergenommen. Sie haben wilde Partys gefeiert und ständig irgendwelche Bekannten eingeladen mit denen sie dann Trinkwettbewerbe abhielten…
Tanwethiel: Was haben die beiden gemacht? Was hat Haldir gemacht?
Elrohir: O, o! Tanwethiel, Liebling bitte nicht aufregen!
Aber es war schon zu spät. Sie riss die Tür auf und stürmte durch die Flure von Bruchtal. Zwischendurch traf sie auf Legolas, Gimli und die Wachen. Elrohir war ihr hinterher gerannt um das Schlimmste zu verhindern, doch leider war er nicht schnell genug.
Elrohir: Legolas, haltet sie auf!

~#~#~

Elfwine: Ist Bruchtal schon immer so groß gewesen? Ich kann mich gar nicht erinnern, das letzte Mal so viele Gänge zu Ancalimes Zimmer genommen zu haben.
Gimli: Es ist halt eine Elbenstadt! Da sind immer viele Flure!
Legolas: Man gewöhnt sich dran!
Gimli: Nach wie viel Jahren? Nach Dreitausend?
Legolas: Lass das Gimli! Du wirst, ach da ist es ja. Kommt, klopfen wir mal.

Legolas klopfte, aber es tat sich nichts.
Gimli: Klopf mal stärker, vorhin haben sie mich auch nicht gehört!
Legolas klopfte erneut. Doch immer noch regte sich nichts im Zimmer.
Elfwine: Ob die wohl eingeschlafen sind? Ich meine, vorhin sahen sie ja schon irgendwie geschafft aus.
Gimli: Ich finde, wir sollten mal nachschauen. Wer macht die Tür auf?
Legolas: Immer der, der fragt, mein Freund!

Er forderte Gimli auf, die Tür zu öffnen. Dieser zögerte kurz, entschloss sich dann aber doch, der Aufforderung nach zu kommen. Als sie das Zimmer gerade betreten wollten kam ein Dienstjunge vorbei. Er bat Legolas und Gimli sich sofort bei Elrond im Heilerzimmer zu melden. Sie erklärten dem Boten, dass sie noch kurz in dieses Zimmer gehen würden und dann sofort zu Elrond zu gehen.
Als sie im Zimmer standen, war es verlassen. Keine Person befand sich darin. Sogar die Bettchen mit den Kindern waren verschwunden. Gimli wollte schon wieder aus der Tür rennen und nach dem Dieb fahnden, der hier Kinder entführte, allerdings hielten ihn Elfwine und Legolas erfolgreich zurück. Sie hatten die offene Terrassentür bemerkt.

Die Gardine der Fensterfront bewegte sich leicht im Wind. Elfwine schritt als erster zur offenen Glastür. Der Elb und der Zwerg folgten ihm. Als er die Terrasse betreten hatte, sah er die drei Kinderbetten und seinen Freund.
Eldarion saß zu ihrer Linken in einem Sessel und döste vor sich hin. Die Babys lagen ebenfalls schlafend in ihren Bettchen. Die drei Neuankömmlinge mussten schmunzeln. Es schien sehr anstrengend zu sein als neugebackener Vater.
Die drei wollten die Terrasse gerade wieder verlassen, als sich Eldarion regte.

Eldarion: Gibt’s schon Essen?
Legolas: Nein, das dauert noch!
Gimli: Findest du es nicht zu gefährlich die Kinder hier draußen stehen zu lassen?
Eldarion: Sie sind doch warm eingewickelt! Außerdem ein bisschen frische Luft tut jedem gut. Sogar Gandalf scheint sie zu beleben.
Er deutete mit seiner Linken in Richtung Garten, wo sie den Zauberer hin und her springen sahen.
Elfwine: Was macht Gandalf denn da?
Eldarion: Er meinte er kümmert sich um sein Feuerwerk. Fragt mich nicht, wie er das so anstellt!
Legolas: Ähm, ist Ancalime nicht bei ihren Kindern?
Eldarion: Nein, siehst du sie hier irgendwo? Ich hab sie zur Generalprobe der Band geschickt…
Elfwine: Da hätte sie uns ja entgegen kommen müssen!
Gimli: Ist sie aber nicht!
Eldarion: Oh nein, wer weiß was sie schon wieder alles macht. Vater bringt mich um! Ich muss sie suchen gehen, könntet ihr euch bitte um die Kinder kümmern? Bitte?
Elfwine: Wäre es nicht besser, wenn wir Ancalime suchen gehen und du hier bleibst? Ich meine es sind deine Kinder!

Legolas und Gimli stimmten Elfwine zu. Eldarion war zwar noch ein wenig skeptisch, aber Elfwine hatte recht. So gingen Legolas, Gimli und Elfwine und suchten nach Ancalime. Nur ein paar Schritte von der Tür weg erschien plötzlich eine rennende Tanwethiel im Flur. Elrohir hinterherrufend. Legolas solle sie gefälligst aufhalten! Der versuchte es auch, aber er bekam nur einen schmerzhaften Tritt. Gimli und Elfwine mussten ihn daraufhin zu Elrond bringen, wo sie ja sowieso hin sollten.

Elrohir folgte dagegen Tanwethiel. Wie konnte er nur so unbedacht seinem Vater solche Informationen in Gegenwart seiner Verlobten geben! Nun hatte er die Suppe!

~#~#~

Merry: Haldir, du musst einen halben Ton höher spielen. Du machst den Fehler schon seit Wochen. Kannst du dir das nicht einmal merken?
Haldir: Tut mir leid. Ich hasse diese Stelle, kann ich die nicht einfach auslassen?
Pippin: Wie viele Stellen willst du denn noch auslassen? Du hast schon zehn Takte, die dir Elladan abgenommen hat. Jetzt mach es endlich ordentlich!
Haldir: Ja ja!

Die Band war gerade bei ihrer letzten Probe, wie man natürlich eben gehört hatte.
Merry und Pippin gingen noch mal die Stücke durch und dabei fiel auf, dass Haldir das eine Lied total verhunzte.
Frodo: Wie wäre es denn, wenn das Lied jemand anderes mit der Flöte spielen würde?
Pippin: Wer denn? Kannst du die Noten dazu spielen, dann bitte, das Stück ist sehr schwer und Haldir übt es schon seit zwei Monaten!
Sam: Herr Frodo kann Flöte spielen, er schafft das, nicht wahr Herr Frodo?
Frodo (er bekam von Pippin die Flöte in die Hand gedrückt): Ähm nun, also, so war das eigentlich gar nicht gemeint!
Merry: Liebster Frodo, du würdest uns einen riesen Gefallen tun. Biiiiitte! Probier’s doch wenigstens mal!
Frodo: Na gut! Aber nur probieren. Ich kann euch nichts versprechen!
Pippin: Ja ja! Haldir, mach Frodo mal Platz!

Haldir tat wie ihm befohlen. Pippin stellte sich wieder vor das ‘Orchester’ und gab den Takt an.
Und tatsächlich, es klappte wunderbar. Frodo wurde sofort für das Stück engagiert. Nun durfte sich Haldir endlich mal eine Pause gönnen und ins nicht vorhandene Publikum setzten. Sam setzte sich zu ihm und hörte den Regieanweisungen Merry und Pippins zu.

Plötzlich wurde die Tür aufgerissen und eine außer Atem scheinende Tanwethiel kam in den Raum gerannt.

~#~#~

Engwaarda und Falathwen versuchten gerade Arwen aus der Küche zu bekommen, denn es herrschte zusehends Panik in den Gesichtern der Köche. Arwen konnte nämlich sehr gereizt reagieren!

Doch es gab zum Glück keine größeren Zwischenfälle und Arwen räumte freiwillig das Feld als Ancalime in der Küche erschien.
Zuerst waren Arwen und Falathwen besorgt. Ancalime solle sich gefälligst wieder in ihr Bett legen, doch sie protestierte und durfte bleiben. Sie überredete sogar ihre Schwiegermutter in Spe. endlich das Feld zu räumen und irgendwo anders Unruhe zu verbreiten, natürlich in einer höflicheren Form!

~#~#~

Tanwethiel erreichte natürlich als erste die Saaltür und riss sie schwungvoll auf, sodass sie gegen die Wand donnerte und der Putz abbröckelte. Dann ging sie zu den Musikern, die bei dem lauten Knall abrupt aufgehört hatten. Sie postierte sich vor Haldir und fauchte ihn an, der erst mal gar nicht wusste worum es eigentlich ging.

Tanwethiel: Wie konntest du nur? Du hast mir versprochen es, NIE wieder zu tun! Nie wieder! Dann höre ich solche Sachen! Ich hab dir immer geholfen, egal wie dreckig es dir ging! Und so dankst du es mir!…

Elrohir war derweil erschienen, konnte allerdings nichts mehr verhindern.
Tanwethiel: Und, du! (zeigt auf Elladan) Du stiftest ihn auch noch dazu an! Ich dachte immer du weißt, dass er jahrelang…
Elrohir: Bitte Tanwethiel, komm. Lass uns in den Garten gehen!
Tanwethiel: Ich will jetzt nicht in den Garten! Ich will verdammt noch mal von meinem Bruder eine vernünftige Erklärung dafür!
Haldir war derweil aufgestanden und auf Tanwethiel und Elrohir losgegangen. Als er in Tanwethiels Reichweite kam fing sie an ihm eine nach der anderen zu kleben. Er wehrte sich nicht dagegen, erst als Tanwethiel die Tränen in die Augen stiegen, fing er ihre Hände ein und zog sie an sie.

Tanwethiel: Warum hast du das getan, du verdammter Idiot!
Haldir: Ich weiß es nicht! Komm, lass uns draußen weiterreden! Wir stören hier nur.
Und so gingen die beiden aus dem Zimmer. Die Musiker schauten ihnen immer noch etwas verwirrt hinterher. Doch Merry animierte sie wieder weiterzumachen. Elrohir schnappte sich Sam und ging wieder zu seinem Vater und entschuldigte sich schon mal bei Legolas für das Verhalten von Tanwethiel.

~#~#~

Tanwethiel: Haldir, warum hast du mir nicht geschrieben?
Haldir: Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich fand ich es nicht nötig dir zu schreiben. Mir ging es gut, solange genug Wein da war.
Tanwethiel: Warum hat mir Elrohir nichts gesagt?
Haldir: Er wollte wahrscheinlich, dass ich keinen Ärger bekomme. Bitte, sei ihm nicht böse, er hat mit der ganzen Sache nichts zu tun!
Tanwethiel: Ich bin nicht auf Elro sauer! Ich bin auf dich sauer! Du warst schon fast geheilt und dann so etwas!
Haldir: Ich bin schon seit drei Monaten wieder in Therapie!
Tanwethiel: Was? Bei wem?
Haldir: Dr. Lecter ist ein sehr guter Arzt. Er hat mir und Elladan geholfen. Wir sind fast wie neu!
Tanwethiel: Tatsächlich? Und du rührst nie wieder Alkohol an?
Haldir: Nie wieder? Du spinnst wohl! Ich… nun gut! Ich verspreche dir mich zurück zu halten! Ich werde es nie wieder derart ausschweifen lassen!
Tanwethiel: Na schön, mehr werde ich wahrscheinlich nicht bekommen. Bitte Haldir, versuch dich zusammenzureißen! Und bitte, schreib oder erzähl mir, wenn dich etwas bedrückt. Ich bin zwar nur deine kleine Schwester, aber du kannst mir vertrauen! Ich werde jetzt wieder zu Elrond gehen!

~#~#~

Währendessen in der Kaminhalle. Haldirs Brüder hatten beschlossen bis zum Mittag noch ein wenig Karten zu spielen. Quelleving, Lúthanell und Mullog hatten sich ihnen angeschlossen. Sie spielten Poker. Mullog versuchte in jeder Runde zu mogeln, wurde aber immer von einem der Mädels erwischt und verzog sich dann maulend in die Ecke, um dann aber wieder angekrochen zu kommen um beim nächsten Spiel wieder mit zu machen. Rúmil und Orophin gewannen immer.

Etwas weiter weg hatten sich Eowyn, Faramir, Lothíriel und Eomer wieder zum Memory spielen eingefunden. Aragorn war ihnen gefolgt und hatte sich ihnen angeschlossen. Er dachte sich lieber nichts zu tun, als es falsch zu tun, oder so!

~#~#~

Thranduil, Dr. Lecter und Celeborn hatten sich zurückgezogen um ein wenig zu plaudern. Elrond hatten sie mitgenommen, als er endlich mit der Behandlung der Feuerkrötenverseuchten fertig war. Und jetzt saßen sie in samtbezogenen Ohrensesseln und tranken einen kleinen ‘Appetitanreger’!

Elronds Frau (Celebrían) und seine Schwiegermutter (Galadriel) saßen derweil bei Elenath im Zimmer und spielten mit ihr. Sie hatte erst kürzlich von Aragorn ein Steckspiel bekommen wo man Rechtecke, Kreise und Dreiecke in die dafür vorgesehenen Formen stecken musste. Elenath stellte sich gar nicht so dumm an. Sie hielt immer einen Würfel ihrer Großmutter hin um ihn für Elenath hinein zu stecken.

~#~#

Gandalf kämpfe währenddessen immer noch mit seinen Feuerwerkskörpern. Erstens war ihm gestern noch aufgefallen, dass er den Plan, wie er die Dinger aufstellen wollte, irgendwie verlegt haben musste, denn er fand ihn nicht mehr.

Zweitens hatte er deshalb die halbe Nacht damit verbracht in seinem Gedächtnis nachzukramen und sich einen einigermaßen guten Notfallplan einfallen zu lassen, wenn er nicht gerade schlief.

Und Drittens streikten nun die Feuerwerkskörper. Sie wollten sich absolut nicht an die Stellen platzieren lassen, wo sie hin sollten. Und das konnte einen weißen Zauberer schon mal aus der Fassung bringen.
Deshalb sprang er auch schon eine halbe Stunde wie wild durch den Garten und fluchte was das Zeug hielt. Zum Glück waren keine kleinen Kinder anwesend, denn sonst hätte Gandalf gegen das Jugendschutzgesetzt verstoßen.

~#~#~

Elfwine und Gimli fanden derweil endlich Ancalime. Die Küche fiel ihnen als letzter Ort ein, wo sie suchen könnten. Doch Ancalime verwies die beiden der Küche und schickte sie zurück zu Eldarion. Er solle sich keine Sorgen machen und sie würde ihn zum Essen abholen.

~#~#~

Arwen, Falathwen und Engwaarda gingen inzwischen noch mal das ganze Haus ab und schauten nach irgendwelchen Verbesserungsmöglichkeiten. Letztendlich gaben sie auf und gesellten sich zu den Musikern. Haldir war auch wieder anwesend, sah allerdings ein wenig geknickt aus. Auch Elrohir, Tanwethiel und Sam waren wieder da, denn Elrond hatte sie als geheilt entlassen. Sie sahen jetzt wirklich wieder fast wie neu aus, wenn man so fast 3000 Jahre als fast neu bezeichnen könnte!

Kapitel 27
Die Mittagsglocke läutete. Arwen hatte ganz verschlafen, dass es schon so spät war. Sie sprang auf und bat die Musiker ihre Instrumente beiseite zu legen und ihr zu folgen.
Unterwegs trafen sie auf Aragorn, Eowyn, Lothíriel, Faramir und Eomer. Eomer diskutierte immer noch mit seiner Schwester über die dämlichen Spielregeln. Er wollte einfach nicht verstehen, dass man nicht einfach nach seinem eigenen Kopf spielte, sondern sich an die vorgegebenen Regeln halten musste. Seine Frau, Aragorn und Faramir schauten gelangweilt in die Runde. Ihnen schien das irgendwie auf die Nerven zu gehen.

Lothíriel: Schatz, bitte. Denk einfach nicht mehr über dieses Spiel nach und geh lieber vorwärts. Es warten schon alle!
Sie waren derweil am Speisesaal angekommen und standen vor der verschlossenen Tür.
Eomer: Oh, natürlich!
Eomer öffnete die Tür und es strömten sofort alle hinein, so als wäre eine Sitzknappheit vorhanden. Dabei war für jeden ein Platz da. Na ja.

Nach und nach trudelten auch die anderen ein. Ancalime, Eldarion und Gimli hatten die Drillinge auf den Armen. Arwen war schon beinah am Verzweifeln, denn daran hatte sie gar nicht gedacht. Doch hinterdrein kamen Elfwine, Orophin und Rúmil mit einem Bettchen für jedes Baby. Dahinter erschienen Mullog, Quelleving und Lúthanell. Sie hatte noch Legolas am Arm, der wieder einigermaßen laufen konnte. Tanwethiel lief sofort zu ihm hin und entschuldigte sich noch vielmals für den Tritt von vorhin, doch er nahm es gelassen und suchte sich erst einmal einen Stuhl zum hinsetzten.

Galadriel kam derweil mit Celebrían und Elenath die ihre ersten Gehversuche machte. Thranduil, Dr. Lecter, Celeborn und Elrond folgten ihnen. Sie rochen ein wenig nach Alkohol, allerdings merkte man ihnen ansonsten nichts an, abgesehen von den rot unterlaufenen Augen. Auch sie setzten sich und Arwen eröffnete das Mittagessen. Sofort stürmten Elben durch die Türen und servierten eine leichte Vorsuppe. Alle bekamen eine kleine Schüssel, nur die vier anwesenden Hobbits erhielten übergroße Teller.

Nachdem alle abgegessen hatten, kam der Hauptgang. Kaninchen mit Rotweincremesoße und verschiedenen Beilagen, die in Schüsseln aufgetragen wurden. Alle langten kräftig zu, bis alles alle war. Arwen wollte gerade nach der Nachspeise rufen als die Tür aufflog und sich ein Schatten auf den Raum legte.

Sam: Herr Frodo, was hast du denn?
Celeborn: Gala?
Frodo und Galadriel waren in ihren Stühlen zusammengesunken und verdrehten die Augen, als wollten sie im Grimassen-Schneiden-Wettbewerb den ersten Platz gewinnen. Plötzlich fingen die drei Babys an zu schreien. Ancalime, Eldarion und Engwaarda versuchten sie wieder zu beruhigen. Auch Elenath wimmerte und krallte sich in den Gewändern der Oma fest.

Alle weiteren Blicke wandten sich zur Tür. Dort stand, wer’s glauben will oder nicht, ein Nazgûl in voller Lebensgröße. Alle Krieger verfluchten sich, dass sie keine Waffen bei sich trugen. Wer braucht beim Essen schon einen Bogen oder ein Schwert?

