Knitted Bootees and Swollen Ankles
Ein kleines lustiges Ficlet über schwangere Elben // Warnung: MPreg, Slash

Kapitel 1
Legolas lächelte selbstzufrieden als er seine perfekte Strickarbeit bewunderte und sah sich in Elronds Wartezimmer um, um zu sehen, ob jemandem aufgefallen war wie toll sie doch war. Mist, niemand hier den er kannte. Er hoffte bald einen seiner Freunde zu sehen, da es ihm etwas zu langweilig wurde Elronds Geburtsvorbereitungskurse ganz alleine zu besuchen. Er hoffte Elrohir irgendwann einmal mitschleppen zu können, aber der Vater seines Kindes war viel zu beschäftigt und hatte immer eine Ausrede parat. Er sollte besser bald einmal mitkommen, dachte Legolas sauer, oder die Geburt würde ein ganz schöner Schock für den armen Elben werden. Legolas hatte beschlossen, dass sein Partner anwesend sein sollte.

Genau in diesem Moment schlich Haldir leise in das Wartezimmer, von Kopf bis Fuß dick eingepackt, gefolgt von einem reichlich gelangweilten Rúmil. Legolas lachte erleichtert und winkte. Endlich jemand, den er kannte! „Haldir, Haldir! Komm, setz dich zu mir!“

Eingeschnappt, dass er erkannt wurde, errötete Haldir bis zu den Ohrspitzen. Er sah sich verzweifelt um, er erinnerte sich zu allen Valar gebetet zu haben, dass ihn niemand erkennen würde. „PSSST!!“, zischte er, während er sich auf einen leeren Stuhl gleiten ließ.

Rúmil verdrehte die Augen und glitt in den Stuhl neben ihm. „Also wirklich Haldir…jeder wird es sowieso bald wissen.“

Haldirs Schwangerschaft hatte offensichtlich sein Gehör beeinflusst, also stand Legolas auf, er musste sich schon leicht anstrengen um von dem Stuhl hoch zu kommen, und wackelte rüber zu dem schmollenden Galadhrim. „Haldir, hast du mich nicht winken gesehen?“, fragte er. „Macht ja nichts, ich werde mich hier hin setzen.“

Haldir packte Legolas’ Arm und zog ihn zu sich runter um ihm ins Ohr zu zischen. „Wirst du wohl damit aufhören?!“ Dann, nach einem gewaltigen Hustenanfall, gab er ziemlich laut bekannt „Ich bin hier um Elrond wegen einem…ähm…sehr schweren Fall von Magenverstimmung zu sehen.“ Um seinen Standpunkt zu bestätigen, rülpste er einmal laut. Rúmil grinste und schüttelte den Kopf.

„Magenverstimmung? Warum bist du dann nicht in der Magenpraxis am anderen Ende des Flurs? Das ist die Geburtsvorbereitungspraxis…ich bin schwanger!“, sagte Legolas, während er stolz über seinen großen Bauch streichelte.

„Geburtsvorbereitung?! Oh je, ich sollte woanders sein.“, bemerkte Haldir, vorgetäuscht überrascht, so laut wie möglich. Außer einem ‚Psst’ vom Empfang, reagierte kein anderer Elb auch nur mit einem Wimpernzucken. Mit riesiger Anstrengung gelang es ihm sich hinzustellen, nur um sich selbst Nase an Nase mit einem verärgerten Rúmil vorzufinden.

„Oh nein, das wirst du nicht tun.“, sagte sein Bruder und drückte ihn sanft wieder zurück auf den Stuhl. „Ich habe den ganzen Morgen gebraucht Leggins zu finden, die um deinen geschwollenen Bauch passen. Du gehst nirgendwo hin.“

Haldir öffnete dem Mund um zu protestieren, aber nach einem strengen Blick von Rúmil sank er geschlagen zurück auf den Stuhl. „Er ist schwanger.“, sagte Rúmil, der Wahrheit entsprechend.

