Rumil to the Rescue
Rúmil versucht ein Elbenmädchen zu retten, mit der Hilfe seines Bruders. …
Kapitel 01
“Haldir! Haldir!”, schrie Rúmil, zu seinem Bruder rennend.
“Ja, Rúmil, was ist jetzt wieder los?”, fragte die Grenzwache ruhig, während er einen sorgfaltig gezielten Pfeil in die Zielscheibe entließ.
“Cirnellë wurde geelbnappt!”, schrie er außer Atem.
Haldir drehte sich um und betrachtete seinen Bruder mit einem Stirnrunzeln. “Geelbnappt?”
“Ja, weggenommen von Lothlórien”, erklärte er weiter.
“Ich verstehe, was geelbnappt bedeutet. Wer würde sie wegnehmen?”, fragte Haldir.
“Es war ein Mensch aus Gondor!”, schrie Rúmil. “Macht es etwas? Wir müssen sie retten!”
“Ein Mensch aus Gondor wandert nach Caras Galadhon hinein und elbnappt Cirnellë ohne gestoppt zu werden?”, fragte Haldir skeptisch.
“Ja, sie wurde gesehen, wie sie heute Morgen mit ihm zu Pferde fortging. Niemand schien zu bemerken, dass sie gegen ihren Willen mitgenommen wurde, oder es wäre früher etwas unternommen worden!”, erklärte er.
“Und der Grund, warum du weißt, dass sie gegen ihren Willen mitgenommen wurde, ist?”, fragte Haldir.
“Ist es nicht offensichtlich?” Rúmil sah Haldir an als wäre sein Bruder ein junger Elb.
“Sie ist verliebt in mich, also würde sie nicht freiwillig fortgehen.”
“Ah, ich verstehe”, sagte Haldir, sich fragend, wie dies zu handhaben sei. “Rúmil, bist du dir sicher, dass sie in dich verliebt ist?”
“Natürlich ist sie das”, erklärte er. “Sie ist es seit Jahren.”
“Sie sagte dir das?”
“Viele Male”, versicherte er seinem Bruder.
“Vor kurzem?”
Haldirs Frage stieß auf absolute Stille. Seufzend steckte er seine Pfeile in ihren Köcher.
“Ich werde mit dem Herrn Celeborn und der Herrin Galadriel reden, um zu sehen was sie denken. Du kannst mit mir gehen, wenn du dich beherrschen kannst. Ich wünsche keine schauspielerischen Darbietungen vor dem Herrn und der Herrin.”
“Ich?”, fragte Rúmil bestürzt. “Nun, Selbstbeherrschung ist mein zweiter Vorname oder wäre es, wenn ich einen hätte. Ich weiß genau, wie es von einem erwartet wird sich während einer Audienz bei dem Herrn und der Herrin zu verhalten.”
*
Eine Stunde später lag Rúmil auf dem Boden, die Arme um Lady Galadriels Bein geschlungen.
“Bitte, bitte, bitte lasst mich sie retten”, jammerte er. “Wir wollen uns aneinander binden! Sie liebt mich und ich liebe sie. Bitte!”
Haldir rollte seine Augen und zog seinen Bruder von Lady Galadriel fort.
“Rumil, du hast es versprochen!”, zischte er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.
Galadriel hatte für einen Moment leise mit Celeborn gesprochen, bevor sie sich an die zwei Brüder wandte.
“Wir haben uns entschieden, dass diesem Vorfall weiter nachgegangen werden soll. haldir, würdest du deinen Bruder nach Gondor begleiten um herauszufinden, was geschehen ist?”
Haldir ließ Rúmil los, der sofort in einem Häufchen auf dem Boden zusammenbrach, noch immer zu sich murmelnd, wie gross seine Liebe für Cirnellë war.
“Ihr wünscht, daß ich Lothlorien verlasse, um nach Gondor zu gehen?”, fragte er ungläubig. Näher tretend und seine Stimme senkend sagte er: “Ihr müsst wissen, dass sie freiwillig gegangen ist.”
“Das ist es, was ich vermute, Haldir”, sagte Galadriel, genauso leise. “Aber Rúmil wird das niemals glauben, bis er es von ihr hört. Ausserdem mag ich die Idee nicht, dass sie gegangen sind, ohne jemandem etwas zu sagen. Ich würde mich besser fühlen, wenn ich von Cirnellë hören würde, das sie aus eigenen Stücken gegangen ist.”
Haldir seufzte. “Ich werde jemanden für die Position an den nördlichen Grenzen einsetzen müssen, aber das sollte kein Problem sein.”
*
Haldir stand da und starrte seinen jungen Bruder an, die Arme um seine Brust geschlungen, als er langsam in Unglauben seinen Kopf schüttelte. Rúmil war gekleidet in eine Rüstung und hatte etliche Messer und Schwerter, die den Großteil seines Körpers bedeckten. Haldir sah ihn bei seinem dritten Versuch zu, auf den Rücken seines Pferdes zu kommen, wieder auf den Boden fallend.