Elrond: Ein… Nazgûl! In meinem Haus?
Nazgûl: Ganz recht! Aber bitte, meine Herren, legt die Messer weg! Ich möchte euch doch gar nichts tun!
Aragorn: Das kann jeder sagen!
Gimli: Aber beweisen muss er’s erst mal!
Nazgûl: Das wurde schon befürchtet. Seht her! Ich bin un-… be-.. waffnet!
Gandalf (außer Puste): Hättest.. du.. nicht.. auf.. mich warten… können?
Nazgûl: Was bist du auch so lahm?

Alle schauten erstaunt zwischen Gandalf und dem Nazgûl hin und her. Seit wann duzten sich der weiße Zauberer und der pechschwarze Nazgûl?
Eowyn: Ich hätte da mal eine Frage. Seid ihr nicht alle vernichtet worden?
Nazgûl: Würde ich dann noch hier stehen? Nein, also.
Merry: Aber wie?
Nazgûl: Nun, ähm. Wir hatten da, vor zwanzig Jahren einen Auftrag. Leider bin ich in so einem Wald hängen geblieben! Und da hat mich dieser Bombadil doch tatsächlich gefangengenommen und, nun, in seinen Dienst gestellt!
Sam: Haha, ich glaub’s nicht, ein Nazgûl bei Tom Bombadil!
Nazgûl: Das ist nicht witzig, Halbling! Ich muss dort für meine Unterkunft richtig schuften! Und dann immer dieser herzliche Empfang, wenn man Post verteilen soll!

Sam verstummte sofort. Er hatte gelernt, dass mit einem Nazgûl nicht unbedingt zu scherzen war. Deshalb kümmerte er sich wieder um Frodo, dem es schon wieder ein wenig besser ging. Auch Galadriel saß wieder vollkommen beherrscht auf ihrem Stuhl.
Gandalf: Elrond! Dieser Nazgûl hier, ist im Auftrag Tom Bombadils unterwegs! Er hat ein Päckchen für dich, wie er meint von seinem Chef, Tom Bombadil!
Alle starrten weiterhin auf den Nazgûl, der nun zu Elrond ging und ihm das Päckchen überreichte. Dabei verbeugte er sich sogar vor dem Lord und alle gaben einen erstaunten Laut von sich.
Elrond: Dan… danke!

Er überlegte, ob er das Päckchen nicht doch lieber sofort fallen lassen sollte. Allerdings könnte eine Bombe darin versteckt sein, um alle Gegner seines ehemaligen Meisters zu vernichten, denn schließlich waren ja die meisten hier versammelt. Doch der Nazgûl schien Elronds Gedanken erraten zu haben.

Nazgûl: Lord Elrond! Seid versichert, dass in dem Päckchen keine gefährlichen Substanzen enthalten sind! Außer der Chef hat irgend etwas rein getan, aber von mir müsst ihr keine Gefahr erwarten! Wirklich! Ich habe mich dank meines Chefs gebessert! Ich bin jetzt auf der guten Seite!

Weiterhin starrten ihn alle an und Elrond hielt immer noch das Päckchen in seinen Händen. Man könnte fast sagen, dass es in dem Raum totenstill geworden war, doch einer löste diese Ruhe:
Gandalf: Ähm, ich will ja nicht unhöflich erscheinen, aber wäre noch etwas zu essen da?
Arwen räusperte sich und so fanden alle wieder zurück in die Realität.
Arwen: Ja, natürlich, ich werde mal gehen und noch etwas holen. Herr ähm… Nazgûl möchtet ihr auch etwas…?
Nazgûl: Nein. Ich muss mich leider wieder verabschieden! (Arwen ging) Aber trotzdem danke! Ich muss so viel erledigen! Jetzt, nachdem ich so viel Zeit verplempert habe (er schaute zu Gandalf). Also, noch einen schönen Geburtstag Lord Elrond. Auf Wiedersehen! Ich finde den Weg schon allein, bleibt ruhig sitzen!

Der Nazgûl ging und alle standen immer noch wie angewurzelt da, außer Arwen, die war ja schon wieder in der Küche!
Engwaarda: War… war das da eben wirklich ein… ein Nazgûl?
Aragorn: Also, von seiner äußeren Erscheinung ausgehend, würde ich diese Frage mit Ja beantworten!
Engwaarda: OK!
Celebrían: Elrond, möchtest du dich nicht langsam mal wieder hinsetzten und das Paket öffnen?
Elrond (erwachte aus seiner Starre): Ja, ja, sofort! Aber, ich hab heute Geburtstag?

Kapitel 28
Elrond: Ich hab heute Geburtstag?

Er ging zurück zum Tisch, der jetzt schon abgeräumt war und setzte das Päckchen vorsichtig auf die Tischplatte. Dann ließ er sich selbst auf seinen Stuhl fallen und schaute die Umstehenden an. Celebrían fing langsam an zu nicken.

Und da kam auch schon wieder Arwen ins Zimmer. Sie ignorierte die Stille und drückte Gandalf den vollen Teller in die Hand. Der setzte sich auch an den Tisch und fing an zu essen, natürlich beobachtete er dabei das Geschehen im Raum.
Arwen: Was ist denn hier schon wieder los?
Elrond: Ich hab heute Geburtstag?
Arwen: Ähm, nun, ja, nun, ähm, ja!
Elrond: Was nun?
Galadriel: Ja, bei Eru, du hast heute Geburtstag, na und? Jetzt mach endlich das Päckchen auf!

Elrond schaute seine Schwiegermutter streng an, doch es half nichts. Auch der Rest lunste neugierig auf das Päckchen. Geschlagen gegeben nahm er sich ein Messer und zerschnitt das Seil, welches das Päckchen zusammen hielt. Es machte Plopp und lag vollkommen auseinander gefallen auf dem Tisch. Allerdings umhüllte es noch eine große Rauchwolke.

Alle beugten sich über die Rauchwolke und versuchten die Schwaden mit ihren Händen zu verscheuchen. Es dauerte einige Zeit bis sich der Dunst verzogen hatte.
Nachdem wieder klare Sicht herrschte, sah man die Hülle des Präsents und ein bisschen Konfetti, was rundherum lag. Aber von einem Inhalt der der Verpackung gerecht wurde, war nichts zu sehen!

Doch halt! In der Mitte des Geschenks lag tatsächlich ein klitzekleiner Gegenstand. Elrond nahm ihn in die Hand und betrachtete ihn neugierig. Es war ein Würfel, rosa, mit Blumenmuster darauf. Elrond kratzte sich am Kopf und fragte sich, was er damit anstellen sollte. Als Briefbeschwerer war er zu leicht. Für ein Würfelspiel waren keine erkennbaren Punkte darauf. Er beschloss, dass Tom wahrscheinlich etwas abwesend gewesen war, als er das Geschenk einpackte. Oder der Nazgûl…

Da wurde er an der Schulter getippt!
Es war Celebrían, die ihm einen Zettel vor die Nase hielt.
Nach einer Glückwunschkarte sah das nicht aus! War es auch nicht. Es war eine Gebrauchsanleitung!

‘Herzlichen Glückwunsch! Sie haben soeben ein Produkt der Marke ‘fragrance & relaxation’ erworben! Diesen Feelgood-Würfel mit etwas Wasser betupfen und einfach entspannen! - Wirkt bis zu einem Jahr! - Bei unerwarteten Nebenwirkungen ist der Hersteller nicht aufzusuchen und auch kein Gerichtsverfahren zu eröffnen! - Vielen Dank für ihr Vertrauen! - Bombadil Corp. .’

Elrond war verblüfft! Er hätte nicht gedacht, dass Tom Bombadil ein Unternehmen gegründet hatte und dann seine Werbeprodukte als Geburtstagsgeschenke verschickte!
Doch plötzlich wurde ihm wieder auf die Schulter getippt. Aber wesentlich rüder als das letzte mal. Es waren Merry und Pippin, die auch sehen wollten, was er bekommen hatte.

Er zeigte ihnen den Stein und wurde sogleich aufgefordert der Gebrauchsanleitung zu folgen. Er kam dem nach! Er legte den Stein auf einen kleinen Teller, der noch auf dem Tisch stand und wollte gerade nach etwas Wasser fragen, als er eine ganze Schüssel voll vor die Nase gehalten bekam. Sam hatte schnell reagiert und dem Elben die Schüssel hingehalten. Elrond dankte ihm und tauchte dann einen Löffel in das Wasser und hob ihn über den Würfel. Er hatte schon Wasser auf den Würfel geträufelt, als Celebrían aufschrie:

Celebrían: Warte! Lies dir das erst durch!
Doch zu spät. Der Würfel dampfte kurz und es entfaltete sich ein angenehmer Geruch nach Rosen in dem Saal aus. Alle schnupperten und Celebríans Ruf blieb ungehört.
Man fühlte sich plötzlich belebt und frisch! Aber halt! Wirklich alle? Besser gesagt Mann fühlte sich belebt! Die Frauen im Saal verfielen in einen ohnmachtsähnlichen Zustand. Sie sackten in ihren Stühlen zusammen oder konnten gerade noch so aufgefangen werden.

~#~#~

Aragorn: Elrond, was hat das zu bedeuten?
Aragorn zeigte auf all die bewusstlosen weiblichen Wesen im Saal. Die Männer hatten sie alle auf ihre Stühle zurückgesetzt und sahen nun Elrond fragend an.
Merry: Hat Lady Celebrían nicht noch etwas gesagt, bevor sie…?
Elrond: Was? Was sagst du da?
Merry: Nun, sie sagte irgendetwas wie ‘Warte! Lies dir das durch!’ oder so.
Elrond ging zu seiner Frau und untersuchte sie. Sie hatte tatsächlich noch einen Zettel in der Hand.

Lieber Benutzer,
dieses Produkt darf nicht in Gegenwart von Östrogenträgern kommen, da sonst komaähnliche Zustände entstehen, die nur selten von kurzer Dauer sind!
Bombadil Corp.

Merry: Was bedeutet das?
Keiner reagierte auf seine Frage. Also beschloss er erst einmal seinen Mund zu halten, aber Pippin wollte nicht warten.
Pippin: Was heißt das Elrond?
Elrond: Das heißt, dass alle Frauen die in die Nähe dieses Undings kommen in Ohnmacht fallen und wahrscheinlich erst einmal sehr lange schlafen.
Legolas: Was? Aber, aber das darf doch nicht wahr sein!
Gimli: Nicht aufregen, Legolas!
Legolas: Nicht aufregen, nicht aufregen? Ich hab endlich meine Lúthanell wieder und dann so was! Ich werde diesen Bombadil umbringen! Wer folgt mir?

Elrohir, Elladan und Haldir meldeten sich sofort. Nur durch den strengen Befehl Elronds und Thranduil konnte man sie davon abhalten.
Celeborn entschied erst einmal die Frauen in eine angenehmere Atmosphäre, sprich ihre Zimmer zu bringen. Und dann sollten sie weiter sehen. Elrond beauftragte Gandalf den Würfel zu vernichten, damit nicht noch mehr Frauen in seinem Haus umkippten. Dann nahm sich Elrond Celebrían und brachte sie auf ihr Zimmer. Derweil trug Celeborn seine Frau Galadriel, Elladan und Elrohir schnappten sich ihre Verlobten, Aragorn, Legolas, Eomer und Faramir nahmen ihr Frauen auf den Arm. Elfwine trug Engwaarda, Eldarion Ancalime und Haldir Falathwen zu ihren Zimmern. Die Hobbits nahmen die Kinder und der Rest ging schon einmal zum Kaminzimmer. Dort wollten sie sich beraten.

~#~#~

Während Elrond von Zimmer zu Zimmer ging und nach den Frauen sah, saß Eldarion bei seinem Kind. Innmanadh lag in seinem Bett und schlief. Seine beiden anderen Kinder lagen bei seiner geliebten Ancalime. Eldarion war gerade aufgefallen, dass er sich noch gar nicht richtig bei seiner Verlobten für diese drei Winzlinge bedankt hatte. Seine Mutter hatte sie vor circa drei Monaten einfach so nach Bruchtal mitgenommen. Eine Woche vorher hatte sie ihm anvertraut, dass sie schwanger war, von ihm. Er fand ebenfalls heraus, dass seine Eltern schon viel eher davon wussten. Am Anfang war er deshalb auch sauer gewesen, aber als sie dann weg war, war er doch irgendwie traurig. Und nun lag sie nebenan und wurde von Elrond und Aragorn untersucht. Sein Onkel Elrohir und Celeborn waren gerade bei Arwen.

~#~#~

Celeborn: Wie konnte Elrond nur dieses Päckchen öffnen?
Elrohir: Wer hat ihn denn so dazu angefeuert?
Celeborn: Was kann ich dafür, dass deine Großmutter deinen Vater so leicht unterbuttern kann?
Elrohir: Ja, ja. Sie kann einen schon manchmal Angst machen.
Celeborn: Baumbart hat es geschafft sie ruhig zu halten. Vielleicht sollte er eine Praxis eröffnen!
Elrohir: Wann hat Galadriel das letzte mal Baumbart getroffen? Das muss doch schon ewig her sein!
Celeborn: Nein, er hat uns letzte Woche nach Bruchtal begleitet! War recht amüsant!
Elrohir: Baumbart ist hier? Warum hat er sich noch nicht gezeigt. Und was war so amüsant?
Celeborn: Er meinte, er würde erst noch den Bäumen hier einen Besuch abstatten. Er wollte zum Kaffee kommen. Und das vergnügliche an der Reise war, dass deine Großmutter keinen Ton in der Gegenwart Baumbarts von sich gab. Es war der pure Genuss in Ruhe neben ihr reiten zu können.
Elrohir: Tatsächlich!

~#~#~

Haldir: Elladan, bitte setzt dich!
Elladan: Wie kannst du nur so ruhig dasitzen, wo du doch weißt, dass deine Schwester und deine Freundin im Koma liegen?
Haldir: Ich bin genauso beunruhigt über den Gesundheitszustand der Frauen, wie du! Nur, wenn sie mich so hin und her rennen sehen würden, dann wären sie sicher auch nicht erleichterter. Setzt dich endlich, bitte! Es wird sicher alles gut!
Elladan: Hoffentlich! Zum Glück ist mein Vater da, der weiß, was zu tun ist.
Haldir: Ja. Und Elladan, versprich mir, dass du, egal was passiert, die Finger vom Alkohol lässt!
Elladan: Ich werd’s versuchen!
Haldir: Nein, bitte versprich es mir! Wenn Quelleving aufwacht, sollte sie einen nüchternen Elladan vorfinden!
Elladan: Ja, o.k. ich versprech’s!
Haldir: Schön! Ich geh mal zu Falathwen.

Er ging zur Tür und war schon dabei sie zu öffnen, da kam sie ihm entgegen. Haldir reagierte allerdings noch schnell genug um ihr auszuweichen.
Thranduil: Oh, Verzeihung Haldir.
Haldir: Nichts passiert. (zu Elladan) Wir sehen uns im Kaminzimmer.
Thranduil: Wie geht es meiner Tochter?
Elladan: Sie liegt da, wie wir sie hingelegt haben. Sie hat sich keinen Zentimeter gerührt.
Thranduil: Hmm. Wie die anderen Frauen. Es ist einfach unfassbar, dass jemand so etwas machen kann. Ausgerechnet meine Töchter. Ich versteh es einfach nicht!
Elladan: König Thranduil, es wird schon alles wieder gut. Mein Vater wird sicher einen Ausweg aus der Misere wissen! Schließlich hat er auch ein Mittel gegen diese Feuerkröten gehabt!
Thranduil: Hoffentlich hast du recht Elrohir.
Elladan: Ähm König Thranduil, mein Name ist Elladan! Mein Bruder heißt Elrohir.
Thranduil. Mmh, meinetwegen! Ich werde mal zu Legolas schauen.
Thranduil verließ, wie vorhin schon Haldir das Zimmer. Elladan setzte sich derweil auf Quellevings Bett und nahm ihre Hand.
Elladan: Quelleving, Liebes, bitte wach wieder auf! Ich vermisse deine Stimme und dein Lachen. Bitte werd wieder munter!
Quelleving rührte sich allerdings keinen Zentimeter. Elladan wartete noch zehn Minuten, ging dann allerdings, da er sich am Rat seines Vaters beteiligen wollte.

~#~#~

Thranduil: Legolas, wie geht es ihr? Legolas?
Gimli: König Thranduil, euer Sohn ist leider nicht mehr ansprechbar. Er sitzt nur noch da und starrt sie an.
Thranduil: Nicht auch noch mein Sohn!
Gimli: Bitte, König Thranduil beruhigt euch. Es bringt gar nichts, wenn ihr euch jetzt aufregt!
Thranduil: Ich muss zu Elrond.
Gimli: Aber König Thranduil….

Doch Thranduil war schon wieder weg. Er stürmte über die Flure zum Kaminzimmer. Elrond und Celeborn saßen schon dort und diskutierten mit Gandalf. Die Hobbits saßen in einer Ecke und spielten Karten. Sie wurden zur Ruhe gebeten, und um keinen Ärger zu verursachen, hielten sie sich einmal an das Gebot.
Thranduil: Elrond, tue endlich etwas. Mein Sohn ist schon ganz apathisch. Er sitzt nur da und schaut seine Frau an.
Elrond: Thranduil, beruhig dich! Wir haben schon etliche Möglichkeiten diskutiert, aber uns fällt einfach nichts ein!
Aragorn: Wie wäre es, wenn wir einfach mal bei Tom vorbeischauen.
Elladan: Und bei der Gelegenheit gleich mal sein Unternehmen unter die Lupe nehmen!
Haldir: Wir könnten ihn auch gleich die Lizenz entziehen.
Elrohir: Oder ihn gleich umbringen…
Celeborn: Bitte setzt euch erst einmal, ehe ihr irgendwelche Mordanschläge plant. Wir müssen uns erst um die Frauen kümmern und natürlich auch um die Kinder.

Eldarion, Elfwine, Eomer, Faramir und Legolas gestützt von Gimli kamen gerade ins Zimmer. Sie setzten sich und warteten auf einen Beschluss von Elrond.
Doch selbst Elrond wusste keinen Rat. Er hatte so einen Vorfall noch nie gehabt und konnte sich auch keinen Reim draus machen, was dagegen helfen sollte.
Elrond: Ich finde wir sollten tatsächlich mit Tom Kontakt aufnehmen. (Elrohirs Augen blitzten auf) Allerdings schicken wir nur einen Vogel mit einer Botschaft. Es würde zu lange dauern, bis ein Reiter dort eintreffen würde. Hoffentlich weiß Tom ein Mittel gegen diesen Schlaf.
Frodo: Aber stand auf der Karte man soll sich nicht an den Hersteller wenden?
Elrond: Das ist mir egal, er wird uns helfen oder er hat ein großes Problem im Nacken sitzen!
Celeborn: Dann wollen wir mal ein Schreiben verfassen. Papier und Tinte bitte!

