Erinnerungen einer Elbenherrscherin
Keine Zusammenfassung

Prolog
Sie wurde im Jahre 1250 des dritten Zeitalters als Tochter Lord Elronds und Lady Celebrians geboren. Miriel musste früh lernen alleine klarzukommen, da ihre Mutter sie und ihre 3 Geschwister verließ, um in den Westen zu segeln, nachdem sie bei einem Orkangriff schwer verletzt wurde. Für ihren Vater war es nicht leicht, mit vier Kindern alleine zu bleiben und er zog sich zusehens vor der Welt zurück. Nur seine Töchter konnten ihm ein Lächeln entlocken.. Arwen, die Ältere, glich vom Charakter mehr ihrem Vater,, besonnen und beherzt. Vom Aussehen her glich sie beiden Eltern, mit ihrem dunklen Haar, dem perfekten Aussehen und den blauen Augen. Miriel hingegen glich ihrer Mutter Celebrian fast bis aufs haar. Silberblondes welliges Haar umspielte ein zartes Gesicht mit tiefen, unergründlichen grünen Augen. Dabei war sie eher ein Wildfang, wenngleich auch sehr verschlossen. Von ihrer Mutter hatte sie die Gabe der Voraussicht geerbt, die sich bei ihr schon früh einstellte. Dies machte ihr Angst und verunsicherte sie, denn alles was sie sah, wurde wahr. Sie verschloss sich mehr und mehr und wurde eine Einzelgängerin.
Zwar versuchten ihre Geschwister sie herauszulocken, doch das gelang nur ihren Brüdern wenn sie mal wieder zur Jagd gingen, denn dort schloss sie sich gerne an. Sie behandelten sie nicht wie eine zerbrechliche kleine Puppe wie ihr Vater es oft tat. Es machte ihr spaß einfach stundenlang durch die Wälder zu reiten ohne den erwartungen ihres Vaters gerecht werden zu müssen. Ihre Brüder fühlten ähnlich wie sie daher traf man die drei oft zusammen an. Arwen hingegen versuchte es ihrem Vater immer recht zumachen hatte sie angst das auch er sie verlies um in den westen zu gehen.
Miriel liebte, wie alle Elben, die Natur und wurde schon früh von ihrem Vater in die Fähikeit des Heilens eingewiesen. Schon bald galt sie, nach ihrem Vater, als beste Heilerin. Um ihre unersättliche Neugier und ihren Wissensdurst zu befriedigen, zog sie im Alter von 850 Jahren nach Lothlorién, wo ihre Großmutter über den goldenen Wald herrschte. Dort wollte sie lernen zu kämpfen und mit ihrer Gabe umzugehen. Außerdem wollte sie endlich die Welt außerhalb Bruchtals sehen. Denn dies hatte ihr Vater ihr bisher untersagt.

Kapitel 1 - Begegnungen
Sie hatten gestern am frühen Morgen das Nebelgebirge an einem pass nördlich von Moria überquert und befanden sich nun südlich der Schwertelfelder im Schattenbachtal. Acht Krieger Elronds sowie zwei dienerinen begleiteten die junge Elbin.
Nur langsam kam die Gruppe der junge Elbenprinzessin voran. Miriel wurde ungeduldig. Zu weit waren sie noch vom goldenen Wald entfernt.
Ihre pechschwarze Stute, Daevrennil (Schattenherrin), wurde unruhig. Die Fürstin der Mearas sehnte sie sich danach zu galoppieren.
Hier, in der Mitte des Zuges, fühlte sie sich eingeengt.
Das Schattenbachtal welches vor ihnen lag war bot sich geradezu dafür an.
Denn auch Miriel wollte schnell voran kommen.
Sie suchte sich eine Lücke im Tross ihres Geleitschutzes und preschte los. In diesem Tempo würde sie in weniger als zwei Tagen Lothlorién erreichen.
Sie lächelte, als sie hinter sich die lauten Rufe ihrer Begleiter hörte..
Sie wusste schon warum sie hatte alleine reiten wollen, doch das hatte ihr Vater nicht erlaubt. Sie hörte noch seine Worte in den Ohren.
Es sei viel zu gefährlich und außerdem sei sie ja noch so jung, hatte er gesagt.
„Wieso hatten die Valar sie damit gestraft eine Frau zu sein? Als Mann wäre diese Reise kein Problem gewesen.“ ,,Noro lim Daevrennil“(vorwärts Schattenherrin) flüsterte sie leise und die kluge Stute verstand. Sie steigerte ihre Geschwindigkeit, so dass kein anderes Pferd sie mehr einzuholen vermochte. Selbst bei Einbruch der Nacht hielt sie nicht an.
Erst am nächsten Morgen wurde sie langsamer.
Miriel spürte, dass die nachtschwarze Stute eine Rast benötigte. Auch ihr selber knurrte der Magen. An einem kleinen Bach, dessen Ursprung wohl im Nebelgebirge war, hielt sie an. Daevrennil trank ausgiebig, bevor sie zu grasen anfing.
Marien nahm ein Stück Lembas aus der Satteltasche, setzte sich auf einen Felsen neben den Bach und aß es in Ruhe. Dazu nahm sie ein paar Schlucke klares, eiskaltes Bergwasser. Allerdings legte sie sich nicht zum Schlafen nieder, da sie befürchtete, so ihrem Gefolge die Gelegenheit zum Aufholen zu Geben.