„Oh supi!“, lachte Legolas fröhlich. „Endlich jemand mit dem ich reden kann! Die alle…“, sagte er und nickte ablehnend zu den anderen Wartenden im Raum, „…sind so langweilig. Also, wer ist der Vater?“, sagte er und betrachtete Rúmil abwartend.

„Ah…das ist die Stelle, an der es etwas undurchsichtig wird…“, fing Rúmil an bis ein warnendes brummen und ein düsterer Blick von Haldir ihn zum schweigen brachten.

Haldir räusperte sich und lehnte sich näher an Legolas. „Eigentlich habe ich beschlossen, den Namen des Vaters noch nicht preiszugeben. Er ist sehr wichtig, weißt du, und wir haben beschlossen später eine formelle Ankündigung zu machen.“, flüsterte er und log so geschmeidig wie sich ein neues Bärenfell anfühlte.

Legolas nickte verstehend. „Also weißt du es nicht wirklich? Das ist schade.“ Nach einer Pause fügte er hinzu: „Der Vater von meinem kleinen Stern ist Elrohir. Mein Elrohir ist solch ein Schatz, rennt herum und bringt mir eingelegte Zwiebeln und Gummiaal so schnell kann man gar nicht gucken. ‚Nur das Beste für dich, mein Liebling’, meint er.“

Haldir explodierte wie ein Vulkan. „Ich weiß SEHR WOHL wer der Vater ist!!“, bellte er. Jeder im Wartezimmer drehte sich zu ihnen um und starrte sie erwartungsvoll an, und er wünschte sich er könnte das eben gesagte einfangen und wieder in seinen Kopf zurück stopfen.

„Oh, tust du das? Das sind ja wirklich Neuigkeiten für mich.“, kommentierte Rúmil, als er durch eine schwer veraltete Ausgabe der Galadhrim Monthly blätterte. „Was ist das immer mit Heilern und veralteten Zeitschriften? Man denkt sie könnten es sich leisten aktuelle zu kaufen…“

Haldirs Augen brannten Löcher durch Rúmil, der ohne Pause lustig vor sich hin plapperte. „Weißt du…da war diese Party mit sehr viel Wein, exotischen Tänzern und eine uns besuchende Gruppe aus Gondor. Wir GLAUBEN der Ada könnte ein Tänzer gewesen sein, aber es gibt keinen Weg sicher zu sein, bis der Elbling rausflutscht.“ Haldir wurde blass, doch Rúmil machte einfach weiter und gab Familiengeheimnisse preis. „Wir trugen alle Masken, tanzten, küssten, berührten uns. Alles was wir mit Sicherheit wissen ist, dass der fragliche Elb blonde Haare hatte und einen Hintern auf dem man Käse servieren könnte…wurde mir zumindest erzählt.“

Legolas lächelte mitfühlend und tätschelte Haldirs Knie. „Du Armer. Das muss so eine schwere Zeit sein, und es muss ein unheimlicher Schock für dich gewesen sein, herauszufinden, dass du…ähm…ein Kind in dir trägst.“ Legolas flüsterte den letzten Teil so leise, als hätte niemand Haldirs Ausbruch vorhin mitbekommen. „Wann hast du es herausgefunden? Elrohir hat zuerst bemerkt, dass etwas anders war, als er dachte ich hätte etwas an Gewicht zugenommen. ‚Leggylein’, sagte er (so nennt er mich wenn wir unter uns sind) ‚Leggylein, ich denke es wird Zeit für eine Diät.’ Er passt auf mich auf, musst du wissen.“

Diese Bemerkung brachte ein verstecktes Lächeln auf Haldirs gerötetes Gesicht. „Nun, zumindest habe ich meine Figur nicht verloren.“

Rúmils Augenbrauen schossen fast aus seiner Stirn. „Hast du dich in letzter Zeit mal gesehen?“, knurrte er ungläubig. Ohne Warnung griff er zu und öffnete den schweren Mantel, den Haldir so sorgfältig um seinen angeschwollenen Körper gewickelt hatte. Die Leggins kämpften einen aussichtslosen Kampf, um den riesigen Bauch zu verhüllen, der unter der Tunika hervorlugte. Haldir wurde feuerrot und schlug Rúmils Hand weg. „Du siehst aus, als hättest du eine Melone verschluckt…eine Melone, die Wurzeln schlug und gewachsen ist. Natürlich, das ist es! Wir werden das Kleine Melone nennen!!“, rief Rúmil erfreut aus.