Irgendjemand drückte Celeborn das gewünschte in die Hände und er schrieb einen netten kleinen Brief an Tom in dem er höflich um Hilfe bat. Danach rief Elrond nach einem schnellen Vogel und band diesem die Botschaft ans Bein und ließ ihn fliegen. Nun mussten die Herrschaften warten, bis sie eine Antwort bekommen.
Den Hobbits wurde schnell langweilig. Der Rest saß immer noch da und überlegte, ob es nicht doch ein Mittel gab, dass helfen würde.
Pippin: Merry, mir ist langweilig!
Merry: Wem sagst du das.
Pippin: Wie spät ist es?
Merry: So halb drei.

Kurzes Schweigen.
Pippin: Da Elrond doch Geburtstag hat, müsste er doch eigentlich einen Haufen Geschenke bekommen, oder?
Merry: Ja, eigentlich schon!
Pippin: Und warum hat er dann noch kein einziges bekommen?
Merry: Vielleicht wollte Arwen bis zum Kaffee damit warten.
Pippin: Mich würde sehr interessieren, was alles in den Geschenken drin ist. Ich hab nämlich vorhin einen Tisch voller Geschenke gefunden!
Sam: Wo denn?
Frodo: Wann denn?
Pippin: Na im Nebenzimmer vom großen Saal, da steht ein ganzer Tisch voller großer bunter Geschenke!
Sam: Das glaub ich dir nicht!
Merry: Wir können das ja mal überprüfen.

Und so geschah es, dass die vier in besagtes Zimmer gingen und sich den Gabentisch etwas genauer anschauten.
Da stand zum Beispiel ein großes flaches Rechteck gegen das Tischbein gelehnt. Es wirkte sehr imposant, obwohl es noch verpackt war. Dann standen etliche verpackte, aber trotzdem leicht als Flaschen erkennbar, Geschenke auf dem Tisch. Dazwischen lagen zwei identisch aussehende grüne Umschläge.
Die Hobbits untersuchten alles sehr genau, natürlich ohne irgendetwas zu beschädigen. Doch plötzlich hörten sie ein Räuspern von der Tür. Merry, Pippin, Frodo und Sam drehten sich erschrocken herum und erblickten Gimli, Celeborn, Thranduil, Elrond, Haldir und die Zwillinge im Türrahmen.

Merry: Ähm,…
Pippin:…..
Frodo: Ähm, alles, alles gute zum Geburtstag, Elrond?!
Er hielt ihm irgendein Geschenk entgegen und hoffte, dass es kein Theater gab, wegen dem unerlaubten Bestaunens.
Elrond griff sogar zu.
Elrond: Ihr wollt die doch nicht etwa alle ohne mich auspacken?
Pippin: Wir haben gar nichts ausgepackt! Wir haben sie uns nur angeschaut, ehrlich!
Elrond: Schon gut! Da wir ja im Moment nichts zu tun haben, könnte ich doch mal schauen, was da alles so drin steckt, oder?
Merry: Aber Arwen hatte das Geschenkeauspacken erst für nach dem Kaffee geplant.
Elrond: Sind das meine Geschenke oder Arwen’s? Habe ich Geburtstag oder sie?
Pippin: Du natürlich. Ähm, wie wäre es, wenn du die Geschenke nebenan auspackst?
Elrond: Das ist eine gute Idee. Kommt!

Alle folgten Elrond mit einem oder zwei Geschenken im Arm. Dann ließ man noch Eomer und Faramir rufen, damit wenigstens alle Männer anwesend waren.
Elrond hatte immer noch das Geschenk in der Hand und schaute es sich jetzt etwas genauer an.
Eomer: Ähm, das ist von mir, Lothíriel und meinem Sohn Elfwine.
Elrond dankte ihm und packte es aus. Es war eins von den identischen. Und darin steckte eine Karte. Elrond las sie durch und danke Eomer erneut.
Dann nahm er sich das ähnelnde Geschenk. Dazu kam der Kommentar es sein von Eowyn und Faramir. Elrond nickte erneut und öffnete es. Auch darin befand sich eine Karte. Nun schmunzelte Elrond.
Elrond: Es ist erstaunlich. Trotz Tausender Meilen Entfernung hatten die Herrschaften von Ithilien und Rohan die gleiche Idee für ein Geschenk an mich.
Pippin: Was ist es denn? Los sag schon Elrond.
Gandalf: Peregrin sei nicht immer so übereifrig!….. Was ist es denn Elrond?
Elrond (lacht): Es sind Einladungen zum Besuch der Quellen in Ithilien.
Das war in der Tat amüsant und alle schlugen Eomer und Faramir auf die Schultern. Es hatte bis jetzt noch niemand geschafft das gleiche auf einem Fest zu verschenken.
Elrond: Ich danke euch. Wollen wir mal sehen was in dem hier ist.
Legolas: Entschuldigt Lord Elrond, aber ich würde gern wieder zu Lúthanell gehen.
Elrond: Natürlich. Aber ihr verpasst das beste!
Legolas: Das nehme ich in Kauf!

Legolas verließ das Zimmer und Gimli folgte ihm vorsichtshalber. Er war schließlich Legolas’ bester Freund und wollte lieber ein Auge auf ihn werfen.
Elrond: So, nun, von wem ist dieses Geschenk?
Keiner meldete sich.
Elrond: Nun?
Elrohir: Ähm, das könnte von Tanwethiel sein. Ich glaub sie hatte neulich so ein Papier in der Hand.
Elrond: Ah ha. Dann wollen wir mal sehen. Es klappert, also ist es schon mal nichts zum Lesen und zum Trinken.
Er wickelte ganz vorsichtig das Päckchen aus und zum Vorschein kam ein kleiner Kasten. Darauf stand: ‘Für den Notfall ein SOS - Paket (Inhalt: Oropax, Schlaftabl. und eine Flasche Met), haltbar bis: siehe Boden’
Elrond war erstaunt. Seine Schwiegertochter in Spe. war sehr vorausschauend. Er musste sich unbedingt bei ihr bedanken. Aber erst später, denn nun reichte ihn Merry sein und Pippins Geschenk. Es war schon an der Verpackung zu erkennen, dass es ein Bierkrug war. Und darin steckte nach Hobbitmanier ein ganzes Bündel Pfeifenkraut.
Pippin: Das beste was das Auenland zu bieten hat, Langgrundblatt aus dem Südviertel.
Elrond: Ah ja, das wollte ich schon immer mal probieren.

Das war natürlich gelogen. Seitdem Elrond in seinen frühen Jahren mal geraucht hatte und dann aber in die Medizin eingewiesen wurde, hatte er damit schleunigst wieder aufgehört. Er wollte es lieber nicht riskieren ein Raucherbein zu bekommen. Es wunderte ihn, dass Gandalf noch keinerlei Beschwerden aufwies. Er rauchte ja ständig, selbst jetzt. Und sogar sein Schwiegersohn paffte wieder vor sich hin. Obwohl so ein Pfeifchen… Nun ja. Die Geschenke warteten. Nun kam Sam dran.
Sam: Das ist von Rosie, den Kindern und mir. Wir hoffen es gefällt dir.
Es war ein Buch. Elrond war überrascht. Sam hatte sich die Mühe gemacht und einen Gedicht-Band zusammengestellt und dann noch ordentlich angefertigt.
Elrond: Das ist ein sehr schönes Geschenk Sam. Ich danke dir und deiner Familie sehr.
Pippin (flüsternd zu Merry): Elrond mag Sams’ Geschenk mehr als unseres!
Elrond: Das ist nicht wahr Pippin. Siehst du… (hustend) das ist…
Der Rest des Satzes ging in lautem Husten unter. Aragorn reichte Elrond ein Glas Wasser zum beruhigen. Elrond hatte sich nämlich gerade eine Pfeife mit dem Kraut angesteckt um zu beweisen, dass er Merry und Pippins Geschenk auch toll fand. Nur ging es ihm jetzt nicht gerade gut. Ihm war schlecht.

Er entschied sich das Auspacken der Geschenke zu verschieben und erst einmal auf die Toilette zu gehen.
Der Rest blieb weiterhin sitzen. Nach zehn Minuten entschlossen sich Elladan, Elrohir, Haldir, Eomer und Faramir zu ihren Frauen bzw. Freundinnen zurück zu gehen. Eldarion und Elfwine waren schon vorher wieder gegangen.

Kapitel 29
Haldir war, nachdem er kurz bei Ancalime vorbeigeschaut hatte, wieder bei Falathwen im Zimmer. Er hatte sich neben sie aufs Bett gelegt um sich ein wenig zu entspannen. Dann hatte er begonnen ihr von den Geschenken zu erzählen und dass es ihrer Tochter den Umständen entsprechend gut ginge. Während er sprach rollte sich Falathwen auf seine Seite und kuschelte sich an ihn. Haldir zuerst überrascht, wollte schon aufspringen, doch Falathwen hing an ihm und so hinderte sie sein Weggehen.

Nach kurzer Zeit fing Haldir an einzuschlummern. Er wollte eigentlich gar nicht schlafen, aber er fühlte sich gerade so geborgen, dass er gar nicht anders konnte. Doch nach kurzer Zeit hörte er seinen Namen rufen. Zuerst dachte er Falathwen wäre erwacht, doch es war nicht Falathwen.

Es war Rúmil. Er sagte ihm, dass gerade eine Antwort gekommen sei.
Anscheinend waren nicht nur ein paar Minuten, sondern mindestens eine Stunde vergangen. Haldir wollte schon aufstehen und das Zimmer verlassen, als er bemerkte, wie er Falathwen wieder mit sich zog. Sie hing schon halb aus dem Bett und klammerte sich mit einer Hand an Haldirs Tunika fest. Er war überrascht, dass die Tunika das aushielt, doch in dem Augenblick riss sie entzwei. Haldir konnte gerade noch so verhindern, dass Falathwen auf dem Boden schlug. Und nun hing sie so halb in der Luft. Haldir wusste nicht so recht was er jetzt tun sollte, denn das Nachthemd begann auch noch ihre Arme hoch zu rutschen.

Er sah seinen Bruder flehend an ihm doch zu helfen, doch der war schon wieder weg. Jetzt hatte er den Salat. Ihm blieb nichts anderes übrig, als sie ganz aus dem Bett zu ziehen und dann wieder ordentlich hin zu legen. Doch als er gerade dabei war sie zuzudecken, umschlang sie seinen Hals und küsste ihn. Natürlich schlief sie noch und bekam davon nichts mit, aber Haldir dafür umso mehr. Er musste sich wirklich beherrschen und sie zurückdrücken. Allerdings fing sie jetzt an um sich zu schlagen. Haldir wollte schon fast verzweifeln, als er eine Bewegung an der Tür vernahm.

Es war Elrohir.
Elrohir: Brauchst du Hilfe, oder soll ich dir lieber erst was zum Anziehen suchen?
Er deutete auf die zerrissene Tunika.
Haldir: Das war sie. Und jetzt will sie sich nicht mehr beruhigen. Sie scheint ihren Schlaf in die Realität umzusetzen.
Elrohir: Dann bin ich mal gespannt, wenn sie wach wird, ob sie dich dann immer noch so stürmisch küsst.
Haldir: Du hast das gesehen?
Elrohir: Allerdings. Aber ich verrate es sicher keinem.
Haldir: Das war ich nicht, das war sie. Und jetzt hilf mir endlich!
Elrohir gab Haldir eine neue Tunika und sprach dann zu Falathwen.
Elrohir: Falathwen, Schätzchen, bitte beruhig dich. Beruhig dich, du bist hier in Sicherheit.
Und tatsächlich es half. So konnten die zwei Elben sie zudecken und wieder ins Kaminzimmer gehen.

~#~#~

Thranduil: Und was schreibt er? Elrond, was schreibt er?
Elrond: Dass es bis jetzt noch kein Mittel geben würde, dass gegen diesen Schlaf hilft.
Eldarion: Na toll!
Aragorn: Wie lang, ähm hat Tom Bombadil denn schon mal solche Fälle gehabt?
Elrond: Er schreibt, es könnte eine Woche, drei Monate, aber auch zehn Jahre dauern. Außerdem weist er darauf hin, dass das in der Anleitung stehen würde.
Celeborn: Hmm.
Elrohir: Wie wäre es denn, wenn…
Merry (stürzt in den Raum): Elrond! Du hast Besuch! Los komm!
Elrond: Gleich. Elrohir, was wolltest du sagen?
Elrohir: Jetzt hab ich’s vergessen. War sicher nicht so wichtig.

Elrond nickte ihm zustimmend zu und ging dann zur Tür. Dort standen schon drei Personen. Eine kleine und zwei große. Elrond befürchtete schon das schlimmste.
Es waren Bilbo Beutlin, Glorfindel, sein ehemaliger Berater und Círdan, der Schiffbauer.
Elrond: Willkommen in Bruchtal. Seid ihr auch Gäste des Rates?
Elrond wollte sich an seinem Geburtstag einen kleinen Spaß mit den dreien erlauben. Aragorn hatte ihm vorhin noch erzählt, dass der Rat eine Idee von Arwen gewesen sei, um ihn nach Bruchtal zu locken. Und Glorfindel, Círdan und Bilbo wussten ja noch nicht, dass Elrond wusste, dass heute kein Rat stattfand.

Glorfindel: Ähm ja genau, Elrond.
Elrond: Und der Hobbit muss auch anwesend sein?
Bilbo: Ich bin hier, weil ich, weil ich den Waldläufer mal wieder sehen möchte!
Elrond: Und ihr Lord Círdan lasst eure Schiffe allein am Hafen?
Cirdan: Nun ja, ich fliege morgen wieder zurück. Ups.
Elrond: Meintet ihr nicht, dass die Fluglinie gesperrt sei.
Círdan: Nun, ja. Es ist eben… wie es ist, so ist es eben.
Elrond: Ähm, ja. Folgt mir, ich zeige euch eure Zimmer.
Glorfindel: Ist denn Lady Arwen nicht da?
Elrond: Meine Tochter ist im Moment unpässlich. Eigentlich sind alle Frauen in diesem Tal unpässlich. Wir hatten nämlich Besuch von einem Nazgûl.
Glorfindel: Wie bitte?
Elrond: Ja, vor etwa fünf Stunden kam ein Nazgûl, überreichte mir ein Päckchen und ging wieder. Als ich es auspackte und der Anleitung folgte, fielen alle Frauen in dem Raum ins Koma. Sie liegen jetzt alle in ihren Zimmern.
Bilbo: Warum sollte dir ein Nazgûl ein Päckchen geben?
Elrond: Das Päckchen kam von Tom Bombadil, der Nazgûl war nur der Bote. Und dann hatten wir heute früh noch Besuch von Mullog, dem Sohn von Gollum.
Glorfindel: Gollum hat einen Sohn?
Elrond: Ja, allerdings! Aber er ist zutraulich. Orophin und Rúmil behalten immer ein Auge auf ihm.
Lord Círdan: Ihr lasst ihn frei rumlaufen?

Und um seine Frage zu beantworten liefen gerade Mullog, Merry, Pippin, Frodo, Sam und Haldirs Brüder durch den Flur. Sie wollten wieder einmal baden gehen. Arwen konnte sie ja schließlich nicht daran hindern und die anderen hatten alle nichts dagegen.
Elrond: Wie ihr seht, ja. Er ist ein freies Wesen und morgen werde ich über seinen Asylantrag entscheiden. Aber nun kommt. Ihr wollt euch sicher kurz frisch machen!

Die drei folgten ihm. Doch nach kurzem Überlegen musste Elrond eingestehen, dass er gar nicht wusste, welche Zimmer noch frei waren. Zum Glück lief ihm Elrohir über den Weg. Er nahm seinem Vater die Gäste ab und führte sie dann zu den Zimmern. Elrond ging derweil wieder zurück zum Kaminzimmer. Doch kurz darauf kamen die Hobbits, Mullog, Orophin und Rúmil, immer noch in Badehosen, ins Zimmer gestürmt. Sie zitterten am ganzen Leib.
Pippin: El… Elro…. Elrond.
Elrond: Was ist denn mit euch los? Wolltet ihr nicht baden gehen?
Merry: Woll… wolll… wollten wi… wir auch. Ab… aberrr ess Ssschneit draußßen!
Elrond: Wie bitte? Heute früh war es doch mollig warm!
Bilbo (außer Atem): Elrond, Glorfindel hat’s niedergehauen. Ein Hagelkorn hat ein Fenster eingeschlagen und da hat er ein paar Splitter abbekommen. Und das Zimmer sieht jetzt auch ein bisschen ruiniert aus.
Aragorn: Noch mehr Verletzte. Das wird noch ein wunderschöner Tag.
Elrond sah Aragorn streng an.
Aragorn: Was denn?
Elrond: Ich denke wir sollten nach Glorfindel schauen.

~#~#~

Währendessen schlich Baumbart um das Haus herum. An der Eingangstür hatte ihn keiner aufgemacht und so versuchte er irgendwo jemanden zu finden. Schließlich wollte er nicht umsonst den ganzen Weg von seinem geliebten Wald hier hergetrottet sein.

Und schließlich fand er auch eine Tür, die offen stand. Sie war zwar für Baumbart ein wenig niedrig, aber er kam durch. Nun stand er in Ancalimes Zimmer. Eldarion war in seinem Sessel eingeschlafen und bemerkte den laufenden Baum nicht. Baumbart, aber ging nicht gleich weiter, sondern betrachtete erst noch die Schlafenden. Er bemerkte, dass Ancalime und ihre beiden Töchter keinen normalen Schlaf hielten. Und Baumbart unternahm auch sogleich etwas dagegen. Er tat in den Becher Wasser auf dem Nachttisch eins von seinen Blättern hinein und wartete kurz, dann setzte er ihn Ancalime an die Lippen. Diese trank ein paar Schluck und erwachte nach ein paar Minuten wieder.

Aber als Ancalime erwachte, war sie überhaupt nicht erleichtert. Sie sah direkt in die Augen eines riesigen Baums in ihrem Zimmer. Daraufhin fing sie an zu schreien. Hysterisch, versteht sich. Davon wurde Eldarion natürlich wach. Und der war auf den ersten Blick natürlich auch erschrocken. Er hatte Baumbart noch nie persönlich gesehen, aber erkannte ihn. Deshalb sprang er jetzt zu Ancalime und beruhigte sie.
Außerdem war er froh, dass sie wieder wach war und deswegen hielt er sie erst mal fest an sie gedrückt. Ancalime beruhigte sich langsam wieder und starrte Baumbart nur noch an.

Apropos Baumbart. Der war auch überrascht, dass dieses Mädchen plötzlich anfing zu schreien. Das machte ihn natürlich auch unruhig und deshalb zog ein scharfer Wind durch das Zimmer. Aber nur ganz kurz, denn Baumbart war zurückgestolpert und hingefallen und durch die Wucht des Falls, kam ein kräftiger Wind auf.