Nach zwei Stunden Rast setzte sie mit ihrer Stute den Weg fort. Etwas weniger rasch, als bisher galoppierte sie auf den goldenen Wald zu.
In der Morgendämmerung des nächsten Tages erreichten sie seine Grenzen.
Unbekümmert lenkte sie ihre Stute in den Wald hinein.
Allerdings kam sie nicht weit, weil eine befehlsgewohnte Stimme sie aufhielt.
,,HALT! Ihr habt das Reich der Herrin des Waldes betreten. Was ist euer Begehr???“
Miriel hielt ihre Stute an blieb aber im Sattel sitzen.
„Mein Name ist Miriel Minuial (Morgendämmerung) Tochter Lord Elronds und der Lady Celebrian. Ich wünsche Durchlass nach Caras Caladhorn.“

Haldir, der Hauptmann der Galadhrim, besah sich die junge Elbin, die vor ihm ihr Pferd zügelte. Dies war also die jüngste Enkelin seiner Herrin!
Von allen Enkelkindern seiner Herrin sah diese hier ihr am ähnlichsten.
Langes, silberblondes Haar floss weit über den sanft geschwungenen Rücken.
Die zarte Haut ihres Gesichtes war hell und auf ihren doch waren ihre Wangen von dem ritt gerötet. Die Augen, die ihn betrachteten, waren so grün wie die Blätter des Waldes. Ihre schlanke, wohl zierliche Gestalt, soweit er erkennen konnte, war in die zweckmäßige Reisekleidung der Elben gehüllt. Doch obwohl sie offensichtlich noch sehr jung war, strahlte sie bereits die Ruhe und Erhabenheit derer aus, die über die Gabe der Voraussicht verfügten.“

„Verzeiht mir Herrin. Ich erkannte euch nicht. Wir erwarteten euch erst in einigen Tagen
Wo ist euer Gefolge?“
,,Nun, mein Gefolge wird wohl in einigen Tagen hier ankommen. Ich verlies die Gruppe“
,,Herrin, das war viel zu gefährlich, es hätte sonst was geschehen können.“
,,Bringt mich bitte zu meiner Großmutter und versorgt dann meine Stute.
Sie ist erschöpft von dem langen Ritt.“ sagte sie mit einem arroganten ton.
Von einem Krieger würde sie sich nicht über ihre Endscheidung diskutieren.
Wieder vermochte er sich ihrer Autorität nicht zu entziehen.
,,Natürlich Herrin.“ sagte er leise und verneigte sich leicht vor ihr.
Er brachte sie von der Grenze des Waldes nach Caras Galadhorn der großen Elbenstadt Loriéns. Kaum das sie die goldene Stadt betreten hatten kam ihnen auch schon Galadriel entgegen.