“Zu schwer, denke ich”, sagte der Elb in seiner schwierigen Position. Natürlich kamen die Worte nur undeutlich heraus, da die Rüstung auch seinen Kopf bedeckte.
“Rúmil?”, fragte Haldir nach.
“Ja, Haldir”, war, was Haldir zu hören glaubte.
“Wir gehen in Frieden nach Minas Tirith. Wir werden nicht die Stadt erstürmen und so aussehen, als ob wir einen Krieg starten wollen würden. Lass die Rüstung und die extra Waffen zurück.”
Rúmil setzte sich auf und öffnete das Visir, damit er verstanden werden konnte.
“Woher hast du überhaupt die Rüstung? Sie sieht sehr orkisch aus!”, sagte Haldir, seine Hand ausstreckend, um sie anzufassen.
“Ich kann es dir nicht sagen, du wirst sauer sein”, antwortete Rúmil, die Hand seines Bruders fort schlagend.
“Nun, dann ist es egal. Es ist vielleicht besser, wenn ich es nicht weiss. Werde sie los. Ich will in zehn Minuten aufbrechen”, sagte der Grenzwächter, seine eigenen versteckt getragenen Waffen kontrollierend.
Rúmil brauchte beinahe die ganzen zehn Minuten, um seine Waffen los zu werden und dann konnte er nicht aus der Rüstung gelangen. Haldir stand daneben, seinen Kopf schüttelnd, als sein Bruder herumstolperte, als er den Helm abnahm. Endlich hatte Haldir Mitleid mit ihm und half ihm, innehaltend, als Rúmil schrie.
“Was jetzt?”, fragte Haldir, langsam wirklich ungeduldig werdend.
“Meine Haare sind gefangen … im Visier”, erklärte Rúmil. Sie verbrachten weitere zehn Minuten damit, Rúmils Haare zu befreien, bevor Haldir seine Augen rollte und einen Büschel Haare mit seinem Messer abschnitt.
“Schau, was du getan hast!”, schrie Rúmil auf, den Klumpen Haaren in seinen Händen haltend.
“Es wird nachwachsen”, sagte Haldir durch seine zusammengebissenen Zähne. “Jetzt steig auf dein Pferd!”
*
Viel, viel später …
Die zwei Elben erreichten Minas Tirith auf Pferderücken, aber statt neben Haldir zu reiten, blieb Rúmil direkt hinter seinem Bruder, als sie der Stadt näher kamen.
“Was tust du jetzt?”, fragte der Grenzwächter genervt.
“Ich verstecke mich hinter dir, damit sie uns sehen und denken, dass es nur ein Reiter ist, der ankommt.”
“Ja, natürlich”, sagte Haldir, sein Augen rollend. “Weil zwei Reiter sie verängstigen würden.”
“Es sind zweimal so viele”, erklärte Rúmil.
“Ach so”, sagte Haldir.
“Sollten wir nicht auf die Dunkelheit warten?”, fragte Rúmil.
“Nein, warum?”, fragte Haldir.
“Damit wir uns an sie anschleichen können”, sagte Rúmil entnervt, “was sonst?”
“Warum sollten wir uns an sie anschleichen können, Rúmil?”
“Damit wir Cirnellë retten können”, sagte Rúmil in einem Tonfall und extra langsam, als ob er zu jemanden sprechen würde, der ihn nicht richtig verstehen würde.
“Rúmil, ganz Minas Tirith ist kein Teil dieser gigantischen Verschwörung, um deine wahre Liebe zu elbnappen. Wir müssen einfach nur mit jemandem sprechen, der uns sagen kann, wo sie ist, so dass sie es selber erklären kann.”
“Was machen wir dann mit dem Seil?”, fragte Rúmil.
“Welches Seil?”, fragte Haldir. Als Rúmil nicht antwortete, drehte sich der größere Elb um, um zu seinem Bruder zu sehen, nur um festzustellen, dass er sich hoffnungslos in etlichen Metern Elbenseil verheddert hatte.
“Ich hatte geplant, an den Mauern der Stadt hinaufzuklettern”, erklärte er. Haldir zog sein Messer erneut hervor, seufzend, als er seinen Bruder befreite.
Am Tor der Stadt wurden sie zu Lord Faramir gebracht. Haldir erinnerte seinen Bruder leise daran, diesmal keine Szene zu machen und Rúmil versuchte ihm, dass er kooperativ sein würde.
Nach den Instruktionen fragte Lord Faramir endlich, was die Elben nach Minas Tirith gebracht hatte.
“Wir sind gekommen, um uns zu erkundigen …”, begann Haldir.
“Meine Geliebte wurde von einem Menschen geelbnappt und hierher gebracht!”, unterbrach Rúmil.