Aber nun egal. Ancalime war wieder wach, dank Baumbarts Trunk und Eldarion war froh sie wieder munter zu sehen. Sie baten Baumbart den Trunk auch bei ihren Kindern anzuwenden. Und auch Melima Enyalie und Mireyen waren wieder putzmunter. Sie bedankten sich abermals Baumbart und baten ihn ihnen zu folgen. Sie wollten ihn zu Elrond bringen. Auf dem Weg dorthin erklärte Eldarion, dass durch das Geschenk Tom Bombadils alle Frauen Bruchtals eingeschlafen wären und sie bis jetzt nichts geweckt hätte.

~#~#~

Inzwischen waren Aragorn, Elrohir und Elrond auf dem Weg zu Glorfindel. Sie hatten die Hobbits erst einmal zum Umziehen geschickt und dann entschlossen mal nach Glorfindel zu schauen.
Er lag tatsächlich auf seinem Bett und war ohnmächtig. In seinen Fenstern waren keine Scheiben mehr und der Boden war klatschnass. Elrohir holte sofort jemanden der das beseitigte. Derweil trugen Aragorn, Elrond und Círdan Glorfindel in ein anderes Zimmer, denn draußen war es jetzt eiskalt und ohne Fensterscheiben wurde es unangenehm im Zimmer.

Nach kurzer Zeit erwachte Glorfindel wieder. Er war noch ein wenig benommen und sein Kopf tat ihm weh. Elrond war gerade dabei gewesen seine Schnittwunden auf den Armen zu verarzten. Glorfindel zuckte zusammen und machte ein unwilliges Geräusch.
Aragorn: Ganz ruhig Glorfindel. Elrond behandelt gerade deine Schnittwunden. Was ist passiert?
Glorfindel: Ich kam ins Zimmer und war gerade dabei meine Sachen weg zu legen, als das Fenster entzwei sprang und mich etwas am Kopf traf. Dann bin ich erst wieder hier erwacht.
Elrond: Bilbo kam zu uns und meinte du wärst ohnmächtig. Wir mussten dich in ein anderes Zimmer bringen. Das vorherige sieht sehr verwüstet aus. Überall liegt Glas und Wasser. Ich frag mich, was das Wetter heute noch so bringt.

Ancalime: Elrond….
Aragorn: Ancalime! Du bist wieder wach? Warum bist du wieder wach?
Ancalime: Elrond, im Flur steht jemand, der dich gerne sehen würde.
Elrond: Traut er sich nicht herein?
Ancalime: Nein, eigentlich nicht… Komm bitte.

Elrond erhob sich und drückte Aragorn das Verbandszeug in die Hand und ging auf den Flur, dort wusste er erst nicht was los war, denn ihm gegenüber stand auf einmal ein Baum. Doch Elrond erkannte schnell, dass es kein Baum, sondern Baumbart war.
Elrond: Baumbart, was machst du denn hier?
Baumbart: Hmmm… Das Wetter ist sehr schlecht….
Elrond: Tatsächlich.
Baumbart: Und eure…. Frauen schlafen….
Elrond: Das stimmt. Außer Ancalime, die ist wieder wach.
Baumbart: Ich fand die schöne…. Maid schlafend…. vor. Ich weckte sie…. mit einem…. Trank von mir.
Elrond: Wirklich? Das ist ja wunderbar. Baumbart, könntest du auch den anderen Frauen alle den Trank geben? Wir fanden noch kein Mittel was wirkt.
Baumbart: Bei diesem…. Schlaf gibt es auch… kein anderes Mittel. Ich werde euch gerne…. helfen.
Elrond: Danke! Ich werde dich zu ihnen führen.

~#~#~

Elrohir: Leute, wir haben ein Mittel gefunden!
Elrohir hatte natürlich mitbekommen, dass Baumbart im Flur stand und folgte seinem Vater zu den Schlafenden. Als er sah, dass Baumbarts Trank wirkte, lief er sofort zu den Männern, die sich im Saal versammelt hatten und noch gar nicht von Baumbarts Ankunft wussten.

Daraufhin sprangen alle auf und rannten zu den Zimmern der Frauen.
Die meisten waren schon wach, da die Arznei schnellt wirkte. Elladan, Elrohir und Legolas fielen ihren Freundinnen bzw. ihrer Frau sofort um den Hals. Auch Celeborn, Aragorn, Faramir, Eomer, Elfwine und Elrond waren froh, dass ihre Liebsten ihre Augen wieder aufschlugen. Thranduil war mit bei seiner Tochter und atmete erleichtert auf, als sie wieder unter den Wachenden war.

Haldir saß gerade an Falathwens Bett, da bei seiner Schwester ja Elrohir war.
Sie hatte ihr Mittel schon vor zehn Minuten bekommen, regte sich aber immer noch nicht. Haldir wartete gespannt. Plötzlich regte sie sich. Sie redete, immer noch schlafend. Sie sprach seinen Namen.
Falathwen (flüsternd): Haldir…. du verdammter Elb.
Er beugte sich weiter zu ihrem Gesicht um besser hören zu können. Warum nannte sie ihn einen verdammten Elb. Er war immer anständig gewesen. Doch er konnte nicht weiter denken, denn ihre Lippen hielten seine in einem Kuss gefangen.

Irgendwie hatte Haldir gerade ein déjà-vu.
Falathwen: Du sturer Elb. Das hätten wir schon viel eher machen können.
Haldir: Du bist wach?
Falathwen: Nein!
Haldir: Ach so. Dann stört es dich sicher nicht, wenn ich ins Bad gehe und etwas hole, was dich endlich wach macht.
Haldir erhob sich, wurde aber an seiner Tunika festgehalten. Und ratsch, war auch diese hin.
Falathwen: Ups! (lacht)
Haldir: Nicht schon wieder. Du hast ein Faible meine Tuniken zu ruinieren.
Falathwen: Das wollte ich nicht! Zeig mal her, vielleicht lässt sich das noch reparieren.
Haldir: Sicher nicht. Aber ich wollte mir sowieso etwas anderes anziehen.
Falathwen: Du gehst aber nicht eher, bis wir unseren Streit beendet haben.
Haldir: Welcher Streit?

Falathwen schaute Haldir kritisch an. Meinte er das jetzt ernst?
Falathwen: Na du weißt schon. Weil ich Lórien verlassen habe und so.
Haldir: Ach, vergeben und vergessen! Außerdem bringt es nichts, denn wir könnten ewig darüber diskutieren. Im wahrsten Sinne der Worte. Freunde?
Er hielt ihr seine Hand hin. Sie ergriff sie und hatte somit einen neuen, alten Freund gefunden.
Haldir: Ich geh erst mal wieder. Ich muss mich noch umziehen.
Falathwen: Ja. Wir treffen uns dann im Saal.
Haldir: Nein, warte hier. Ich werde dich abholen.
Sie nickte und er verließ ihr Zimmer. Im Flur vor der Tür waren erstaunlich viele Leute. Sie schauten alle in eine andere Richtung als die Tür geöffnet wurde.
Haldir: Was ist denn hier los? Ist irgendwas passiert?
Elrohir: Nein, eigentlich nicht.
Haldir: Warum steht ihr dann hier rum?
Tanwethiel: Ähm….
Ancalime: Wir warten auf meine Mutter.
Haldir: Sie ist wieder wach. Seid ihr sicher, dass nicht doch noch etwas anderes ist?
Quelleving: Nein.
Lúthanell: Haldir? Was ist denn mit deiner Tunika passiert?
Haldir: Sie wurde zerrissen und jetzt lasst mich mal durch. Ich muss zu meinem Zimmer.

Sie ließen ihn gewähren. Als er um die Ecke war, steckte Falathwen ihren Kopf aus dem Zimmer.
Tanwethiel: Und?
Falathwen: Wir haben uns wieder vertragen. Eigentlich schade…
Quelleving: Wieso?
Falathwen: Weil streiten mit Haldir Spaß macht. Er kann sich immer so schön aufregen. Aber jetzt geht bitte, er kommt gleich wieder. Wir treffen uns im Saal.
Alle gingen. Ancalime war die letzte. Sie umarmte ihre Mutter noch einmal und da kam auch schon wieder Haldir um die Ecke.
Ancalime (zu Falathwen): Hab dich lieb.
Falathwen: Geh und kümmer dich lieber um deine Kinder, Kleines.
Haldir: Und schon fertig?
Falathwen: Ähm, nein, noch nicht ganz. Warte einen Moment, bitte.
Sie schloss die Tür und Haldir wartete draußen.

~#~#~

Derweil erklärte Aragorn seiner Frau, was nach dem Mittag, also seit sie alle eingeschlafen waren, alles passiert ist. Arwen kriegte ihren Mund gar nicht mehr zu. Sie hätte sich einen schöneren Tag für ihren Vater gewünscht. Nicht einmal Kaffee wurde getrunken.

Arwen entschied sich das aber sofort nach zu holen. Der Tisch im Saal wurde gedeckt und mit den schönsten Kuchen ausgestattet, die schon vorbereitet waren. Eine richtige Torte gab es ja nicht, da der Backversuch am Vormittag nicht vollendet wurde.

Alle Gäste wurden zum Kaffe gebeten, obwohl es schon fast halb sechs war, doch es störte keinen. Erst recht nicht die Hobbits, die schon fast am verhungern waren, denn seit dem Mittagessen gab es nur ein paar Kekse, die sie sich aus der Küche geholt hatten.
Auch bei den anderen war ein kleines Hungergefühl eingetreten. Und so machte man sich an die Torten. Elrond bekam sogar noch einen kleinen Kuchen mit einer Kerze darauf. Ancalime war mal wieder nicht drum herum gekommen und hatte noch schnell etwas gebacken. Sie war ja schließlich auch die erste gewesen, die wieder wach war.

Sogar Glorfindel, Círdan und Bilbo bekamen mit, dass Elrond wusste, dass er Geburtstag hatte.
Als alle fertig waren und den Saal verlassen hatten, sah es hier nicht mehr nach einem hübsch dekorierten Partysaal aus, sondern eher nach einem Schlachtfeld!
Überall lagen Kuchenreste und an der Wand klebte sogar noch ein wenig davon! In den letzten Minuten hatte hier eine Essensschlacht stattgefunden. Und der Urheber war, besonders erschreckend für Arwen, ihr eigener Vater!
Er und Pippin hatten miteinander geredet. Jetzt wusste Arwen wo der Fehler lag! Hobbits sollte man nie neben einen erwachsenen Elben setzten!

Und plötzlich landete ein, mit Erdbeeren bestücktes Tortenstück in Elrohirs Gesicht! Der fand das allerdings nicht lustig und zielte mit einer Weintraube auf seinen Vater. Doch er traf nicht. Dafür aber Elladan mit einer Sahneschnitte und zwar mitten auf Elronds Brust! Das konnte sich Elrond natürlich nicht gefallen lassen und traf aus Versehen Quelleving. Auch sie war nicht davon begeistert und warf mit Äpfeln zurück! Doch sie traf die Hobbits und die mischten jetzt den ganzen Tisch auf. Sogar Galadriel und Celeborn bekamen Kekse und Kuchenstücke ins Gesicht.
Arwen war vor Schlachtbeginn in die Küche gerufen worden und als sie jetzt das Chaos sah, rief sie sofort alle zur Ordnung. Nur leider hörte keiner auf sie! Also ging sie wutentbrannt und überließ dem Festsaal seinem Schicksal.

Doch nach wenigen Minuten veranlasste Elrond alle zum Aufhören und ließ sie den Saal räumen!
Und so sah er nun aus! Die Putzelben konnten sich glücklich schätzen mal wieder richtigen Müll wegräumen zu dürfen! Im Gegensatz zu den Staubflocken, denen sie in den letzten beiden Monaten hinterher jagen mussten! Auf Arwens Geheiß natürlich!

Kapitel 30
Nach dem aufregenden Kaffee, mussten sich erst einmal alle sauber machen, dabei hatten sich die meisten erst neue Sachen angezogen. Zum Glück gab es in Bruchtal eine Wäscherei, die die Kleidung reinigte, denn nicht alle hatten für jeden Tag Festtagskleidung eingepackt.
Auch Quelleving war froh, dass ihr Vater, ihr Bruder und Elladan ihre neuen Anzüge noch nicht anhatten, denn die sollten sie ja erst heute Abend tragen.

Als sich dann alle wieder einigermaßen passabel aussehend im Kaminzimmer versammelt hatten, durfte Elrond weiter Geschenke auspacken. Diesmal musste er sich, ob er wollte oder nicht, bei jedem Geschenk freuen und fast die Füße der Schenker küssen, da Frauen ja doch sehr emotional reagieren können, wenn man sich nicht freut.
Als erstes packte er Bilbos Geschenk aus. Er hatte sich die Mühe gemacht auf der Schiffsreise Socken zu stricken. Leider waren sie nach seinen Maßen gestrickt, also recht groß und breit. Elrond danke ihm trotzdem.

Von seinem Schwiegervater (Celeborn) bekam er eine Flasche Cognac. Wahrscheinlich hatte er den aus seinem privaten Vorrat gesponsert. Aber die Höhe war das Geschenk von seiner Schwiegermutter (Galadriel). Einen Bademantel in den Farben pink, violett und gelb. Wann sollte er den denn anziehen?

Doch er bedankte sich trotzdem herzlich bei den beiden. Von Thranduil und dessen Familie bekam er drei Flaschen vom besten Grünwaldwein.
Sein Alkoholvorrat wuchs an diesem Abend beachtlich an, aber er hatte nichts dagegen, denn er würde später sicher noch Verwendung dafür finden.

Von seinem jüngeren Sohn bekam er ein wunderschönes Bild, das Bruchtal zeigt. Elrohir musste dafür sicher einige Zeit gebraucht haben, denn es zeigte Bruchtal zu allen Jahreszeiten, vom linken zum rechten Bildrand.

Elladan meinte, sein Geschenk würde er (Elrond) erst später bekommen, da er dazu noch ein paar Hilfsmittel benötigte. Elrond war schon sehr gespannt darauf, vor allem, weil Haldir ihm dabei half.
Von Arwen bekam er ein kugelrundes Ding in die Hand gedrückt. Es war noch verpackt, aber er spürte jetzt schon die Macht. Es war einer der Palantír. Pippin bekam sofort einen schockähnlichen Zustand. Der Rest staunte über die Kugel.

Aragorn: Arwen, weißt du wie wertvoll diese Steine sind, du kannst doch nicht einfach so…
Arwen: Vater, dieser Stein ist für dich und Bruchtal. So können wir in Zukunft immer in Verbindung bleiben.
Gandalf: Weißt du denn wie diese Steine funktionieren?
Arwen: Natürlich. Ich bin doch nicht blöd. Ich hab schließlich die Bedienungsanleitung gelesen.
Aragorn: Bedienungsanleitung?
Arwen: Ja, sein Vater (sie zeigt auf Faramir) hat ein Schreiben hinterlassen, in dem steht, wie man diese Steine benutzt.
Gandalf: Wo hast du die gefunden?
Arwen: Beim Saubermachen.
Elrond: Ähm, danke Arwen. Ich werde ihn sicher in Bruchtal verwahren, bzw. meine Söhne darum bitten.
Arwen: Ich hab eigentlich noch ein Geschenk, aber das kann ich dir jetzt noch nicht sagen, denn erst morgen früh wird es fertig gestellt.
Elrond: Ahja. Na schön, ähm, danke Arwen. Nun das nächste Geschenk.
Legolas nahm ein verpacktes Etwas vom Tisch, hatte allerdings einige Schwierigkeiten damit es zu tragen.
Legolas: Man ist das schwer. Wer hat das denn verursacht?
Gimli: Gib mal her, Junge. Ist doch ganz leicht. Hier Elrond. Alles Gute zum Geburtstag!

Er gab Elrond sein Geschenk in die Hände. Elrond sackte allerdings erst einmal vornüber. Das Geschenk war tatsächlich sehr schwer.
Elrond: Gimli, was hast du da eingepackt? Einen Sack Zement?
Gimli: Nein, was die feinen Elbenherren nur haben. Das bisschen Gewicht.

Elrond ging auf diesen Kommentar lieber nicht ein, sondern versuchte zunächst das Geschenk zu entpacken. Selbst das Verpackungsmaterial schien aus irgendeinem Metall hergestellt zu sein.

Das Geschenk war ein Pokal aus glänzendem Metall. Nun hatte er auch etwas, wo er Wein draus trinken konnte. Einen Bierkrug hatte er ja schon vorher von Merry und Pippin bekommen.
Elrond: Danke Gimli, der ist, ähm, sehr schön. Könntest du ihn bitte in das Regal dahinten stellen. Ja, danke. So, von wem habe ich denn jetzt noch nichts bekommen?
Ancalime: Ähm, Elrond, ich hatte ja auch ein Geschenk für dich, aber das wurde leider schon gebraucht.
Aragorn: Das stimmt. Uns sind leider die Arzneien auf dem Weg nach Bruchtal ausgegangen und da hat sie uns dein Geschenk zur Verfügung gestellt.
Elrohir: Ah, einen Moment, ich hatte da doch einen passenden Ersatz gefunden. Den wollte ich dir eigentlich noch geben. Ich hole ihn schnell.
Elrond: Gut. Es sei dir verziehen. Und was hat mein ehemaliger Berater mitgebracht?
Glorfindel: Ich, ich habe mir erlaubt, ähm, nun ja…
Elrond: Glorfindel, hol noch mal tief Luft und sag uns dann, was du mitgebracht hast!
Glorfindel: Ähm ja,…. Also, ich habe mir erlaubt noch jemanden mitzubringen!
Arwen: Noch jemand? Hab ich denn jemanden vergessen?
Elrond: Wer ist es denn und wo hast du ihn versteckt? Du hast ihn doch wohl nicht draußen gelassen? Es ist doch eiskalt draußen!
Glorfindel: Nein, nein. Er ist in meinem Zimmer bzw. er steht sicher schon vor der Tür!
Elrohir: Ich hab das Geschenk, Ancalime. Und Erestor steht vor der Tür und gibt komische Geräusche von sich!
Elrond: Glorfindel, du hast Erestor mitgebracht? Arwen, warum hast du ihn nicht eingeladen?
Arwen: Ich,…
Erestor: Hallo Elrond, alles Gute zu deinem siebentausendsiebenhundertsiebenundsiebzigsten Geburtstag!