,,Miriel ahnte ich doch schon das du dich nicht dem willen deines Vaters beugst.
Du bist so starrköpfig, wie deine Mutter es einst war“, lächelte sie sanft, denn sie wusste um den Eigensinn ihrer Enkelin. Sie spürte, die enorme Macht, die von der jungen Elbin ausging. Eines Tages würde diese ihre eigene weit übertreffen. Außerdem bemerkte sie, dass Marien bereits den Hauptmann in ihren Bann gezogen hatte. Haldir ließ sich für gewöhnlich von niemandem Befehle erteilen, außer von ihr und ihrem Gemahl Celeborn. Doch er nahm nun die Zügel der Stute, die Marien ihm reichte, und ging nachdem er sich nocheinmal untertänig verbeugt hatte, gehorsam in Richtung der Stallungen, um das Pferd zu versorgen. Dies sagte sehr viel über den stolzen Hauptmann aus.
„Komm, Marien“, sagte Galadriel, „lass uns nicht hier draußen reden. Dein Großvater wartet bereits im Talan.“ Mit einer einladenden Bewegung deutet sie zu dem großen Mallorn-Baum hin, in dessen Kronen der gewaltige Talan zu finden war. ….

Kapitel 2 - Meinungsverschiedenheiten
“Großvater” lächelnd begrüßte die junge Elbin den Herrn Loriéns. “Miriel” ebenfalls lächelnd schloss der Elbenlord seine jüngste Enkelin in die arme. “Wieso bist du eigentlich bereits hier Miriel???” Fragend sah er sie an. ” Ich bin alleine weitergeritten ich wollte so schnell wie möglich Caras Caladhorn erreichen” antworte sie leichthin. “Miriel Kind das war viel zu gefährlich” entsetzt sah er die schöne junge Elbin vor sich an. Mit so viel Leichtsinn ihrerseits hatte er nicht gerechnet. Hielten sich in den Wäldern doch einige gefährliche Kreaturen auf.
“Es ist doch nichts passiert. Du tust gerade so als sei ich ein kleines Kind” trotzig sah die junge elbin ihren Großvater an. “Miriel du verstehst scheinbar nicht wie gefährlich es ist alleine zu reiten” antwortete er gereizt. “Nein scheinbar verstehst du mich nicht ich bin doch kein hilfloses elbenkind welches nicht in der Lage ist auf sich selbst zu achten” aus ihren Augen sprachen Wut und Unverständnis.
Nach langen Diskussionen gab sich Celeborn geschlagen. Der Starrsinn seiner Enkelin war ihm nur allzu gut bekannt. Marien begab sich in ihre Gemächer um zu baden und sich dann fürs Abendmahl umzuziehen. Eine Dienerin war bereits dabei das Badewasser vorzubereiten
Und ihr dann zu helfen. Müde löste die junge Prinzessin die Schnallen der groben Reitkleidung. Miriel seufzte auf, als die dreckige Kleidung von ihrem Körper glitt. “Herrin das Bad is nun bereit” die junge Dienerin verneigte sich vor ihr. “Ich danke dir elenya (Sternentag.” Sagte sie freundlich. Dankbar über die Hilfe lies sie sich ins Badewasser gleiten, elenya wusch ihr das lange Haar. Nach dem ausgiebigen Bad reichte sie ihr ein schweres dunkelgrünes Samtkleid. Schnell schlüpfte Miriel in das lange Gewand. Das Haar der blonden elbin flocht die junge Menschenfrau ein und steckte es mit einer einfachen Holzspange hoch. Daraufhin begab Miriel sich in die Gemächer ihrer Großmutter.
Galadriel saß auf einem Stuhl in der Bibliothek.
,,Miriel komm zu mir!” Unsicher was sie erwarten würde trat sie auf ihre Großmutter zu.
“Es war sehr gefährlich den Schutz der Krieger zu verlassen. Das weißt du,”, sagte Galadriel mahnend, “bist du dir der Strafe, die dein Vater dir auferlegen wird, bewusst?” Streng sah sie ihre Enkelin an.”