Legolas schnaufte stolz. „Zumindest habe ich mich nicht gehen lassen. Mein Bauch ist einfach perfekt, klein und zart. Keine Schwangerschaftsstreifen in Sicht. Elrohir sagt, das ist ziemlich…nun ja…du weißt schon.“, sagte Legolas und wurde rot. „Erregend.“, fügte er flüsternd hinzu.

Haldir sah Legolas’ kleinen Bauch an und brach in Tränen aus. „Das ist nicht fair! Ich bin fett, meine Knöchel sind geschwollen…ich kann noch nicht einmal daran denken wieder in meine Uniform zu passen…mir ist übel und oh die Schlaflosigkeit!!“, jammerte er und warf sich in Rúmils Arme.

„Hormone.“, formte Rúmil mit dem Mund über Haldirs Schulter hinweg. „Seine Gefühle fahren Achterbahn.“

Haldir schniefte und wischte sich die Nase mit dem Ärmel seines Mantels ab, etwas das Rúmil ohne Ende anekelte. „Schatz…warte hier und ich werde dir ein paar Taschentücher besorgen. Und etwas zu trinken? Vielleicht etwas Saft?“

Haldir rieb sich die Augen und nickte ernst. „Würdest du das tun? Du bist der beste Bruder der Welt…ich hab dich lieb!!“ Rúmil wetzte raus und kam schnell wieder mit einem Glas Orangensaft und einer Taschentuchbox.

Legolas sah bei Haldirs emotionalen Anwandlungen unglücklich drein und öffnete den Mund um zu sagen ‚Elrohir sagt…’ doch dann änderte er seine Meinung. Stattdessen holte er seine Strickarbeit hervor, in der Hoffnung den verwirrten Elb abzulenken. „Gefallen dir die? Es sind Schühchen. Ich stricke sie rosa und blau gestreift, dann ist es egal ob wir einen Jungen oder ein Mädchen bekommen.“

„Du strickst?! Schühchen?! Bei den Valar, Legolas! Das ist etwas, was eine Frau tun würde.“, brummte Haldir und trank von seinem Saft.

Rúmil tätschelte zärtlich seinen geschwollenen Bauch und bemerkte „Ich denke wir haben schon festgestellt, dass du eine etwas weiblich Seite hast Haldir.“

Rúmils Bemerkung wurde durch einen Schlag auf seinen Hinterkopf belohnt. „Ich hab die Elben gesehen mit denen du herumrennst.“, schniefte Haldir. „Du betest besser, dass das nicht in der Familie liegt, sonst werde ich in ein paar Monaten mit dir hier sitzen.“

Rúmil entschied, dass er vielleicht genug gesagt hatte.

Legolas betrachtete stolz seine Schühchen. „Elrohir sagt, er MAG die Tatsache, dass ich mit meiner femininen Seite im Einklang bin. Und ich stricke gerne. So habe ich was zu tun, während Elrohir Dienst hat…und ich muss sagen das hat er in letzter Zeit wirklich oft.“, fügte er grübelnd hinzu.

Ahhh…das war ja nun eine interessante Information. „Dienst? Um diese Jahreszeit? Komisch. Ich habe in letzter Zeit nichts davon gehört, dass Orks gesichtet wurden.“, bemerkte Haldir hinterlistig, während er die Schühchen mit unverborgener Verachtung betrachtete. „Vielleicht ist er damit beschäftigt eine andere Sorte zweibeiniger Kreaturen zu jagen. Die Sorte, der ein Quickie im Wald gefällt vielleicht?“

Rúmil unterdrückte ein Kichern und fügte hinzu „Ja, diese Zwillinge sind wirklich ein Wanderpokal!“