Er reichte dem vollkommen überraschten Elrond eine Torte mit einer großen Kerze darauf. Der Rest horchte interessiert. Schließlich wusste niemand so genau, wie alt Elrond eigentlich wurde!
Elrond: Ähm, danke Erestor. Setzt dich, bitte und nimm diese alberne Kerze runter!
Glorfindel: Die ist nicht albern, die hab ich selbst gemacht!
Elrond: Oh, entschuldige Glorfindel! Das war nicht so gemeint.
Glorfindel: Du meinst es immer so, wie du es sagst. Ich gehe auf mein Zimmer!
Elrohir: Vater, Ancalime hat jetzt auch ein Geschenk für dich!
Elrond: Ähm, ja. Danke Ancalime.

Es war mal wieder eine Flasche, aber eine schöne bauchige und wundervoll verzierte Flasche. Und darin war miruvor.
Erestor hatte jetzt auch das Zimmer verlassen. Wahrscheinlich wollte er Glorfindel zurückholen. Erestor war eigentlich immer der gewesen, der Glorfindel wieder zurückgeholt hatte. Warum hatte er sich eigentlich diese beiden Elben als Berater ausgesucht. Er hätte jeden für den Job engagieren können, aber auf Celebríans Befehl hin sollte er diese beiden nehmen. Nun ja, so war das Leben.

Als nächstes bekam er einen großen Umschlag von Círdan und eine kleine Schachtel dazu. In dem großen Umschlag waren die Besitzpapiere für eine Yacht und eine dicke Bedienungsanleitung dabei. In der kleinen Schachtel war ein Schlüssel, wahrscheinlich für diese Yacht.
Elrond sah Círdan fragend an.
Círdan: Das ist jetzt deine Yacht! Damit kannst du jederzeit hinsegeln wohin du gerade willst. Nach Valinor zum Beispiel, aber auch nach Minas Tirith den Anduin hoch.
Elrond: Danke, Círdan!
Frodo: Elrond, wir haben auch ein Geschenk für dich!
Elrond: Wer ist wir, Frodo?
Frodo: Gandalf und ich, wir haben uns eine Kleinigkeit einfallen lassen!
Elrond: Aha, na dann zeigt mal her.
Frodo: Noch eine Frage!
Elrond: Ja!
Frodo: Du bist wirklich erst siebentausendsiebenhundertsiebenundsiebzig Jahre alt?
Elrond: Wenn Erestor das so meint! Ich hab wirklich irgendwann nicht mehr mit gezählt!
Frodo: Aber man muss doch wissen, wie alt man ist!
Elrond: Na gut, ich überleg mal kurz.
Elrond zählte an seinen Fingern und machte ein ernstes, angestrengtes Gesicht.
Elrond: Na ja, also, so in etwa wird er schon recht haben. Und nun zu euren Geschenk!
Frodo: O.K. Gandalf, das Geschenk, bitte. (Gandalf reagiert nicht) Gandalf, das Geschenk!

Gandalf reagierte immer noch nicht, deshalb sah Frodo ihn nun etwas zähneknirschend an.
Frodo: Gandalf. Wir hatten das doch schon geklärt. Und du warst sogar einverstanden. Jetzt gib Elrond das Geschenk, verdammt noch mal!
Gandalf reagierte endlich und hielt Elrond eine Schachtel hin. Elrond nahm sie entgegen und öffnete sie. Darin befand sich ein Ring. Er hatte einen großen bunten Stein in der Fassung. Dieser Stein war rot, weiß, blau gefärbt. Elrond erkannte die Farben. Die drei großen Elbenringe hatten diese Farben.
Elrond: Ähm, habt ihr, Gandalf hast du etwa die drei, unsere drei Ringe zusammen geschmolzen?
Gandalf: Nun nicht direkt. Eher aus Versehen!
Elrond: Wie?
Gandalf: Also, Frodo wollte testen, ob da auch so Schriftzeichen erscheinen, wenn man die Ringe ins Feuer wirft, allerdings haben sie das nicht überstanden, da ja ihre Macht erloschen war. Und da hab ich mir gedacht, mach einen neuen für Elrond draus. Wenn du da vorne drauf drückst leuchtet er sogar im Dunklen.
Elrond: Ähm, nun ja, danke euch…. beiden. Er ist…. wirklich…. schön!
Dr. Lecter: Herr Elrond, ich hätte da auch noch eine Kleinigkeit für Sie!
Elrond: Oh, danke Dr. Lecter.

Er öffnete das Geschenk und zum Vorschein kam eine Puppe!
Elrond: Soll das ein Scherz sein. Denkt ihr etwa ich spiele noch mit Puppen? Und außerdem, wozu sind diese Stecknadeln?
Dr. Lecter: Nein, nein. Lesen Sie sich die Gebrauchsanleitung durch, da steht ganz genau drin, wie man sie anwendet. (flüsternd zu Elrond) Und unter uns: Ich würde diese Puppe nicht in die falschen Hände kommen lassen!
Elrond: Nun, ähm danke. Ich werd mir das später in Ruhe ansehen.
Er legte das Geschenk des Doktors gleich vor sich auf den Tisch, damit er es im Auge hatte, denn die anderen Geschenke hatten sich schon unter den Anwesenden verteilt, da sie sich alle ganz genau anschauen wollten.

Als nächstes kam Falathwen auf ihn zu.
Falathwen: Ich hab mir lange überlegt, was ich dir schenken könnte. Es ist recht schwierig ein Geschenk zu finden, das einem Elbenherrscher wie dir gerecht wird. Ich habe mich dazu entschlossen dir mein Haus in Valinor zu vermachen.
Elrond: Das kann ich nicht annehmen. Wo willst du wohnen?
Falathwen: Ich hatte mir gedacht ich bleibe erst mal hier und schließlich hab ich ja noch eine Tochter, der ich bei ihren Babys helfen werde.
Elrond: Und was ist, wenn du nach Valinor zurück kommst?
Falathwen: Das werde ich dann sehen. Nimm das Haus. Es ist in sehr ruhiger Lage, keine störenden Verkehrswege, das ist wie geschaffen für dich!
Elrond: O.K. Danke Falathwen!…. Arwen, wie spät haben wir es?
Arwen: Oh, es ist eigentlich schon Zeit für das Abendessen, wenn man von den zwei Stunden Verspätung absieht!
Elrond: Schön, dann, wenn ihr nichts dagegen habt, gehen wir etwas essen.

Ihm stimmten alle zu, denn das Auspacken der Geschenke, selbst nur das Zusehen, machte hungrig. Also trennte man sich erneut um sich für den Abend fein zu machen. Es sollte schließlich noch gefeiert und getanzt werden.

Elrond und Celebrían gingen zu ihrem Zimmer und machten sich rasch frisch. Doch bevor Elrond das Gemach wieder verlassen konnte, bekam er von seiner Frau sein Geburtstagsgeschenk. Es war eine feine silberne Kette mit ebenso feingearbeitetem Anhänger. Der Elbenherrscher bedankte sich bei seiner Gattin mit einem langen Kuss. Es war bis jetzt das persönlichste Geschenk was er am heutigen Tag bekommen hatte. Allerdings, der Tag war noch nicht vorbei.

Bis jetzt verlief er eigentlich auch recht angenehm musste Elrond sagen. Zum Frühstück ein paar Hochzeits- und Verlobungsbekanntgaben. Dann eine Geburt von Drillingen. Als nächstes ein Nazgûl zum Mittag und das komatöse Wegtreten der Frauen. Diese Zeit war eigentlich die angenehmste gewesen. Nur mit den Männern zusammen sitzen und reden ohne ständig unterbrochen zu werden. Und dann kam Baumbart mit dem rettenden Mittel, denn irgendwann wurde es doch langweilig, weil man es eigentlich gewohnt war sich von den Frauen Kommentare an zu hören.

Aber zum Glück sind ja alle wieder wohlauf und konnten anschließend an der aufregenden Kuchenschlacht teilnehmen. Er wusste selbst nicht so recht, was ihn dazu getrieben hat einfach so ein Kuchenstück zu seinem Sohn zu werfen. Wahrscheinlich hatte ihn Pippins Aura dazu angeregt. Hobbits waren so aufgeweckte Wesen, da konnte man einfach nicht still sitzen.

Aber Arwen schien das gar nicht gefallen zu haben. Hoffentlich machte er seiner Tochter nicht allzu viel Arbeit. Er hatte von seinen Söhnen und auch Ancalime gehört, dass Arwen schon drei Monate vorher angereist war, nur um Bruchtal so schön her richten zu können. Er musste dringend mal ein ernstes Wort mit seinen Söhnen wechseln. Schließlich waren diese dafür verantwortlich, dass Bruchtal nicht den Bach runter ging.
Und dann kamen diese ganzen Geschenke. Wie sollte er die nur alle mit nach Valinor nehmen. Gut, zwei Geschenke brauchte er nicht tragen (Yacht und Haus), aber der Rest. Die ganzen Flaschen, das Bild, der Palantir, ach nein, der blieb ja hier in Bruchtal. Zum Glück, sonst müsste er stündlich Arwens Geplapper ertragen. Und dann hatte er auch noch ganz toll praktische Geschenke erhalten, über die er sich soooooooo toll drüber freute. Da wären an der ersten Stelle dieser wunderhübsche, ach so liebreizende Bademantel von Galadriel, dann diese Wollsocken von Bilbo und die Höhe war ja eigentlich die Puppe von diesem Dr. Lecter. Er überlegte schon, ob er sie nicht einfach bei nächster Gelegenheit in den Müll werfen sollte, aber irgendetwas Interessantes war schon an dem Ding. Er musste doch einmal die Gebrauchsanleitung dazu lesen, aber erst später, denn jetzt war es Zeit für das Abendmahl.

Kapitel 31
Als Elrond den Festsaal betrat, saßen die Hobbits natürlich schon an ihren Plätzen. Auch die anderen Gäste hatten schon Platz genommen.
Arwen hatte sich überlegt, um die Atmosphäre etwas aufzulockern, mehrere Tische zu belegen, als nur eine einzige große Tafel. Sie hatte die Gäste bunt gemischt gesetzt. Zum Beispiel saßen Frodo, Merry, Pippin, Sam, Gimli, Mullog und Haldirs Brüder, Orophin und Rúmil, zusammen an einem Tisch. Die ‘älteren’ Herren hatte sie auch zusammen gesetzt, sprich Thranduil, Celeborn, Dr. Lecter, Círdan, Gandalf, Glorfindel, Erestor, Aragorn, Eomer, Faramir und das Geburtstagskind. Und Bilbo natürlich.

Die jüngere Generation, also Legolas, Lúthanell, Elrohir, Elladan, Quelleving, Tanwethiel, Haldir und Falathwen belegten auch einen Tisch. Daneben kamen dann noch Engwaarda, Elfwine, Ancalime und Eldarion mit den drei Babys. Sie selbst hatte sich mit Galadriel, Celebrían, Eowyn, Lothíriel und Elenath zusammengesetzt.

Da sie so leider nicht direkt auf die Wünsche ihres Vaters eingehen konnte, hatte sie Bedienstete beauftragt, die aufpassen sollten, ob noch irgendetwas gewünscht wurde. Es stellte sich als sehr unterhaltsam raus, die Sitzordnung. Alle waren bester Laune und besonders am Männertisch wurde laut gelacht.

Arwen hatte ein sehr feines Abendessen geplant und dazu durfte Celebríans Band schöne Musik spielen.
Galadriel: Arwen, wo hast du eigentlich Baumbart gelassen?
Arwen: Oh, der meinte, er müsste noch das Geschenk für Vater holen.
Celebrían: Stimmt, er hatte ja vorhin noch nichts dabei.
Eowyn: Wo soll eigentlich die Hochzeit von Ancalime und Eldarion stattfinden?
Lothíriel: Hier oder in Minas Tirith?
Arwen: Das hab ich mir noch nicht so richtig überlegt, nur eins steh definitiv fest: Nie wieder drei Monate Vorbereitung. Das nächste Mal engagiere ich einen kompletten Service, der sich dann um alles kümmert. Empfehle ich euch übrigens auch, falls ihr mal eine riesige Feier vorhabt.
Eowyn: Wieso?
Arwen: Erstens stehst du ständig im Stress alles zeitig fertig zu haben und dann kannst du dich gar nicht richtig um die Gäste kümmern. Aber der Tag ist ja bald vorüber!

Plötzlich ertönte ein riesiger Knall außerhalb des Hauses.
Elrond: Was war das?
Glorfindel: Wir werden angegriffen!
Aragorn: Wo sind die Waffen?
Gandalf: Oh nein, mein schönes Feuerwerk!

Er rannte sofort aus dem Saal direkt in den Garten und dort sah er die Bescherung. Baumbart war unglücklich getreten und über die Lunte gefallen. Dabei waren ein paar Blatttropfen auf die Zündschnur gefallen und hatte sie in Brand gesetzt. Und nun konnten alle das einstündige Feuerwerk beobachten, das Gandalf in aller Hektik vorbereitet hatte. Stoppen konnte Gandalf nichts mehr, da es nur im ganzen wirkte. Also rief er alle schnell nach draußen. Es wurden zudem ein paar Diener gerufen, die Jacken, Decken und ein paar Stühle brachten.
So saßen sie nun alle staunend auf der Terrasse und bewunderten des Zauberers Feuerwerk.

Ab und zu, wenn eine besonders schöne Rakete verpuffte, hörte man ein ‘Ahhhhh’ oder ‘Ohhhh’.
Zwischendurch gab es immer wieder Höhepunkte, wenn zum Beispiel eine Rakete ein Schiff durch den Himmel fahren ließ, oder eine Torte auf der einen Seite erschien und von der anderen Seite eine Rakete, wie ein Pfeil kam und eine Kerze auf der Torte entzündete.
Sogar Merry und Pippin bewunderten das Feuerwerk, eigentlich hatten sie vor wieder ein paar Raketen zu mopsen und sie in ihren Privatvorrat zu tun. Für spätere Gelegenheiten. Sie hatten davon Abstand genommen, die Feuerwerkskörper sofort auf dem Fest zu entzünden, da das ja schon vor ein paar Jahren in die Hose gegangen war.

Ancalime, Eldarion, Engwaarda und Elfwine musste zwischendurch die Babys wieder reinbringen, da diese die kalte Luft noch nicht vertrugen und es außerdem Schlafenszeit war, das gleiche galt für Elenath, die sich wieder in Gimlis Bart gekuschelt hatte.

Gandalf war derweil damit beschäftigt Baumbart gehörig seine Meinung zu blasen, Arwen versuchte Gandalf aber wieder zu beruhigen, da es eigentlich gar nicht so schlecht war. Und außerdem war das Feuerwerk ein wirklicher Überraschungspunkt. Deswegen gab sie ihm eine Tasse Tee in die Hand und bewegte ihn dazu sich zu den anderen zu setzten.
Eomer: Aragorn, wer hat eigentlich das Feuerwerk zu deiner Krönungszeremonie gemacht?
Aragorn: Das war Gandalf.
Eomer: Ich finde er hat sich heute gesteigert!
Aragorn: Wie meinst du das?
Eomer: Nun ja…
Eowyn: Mein lieber Bruder meint bestimmt nur, dass das Feuerwerk Gandalf heute gut gelungen ist.
Aragorn: Und das ist es ihm zu meiner Krönungszeremonie wohl nicht?
Eomer: Nun ja…
Faramir: Doch natürlich. Es war eben nur anders, nicht wahr Eomer?
Eomer: Ja, so in etwa könnte das man umschreiben.
Círdan: Was bekommst du eigentlich für deine Feuerwerke? Oder machst du das ehrenamtlich?
Gandalf: Ehrenamtlich?
Círdan: Nun ja, du musst doch die Kosten für die Raketen irgendwie wieder einholen. Oder hat Arwen die etwa gesponsert?
Gandalf: Nein! Du hast recht. Ich werde morgen mit ihr darüber reden.
Círdan: Aber lass dich nicht von ihr übers Ohr hauen. Arwen ist ganz schön…
Arwen: Was bin ich?
Círdan: Ähm, du bist ähm…
Gandalf: … die Königin von Gondor und nun geh zu deinem Mann und unterbrich mich hier nicht im Gespräch!

Arwen ging beleidigt zu Aragorn. Da hörte man einmal seinen Namen und dann wurde man gleich angemotzt.
Arwen: Schatz, wo sind eigentlich die Kinder?
Aragorn: Die wollten doch die Babys schlafen legen.
Arwen: Hoffentlich schläft Gimli nicht wieder bei Elenath ein. Ich möchte keinen Zwerg als Kindermädchen!
Legolas: Ich geh mal und suche unser kleines Kinderzwergchen!
Alle, die diesen Kommentar gehört hatten, mussten lachen. Haldir und seine Brüder hatten beschlossen Legolas zu begleiten.

~#~#~

Währenddessen war Gimli tatsächlich in Elenath Zimmer eingeschlafen. Er hatte sie in ihr Bettchen gelegt und sich selbst daneben gesetzt. Eigentlich wollte er nur kurz seine Augen etwas ausruhen, aber dann war er doch eingeschlafen. Und so fanden ihn die vier Elben. Sie ließen ihn allerdings schlafen und brachten nur Elenath, die noch wach war, in ein anderes Zimmer, da sie mit dem Zwerg später noch etwas vorhatten.
Rumil hatte die Ehre Elenath zu tragen und sie ergriff sogleich eine seiner offenen Haarstränen. Und wickelte sie sich um ihren Arm.

Haldir: Ich schätze, du hast eine neue Freundin gefunden, Bruderherz!
Rumil: Sehr witzig Haldir! Erinnert mich daran, nie wieder Kleinkinder zu tragen!
Orophin: Du hast dich doch freiwillig gemeldet. Und außerdem hab ich dir heute früh geraten deine Haare zusammen zu binden!
Rumil: Dann hätte sie sich bestimmt in meinem neuen Hemd festgekrallt!
Haldir: Von wem hast du das eigentlich?
Rumil: Das geht euch überhaupt nichts an! Und jetzt beeilt euch! Haldir, du musst doch noch singen!
Haldir: Ja, ja!

~#~#~

Zehn Minuten später waren sie wieder draußen und erlebten gerade noch rechtzeitig das Finale des Feuerwerks.
Alle jubelten und bedankten sich bei Gandalf für die letzte Stunde. Aber sie waren auch froh endlich wieder ins Warme zu kommen.
Auf den Tisch war jetzt das Dessert serviert. Es gab Eis!

Arwen orderte aber sofort noch Kaffee und Tee dazu und ein Pudding sollte auch noch gemacht werden. Nach zwanzig Minuten waren alle zufrieden. Nun wurde es Ernst für unsere ‘Musiker’
Haldir, Merry, Pippin, Elladan, Elrohir, Frodo und Sam und die ganze Schiffsband machte sich fertig zum Spielen.
Als erstes stimmten Celebrían und Falathwen ein ‘Happy Birthday’ an und wurden dann tatkräftig vom Rest unterstützt.
Dann wollten Elladan und Haldir ihr Lied singen, da fiel die gesamte Technik aus. Das Licht ging aus, die Verstärker verstummten und es wurde totenstill im Saal.