Ich weiß es war ein Fehler,” sagte Miriel schuldbewusst, ,,doch ich hielt es nicht mehr aus. Wir kamen viel zu langsam voran, weil einige zu Fuß gehen mussten.”"
Nachdenklich sah die Herrin des Waldes ihre Enkelin an.
,,Nun gut, Miriel”, beschwichtigte Galadriel sie, “lass uns nicht weiter darüber sprechen - vorerst jedenfalls nicht.” Sie strich ihr weißes Kleid glatt. “Etwas anderes”, sie musterte ihre Enkelin durchdringend, “wie ist es möglich das Haldir ó Lorién, der Hauptmann meiner Krieger, dir so untertänig war?”
“War er das?”, Fragte Miriel verwundert. Sie legte ihren Kopf schief, als würde sie nachdenken. “Nun, er war etwas harsch, als er mich an der Grenze aufhielt”, erklärte sie nachdenklich, “doch nachdem er wusste, wer ich war, wurde er recht erträglich.”
“Galadriel musterte ihre Enkelin besorgt. “Miriel,” sagte sie ruhig, “er sah die Macht, die in dir ruht. Nur das kann es gewesen sein, denn ansonsten widerspricht er jedem, außer Celeborn und mir. - Jedenfalls die meiste Zeit.” Galadriel lächelte amüsiert, bevor sie weitersprach. “Nun gut, Macht hin oder her - es ist mein Wunsch, dass du bei ihm den Umgang mit Schwert und Bogen lernst. Er soll eine Grundlage schaffen, auf der Anordil von Cillien aufbauen kann.”
“Überrascht sah Miriel ihre Großmutter an. Sie wusste, dass in Cillien die besten Krieger ausgebildet wurden und auch von Anordil hatte sie bereits gehört. Er galt als einer der besten Schwertkämpfer unter den Elben. “Anordil von Cillien?”, Fragte sie daher beunruhigt, “was hast du vor? Was hast in der Zukunft gesehen?” Ängstlich sah sie die weise elbin vor sich an.
“Miriel, du wirst in fünf Sonnenläufen nach Cillien aufbrechen”, sagte diese ohne eine Regung erkennen zu lassen, “dort wird Anordil Glordoronion dein Lehrmeister sein. Außerdem wird mein alter Freund Celebnên dich in die Kunst der Magie einweihen. Er kann dir Wege zeigen, deine Macht zu kontrollieren. Du wirst zahlreiche Prüfungen bestehen müssen, ehe du wieder nach Lórien zurückkehren wirst.”
Die junge elbin sah Galadriel besorgt an. In ihr breitete sich ein flaues Gefühl aus. “Wann werde ich wiederkehren?”, Fragte sie ängstlich. “Dies vermag ich nicht zu sagen”, antwortete Galadriel leise, “es hängt von dir ab, in welcher Zeit du deine Ausbildung dort absolvierst - und ob du die Prüfungen bestehst, die dir auferlegt werden.” Sie erhob sich abrupt. In ihren Augen erblickte Marien ein Aufflackern von Angst. “Es mag sein, dass du nie wieder zurückkehrst”, flüsterte Galadriel, “aber dies liegt noch in der Zukunft.”

“In Miriel regte sich wieder der Trotz. Wieder sollten andere Leute über sie und ihr Schicksal entscheiden. Energisch wollte sie Widerspruch einlegen, doch ein einziger Blick Galadriels erstickte dieses Aufbegehren im Keim. Marien war sich nun sicher, dass es keine weiteren Diskussionen über ihre Reise nach Cillien geben würde. “Du kannst nun gehen”, befahl Galadriel kurz. “Wie ihr wünscht, Großmutter”, presste Miriel zwischen den Zähnen hervor. Nur mühsam beherrscht verließ sie das Zimmer. Galadriel schaute ihr nachdenklich hinterher. Sie war sich sicher, dass sich zwischen Marien und Haldir etwas entwickeln würde. Neugierig geworden, beschloss sie in der folgenden Nacht ihren Spiegel zu befragen.”

Noch keine Kommentare »

Noch keine Kommentare.

RSS Feed für diesen Eintrag. TrackBack URL

Kommentar hinterlassen




© Hidden Whispers 2004-2010 | Powered by WordPress