“Rúmil”, schrie Haldir auf. Der Grenzwächter versicherte einem sehr besorgt aussehenden Lord Faramir, dass es keinen Grund zur Sorge war.
“Rúmil, würdest du bitte für einen Moment draussen warten?”, fragte Haldir.
“Nun, ich würde lieber …”, begann Rúmil.
“Rúmil, das war nicht wirklich eine Frage”, erklärte Haldir.
“Ah, okay”, sagte der jüngere Elb, nickend, ein wissender Blick in seinen Augen. Er flüsterte seinem Bruder zu, laut genug, dass auch Faramir es hören konnte: “Ich soll die Tür bewachen, richtig?”
“Ja, genau das ist es”, stimmte Haldir zu. Er und Faramir drehten sich beide um und sagen Rúmil zu, wie er den Raum verliess, Haldir ein “Daumen hoch” Zeichen bedeutend, bevor er ging.
Haldir sah Faramir an. “Bitte entschuldige meinen Bruder. Er neigt dazu, etwas … überdramatisch zu sein.”
“Ich merke es”, sagte Faramir, noch einmal zur Tür sehend, um festzustellen, dass Rúmil seinen Kopf hereinsteckte und Haldir ein paar Worte zuzuwerfen versuchte, bevor er bemerkte, dass Faramir ihn sah und sich wieder hinausbegab. Haldir hatte nur eine Augenbraue gehoben und fuhr fort, Faramir die Situation zu erklären.
Faramir nickte. “Ich verstehe deine Besorgnis vollkommen und werde sie kommen lassen, so dass wir beide den Herren und die Elleth fragen können, was los ist.” Er rief einen seiner Männer und erklärte, was er brauchte. Natürlich griff Rúmil, als er sah, wie der Wächter gerufen wurde, sofort zu seinem Bogen. Haldir brachte ihn mit einem Blick zum Erstarren, Rúmil dazu bringend, die Hände neben sich fallen zu lassen.
Es dauerte nur wenige Minuten, bevor der Gondorianer und die Elleth in den Raum gebracht wurden. Rúmil trat schnell neben seinen Bruder, die Arme verschränkt und das Kinn hoch erhoben, als er den Menschen durch halbgeschlossene Augen ansah.
Als er um eine Erklärung gebeten wurde, sagte der Gondorianer Faramir einfach, dass er als Führer tätig war und die Elleth nach Gondor gebracht hatte, um einen menschlichen Freund zu besuchen.
“Es tut mir leid”, sagte Cirnellë, schockiert, dass ihre unangekündigte Reise solch einen Aufruhr verursacht hatte. “Ich habe nie daran gedacht, jemanden wissen zu lassen, dass ich diese Reise mache. Es tut mir leid.”
“Nun, Rúmil, bist du zufrieden?”, fragte Haldir, sich zu seinem Bruder drehend.
“Rúmil, hast du das hier in die Wege geleitet?”, fragte Cirnellë.
“Nun, ich …”, errötend sah er auf seine Füße hinab. “Ich dachte, dass du geelbnappt worden wärst.”
“Warum hast du das gedacht?”, fragte sie erstaunt.
“Mit jemanden anders zu gehen, wenn ich weiss, dass du mit mir zusammen sein willst”, sagte er schließlich, aufsehend.
Der erstaunte Blick auf dem Gesicht der Elleth verschwand, als sie in Lachen ausbrach.
“Du dachte, dass du und ich … dass wir …?” Sie brach in wieder in Lachen aus. Rúmil sah nicht das Lustige in dieser Situation und seine Augen verengten sich, als er die kaltherzige Elleth ansah.
“Haldir, ich glaube, dass wir jetzt gehen können”, sagte Rúmil, Cirnellë ansehend. “Ich wünsche nicht, noch mehr meiner Zeit hier zu verschwenden, wen es ein ganzes Reich voller Ellith gibt, die mich verehren. Offensichtlich habe ich meine Zeit für die falsche vergeudet.”
Mit den Schultern zuckend drehte Haldir sich herum und dankte Lord Faramir und den anderen im Raum für ihre Zeit. Er nickte Cirnellë zu und schnappte sich seinen Bruder, ihn praktisch an seinem Hals aus dem Raum ziehend.
“Rúmil, wenn ich dich allein erwische”, begann er.
“Es ist nicht meine Schuld, Haldir …”, sagte er, als sie auf die Stadttore zugingen. “Wenn du gesehen hättest, wie sie mich angesehen hat … ehrlich Haldir, die Elleth liebt mich, aber sie will es einfach nicht zugeben. Haldir? Haldir? Oh, ich begreife, jetzt versuchst du es mit schweigen. Also, lass mich dir sagen …”
Die Worte kamen und kamen, als die beiden die Stadt verliessen.
The End