Plötzlich hörte man irgendetwas rascheln. Dazu kamen noch dumpfe Schritte.
Arwen (angsterfüllt): Schatz, was ist das?
Aragorn: Ich weiß es nicht Liebling, aber es klingt nicht gut!
Pippin: Das hört sich an, wie Blätterrascheln!
Merry: Und jemand läuft da draußen im Flur!
Eowyn: Jetzt nicht mehr, es steht vor der Tür!
Die Tür ging auf, doch durch die Dunkelheit konnte man nichts erkennen. Auf einmal fing es draußen an zu donnern und zu blitzen. Nun sah man einen riesigen Umriss in der Tür stehen.

Alle schrien auf einmal los und verstärkten das Gewitter dadurch noch mehr. Nur Gandalf bewahrte Ruhe und machte an seinem Stab Licht. Man sah wie alle wild durcheinander gerannt waren, um sich irgendwo zu verstecken.

Die Hälfte hatte sich hinter den Vorhängen der Fenster versteckt. Einige saßen unter den Tischen und zitterten am ganzen Leib. Doch es war eigentlich gar kein Grund zur Sorge da, denn der, der gerade eingetreten war, war kein geringerer als Baumbart.

Alles atmete erleichtert auf und versuchte sich zu beruhigen.
Arwen: Baumbart! Mach das nie wieder! Uns so im Dunkeln zu erschrecken! Ich hätte mir fast vor Angst in die Hose gemacht!
Baumbart: Es tut mir…. leid…. Ich wollte…. euch…. nur vor…. dem Gewitter…. warnen….. Und das….. ich vorsichtshalber…. den…. Strom…. abgestellt habe!
Elladan: Du hast was?
Haldir: Er hat den Strom abgestellt.
Elladan: Das hab ich auch schon bemerkt! Aber wieso ausgerechnet jetzt!
Baumbart: Aber…. das… Gewitter!
Arwen: Ja, ja! Aber kannst du uns nicht wenigstens Bescheid geben?
Baumbart: Ich hab… doch…. vorhin Gandalf….
Arwen: Gandaaalllllffff!
Gandalf: Ähm, ja, Arwen?
Arwen: Hast du vielleicht vergessen uns etwas zu sagen?
Gandalf: Ach, ja. Baumbart hat den Strom abgeschaltet!
Arwen: Argh. Das war nicht lustig!
Gandalf: Doch das war es! Euch allen standen die Haare zu Berge!
Schade, dass kein Fotograf da war!

~#~#~

Wenige Augenblicke später fand sich Gandalf in der Badewanne wieder. Mit Mantel und Hut natürlich. Und das Wasser extra kalt, nur zum Abkühlen für den übermütigen Zauberer, so Arwens Meinung.
Aber da nun kein Strom mehr da war, da sich niemand bei dem Wetter raus an den Sicherungskasten traute, ließ Arwen überall Kerzen aufstellen. Und es wurde schon wieder eine Runde Beruhigungstee ausgeteilt. Die Musiker machten nun ohne Verstärker, so zu sagen unplugged weiter. Dem Publikum schien es zu gefallen, denn es gab heftigen Applaus.

Sogar Elrond war begeistert. Er hätte Elladan nie zugetraut eine so melodische Singstimme zu haben. Als seine Söhne noch kleiner waren, bekamen sie beide Musikunterricht. Aber Elladan distanzierte sich schnell von diesem Fach, was sein Vater und halb Bruchtal sehr begrüßt hatte. Und nun saß er da und sang.

Es hatte sich anscheinend doch einiges verändert in den zwanzig Jahren, die er nicht in Mittelerde war. Seine Tochter hatte jetzt drei Kinder. Von denen eins auch schon wieder Kinder hatte. Und seine beiden Söhne hatten sich endlich verlobt. Er war wirklich stolz auf seine Kinder. Und er war glücklich, dass er sie noch einmal so wieder sehen konnte. Vor allem seine Tochter…
Aber er hatte ja jetzt eine Yacht, mit der er fahren konnte wohin er wollte.

Haa, jetzt konnte er den Spieß rumdrehen und seinen Kindern einmal einen unerwarteten Besuch abstatten. Mal sehen, wie sie dann gucken!
Aber er ließ sich schon wieder von seinen Gedanken ablenken. Er musste doch auf die Musik achten, um nicht unhöflich zu wirken.
Aragorn (flüsternd zu Arwen): Schau, dein Vater lacht.
Arwen (ebenfalls flüsternd): Ja, er scheint glücklich zu sein.
Aragorn: Vielleicht denkt er ja auch nur an Valinor.
Arwen: Wie kommst du da drauf?
Aragorn: Nun ja, deine Familie kann, nun ja, manchmal… ein wenig…. Nun ja…
Tanwethiel: … schwierig sein?
Arwen (jetzt nicht mehr flüsternd): Wie bitte?
Einige Gäste, die in der Nähe saßen, schauten zu Arwen.
Aragorn: Tanwethiel, musst du immer…
Tanwethiel: Na ist doch wahr!

Nun hörten die Musiker auf zu spielen und sahen auch dem Spektakel zu. Schließlich waren die Diskussionen von Arwen immer sehr beliebt, so lange man nicht selbst mit ihr diskutieren musste.
Arwen: Wenn du meinst, dass meine Familie schwierig ist, warum lässt du dich dann mit meinem Bruder ein?
Tanwethiel: Ich hab ja gar nicht gesagt, dass alle deiner Familie schwierig sind. Außerdem ist Elrohir so mit der einzigste der normal bei euch ist!
Arwen: Das ist ja wohl eine Frechheit!
Aragorn: Arwen, Schätzchen, beruhige dich bitte!
Arwen: Ich soll mich beruhigen? Nachdem dieses, dieses…
Aragorn: Bitte! Wir gehen am besten mal auf die Terrasse ein bisschen frische Luft schnappen!
Arwen: Aber…
Aragorn: Nein, komm mit. Und dein Bruder wird sich um seine Verlobte kümmern!

Er warf Elrohir und Tanwethiel einen bösen Blick zu und ging dann mit seiner Gattin auf die Terrasse. Allerdings war es dort nicht halb so vergnüglich, wie im Saal. Es war immer noch eiskalt, es stürmte, blitzte, donnerte, aber zum Glück gab es keinen Niederschlag.
Arwen (zitternd): Ara…. Arag…. Aragorn. Mir issst kaaalt.
Aragorn: Gut. Hoffentlich gilt das auch für dein erhitztes Gemüt.
Arwen (nickt hektisch): Könnn… Könnnnen wir jetzzzzt wieder reingehhen?
Aragorn: Ja, aber lass dich nicht wieder aus der Ruhe bringen. Dein Vater feiert doch seinen Geburtstag! Du willst ihm doch den restlichen Tag nicht noch verderben?
Arwen: Wasss kannn mann dennn jetzzzt noch verderbben?
Aragorn: Ich sag lieber nichts!

~#~#~

Während Aragorn draußen mit Arwen zitterte, waren Elrohir und Tanwethiel auf den Flur gegangen. Elrohir hatte vorher noch die Musiker dazu animiert wieder weiter zu spielen.
Elrohir: Was ist denn in dich gefahren?
Tanwethiel: Der heilige Illuvatar?
Elrohir: Tanwethiel!
Tanwethiel: Ja, ja, schon kapiert. Ich hätte mich da nicht einmischen dürfen. Tut mir leid, dass ich mich mit deiner Schwester gestritten habe.
Elrohir: O.K. Aber entschuldige dich nicht bei mir, sondern bei ihr. Und wenn du Probleme mit meiner Familie hast, dann komm am besten zu mir.
Tanwethiel: Verstanden, mein Prinz!
Elrohir: Na gut. Komm, wir gehen mal wieder rein und holen Arwen und Aragorn aus der Kälte.

~#~#~

Im Saal selbst war, nachdem die vier gegangen waren, ein Getuschel losgebrochen, welches nur Elrond unterbrechen konnte. Er setzte einen schrillen Pfiff ein, der den Hobbits und Legolas sehr bekannt vorkam.
Elrond: So, liebe Gäste, entschuldigt bitte diese kleine Auseinandersetzung, aber so was kommt in den besten Familien vor. Lasst uns weiter Musik machen oder hat jemand eine bessere Idee?
Legolas: Wo ist eigentlich Gimli?
Haldir: Der schläft doch in Elenath’s Zimmer.
Legolas: Stimmt. Hatten wir da nicht was geplant?
Elrond: Was denn?
Rumil: Wir wollten den Zwerg keinen ruhigen Schlaf lassen.
Elrond: Aha, und geht das auch genauer?
Haldir: Wir warten am besten bis alle wieder anwesend sind!
Elrond: Gut…… Könnte bitte mal jemand wieder alle reinholen?

Sofort rannten die Hobbits zu den beiden Türen und rissen sie auf. Bei Tür Nummer 1 stolperte Aragorn ins Zimmer, der auf einmal die Klinke in der Hand hielt. Bei Tür Nummer 2 fielen Tanwethiel und Elrohir eng umschlungen herein. Die dann erst mal damit beschäftigt waren, ihre Kleider wieder zu ordnen.

Zum Glück achtete keiner darauf. Nur Elrond befahl seinen Kindern sich sofort hinzusetzten und ruhig zu sein. Elrohir und Tanwethiel besah er dabei mit einem komischen Blick.
Elrond: So Haldir, es sind alle da. Erzähl uns mal deinen….
Legolas, Rumil, Orophin:…. unseren…
Elrond: Plan.
Haldir: Ähm, wir waren doch vorhin nach Gimli schauen und da sahen wir ihn in Elenath’s Bett schlafen. Sie selbst war noch wach.
Rumil: Also hab ich sie in ein anderes Zimmer gebracht.
Legolas: Und so können wir ungestört Lärm machen, ohne jemanden zu wecken. Außer einen bestimmten Zwerg vielleicht.
Orophin erklärte noch schnell den Rest von ihrem Vorhaben. Alle waren begeistert. Zwar hatten sie dann vielleicht einen fuchsigen Zwerg am Hals, aber dafür heute Abend noch ihren Spaß.

~#~#~

Wenige Minuten später waren alle im Flur. Überall standen Kerzen, so musste Gandalf nicht vorne weg gehen und mit seinem Stab leuchten. Die Musiker hatten ihre Instrumente dabei und spielten lustige Lieder. Alle anderen hatten sich hintereinander gestellt, jeweils die Hände auf die Schultern des Vordermanns/-frau gelegt und schon ging es los. Alle sangen zur Musik und es herrschte eine ausgelassene Stimmung.

Am Zimmer angekommen, in dem Gimli schlief, stießen sie die Tür auf und drehten eine Runde durchs Zimmer. Gimli schreckte aus seinem Schlummer hoch, schaute sich kurz irritiert um und begann dann zu schreien.
Er war noch nicht ganz wach und deshalb erkannte er nicht sofort wo er war und wer ihn da geweckt hatte. Als erstes dachte er daran sich in Sicherheit zu bringen. Er sprang sofort vom Bett und kletterte unter es. Allerdings war es ein Kinderbett und deshalb ein bisschen tiefer gelegt’.

Fazit: Der Zwerg steckte fest.

Alle mussten über seine peinliche Situation lachen. Gimli fand das nicht so toll. Er beklagte sich bei allen, dass sie ihm nicht helfen würden. Doch Merry und Pippin waren seine Retter in der Not. Sie nahmen sich jeweils ein Bein des Zwergen und zogen kräftig daran.
Doch auf einmal machte es ratsch’ und die beiden Hobbits lagen mit zwei abgerissenen Hosenbeinen auf dem Boden.

Der Zwerg steckte immer noch unter dem Bett. Jetzt allerdings mit abgerissenen Hosen. Dabei konnte man deutlich seine Unterhosen sehen. Auf ihnen waren kleine Äxte und Schaufeln mit Goldhaufen zu erkennen. Gimli bemerkte wie es frisch um seine Beine wurde und rief Legolas und Haldir zu, endlich was zu tun.

Die beiden hatten endlich ein Einsehen mit dem armen Zwerg und hoben das Bett kurz an um ihn vorzulassen.
Gimli sah total ramponiert aus. Sein Bart war völlig zerzaust, er hatte ein hochrotes Gesicht, welches man trotz Bart noch sehen konnte und seine Hosen waren um einiges kürzer als noch vor zehn Minuten.
Merry und Pippin gaben Gimli seine Hosenbeine wieder. Sie entschuldigten sich außerdem dafür, hatten aber ein dickes, fettes Grinsen im Gesicht. Der Rest lachte teils hinter vorgehaltener Hand, teils ohne irgendwelche Schamgefühle zu kennen.

Gimli war jetzt stinksauer. Er schnappte den Hobbits die abgerissenen Stofffetzen aus den Händen und ging laut schimpfend davon. Zum Glück redete er in Zwergensprache, denn es waren doch sehr herbe Worte.
Der Rest begann, nachdem Gimli den Raum verlassen hatte, laut zu lachen. Es war doch zu komisch den Zwerg so gesehen zu haben. Allerdings hörten die älteren Elben bald auf, da es doch unhöflich war über anderer Missgeschicke zu lachen.

~#~#~

Arwen: So und zum Abschluss des heutigen Geburtstages habe ich noch etwas besonderes vorbereitet!

Alle sahen sie überrascht an. Vor allem Elrond, denn er hatte damit gerechnet, dass sie jetzt alle ins Bett gehen würden, schließlich war es ein aufregender Tag gewesen. Aber seine Tochter schien etwas anderes vor zu haben, denn sie führte sie wieder alle in den Festsaal.
Dort war auch erstaunlicher weise alles umgebaut worden. Die Stühle standen in Reihen gegen eine Wand gerichtet. Und hinter den Stuhlreihen war eine dunkle Trennwand mit kleinem Fenster eingebaut. Elrond ahnte schon was jetzt kam. Er hatte eigentlich gehofft, dass er das nie wieder sehen würde, aber nun war es zu spät, er saß schon neben seiner Frau und seiner Schwiegermutter in der hintersten Reihe.
Arwen hatte einen Dia-Abend vorbereitet. Und wenn das schon nicht genug war, es waren auch noch Bilder aus seiner Kindheit. Die hatte er anscheinend vergessen mit nach Valinor zu nehmen. Oder, einen Moment, hatte er die nicht mit nach Valinor genommen? Er sah zu seiner Frau, die gerade mit Glorfindel sprach. Sie kam ihm sehr verdächtig vor.

Elrond (flüsternd): Celebrían?
Sie reagierte nicht.
Elrond: Celebrían?
Celebrían: Ja, mein Schatz?
Elrond: Du weißt nicht zufällig, wie diese Bilder, die ich in meiner Privatschatulle hatte, übrigens in Valinor, wieder hierher nach Bruchtal gekommen sind? Und noch dazu in die Hände meiner Tochter, die leider einen Dia-Apparat besitzt, den ihr deine Mutter vor fünfzig Jahren zum Geburtstag geschenkt hatte?
Celebrían: Ähm….
Galadriel: Jetzt motz hier nicht rum, sondern sieh dir die Bilder an. Und außerdem scheinen sie den anderen doch zu gefallen!
Elrond blickte nach vorn. Dort saßen seine Söhne und ihre Freunde. Sie schienen sich gerade angeregt über sein erstes Babyoutfit zu unterhalten. Von der Seite her hörte man Dr. Lecter sagen:
Dr. Lecter: Ja, ja. Diese Mode kenne ich. Meine Mutter meinte immer wie putzig ich doch darin aussah.
Celebrían: Schau mal, Schatz. Da bin ich ja sogar schon dabei. Waren wir nicht süße Kinder?

Elrond versank langsam in seinem Stuhl. Er hatte schon gewusst warum er diese Dias nicht hier gelassen hatte. Vor allem, es waren Hunderte!

Kapitel 32
Elrond war wieder ohnmächtig geworden. Allerdings bemerkte das keiner.

Celebrían war so in ihr Gespräch mit Glorfindel und Erestor, der neben dem Blonden saß, vertieft, dass sie gar nicht merkte, wie ihr Mann auf seinem Stuhl hing. Auch Galadriel fiel es nicht auf. Sie sah sich sehr interessiert die Gesichter der Zuschauer an.
Arwen schien mit der Dia-Schau eine gute Idee gehabt zu haben, denn alle wirkten sehr amüsiert.

Elladan, Elrohir, Legolas und Haldir tuschelten auf jeden Fall sehr angeregt mit ihren Freundinnen. Gerade sah man Elrond im Strampelanzug und einem Lätzchen umgebunden, wie er von seiner Mutter gefüttert wurde. Allerdings schien es ihm nicht zu schmecken, denn auf dem nächsten Bild sah man den Teller auf dem Boden und ein zufriedenes Elbenbaby, das das Missgeschick’ betrachtete.

Das nächste Bild zeigte Elrond im Kinderwagen mit einem Spielzeugbogen aus Plüsch, wahrscheinlich damit sich Klein-Elrond nicht weh tat. In dieser Bilderreihe kam auch sein Vater ins Bild und nahm ihm den Bogen weg. Elrond verzog sofort das Gesicht zu einer Schnute, da er sah, dass sein Bruder Elros den Bogen bekam. Seine Mutter versuchte ihn daraufhin zu beruhigen, allerdings ohne Erfolg.
Ein lautes Lachen ging durch den Saal.

Es schlossen sich noch Bilder von Elrond im Sandkasten, im Garten, beim Klettern, und noch mehr an. Langsam kam man auch zu Bildern, wo der Bruchtalelb schon etwas älter wirkte. Sein erster Kontakt mit Alkohol war auch sehr interessant. Er hatte nämlich plötzlich einen Lampenschirm auf dem Kopf und schien laut zu singen. Aber im Hintergrund sah man die Leute sich die Ohren zu halten. Anscheinend hatte auch der Herr von Imladris mal einen schlechten musikalischen Tag.

Auf den nächsten Bildern sah man, wie er sich unter der Bettdecke versteckte und sich den Kopf hielt. Offenbar hatte Elrond Kopfschmerzen.
Es war überhaupt sehr interessant, wie viele Fotos von Elrond gemacht wurden. Es schien so, als wenn jede Minute seines Lebens dokumentiert war.

Aber irgendwann wurde es langweilig, da man immer nur Elrond sah. Arwen bemerkte das und stellte den Diaprojektor ab. Da merkte Celebrían auch endlich, dass ihr Mann ohnmächtig war. Schnell wurden Elladan und Elrohir damit beauftragt ihn ins Bett zu bringen. Auch Eowyn und Lothíriel entschieden sich dafür ins Bett zu gehen. Thranduil, Dr. Lecter, Celeborn, Aragorn, Eomer und Faramir setzten sich in eine Ecke und begannen ein Gespräch. Natürlich verzichteten sie nicht auf Alkohol.