Legolas sah verletzt aus und steckte seine Strickarbeit wieder weg. „Zumindest weiß ich, wer der Vater meines Kindes ist.“, sagte er. Er streckte seine Beine von sich. „UND meine Knöchel sind immer noch hübsch.“

Rúmil lehnte sich nach vorne und untersuchte einen der Knöchel, die Legolas angeberisch auf dem kleinen Tisch platziert hatte. „Ooh, sie sind immer noch hübsch! Sieh mal Haldir! Es ist ihm gelungen die Schwellung zu reduzieren…was hast du benutzt? Eis?“

In diesem Moment griff Haldir sich an den Bauch und stöhnte vor Schmerzen auf. „Oh Elbereth!“

„Haldir!“, rief Rúmil alarmiert, die Knöchel waren vergessen. „Ist es so weit? Kommt das Baby?“ Aus einem Impuls heraus hob er Haldirs Tunika an und find an, an seinen Leggins zu ziehen, wobei er sich einen besonders brutalen Schlag auf den Arm einholte.

„NEIN!! Ich bekomme das Baby jetzt nicht! Ich habe nicht die nötige Ausstattung!“

Rúmil blinzelte. „Aber es ist so rein gekommen…wie kommt es wieder raus?“

„Elrond wird es herausschneiden.“

„Herausschneiden?“, quietschte Rúmil. Plötzlich ging es ihm gar nicht mehr gut.

Legolas warf Rúmil einen vernichtenden Blick zu. „Also wirklich, was hast du denn gedacht?“ Er drehte sich zu Haldir. „Kann ich dir was Gutes tun? Deinen Rücken massieren? Mein Elrohir macht das immer für mich und es hilft immer. Es ist wahrscheinlich nur falscher Alarm. Ich würde mir keine Sorgen machen.“

Haldir ignorierte Legolas’ Angebot absichtlich und konzentrierte sich auf seine Atmung. „Hee, hee, hoo, hoo, hee, hee, hoo, hoo.“

Rúmil sah ihm leicht irritiert zu. „Also…damit ich das richtig verstehe. Du kannst das Baby nicht gebären.“

„Nein…hee, hee, hoo, hoo.“

„Aber du machst die Atemübungen. Und warum dann die Wehen? Bist du sicher, dass du es nicht einfach, du weißt schon…raus pressen kannst?“

Haldir stoppte was er gerade tat mit einem unendlich genervten Gesichtsausdruck. „Ich bin absolut sicher. Da unten kommen andere Dinge heraus und Babys sind ganz gewiss nicht dabei. Wenn die Zeit gekommen ist wird Elrond meinen Bauch aufschneiden und das Baby zur Welt bringen.“

Rúmils Gesicht verfärbte sich in ein ungesundes Grün.

Legolas grinste hinterlistig. „Oh ja, genau das passiert. Uns wurden die Bilder beim letzten Geburtsvorbereitungskurs gezeigt, und ich habe viele Bücher über Geburten gelesen. Ich habe sogar eins dabei.“, sagte er, während er durch seine große Tasche wühlte. „Da haben wir es ja, schau mal.“, sagte er und öffnete das Buch um eine besonders realistische Zeichnung zu zeigen.

Rúmil warf einen flüchtigen Blick auf das Bild, schlug sich eine Hand vor den Mund und sprang auf. „Komme wieder…mrrmph…“, rief er als er wie ein Verrückter auf die Tür zu rannte.

„Ich hoffe er schafft es rechtzeitig.“, kicherte Haldir als er sich in seinen Stuhl zurücklehnte. „Er meint es gut, obwohl er keine Ahnung von Schwangerschaften hat.“, gestand er Legolas und rückte etwas näher zu dem Elb. „Ich meine…er hat mir ein Buch mit Baby Namen geschenkt. Was ich wirklich brauche ist etwas um Krämpfe in den Beinen loszuwerden, oder ein Schrank voller Bretzeln mit Schokolade.“

