Haldir’s Fall
Wenn Sterblichkeit einen Elf berührt, stimmt er zu, dass der Kampf den Preis wert ist? Haldirs letzte Gedanken bevor er auf den Zinnen von Helms Klamm fällt. Moviefic. …
Kapitel 01
Die Klinge glitt sauber durch meine Rüstung, durch Metall, Kleidung, Haut und Knochen stoßend. Weißglühendes Feuer strömt durch die Wunde, eine Welle des Schmerzes windet sich durch meinen Geist und für ein paar wertvolle Sekunden schließen sich meine Augen als Antwort auf den Schmerz.
Ich zwinge die Waffe zur Seite und beende das Leben von Sarumans Kreatur. Der Schaden jedoch ist angerichtet. Ich taumele zurück; die Steine sind plötzlich uneben unter meinen Füßen. Ich stolpere und erkenne mit einem plötzlichen, kalten Ansturm, dass der Tod mich erwarten könnte.
Der Kampf fährt fort um mich herum zu wüten, aber mein Körper wird langsamer, meine Handlungen sind schwach und unzusammenhängend. Ich spüre den Uruk hinter mir, ich kenne seine Absicht, ich höre seine Annäherung und ich bin machtlos es zu stoppen. Sein Schwert beißt tief in meinen Rücken und meine Knie brechen unter mir zusammen. Achtlos nimmt er sein Schwert und geht weiter.
Über den Lärm des Kampfes höre ich schemenhaft Aragorns Stimme. Ich denke, er ruft meinen Namen. Luft quillt über meine Lippen, erreicht jedoch nicht meine Lungen. Ich höre den Atem erbittert Einlass suchen,
aber ich fühle es nicht.
Das Licht, das mich umgibt, nimmt ab, bis alles, was ich vor mir sehen kann, der Schimmer goldener Rüstungen und tiefblauer Umhänge ist, die achtlos über die Überreste gefiederter Pfeile und fein gearbeiteter Schwerter geworfen wurden. Reihe über Reihe meiner Leute, meiner Freunde, meiner Armee. Wir waren gemeinsam in den Kampf marschiert; wir waren gekommen um einmal mehr vereinigt in der alten Allianz gegen die Dunkelheit Saurons und seiner Zauberermarionette Saruman zu stehen. Stattdessen fanden wir Blut, Tod und Niederlage.
Die Luft rasselt in meinen Lungen und ich fühle mein Leben mit dem Atem schwinden. Bedauern füllt meinen Geist, Zorn wallt kurz auf um durch Überzeugung ersetzt zu werden. Dies war richtig. Wir müssen uns gegen die wachsende Dunkelheit stellen. Selbst wenn meine Leute diese Lande verlassen, selbst wenn unsere Zeit hier vorbei ist, wir können Mittelerde und ihre Völker nicht diesem dunklen Schicksal preisgeben.
Nicht wenn es in unserer Macht liegt es zu verhindern.
Die glitzernden Silberstränge des Lebensknotens, den du mir gabst, drücken scharf in meine Brust, gegen mein Herz schlagend, und plötzliche Erkenntnis durchdringt mich. Wir sind unsterblich, wir müssen nur den Tod im Kampf oder ein gebrochenes Herz fürchten. Ich fürchte, dass, nachdem du das erste erreicht hat, du das zweite versuchen könntest. Geh in den Westen, meine Liebe, trage die Erinnerung an unsere Liebe in die Unsterblichen Lande, bewahre sie dort sicher und wisse, dass ich dich geliebt habe. Geh, geh mit unseren Leuten. Unsere Zeit hier ist anheim gefallen, wir betreten ihr Zeitalter, die Welt der Menschen soll sich nun erheben oder unser Mittelerde wird fallen.
Dunkelheit beansprucht mich schließlich, dein Name liegt unausgesprochen auf meinen Lippen, dein Bild vor meinen Augen. Ich fühle nicht Aragorns verzweifelte Berührung, ich sehe nicht seine Verzweiflung oder seinen Zorn als er meinem Körper erlaubt auf den kalten, steinigen Wehrgang unter uns zu fallen. Mein Zeit hier ist vorbei; seine beginnt gerade erst.
The End