Die Musiker hatten sich jetzt wieder an ihre Arbeit gemacht und spielten ihre Lieder. Ancalime, Engwaarda, Eldarion und Elfwine begannen auch sogleich zu tanzen. Haldir, Falathwen, Legolas und Lúthanell folgten ihnen.
Tanwethiel und Quelleving gesellten sich zu Arwen, Celebrían und Galadriel.

Doch plötzlich schlug die Tür auf und Gimli, gefolgt von Gandalf, Orophin, Rúmil und den Bruchtalzwillingen, kam herein.
Elladan und Elrohir bauten mitten auf der Tanzfläche ein komisches Gestänge auf. Es sah so aus, als wenn sie Hochsprung üben wollten. Doch sie stellten die Mittelstange viel zu niedrig ein, gerade so, dass der Zwerg darunter gehen konnte.

Elladan: So, liebe Gäste. Wir möchten euch alle zu einer Runde Limbo einladen. Wer möchte mitmachen?
Die Herrenrunde schaute skeptisch. Eomer meldete sich mutig, obwohl er nicht wusste, was er machen sollte. Und so sprang er erst einmal darüber. Alle lachten.
Elrohir: Nein, nein. So geht das nicht. Schau her ich zeige es dir.
Er deutete Eomer genau zuzuschauen, was er tat. Bevor er allerdings unter der Stange durchtanzte, forderte er die Musiker auf, passende Musik zu spielen.

Elrohir schaffte es sogar mit einem halben Meter Platz zwischen ihm und der Stange. Nun versuchte es auch Eomer. Auch er schaffte es. Jetzt wollten natürlich alle, außer der Herrengruppe. Arwen musste Aragorn und Faramir regelrecht zur Stange schieben. Auch Legolas und Quelleving versuchte ihren Vater zu überreden. Aber erst, als auch Gandalf Limbo tanzte, ließen sich die anderen nicht lumpen und versuchten es auch. Alle überstanden es heil, nur Dr. Lecter verzichtete auf eine weitere Runde und verließ den Saal.

Nun stellten Elladan und Elrohir die Stange ein paar Zentimeter weiter runter. Wieder schafften es alle. Beim nächsten Senken der Stange gaben dann Celeborn und Gandalf auf. Bei Gandalf hätte man fast vermuten können er hätte sich etwas verzerrt, allerdings setzte er sich mit neutralem Blick.

Überraschend war, dass Thranduil es länger durchhielt, als Aragorn, Faramir und Eomer. Selbst Elfwine und Eldarion gaben bald auf. Anscheinend schienen sie nicht mehr die Kraft zu besitzen weiter zu machen.

Celebrían und Galadriel hörten auch auf, da es ihnen unwürdig schien sich weiter unter dieser Stange durchzukämpfen.
Den Hobbits und Gimli schien die eben eingestellte Höhe immer noch nichts auszumachen. Sie konnten immer noch fast stehend darunter hervortanzen.

Das ärgerte natürlich die männlichen Elben, denn diese mussten schon sehr in die Knie gehen. Da Arwen auch schon ausgeschieden war, beschloss sie die Schiedsrichterin zu geben. Sie entschied, dass sie zwei Kategorien eröffnete. In der ersten durften die Hobbits und der Zwerg antreten. In der zweiten kämpften die Elben und Menschen, also die ‘Großen’ um den Sieg.

Natürlich überraschte es keinen, dass Gimli bald aufgab. Von den Hobbits gewann schlussendlich Frodo.
Bei den ‘Großen’ gab es zum Schluss ein Kopf-an-Kopf-Tanzen. Ancalime und Thranduil waren nämlich die letzten beiden. Doch Thranduil gab dann doch auf, als es gefährlich in seinem Rücken knackte. Er wurde von Legolas und Quelleving auf sein Zimmer gebracht.

Arwen löste nach diesem spannenden Spiel die Runde auf und ging selbst zu Bett, gefolgt von Aragorn.
Auch Eomer und Faramir entschwanden zu ihren Frauen. Die Hobbits verabschiedeten sich ebenfalls, aber nur um in die Küche zu gehen und dort ihre eigene kleine Privatparty zu veranstalten. Mit viel Essen und Trinken versteht sich. Und natürlich einer ordentlichen Portion Pfeifenkraut.

Pippin wäre fast an die Decke gegangen, als er bemerkte, dass sein Vorrat alle war. Er wollte schon fast aufspringen und Elronds Geburtstagsgeschenk plündern, doch Merry, Frodo und Sam hielten ihn tapfer zurück. Der arme Hobbit war den Tränen nahe, doch die anderen gaben ihm alle ein Teil aus ihren Beuteln und schon strahlte er wieder übers ganze Gesicht.

~#~#~

Auch die Musiker hatten schon längst aufgehört zu spielen, doch es waren immer noch 11 Personen im Saal. Ein kleines Grüppchen à drei Personen und der Rest tanzte zu deren Musik.
Rúmil, Orophin und Mullog hatten sich nämlich die Instrumente ausgeliehen und machten jetzt selbst für Legolas und Lúthanell, Elrohir und Tanwethiel, Elladan und Quelleving und Haldir und Falathwen Musik.

Die drei stellten sich sogar sehr geschickt an. Mullog begann sogar dann und wann zu singen. Es war überraschend, was für eine schöne Stimme er hatte. Doch bald wurde es doch spät und die Zwillinge und Mullog verabschiedeten sich von den anderen.
Haldir: Ich hab jetzt Durst. Wer kommt mit in die Küche schauen, ob da noch was steht?
Tanwethiel: O.k., aber nur ein Schlummertrunk!
Elladan: Ich bin dabei.
Quelleving: Das hab ich mir schon gedacht, mein Lieber. Nur ein Glas! (sie warf ihm einen warnenden Blick zu)
Elladan: Ja, ja. Wir wollen doch morgen früh frisch und munter aussehen.
Quelleving: Wieso? Gibt’s was besonderes morgen?
Tanwethiel: Außerdem sehen wir immer frisch und munter aus!
Lúthanell: Genau. Los, kommt, sonst wird das heute nichts mehr!

Alle folgten ihr zur Küche. Doch sie hörten schon von weitem, dass sie nicht die einzigen in der Küche sein würden. Legolas öffnete die Tür und starrte erst einmal in den Raum.
Merry und Pippin tanzten auf dem Tisch, wo morgen wieder das Essen zubereitet werden sollte. Frodo und Sam lagen darunter und hielten sich die Köpfe. Nur Bilbo stand noch und nippte ab und zu an seinem Bierkrug.
Elladan: Was ist denn hier los?
Elrohir: Seid ihr noch ganz bei Sinnen auf dem Zubereitungstisch zu tanzen? Ihr hättet in dutzend Messer treten können!
Tanwethiel (leise zu Elrohir): Oder in das vorbereitete Frühstück.

Die Hobbits schreckten sofort auf und sahen sich entsetzt um. Erst recht spät bemerkten sie die Elben in der Tür. Merry und Pippin senkten schuldbewusst die Köpfe, Frodo und Sam hielten sie sich dagegen. Und Bilbo trank immer noch ganz abwesend aus seinem Krug.
Elladan: Ich schlage vor, ihr beendet eure Party und geht schlafen. Ihr seht schon recht müde aus.

Die Hobbits nickten und verabschiedeten sich. Nur Bilbo blieb immer noch recht abwesend stehen, wo er die ganze Zeit schon stand.
Haldir: Merry, Pippin, kommt zurück. Ihr habt was vergessen.
Merry: Was denn?
Haldir deutete auf Bilbo.
Pippin: Oh, ja, richtig. Wir werden uns um ihn kümmern.
So nahmen Merry und Pippin Bilbo in ihre Mitte und gingen.

Die Elben versuchten derweil ein bisschen aufzuräumen, damit Arwen am Morgen nicht aus den Latschen kippte.
Tanwethiel holte einen Eimer mit Wasser und Legolas tat ein bisschen Seife hinein. Tanwethiel und Haldir wollten sich beide den Schrubber nehmen, doch sie griffen ins Leere. Quelleving hatte ihn sich schon vorher geschnappt und wischte jetzt den Küchenboden blitzblank.
Elladan und Elrohir hatten sich derweil um die Getränke gekümmert und servierten sie dann.

Für zehn Minuten herrschte so ein angenehmes Schweigen. Dann meldete sich Legolas zu Wort.
Legolas: Ich schlage vor, wir gehen jetzt auch ins Bett. Ich zumindest bin schon recht müde.
Quelleving: Ich auch.
Haldir: Na schön, dann Abmarsch.

Alle folgten seinem ‘Befehl’ und recht bald fanden sich alle in ihren Zimmern wieder.
Und so wurde es auch langsam wieder ruhig in Bruchtal, so wie fast jede Nacht. Man hörte leichtes Schnarchen aus Gimli und Gandalfs Zimmer, leises Plappern aus den Kinderzimmern und ansonsten fast nur noch Stille.

Im Garten hatte sich Baumbart niedergelassen und wartete dort auf den Morgen.

33
Ein leises Klicken war im Flur zu vernehmen. ‘Klick’, ‘Klick, Klick’ ‘Klick’. Wie, wenn jemand…, eigentlich ließ sich dieses Klicken gar nicht richtig beschreiben. Es schien von draußen zu kommen, denn es war nicht stark zu hören. Nur wenn man ein Elb war, der schon alles mögliche kannte und dann etwas Fremdes auftauchte, musste man dann doch wach werden.

Und so erwachte Elrond am Tag nach seinem Geburtstag. Er überlegte gerade, dass er gar nicht wusste, wie er in sein Bett gekommen war. Er beschloss, seine Frau zu fragen, wenn sie denn endlich wach war.

Celebrían schlief seelenruhig neben ihm. Sie schien dieses Geräusch nicht zu bemerken. Aber Elrond wollte jetzt wissen, was da vor sich ging. Er zog sich einen Morgenmantel an und verließ das Zimmer. Langsam näherte er sich der Geräuschquelle. Er kam in der Eingangshalle an. Doch hier war niemand. Elrond ging weiter. Sein Herz klopfte schon ein bisschen schneller. Er fühlte sich wieder wie ein kleiner Junge, der etwas Unerlaubtes tat, aber diesen Gedanken verdrängte er schnell wieder. Er war schließlich der Herr des Hauses und hatte ein Recht darauf zu erfahren, wer oder was hier seine Ruhe störte.

Er öffnete ohne zu zögern die Tür und war geblendet.
Nicht von Schönheit oder so, sondern von einem Lichtstrahl, der direkt auf die Tür gerichtet war. Seine Augen brauchten ewig, bis er keine Punkte mehr sah. Dann richtete er seine Aufmerksamkeit auf das Geräusch. Deswegen war er ja überhaupt hier.

Er blickte auf und sah einen Mann mit einem komischen Kasten in der Hand, nicht weit weg von ihm. Elrond schlich sich, so leise wie möglich, neben den Mann und beobachtete genau was der tat.

Dann ließ Elrond seinen Blick auf die Umgebung schweifen und was er da sah, ließ ihn fast seine Augen ausfallen.
Da saßen doch tatsächlich ein paar leicht bekleidete Frauen und rekelten sich auf seiner Lieblingsbank.

Das ging nun endgültig zu weit. Er stemmte seine Fäuste in seine Hüften und machte ein grimmiges Gesicht. Da bemerkte ihn dann auch endlich der Mann. Der schaute erst nervös und unsicher, doch dann änderte sich sein Gesichtsausdruck schlagartig. Er streckte Elrond eine Hand hin.

Fotograf: Sie müssen Lord Elrond sein. Ihre Tochter hat mir schon sehr viel von ihnen erzählt. Setzten Sie sich ruhig und genießen den Ausblick.
Dabei grinste der Mann recht schief.
Elrond (sauer): Ich würde mich ja gerne setzen, nur diese, diese… Weibsbilder da belegen meine Lieblingsbank!
Fotograf: Oh,… warten Sie einen Moment. (zu Assistent) Sonny, bring die Mädels rüber zum See. Wir machen dort weiter. (wieder zu Elrond) So, bitte schön, die Bank gehört wieder ganz ihnen.
Elrond: Was machen Sie hier überhaupt?

Er hatte gar nicht gemerkt, dass er unwillkürlich in die menschliche Anrede übergegangen war.
Fotograf: Eure Tochter hat mich bestellt. Sie wollte, dass ich heute ein paar Fotos zur Erinnerung mache.
Elrond: Mit solchen Motiven? (dabei zeigte er auf die Frauen am See)
Fotograf (grinst): Nein, nein. Dass ist nur ein netter Nebeneffekt.
Elrond: Nebeneffekt?
Fotograf: Nun, ich hab in letzter Minute noch einen Katalogauftrag bekommen, Sie wissen schon, Bademode. Und da hab ich mich schon ein bisschen eher auf den Weg gemacht und die Models mitgebracht. Ich hoffe sie stören Sie nicht?

Elrond überlegte. Stören tun sie eigentlich nicht. Jetzt nachdem er seine Bank wieder hatte. Und der Fotograf tat ja eigentlich auch nur seine Arbeit.
Elrond: Nein, nicht direkt. Sie sagten eben, dass meine Tochter Sie bestellt hat. Ich würde gerne wissen, was sie vor hat?
Fotograf: Nun, sie hat gemeint, sie wollte zwei Gruppenbilder machen lassen. Mehr weiß ich leider auch nicht. Es tut mir leid, aber dürfte ich jetzt wieder meine Arbeit machen, denn für um zehn wurde ich bestellt und das ist in einer Stunde. Man sieht sich.
Der Fotograf ging in Richtung See und Elrond wieder zurück ins Schlafzimmer. Er hatte genug Informationen bekommen und musste sich jetzt dringend frisch machen.

~#~#~

Celebrían (verschlafen): Schatz, wo kommst du denn her?
Elrond: Oh, entschuldige, ich wollte dich nicht wecken.
Celebrían: Schon gut, ich war sowieso schon wach…. Hast du vorhin auch so ein komisches Geräusch gehört?
Elrond: Ein komisches Geräusch? In Bruchtal? Nein, nicht das ich wüsste.
Celebrían: Na gut… Arwen meinte, bevor wir uns gestern Abend trennten, dass wir heute früh draußen im Garten sein sollen. Weißt du, ob noch Schnee liegt?
Elrond: Schnee?
Celebrían: Ja, gestern war doch dieses Unwetter!
Elrond: Hmm, gestern war so viel, aber ich glaube, ja da war was mit einem Unwetter. Aber draußen ist es wunderbar warm. Die Sonne scheint und die Vöglein zwitschern. Der Himmel ist ähm, himmelblau und ähm, der See ist…
Celebrían: Was hast du denn um die Zeit am See gesucht?
Elrond: Ich, gar nichts. Ich war noch gar nicht draußen heute.
Celebrían: Und woher weißt du dann, dass es wunderbar warm draußen ist?
Elrond: Na ich hab aus dem Fenster geschaut. Außerdem hat unser Zimmer einen Balkon.
Celebrían: Na gut, das hilft mir aber auch nicht weiter bei der Suche nach etwas Anzuziehen.
Elrond: Ich empfehle etwas Helles.
Celebrían: Warum?
Elrond (spontan): Weil dir das so gut steht.

Celebrían schaute ihren Mann irritiert an. Seit wann wusste er, was ihr am besten stand? Sie ignorierte seinen Kommentar und suchte sich endlich was zum Anziehen. Doch als sie ins Bad wollte, war abgeschlossen.
Celebrían: Elrond, würdest du mich bitte reinlassen? Ich muss mich noch fertig machen.
Elrond (aus dem Badezimmer): Schatz, du siehst doch so schon gut aus, du brauchst keine….

Der Rest von Elrond ging unter, denn an der Zimmertür klopfte es aufgeregt. Celebrían gab es auf weiter auf Elrond einzureden und ging zur Tür um zu öffnen. Arwen stand davor mit leicht aufgelöstem Haar und noch nicht geordneter Kleidung.
Arwen: Schön, dass ihr schon wach seid. Könntet ihr in zehn Minuten unten in der Eingangshalle sein?
Celebrían: Arwen, Schätzchen, zieh dich erst mal ordentlich an. Warum bist du so in Eile?
Arwen: Ich hab die Zeit vergessen. Wo ist eigentlich Papa?
Celebrían: Im Bad, (in Richtung Badezimmer rufend) und wenn sich der Herr mal beeilen würde, könnten wir tatsächlich in zehn Minuten unten sein. Elrond?
Elrond: Ja, gleich!
Celebrían: Du siehst, wir sind gleich fertig.
Arwen: Fein. Ich muss weiter. Bis gleich.
Und so verließ sie ihre Eltern und weckte die nächsten Gäste. So sie denn noch im Bett lagen.

~#~#~

Eine halbe Stunde früher:

Falathwen: Haldir, aufstehen.

Keine Reaktion.

Falathwen: Haldir, steh endlich auf. Du hast mir versprochen, dass wir vor dem Frühstück noch schwimmen gehen.
Haldir regte sich immer noch nicht. Er lag wie ein Stein im Bett. Das hieß, dass Falathwen zu härteren Mitteln greifen musste. Sie ging zur Wand und entnahm sich der Dekoration eine lange Feder. Dann schlug sie die Bettdecke soweit hoch, dass Haldirs Füße zu sehen waren und begann die Feder am Fuß auf und ab zu streichen.

Der regte sich auch langsam, da er an dieser Stelle sehr kitzlig war.
Falathwen: Stehst du jetzt endlich auf und kommst mit mir schwimmen?
Haldir (schon mit Lachtränen): Jaa, aber, bitte, lass das!

Sofort war die Feder weg und Haldir konnte wieder richtig atmen.
Haldir: Weißt du, dass du für eine Elbe ganz schön gemein bist?
Falathwen: Sei froh, dass ich nur eine Elbe bin. Menschen sind noch schlimmer.
Haldir: Was meinst du damit?
Falathwen (beugte sich zu ihm runter): Willst du das wirklich wissen?
Haldir schüttelte schnell den Kopf.
Falathwen: Na dann komm endlich. Ich will schwimmen gehen. Elrohir und Elladan sind bestimmt auch schon da und warten mit den Mädels auf uns.
Haldir: Ja ja, ich bin schon fast unterwegs.

Haldir hatte sich gerade so aufgesetzt. Seine Augen waren noch voller Schlaf und eigentlich wollte auch er noch mehr Schlaf, doch was tat Elb nicht alles für seine Freundin!
Er folgte Falathwen und nach fünf Minuten kamen sie zum See. Dort waren schon, wie sagte, die Zwillinge, Legolas und die Mädels. Haldir und Falathwen gesellten sich schnell zu ihnen und begannen eine wilde Wasserschlacht.