„Oh, das kenn ich!“, sagte Legolas. „Die Krämpfe sind ein Alptraum! Ich habe aber herausgefunden, dass ein Glas warme Milch vor dem Schlafengehen hilft. Hast du das schon mal probiert?“, sagte er hilfsbereit. „Die Bretzeln bräuchte ich nicht unbedingt aber einen endlosen Vorrat von Gewürzgurken…das wäre einfach perfekt!“, kicherte Legolas. „Weißt du, der Typ dort drüben kann nicht genug davon bekommen rohen Knoblauch zu kauen! Das hat gewiss SEINE Liebestätigkeit gestoppt!“

Haldir verdreht die Augen, lehnte sich aber trotzdem näher. „Ja, nun…was ich gehört habe ist, dass er sowieso nicht viel in Sachen Liebe zu tun hatte. Haare auf dem Rücken. Igitt.“, sagte er altklug. „Wie er geschwängert wurde ist ein wahres Rätsel. Ich hatte Glück, was Gelüste anbelangt. Nur Bretzeln und Ziegenkäse…Oh und manchmal Räucherlachs mit scharfer Soße und Früchten. Und, nun ja, ich liebe Erdnussbutter.“

Rúmil schlich wieder ins Wartezimmer, sah aber immer noch etwas zittrig aus. Haldir schenkte ihm ein warmes Lächeln.

„Was? Was ist?“, fragte Rúmil und sah auf seine Uniform herunter. „Hab ich einen Fleck?“

„Nein, nein…es ist nur…würde es dir viel ausmachen mir ein paar Erdnussbutterkekse von dem Verkäufer unten zu besorgen?“ Haldir blinzelte mit den Augenlidern um dem ganzen noch etwas mehr Effekt zu verleihen, und Rúmil glitt wortlos wieder zurück in den Flur.

Legolas betrachtete ‚Knoblauchatem’ und zuckte zusammen. Er lehnte sich rüber und flüsterte „Oooh, siehst du den Elb dort drüben, der mit den unordentlichen Zöpfen? Nun, man sagt, der Name des Vaters von SEINEM Kind ist…“ an dieser Stelle flüsterte er einen Namen in Haldirs Ohr, den beide nur zu gut kannten, dann zog er seine Augenbrauen nach oben und nickte.

„Wirklich?! Das ist eine Überraschung! Orophin hat mal in einer Nacht mit ihm rumgemacht und er sagte…“ Haldir beugte sich näher und ließ seinen Zeigefinger nach unten hängen. „Sagen wir er konnte nicht strammstehen.“

Legolas kicherte.

Rúmil spazierte wieder ins Zimmer mit einer Tüte voller Erdnussbutterkekse, die er auf den Tisch stellte. Haldir brach sofort in Tränen aus.

„Was ist denn jetzt los?“, fragte Rúmil leicht genervt. „Ich bin den ganzen Weg zurück nach unten gelaufen um dir diese verdammten Dinger zu holen…“

„Ich weiß!“, schluchzte Haldir und erdrückte seinen Bruder fast in einer festen Umarmung. „Das ist das netteste, das jemand je für mich getan hat.“

Rúmil zuckte mit den Schultern und verdrehte die Augen in Richtung Legolas. „Emotionales Chaos.“, formte er mit den Lippen.

Legolas blickte Rúmil finster an. „Warte nur bis du an der Reihe bist. Dann wirst du es nicht mehr so lustig finden. Ist schon gut Haldir.“, sagte er und streichelte dem weinenden Elben über den Rücken. „Das ist nur der Baby Blues. Ich weine im Moment auch über alles…ein schönes Lied…der blaue Himmel…wenn Elrohir schnarcht…“ er überlegte einen Moment „ach egal, letzteres würde jeden zum weinen bringen.“

Geräuschvoll schniefend entließ Haldir Rúmil aus seiner unbequemen Umarmung und richtete seine Aufmerksamkeit auf die Kekse. „Ich habe wirklich Glück. Stimmungsschwankungen sind bei mir bis jetzt noch nicht aufgetaucht.“, merkte er an. „Keks?“

Rúmil verwandelte sein Gesicht in eine Grimasse und knurrte „Hast du jetzt völlig den Verstand verloren? Haldir…du hast GERADE über Kekse geweint. Kekse! Und gestern hast du Tränen über eine Beschreibung von Baby Tüchern vergossen.“

Legolas’ Unterlippe zitterte. „Nicht die Beschreibung in der ‚Wie werde ich eine perfekte Nana’ Broschüre?“, fragte er mit zitternder Stimme. „Das war so…so…süß!“, rief er und brach in Tränen aus. Einige andere schwangere Elben nickten zustimmend und innerhalb von Minuten schnieften mindestens drei andere in ihre Taschentücher.