Nach zehn Minuten bemerkte Elladan Leute am anderen Ende des Sees.
Elladan: Was machen die denn da?
Elrohir: Vor allem, wer ist das?
Legolas: Ich würde sagen, hübsche Frauen und ein paar Männer, die um sie herumwuseln.
Lúthanell: Interessant, was du so alles aus dieser Entfernung siehst!
Legolas: Ähm. Wir können ja mal rüberschwimmen und fragen, was die hier machen.
Tanwethiel: Viel mehr würde mich interessieren, was Menschen hier machen. Und wie sie den Weg hierher gefunden haben.
Elrohir: Na dann los. Wer zuerst da ist, bekommt ein extra Brötchen zum Frühstück!

Und schon waren die acht unterwegs. Sie schwammen sehr elegant und…
Haldir: Ich bin erster!
Tanwethiel: Stimmt ja gar nicht!
Legolas: Genau, ich war als erster hier!
Quelleving: Ihr benehmt euch wie Kinder. Es bekommt jeder genug zu essen.

Und damit war der Streit beiseite gelegt. Nun gingen die acht Elben auf die Menschen zu, die emsig arbeiteten.
Der Fotograf war gerade so am knipsen, dass er die Elben gar nicht bemerkte. Erst als ihm sein Assistent auf die Schulter tippte, drehte er sich um.

Und sofort hatte sich ein Lächeln auf seine Lippen gelegt.
Elrohir: Guten morgen. Darf ich fragen, was Sie hier machen?
Fotograf: Natürlich. Ich bin Fotograf und fotografiere diese Modelle da.
Elladan: Ähm, was heißt Fotograf und fotografieren?
Fotograf: Hmm, wie erkläre ich das am besten. Ahh, einen Moment. (er holt seinen Fotoapparat) Also, das ist mein Fotoapparat, damit macht man die Fotos. Ich zeige es ihnen. Am besten…., Sie (er zeigte auf Tanwethiel) stellen sich mal bitte hier hin und Sie (dabei zeigte er auf Haldir) setzen sich dazu. Ja so in etwa. Gut. So, dann nehme ich meinen Apparat und drücke hier auf den Knopf (er zeigt ihn Elladan) dann, bitte nicht bewegen, sonst wird das Bild unscharf!

Der Fotograf knipste mehrere Fotos von Tanwethiel und Haldir. Dann ging er zu Elladan und zeigte ihm die Bilder von den beiden. Die saßen übrigens immer noch da und bewegten sich nicht. Sonny, der Assistent trat zu ihnen und sagte ihnen, dass sie wieder aufstehen könnten.

Haldir: Ich hätte nicht gedacht, dass das so anstrengend ist.
Tanwethiel: Ja, eigentlich sitzt man nur rum, aber immer stock steif und nicht bewegen, das ist nichts für mich.
Sie gingen jetzt auch zu den anderen und ließen sich ihre Arbeit zeigen.
Elladan: Und was bringt mir ein Bild in so einem Kasten, wenn ich meine Freunde doch immer in natura sehen kann?
Fotograf: Nun, man kann die Bilder auch aus dem Apparat holen und sie auf Papier drucken. Warten Sie, ich zeig’s ihnen. Ich muss nur den Apparat hier an das Gerät anschließen und ein paar Knöpfe drücken, aber das wäre zu umständlich um ihnen das zu erklären. Passen sie nur auf, was da aus dem Gerät kommt.
Und nach nicht einmal einer Minute kamen vier Bilder von Haldir und Tanwethiel aus dem Drucker.

Elladan: Das ist fantastisch! Diese Bilder sehen besser aus als unsere Gemälde im Haus und vor allem kann man sie leicht überall hin mitnehmen!
Fotograf: Das stimmt.
Legolas: Könnten Sie vielleicht auch so ein Bild von uns machen?
Quelleving: genau, nicht nur von Haldir und Tanwethiel!
Fotograf: Ja, wenn Sie wollen. Bitte, wer möchte zusammen fotografiert werden?
Legolas: Erst einmal alle!

Und so sortierte der Fotograf die acht und tat seine Arbeit, dann knipste er von jedem ein Einzelbild und dann noch jeweils die Pärchen. Legolas, Lúthanell, Quelleving und Elladan entschlossen sich auch noch dazu ein Bild für Thranduil schießen zu lassen.

~#~#~

Arwen: Elladan, bist du wach?…. Elladan?
Arwen stand vor der Zimmertür ihres Bruders. Sie war gerade auf dem Weckrundgang. Aber im Zimmer regte sich nichts. Sie entschloss sich dazu hinein zu gehen und zu schauen, ob ihr Bruder überhaupt da war. Sie öffnete die Tür und entdeckte ein leeres Bett. Ein Blick auf den Schreibtisch zeigte ihr einen Zettel, auf dem stand, dass er und Quelleving schwimmen gegangen waren.
Arwen: Na gut, dann sind die beiden wenigstens schon wach.
Als nächstes klopfte sie an die Tür von Faramir und Eowyn. Faramir öffnete.
Faramir: Ah, guten Morgen Arwen.
Arwen: Guten Morgen, ich wollte nur Bescheid geben, dass wir uns schon alle vor dem Frühstück in der Eingangshalle treffen.
Faramir: Ist gut. Eomer und Lothíriel sind bei uns, ich richte es ihnen aus.
Arwen: Danke. Bis nachher.

Sie verabschiedete sich und ging dann weiter zu Haldir, aber auch dort war niemand und auch kein Zettel. Arwen konnte sich schon fast denken, dass der Elb auch am See war, wie sicher auch Elrohir, Tanwethiel, Falathwen, Legolas und Lúthanell. Was sich sogar bestätigte, als Arwen bei den Zimmern der fünf vorbeischaute.

Da sie erst alle im Haus wecken wollte, ging sie noch zu ihren Kindern, zu ihren Großeltern, zu den Hobbits und dem Zwerg. Gimli trug sie außerdem auf, Gandalf, Glorfindel, Erestor und Thranduil zu wecken. Der Zwerg war auch erstaunlich gut gelaunt und murrte gar nicht.

~#~#~

Wieder am See:

Arwen hatte es endlich geschafft, alle Gäste zu wecken und war nun zum See gegangen. Außerdem hielt sie Ausschau nach dem Fotografen, der auch in nächster Zeit in Bruchtal eintreffen müsste. Aber als sie am See ankam entdeckte sie schon alle, auch den Fotografen.
Arwen: Guten Morgen, schön, dass sie schon so früh… Was machen denn diese ganzen Frauen hier?
Elladan: Das sind Models. Horst hat sie mitgebracht, um noch einen anderen Auftrag zu erledigen.
Arwen: Bitte was, und wer?
Fotograf: Sie müssen Frau Arwen sein. Ich bin der Fotograf und Ihr Bruder meinte mich. Mein Name ist Horst!
Arwen: Ähm, guten Morgen.

Kapitel 34
Zehn Uhr. Am Morgen nach Elronds Geburtstag.

Alle hatten sich endlich in der Eingangshalle versammelt, wie Arwen es wollte. Sie stellte allen den Fotografen vor und erklärte, was sie eigentlich wollte.
Sie wollte für ihren Vater ein Bild aller anwesenden Gäste machen lassen, als Andenken an diesen Geburtstag sozusagen. Natürlich waren alle begeistert, obwohl nicht alle etwas mit dem Begriff Fotograf anfangen konnten.

Der stellte sich selbst noch einmal vor und seinen Assistenten natürlich. Die beiden versuchten dann die anwesenden Personen und Bäume in eine akkurate Ordnung zu bringen, was nicht ganz einfach war.

Die Kinder plärrten und weinten, dann waren acht Elben in Badesachen anwesend, da sie es nicht mehr geschafft hatten sich noch umzuziehen und der Rest sah noch ein wenig verschlafen aus. Kein Wunder, da es bei einigen (konkret: die Hobbits) doch recht spät geworden war.

Der Fotograf versuchte sein Bestes. Elrond hatte er schon einmal auf einen Stuhl in der Mitte des geplanten Bildes gesetzt. Dann wollte er Elronds Schwiegereltern dahinter stellen, allerdings ging Galadriel immer wieder zu Elenath um sie zu beruhigen. Und Celeborn versuchte sich weiterhin mit Thranduil zu unterhalten, doch der stand am anderen Ende des Raumes.
Schließlich hatte Horst ein Einsehen und forderte den König des Grünwaldes auf, sich neben Celeborn zu stellen. Galadriel gab er die quengelnde Elenath auf den Arm, die sich auch schlagartig beruhigte.

Die Hobbits rannten währenddessen durch den Raum. Sam hatte nämlich einen Korb mit Kuchen mitgebracht und Merry und Pippin wollten unbedingt etwas abhaben. Doch Sam wollte ihnen nichts abgeben, da er die beiden schon für dick genug hielt. Merry und Pippin waren darüber natürlich nicht erfreut und verfolgten ihn nun durch den ganzen Raum. Schließlich rief Arwen sie zur Ruhe, da der Fotograf die Hobbits in die Reihen einordnen wollte.
Als der Fotograf fast fertig war, kamen noch vier weitere Personen. Sie waren total verschwitzt und außer Atem. Sonny stöhnte auf.

Sonny: Wie sollen die denn jetzt noch ins Bild? Die Linse platzt doch jetzt schon fast.
Horst: Das wird schon. Kommen Sie bitte.
Er wies auch Círdan, Orophin und Rúmil, die einen bösen Blick von Haldir und Tanwethiel ernteten und Dr. Lecter einen Platz zu. Die vier hatte nämlich keiner geweckt und Bescheid gesagt. Erst als sie im leeren Frühstückssaal saßen und sich wunderten, dass keiner kam, erinnerte sich Dr. Lecter plötzlich, dass Arwen doch alle in die Eingangshalle gebeten hatte.
Aber jetzt waren alle perfekt verteilt.

Baumbart stand über bzw. hinter allen und umrahmte das Bild. Elrond saß wie gesagt in der Mitte. Um ihn herum seine nahen Verwandten, sprich Celebrían, Galadriel, Celeborn, Elladan, Elrohir, Arwen, Aragorn und deren Kinder. Ancalime hatte sich neben Eldarion gestellt, mit ihren drei Kindern. Auf der linken Seite, vom Fotografen ausgehend, kam die Linie aus dem Grünwald (Thranduil, Legolas, Lúthanell und Quelleving). Auf der rechten standen Haldir, Falathwen, Tanwethiel, Orophin und Rúmil. Gandalf, Dr. Lecter, Círdan, Glorfindel und Erestor waren rundherum verteilt. Die Hobbits und Gimli wurden vor das ganze drapiert. Hinten links hatte der Fotograf von seinem Assistenten noch drei Stühle aufbauen lassen um dort Eomer, Lothíriel und Elfwine hin zu stellen. Das gleiche veranlasste er für hinten recht, wo Eowyn und Faramir Platz fanden.
Horst baute noch schnell seinen Fotoapparat auf und wollte los knipsen. Doch das erste Bild wurde durch einen lauten Nieser Pippins verunstaltet, denn alle schauten erschrocken zu ihm.

Sonny erklärte allen noch einmal, dass sie lächeln und möglichst still stehen sollten. Doch auch dieser Aufruf half beim nächsten Bild nichts. Gandalf wollte sich noch einmal aufrichten und setzte seinen Stab auf Tanwethiels Fuß. Diese schrie erschrocken auf und krallte sich in Haldirs Schulter fest. Wieder schauten alle nicht zum Fotografen, als er das Bild schoss.
Elrohir wollte sich schon zu seiner Freundin durchdrängeln, denn er stand leider nicht neben ihr, doch Horst schien etwas dagegen zu haben.

Horst: Stopp. Sie da, stehen bleiben. Sofort auf Ihren Platz zurück. Und Sie, Herr Zauberer, bewegen sich nicht mehr. Geht es Ihrem Fuß wieder besser? (ein Nicken von Tanwethiel) Gut, dann versuchen wir es noch einmal.
Haldir schien zwar im Moment nicht nach lachen zu Mute zu sein, seine Schulter tat immer noch weh, doch er riss sich zusammen.
Dann endlich war das Bild perfekt. Alle lächelten fröhlich, schauten sogar einigermaßen in eine Richtung und hatten ihre Augen offen.
Als der Fotograf sie entließ und sich die Gemeinschaft in Richtung Frühstück bewegte, bemerkte keiner, dass Elrond fehlte. Der war nämlich während der ganzen Prozedur eingeschlafen und keiner hatte es gemerkt. Elben schliefen ja für gewöhnlich mit offenen Augen!

Kapitel 35 - Zusatz
Die Gäste blieben noch eine Woche, dann verabschiedeten sie sich nacheinander von Bruchtal und seinen Bewohnern.

Aragorn, Faramir, Eowyn, Engwaarda und Elfwine flogen zurück nach Minas Tirith. Eomer und Lothíriel gingen zurück nach Edoras, Merry und Pippin begleiteten sie.

Frodo wollte noch einmal das Auenland besuchen, bevor er wieder nach Valinor zurück segelte. Mit Bilbo und Gandalf natürlich. Sam ging auch wieder zurück nach Hobbingen zu Rosi und seinen Kindern.

Thranduil verabschiedete sich ebenfalls von Arwen und ihrem Vater und nahm Dr. Lecter mit. Legolas verließ Bruchtal ebenfalls mit seiner Frau Lúthanell in Richtung Grünwald. Quelleving und Elladan folgten ihnen ebenfalls. Sie mussten ja schließlich die Hochzeit im Sommer vorbereiten.

Galadriel und Celeborn wollten bis dahin, sie waren auch zur Hochzeit eingeladen, in Lothlórien bleiben. Orophin, Rúmil, Tanwethiel und Elrohir begleiteten die beiden.

Arwen räumte währenddessen Bruchtal wieder auf. Ancalime half ihr dabei. Doch die hatte eigentlich von ihrem Schwiegervater in Spe den Befehl erhalten sich zu erholen. Eldarion passte auch darauf auf, dass sie ihn einhielt. Gimli, Haldir, Falathwen halfen Arwen stattdessen.

Elrond und Celebrían versuchten sich währenddessen zu erholen. Der Geburtstag war doch recht anstrengend gewesen.

Glorfindel und Erestor hielten derweil die Geschäfte Bruchtals am laufen. Elrond machte ja Urlaub, Arwen war mit Aufräumen beschäftigt und Elladan und Elrohir waren ausgeflogen.

Círdan hatte sich direkt nach dem dritten Tag nach dem Geburtstag wieder Richtung Anfurten aufgemacht. Irgendjemand musste sich ja um die Schiffe kümmern.

Baumbart hingegen hielt sich noch in der Umgebung Bruchtals auf. Er unterhielt sich noch ein bisschen mit den Bäumen. (Insgeheim versuchte er immer noch eine Spur von den verlorenen Entfrauen zu finden)

~#~#~

Im Sommer fand dann die Hochzeit von Elladan und Quelleving im Grünwald statt. Und Legolas bekam seine versprochene Wiederholung der Hochzeitsfeier.

Im Herbst gaben sich dann Ancalime und Eldarion das Ja-Wort. Falathwen hatte so geweint, dass sie drei Tage danach immer noch ganz verquollene Augen hatte.

Im Winter wurde noch ein Fest in Rohan gefeiert, nur um zu zeigen, dass dort auch noch jemand lebte. Und bevor sich die Angereisten aus Valinor wieder auf den Weg zurück machten heirateten auch noch Elrohir und Tanwethiel im Frühjahr darauf in Lothlórien.

Dann kam der letzte tränenreiche Abschied. Vorher wurde noch etwas bekannt gegeben.
Celeborn: Liebe Familie und Gäste, verehrte Anwesende, ich möchte etwas bekannt geben. Da ich mit meiner Frau Mittelerde nun endgültig verlasse, möchte ich meinen Nachfolger für Lothlórien bekannt geben. Elrohir soll der zukünftige Herr des Goldenen Waldes werden. Und im Auftrag seines Vaters soll ich außerdem noch bekannt geben, dass Elladan nun alleiniger Herrscher Bruchtals wird.
Alle gratulierten den Nachfolgern. Danach gab es ein ausgelassenes Fest.

Am nächsten Morgen hatte Thranduil noch etwas bekannt zu geben.
Thranduil: Da Bruchtal und Lothlórien, ja selbst Gondor und Rohan, nun neue Herrscher haben, möchte ich mich auch von der Königswürde trennen. Ich überlasse hiermit Legolas den Thron und ziehe ebenfall nach Valinor.

Alle starrten Thranduil an. Sie hatten alle gedacht, dass er ewig König bleiben wollte. Doch am schlimmsten waren sicher seine Kinder betroffen. Legolas und Quelleving hatten damit am wenigsten gerechnet. Ihr Vater war schon immer König gewesen. Sie konnten sich keinen anderen in dieser Rolle vorstellen, doch nun musste Legolas in den sauren Apfel beißen.

Daraufhin verabschiedeten sich alle mit sehr vielen Tränen im Gesicht. Arwen, Elladan und Elrohir hatten es ja schon einmal hinter sich gebracht sich von ihren Eltern zu verabschieden, obwohl jeder Abschied schwer fällt. Doch für Legolas und Quelleving war es der erste wirkliche. Sie weinten bitterlich, wurden aber von ihren Lieben getröstet.

Doch es musste sein und so stiegen Elrond, Celebrían, Galadriel, Celeborn, Thranduil, Dr. Lecter, Glorfindel, Erestor, Gandalf, Bilbo und Frodo in den Flieger zu den Grauen Anfurten.
Dort wartete schon Círdan auf die elf.

Elrond wollte sofort sein Geburtstagsgeschenk betrachten. Es war eine wirklich prachtvolle Yacht, doch der einzigste Haken an ihr war, dass alle mit ihr mit fahren wollten. Elrond bekam einen Schlaganfall und musste erst einmal vom örtlichen Heiler kuriert werden.
Danach buchte er sich eine Kabine auf einem Dampfer und überließ seine Yacht den anderen. Seine Frau nahm er natürlich mit.

Die Yacht war immer noch im Hafen, als der Dampfer schon in Valinor anlegte, da sich die verbliebenen neun nicht einig wurden, wer der Kapitän sein sollte.

~#~#~

In Mittelerde ging derweil alles seinen üblichen Gang. Arwen war wieder in Minas Tirith, mit ihren ganzen Kindern.

Legolas regierte den Grünwald, Elrohir Lothlórien und Elladan Bruchtal.

Eldarion wurde, wie Elfwine auch, auf den Thron vorbereitet. Aragorn und Eomer handelten die Hochzeit ihrer beider Kinder (Elfwine und Engwaarda) aus.

Und Baumbart suchte immer noch nach den verlorenen Entfrauen.

The End

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