„Bei Elbereth!“, rief Rúmil aus und verteilte Taschentücher. „Ich kann nicht begreifen, was an einer Broschüre so ergreifend sein kann.“ Schwungvoll zog er ein buntes Faltblatt aus dem Regal und begann laut vorzulesen. „Leben zu schenken ist ein gesegnetes Ereignis im Leben eines Elleth. Schätzen sie diese besondere Zeit, da Elblinge Geschenke der Liebe sind.“ Das Schniefen wurde lauter und häufiger und Rúmil legte die Broschüre schnell auf den Tisch. „Ähm…vielleicht war das ein Fehler…“

„Oh? Denkst du?“, schniefte Haldir. Er putzte sich geräuschvoll die Nase mit dem Taschentuch und warf es in Rúmils Richtung.

Legolas sah Rúmil streng an. „Ich glaube nicht, dass du im Moment sehr hilfreich bist!“ Legolas lehnte sich rüber und umarmte Haldir.

Zum Glück erschien eine Gehilfin in der Tür mit einem Klemmbrett in der Hand und rief „Legolas? Haldir? Folgt mir bitte. Es ist Zeit für eure Untersuchung.“ Rúmil half gehorsam beiden, vorne übergewichtigen, Elben aufzustehen und hakte sich bei Haldir ein als er den Flur hinunter wackelte…und dann wieder zurück zum Wartezimmer um die restlichen Kekse einzusammeln.

„Du hast etwas zugenommen seitdem ich dich das letzte Mal sah Haldir!“, bemerkte die Gehilfin. Sie griff schnell nach der Kekstüte in seiner Hand und schimpfte „Du solltest keinen Zucker essen. Versuch mal etwas Obst stattdessen.“

Haldir schnitt eine Grimasse hinter ihrem Rücken, sagte jedoch nichts.

Legolas grinste und wackelte stolz mit seinem knackigen Hintern. „Ich habe meine Diät eingehalten, ganz wie sie es gesagt haben.“ Als sie den Untersuchungsraum erreichten hüpfte Legolas einfach auf die Liege und lehnte sich zurück, als Haldir Probleme hatte hoch zu kommen fing er an zu kichern.

Die Gehilfin half beiden Elben mit ihren Kleidern und faltete sie sorgfältig auf einem Stapel zusammen, während sie die dünnen Klinikhemden anzogen. „Dieses Ding ist wirklich unanständig.“, grummelte Haldir als er zitternd auf der kalten, harten Liege saß.

„Und überhaupt nicht schmeichelhaft.“, fügte Rúmil grinsend hinzu. „Ihr seht beide aus, als ob ihr Zelte tragt.“

Genau in diesem Moment rauschte Elrond in den Raum, warf jedoch keinen Blick in ihre Richtung, und rief aus „Guten Morgen, werdende Nanas! Rutscht runter zum Rand der Liege, spreizt eure Beine. Die Untersuchung wird angenehmer sein, wenn ihr euch entspannt. Stellt euch vor, eure Vagina öffnet sich wie eine Blume im Frühling.“ Als er sich schwungvoll umdrehte, breitete sich ein amüsierter Ausdruck auf seinem Gesicht aus, als er die beiden Elben auf seinen Liegen sitzen sah. „Oh, nun ja…vergesst den letzten Teil. Legt euch einfach zurück und entspannt euch.“

Zum ersten Mal verlor Legolas seine Ruhe. „Entspannen? Entspannen?! Wie meinst du soll ich mich entspannen mit meinen Beinen in der Luft wie ein wahnsinniger Käfer??? So ja wohl verdammt nicht!“, sagte er, verschränkte seine Arme und schmollte. „Haldir kann zuerst dran.“

„Ich?!“, kam es beleidigt aus Haldirs Richtung. Er schmollte eine Minute lang, während Elrond die nötigen Instrumente bereit legte, aber gab schließlich nach. Er konnte genauso gut als erster drankommen. Die Liege konnte nicht kälter sein und Haldir sog scharf die Luft ein als sein warmer Rücken auf die eisige Lehne traf. Natürlich rutschte das Klinikhemd nach oben aber er entschied, dass es einfach zu viel Arbeit wäre sich aufzusetzen und das verdammte Ding zu richten. Nach einigem herumrutschen fanden seine Beine den Weg auf die Stützen an der Seite der Liege.

Elrond kicherte. „Rutsch weiter nach unten Haldir und spreiz deine Beine weiter.“ Haldir wurde feuerrot und fühlte sich als würden seine intimsten Körperstellen ganz Arda präsentiert. Um die Wahrheit zu sagen, das wurden sie auch fast. Und das gefiel ihm ganz und gar nicht. Und es gefiel ihm noch weniger, als Rúmil um ihn herumhuschte um eine bessere Aussicht zu haben.

„Was?“, fragte Rúmil unschuldig, als er den bösen Blick seines Bruders bemerkte. „Man sieht nicht jeden Tag einen schwangeren Elben. Ich bin neugierig.“

„DU bist neugierig?“, brummte Legolas leise. „Ich bin auch verdammt neugierig.“

Als Lord Elrond mit Haldir fertig war seufzte Legolas und legte sich gehorsam zurück, seine Füße in die Stützen und starrte an die Decke. „AUTSCH!“, knurrte er. „Du hättest zumindest deine Hände wärmen können!“ Legolas warf Elrond böse Blicke zu. „Das macht dir Spaß, hab ich recht? Das ist die Rache dafür, dass ich Gollum frei gelassen hab, oder etwa nicht? Gib es zu!“

Elrond kicherte nur und führte die Untersuchung fort. „Alles entwickelt sich normal Legolas. Du machst das toll und dein Gewicht ist in einem gesunden Bereich. Haldir, du solltest nicht noch mehr zunehmen. Vielleicht kann dir Legolas einige Diättipps geben.“ Haldir explodierte innerlich.

Ein ziemlich lauter Aufruhr richtete die Aufmerksamkeit aller vier Elben auf den Eingansbereich. An den Türrahmen gelehnt stand ein leicht grünlicher Erestor, der einen leicht verstörten Eindruck machte.

„Ich hab Magenbeschwerden. Ich kann einfach nichts bei mir behalten.“, stöhnte er, als er zu einem Mülleimer in der Nähe stolperte. „Die Magenpraxis hat mich hier her geschickt und besteht darauf, dass Elrond sich das ansieht. Ich muss verdorbenes Lembas gehabt haben.“

Haldir kicherte. „Du hattest wohl eher etwas Glorfindel. Oder Glorfindel hatte dich! Willkommen in der Geburtsvorbereitungspraxis…Nana!“ Der Gesichtsausdruck von Erestor war einfach unbezahlbar.

„W-Was? Geburtsvorbereitung? Aber das ist für Schwangere…Oh ihr Götter!“

Legolas und Haldir kicherten hysterisch los. „Leg dich einfach zurück und entspann dich.“, johlte Legolas. „Oh ja.“, stimmte Haldir ihm zu. „Und stell dir vor dein Hintern öffnet sich wie eine Blume im Frühling!“

Erestor warf ihnen böse Blicke zu und setzte sich auf die Untersuchungsliege.

Rúmil sah nachdenklich aus. „War es nicht das, was euch alle erst in diese Situation gebracht hat?“, fragte er unschuldig.

Innerhalb von Sekunden sah man Bandagen, Tupfer und Instrumente durch dem Raum fliegen. „Warte nur!“, riefen sie alle. „Du bist als nächstes dran!“

The End

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